Sonntag, 25. Juni 2017

Das Mädchen im Strom

"Das Mädchen im Strom"
 von 
Sabine Bode




erschienen am 13.03.2017
Random House Audio
ISBN: 9783837138566 
 6 CD = 7 Stunden 53 Minuten

Gelesen von Claudia Michelsen


Inhalt:


Sie ist das hübscheste, frechste und klügste Mädchen an den Stränden des Rheins – und sie ist Jüdin. Die Geschichte der Gudrun Samuel ist die Geschichte einer ganzen Generation junger Frauen, die die Naziherrschaft und der Krieg zur Flucht gezwungen haben. Ein beeindruckendes und mitreißendes Zeugnis einer Epoche.

Als Mädchen ist sie im Rhein hinter den Kohleschleppern hergeschwommen. Sie hatten den jungen Männern in Mainz die Köpfe verdreht. Doch als die Nazis an die Macht kommen und die junge Jüdin Gudrun Samuel sich entscheidet, mit gefälschten Papieren Deutschland zu verlassen, wird sie gefasst und kommt in Gestapo-Haft. Ihr gelingt die Flucht, aber sie ist nun nicht mehr das Mainzer Mädchen Gudrun, sondern die flüchtende Judy: in der transsibirischen Eisenbahn und im Judenghetto von Shanghai. Sie überlebt den Krieg, doch die Odyssee geht weiter. 


Meine Meinung:


Eine Geschichte, die berührt und fesselt, nachdenklich stimmt und teilweise auch recht traurig ist. 

Man begleitet Gudrun Samuel durch die Kindheit, ihre Jugend bis ins hohe Alter. Bereits mit Mitte Zwanzig hatte sie so viele Schicksalsschläge, Fluchten, Beleidigungen und Ängste durchgestanden, dass man erstaunt ist, das sie trotzallem so einen Lebensmut, eine unglaubliche Energie und Willen behalten hat. Sie kämpft sich allein bis nach Shanghai durch und überlebt dort viele Jahre. Auch die Männer können ihre Einstellung zum Leben nicht trüben. Erst in London (nach dem Krieg) schafft sie es etwas zur Ruhe zu kommen. Doch ausgerechnet dann schlägt ihr Körper zu und zwingt sie fast in die Knie.

Ich fand die Geschichte spannend und auch traurig. 
Immer wieder passierte es, dass man in binnen weniger Minuten Hörzeit mit und über Gudrun/Judy gelacht und gestaunt hat und auch mit ihr traurig war. Es ist ein stetiges Auf und Ab für den Zuhörer, doch wie mag es erst der Protagonistin gegangen sein? Die Geschichte enthält biografische Züge von Gertrude Meyer-Jörgensen, mit der die Autorin mehrere Gespräche geführt hatte. Man merkt der Geschichte an, dass die Autorin eher Sachbücher als Romane schreibt. Es gibt Passagen, die etwas kühl und unemotional (sachlich) wirken, obwohl  Claudia Michelsen, die Geschichte gut vorgelesen hat. Die Erzählweise ist dann doch eher Sachbuch als historischer Roman. Trotzdem fand ich die Geschichte gut, auch die Vortragsweise von Claudia Michelsen hat mir gut gefallen. 

Ich habe Respekt vor der Kraft und dem Lebenswillen von Gertrud Meyer-Jörgensen, die mittlerweile leider 93-jährig verstorben ist.


4 von 5 Sternen











Sonntag, 18. Juni 2017

Glückssterne

"Glückssterne" 
von 
Claudia Winter

 


erschienen am 12.12.2016
  Der Hörverlag
ISBN 9783844524406 
1 mp3-CD = 9 Stunden
Gelesen von Jessica Schwarz


Inhalt:


Karriere, Heirat, Kinder. Die Anwältin Josefine weiß genau, was sie vom Leben erwartet. Doch kurz vor der Hochzeit brennt Josefines Cousine mit einem Straßenmusiker nach Schottland durch, den legendären Familienring im Gepäck. Als ihre abergläubische Großmutter daraufhin der Ehe ihren Segen verweigert, bleibt Josefine keine Wahl: Kurzentschlossen reist sie hinterher und gerät von einem Schlamassel in den nächsten. Gottseidank ist da auch noch der charismatische Konditor Aidan, der der Braut in spe immer wieder aus der Patsche hilft – dabei ist dieser Charmeur der Letzte, vor dem sie sich eine Blöße geben möchte. Aber der Zauber Schottlands lässt niemanden unberührt, und schon bald passieren seltsame Dinge , die so gar nicht in Josefines Lebensplan passen.


Meine Meinung:

 Ach, so ein bißchen Herzschmerz ist auch mal schön. Besonders, wenn es neben den Hauptcharakteren auch noch ganz fabelhafte Tanten gibt. 

Josefine ist eine durch und durch strukturierte und nüchterne Anwältin, die ihr Leben anscheinend auf die Minute durchgeplant  und im Griff hat. Auch Justus, ihr Verlobter, ist Anwalt (in der selben Kanzlei) und wie sie recht pragmatisch. Josefine möchte heiraten, was jedoch ohne den Familienring wohl nicht geht (laut ihrer Großmutter). Dumm nur, dass ausgerechnet ihre Cousine Charly diesen Ring "entführt" hat und sie deshalb ihr nach Schottland hinterher reisen muss.

Es gibt in dieser Geschichte viele Szenen (z.B. die Flugangst von Josefine) über die ich herzlich lachen konnte. Josefine stößt auf dieser Reise immer wieder an ihre Grenzen und springt zudem ganz gekonnt in viele kleine und größere Fettnäpfchen. Um das Chaos und für den Zuhörer den Spaßfaktor zu erhöhen, schickt Claudia Winter noch die leicht schrulligen Tanten hinterher. Was mochte ich Bree/Bri, sie ist laut, ironisch und sarkastisch und hat das Herz am rechten Fleck. Aber auch Lee ist eine sehr charmante ältere Frau mit einem großen Hang zu Büchern. 

Aidan gibt alles, um die Rolle des Charmeur gut zu meistern. Und man nimmt sie ihm auch ab. Gott sei Dank hat er auch eine gute Portion Humor bekommen und verschafft dem Zuhörer immer wieder Schmunzelmomente.
 
Der Schluß ist zwar, aus meiner Sicht, etwas langatmig und könnte gut gekürzt werden, aber trotzdem ist es eine charmante und witzige Geschichte, die Spaß macht und gut unterhält. 

4 von 5 Sternen

Montag, 12. Juni 2017

Ausgerechnet du und ich

"Ausgerechnet du und ich" 
von 
Ayisha Malik




 
erschienen am 09.05.2017 
Heyne Verlag
ISBN 9783641207175
480 Seiten


Inhalt:

Sofia ist witzig, hübsch und arbeitet in einem Londoner Verlag. Sie ist außerdem Muslimin und wünscht sich einen Mann, der dafür offen und gleichzeitig modern ist. Als ihre Chefin ihr vorschlägt, einen Dating-Guide für Muslime zu schreiben, schlägt sie zwei Fliegen mit einer Klappe. Aber Imran ist zu traditionell. Naim zu unzuverlässig. Abid leider schwul. Als ihr Vater krank wird, springt sie ihm zuliebe über ihren Schatten und verlobt sich mit Imran. Die Familie ist selig – aber Sofia merkt, dass sie Imran gar nicht liebt. Und dass sie sich stattdessen in jemand anderen verliebt hat.


Meine Meinung:


Ein nettes und unterhaltsames Buch mit einer guten Portion Humor und liebenswerten Hauptcharakteren, welches bestens geeignet ist im Sommer zu lesen. 

Es hat mich etwas an Bollywood erinnert als ich das Cover gesehen hatte. Der Inhalt ist es jedoch nicht. Sofia Khan soll ein Buch schreiben und kommt damit an ihre Grenzen. Denn dies erfordert Ausdauer und Fokussierung auf eine Sache. Das sind nicht so ganz die Eigenschaften von Sofia. Aber sie ist nun mal die Muslimin mit Kopftuch (die Einzige in der Familie) und derzeit ohne Freund. Also perfekt für ein Buch über Muslime beim Dating. 

Die Autorin hat das Buch in sehr abwechslungsreicher Form, d.h. mal als Mail, mal als Text, mal als Nachricht geschrieben. Daran muss man sich gewöhnen, auch die Sprünge sind etwas gewöhnungsbedürftig. Dafür hat sie sehr charmante Hauptcharaktere (die Frauengruppe um Sofia, der Nachbar) geschaffen. Man mag sie, da sie stets zusammenhalten und so manches Männerproblem auf sehr eigenwillige Art lösen. 

Natürlich darf bei diesem Buch die Liebe nicht zu kurz kommen. Ganz klar, aber erstaunlicherweise ist es nicht so kitschig geworden wie erwartet. Die Dialoge sind teilweise schön bissig und ironisch und machen Spaß.

Die Geschichte ist eigentlich schnell erzählt, aber die Autorin verliert sich etwas in den Nebenhandlungen, so dass die Geschichte doch ein paar Längen hat. Gut 100 Seiten weniger und es wäre eine schöne knackige Geschichte geworden.

Trotzdem ist eine unterhaltsame Lektüre für den Strand, Balkonien oder auf dem Sofa.

3 von 5 Sternen

Mittwoch, 7. Juni 2017

Provenzalisches Feuer


"Provenzalisches Feuer" 
von 
Sophie Bonnet



 
erschienen am 22.05.2017
Blanvalet Verlag
ISBN: 9783764506131
 320 Seiten




Inhalt:

Juni in der Provence. Im idyllischen Sainte-Valérie feiert man den Sommerbeginn mit einem traditionellen Fest. Noch spät in der Nacht wird im Schein des Feuers gegessen und getanzt – bis mitten im Auftritt der gefeierten Rockband Viva Occitània ein Journalist erstochen wird. Waren ihm seine Recherchen vor Ort zum Verhängnis geworden? Pierre Durands Ermittlungen führen ihn zu aufgebrachten Dorfbewohnern, zu den Hütern einer aussterbenden Sprache – und zu der Sängerin Aurelie Azéma, die sich für die Unabhängigkeit Okzitaniens einsetzt. Während Pierre in die Mythen der alten Provence eintaucht, ahnt er nicht, dass seine Schritte längst beobachtet werden. Und dass der Tod des Journalisten erst der Anfang war.


Meine Meinung:

Der vierte Fall von Pierre Durand ist verzwickt und leicht verworren. Es werden ganz alte Geschichten rund um Okzitanien erzählt und einigen Charakteren auch gelebt. Pierre hat in diesem Fall seine Probleme, wem er glauben soll. Es gibt viele kleine Hinweise, aber lange geht es nicht wirklich voran. Sophie Bonnet hat auch diesmal wieder einen spannenden und leicht verzwickten Krimi geschrieben. Es macht Spaß mit Pierre und Luc auf Spurensuche zu gehen. Was mir an Pierre Durand gut gefällt, ist seine Art mit den Menschen umzugehen. Er ist kein Überflieger und Gutmensch. In vielen ähnlichen Romanen sind mir die Ermittler zu gut, zu glatt und fast schon mit einem Heiligenschein. Pierre Durand glänzt natürlich auch mehr als die anderen Charaktere, aber er ist greifbar und zeigt auch Schwächen. 
Neben Pierre ist die Region einfach nur schön. Sophie Bonnet schafft mit ihren Worten wunderbare Bilder des Dorfes, der Umgebung und auch des Essens aus der Region. Man möchte direkt seine Koffer packen und losfahren. 

Insgesamt war es ein schöner spannender Provencekrimi, der Lust auf den fünften Fall macht.

5 von 5 Sternen

Sonntag, 4. Juni 2017

Mein Herz ist eine Insel

"Mein Herz ist eine Insel" 
von 
Anne Sanders



erschienen am 10.04.2017
  Random House Audio Verlag
ISBN: 9783837137743 
5 CD = 6 Stunden 14 Minuten

Gekürzte Lesung

Gelesen von Anna Carlsson, Julian Horeyseck


Inhalt:

Isla Grant ging es schon mal besser. Ohne Wohnung und ohne Job bleibt ihr keine andere Wahl, als nach Hause zurückzukehren, nach Bailevar, eine winzige Insel an der rauen Westküste Schottlands. Und das, obwohl sie kaum Kontakt zu ihrer Familie hat. Als sie auch noch ausgerechnet ihre Jugendliebe Finn wiedertrifft, sind alle unliebsamen Erinnerungen zurück. Ihr einziger Lichtblick ist die alte Dame Shona, die wie keine andere Geschichten erzählt, besonders gern die Legende von der verschwundenen Insel. Doch schon bald erkennt Isla, welch tragisches Geheimnis Shona zu verbergen versucht. Und auch ihre eigene Vergangenheit holt Isla unaufhaltsam ein.


Meine Meinung:

Die Geschichte wird von zwei Sprechern erzählt. Ich mag es lieber, wenn es nur einen Sprecher gibt, denn jeder interpretiert die Charaktere anders. Dies ist leider auch hier der Fall. Anna Carlsson hat, aus meiner Sicht, die Stimmen und Stimmungen besser herausarbeiten und widergeben können als Julian Horeyseck. Anna Carlsson ist Shona besonders gut gelungen. Die kleine ältere Dame, die einiges an Unruhe stiftet, aber die wichtigste Figur in dieser Geschichte ist. Ihr Humor, ihre Antworten und ihre Art haben mir am besten gefallen. Isla fand ich dagegen recht anstrengend und über die Zeit auch etwas nervig. Finn wirkt leider etwas blass zwischen den Frauen und konnte mich nicht wirklich überzeugen. Ich mag große Familiengeschichten und kleine Dramen und auch Schottland hat seinen Reiz. Bei dieser Geschichte wurde ich jedoch immer wieder an die großen Sonntagsfernsehfilme erinnert (und ich meine nicht den Tatort). Es gab aber auch gelungene Passage (meistens mit Shona im Mittelpunkt) und diese haben die etwas zähen Abschnitte wieder wettgemacht. Insgesamt ist eine nette und unterhaltsame Geschichte, die jedoch nur langsam an Tempo und Spannung gewinnt und dadurch leider phasenweise etwas langatmig ist.

3 von 5 Sternen 

Montag, 29. Mai 2017

Biete Krise, suche Glück

"Biete Krise, suche Glück" 
von 
David Foenkinos





erschienen am 09.05.2017
  Penguin Verlag
ISBN: 9783328100942
252 Seiten


Inhalt:

Bernard ist fünfzig geworden und rechnet mit einem ruhigen Leben bis ans Ende seiner Tage. Da passiert es: Eine Reihe von Katastrophen fegt alle Gewissheiten fort. Es beginnt mit Nathalie, Bernards Frau mit den schönen langen Haaren, die er so großartig findet, dass es ihm gereicht hätte, bloß mit ihren Haaren verheiratet zu sein. Doch plötzlich ist die Ehe in einer Krise. Dann setzt ihn sein Chef vor die Tür, und mittellos, wie er ist, muss er bei den Eltern in sein altes Kinderzimmer einziehen. Als diese auch noch versuchen, ihn mit einer Frau zu verkuppeln, die wie er Schiffbruch erlitten hat, wagt er zum ersten Mal etwas ganz Verrücktes.


Meine Meinung:

Bernard trifft es hart. So richtig hart. Denn er muss zu seinen Eltern zurückziehen. Mit 50. Er verliert fast alles, was bisher sein Leben ausgemacht hat und muss nun ganz von vorn anfangen. 

Das Buch ist auch unter diesem Titel "Zurück auf Los" zum ersten Mal  erschienen und ich finde diesen Titel passender als "Biete Krise, suche Glück". 

David Foenkinos mag seine Figuren. Er lässt sie zwar einiges erleben und durchleiden, aber immer mit einer kleinen Dosis Humor und Leichtigkeit. Es wird nie schwarz bei Bernard, sondern meistens eher grau. Und so schöpft er aus den kleinen Dingen wieder Mut. Seine Tochter gibt ihm Halt und Verständnis und so wagt er den Anfang.

Ich mag die Bücher von David Foenkinos. Seine Sprache ist leicht und der Schreibstil lässt sich sehr gut lesen. Diese Geschichte hat wieder den französischen Charme und die Gabe traurige Situationen und manchmal melancholische Gedamken doch so zu erzählen, so dass eben nicht alles schwarz ist und stets irgendwo ein Anfang möglich ist. Es ist alles ein wunderbarer Fluss und man möchte noch eine ganze Weile dabei sein. Doch leider sind seine Geschichten nicht so lang, so dass man die liebgewonnen Charaktere schnell wieder weiterziehen lassen muss.

5 von 5 Sternen

Freitag, 26. Mai 2017

Wenn das Eis bricht

"Wenn das Eis bricht"
 von 
Camilla Grebe

 


erschienen am 10.04.2017
  btb Verlag
ISBN: 9783442757176
606 Seiten

  


Inhalt:


 In der Wohnung des reichen Geschäftsmanns Jesper Orre wird die Leiche einer jungen Frau gefunden – auf brutale Art ermordet. Von ihm fehlt jede Spur. Vor zehn Jahren gab es einen ganz ähnlichen Fall – ungelöst. Hanne, die Kriminalpsychologin von damals, soll deshalb ermitteln. Sie muss in die Vergangenheit eintauchen, dabei verschwimmt gerade ihre Gegenwart – sie fürchtet, an beginnendem Alzheimer zu leiden. Ihre Existenz bekommt zunehmend Risse, und die beiden Fälle verbinden sich auf ungute Weise. Kann Hanne sich selbst und ihren Erinnerungen trauen? Ist sie auf der richtigen Spur? Wann bricht das Eis, und was kommt darunter zum Vorschein?


Meine Meinung:


Ich kannte die Krimis von Camilla Grebe und Asa Träff und war nun gespannt, wie Camilla Grebe als Einzelautorin sein wird.  Ich muss zugeben, dass ich etwas enttäuscht bin. 

Es war kein Psychothriller. Der Geschichte fehlte die Spannung und der kleine Nervenkitzel. Die Handlungsstränge liefen recht lang parallel, so dass man nicht genau wußte, wie sie zusammenhängen. Für mich hat die Zusammenführung der Handlungsstränge zu lang gedauert. Die Charaktere wurden sehr genau und detailliert beschrieben, auch ihre Handlungen und Absichten. Dadurch zog sich die Geschichte etwas. Man hat über Seiten darauf gewartet, dass es endlich los geht und war am Ende enttäuscht. Für mich war es das bisher schwächste Buch von Camilla Grebe. 

3 von 5 Sternen

Sonntag, 21. Mai 2017

Landliebe

"Landliebe" 
von
 Jana Lukas



erschienen am 09.05.2017
Random House Audio
ISBN 9783837137842 
5 CD = 5 Stunden 31 Minuten 

Gekürzte Lesung

Gelesen von Diana Amft

 

 Inhalt:

Ellie hat Geldprobleme und nur eine Chance, ihren Kopf aus der finanziellen Schlinge zu ziehen: die Teilnahme an der TV-Show Landliebe. Vier Wochen muss sie, begleitet von Kameras und in ein Dirndl gequetscht, das bayerische Großstadtdummchen mimen. Das Weingut an der Mosel, das als Drehort dient, ist zwar traumhaft schön, doch Winzer Tom entpuppt sich als hinterwäldlerischer Sturkopf. Und er ist gar nicht erfreut, Ellie als Landliebe-Partnerin aufnehmen zu müssen. Doch Ellie hat weder mit Toms Augen gerechnet noch mit seinem Lächeln, das ein Kribbeln in jeden Winkel ihres Körpers jagt.


Meine Meinung:


Wer die Fernsehsendung "Bauer sucht Frau" kennt, wird hier immer wieder Elemente/Szenen aus der Sendung wiedererkennen. Es ist fast schon ein herrlich böser Blick hinter die Kulissen. Die Abläufe kann man sich genauso vorstellen - gestellte Texte und Szenen, Wohnungseinrichtungen, die einfach nur gruselig sind und auch die große Liebe nur gespielt.

Ellie und Tom sind eines von diesen Paaren, die über eine Kuppelshow (hier: Landliebe), die große Liebe suchen oder eben die finanziellen Probleme damit lösen wollen. Beide stellen fest, dass es schwieriger als gedacht ist, diese Show über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten. Zumal des Amors Pfeil vielleicht dann doch noch einen Treffer landet.

Die Dialoge sind manchmal herrlich witzig und bissig-zickig und dann manchmal auch schnulzig und kitschig. Diana Amft kannte ich aus einer Arztserie und so war ich gespannt, wie sie die Geschichte lesen wird. Es war durchwachsen, denn Ellie passte wie die Faust aufs Auge. Ich konnte mir die Figur so gut vorstellen (gut, ich gebe zu, ich dachte mehr an Gretchen als an Ellie) und mich herrlich über sie amüsieren. Jedoch die männlichen Parts konnte sie nicht so gut vermitteln. Es fehlte etwas die markante männliche Note, die sie leider nicht in der Stimme hatte. Hier wäre ein männlicher Sprecher gut gewesen.

Insgesamt ist es ein unterhaltsames und witziges Hörbuch mit Humor, kleinen bissigen Seitenhieben auf die Fernsehserie und einer guten Portion Schnulz und Romantik.

4 von 5 Sternen



Mittwoch, 17. Mai 2017

Das Mädchen aus dem Norden

"Das Mädchen aus dem Norden"
 von 
Katarzyna Bonda





erschienen am 06.03.2017
Random House Audio
ISBN: 9783837138450
 2 mp3-CDs
14 Stunden 44 Minuten



Inhalt:


Nach einem Aufenthalt im Ausland kehrt die Profilerin Sasza Załuska zurück in ihre Heimatstadt Danzig. Sie hat beruflich und privat viel durchgemacht. Eine verdeckte Ermittlung endete in einer Katastrophe. Verbrennungen und das Trauma einer Geiselnahme blieben zurück. Nun soll Schluss sein mit Verbrechen und unstetem Leben. Sasza erhofft sich ein ruhiges Dasein an der Seite ihrer kleinen Tochter. Doch kaum in Danzig angekommen, erhält sie einen lukrativen Auftrag: Der Inhaber eines Musikclubs bittet sie, die Hintergründe von wiederholten Erpressungen und Morddrohungen aufzudecken. Für die Ermittlerin eine vermeintlich einfache Aufgabe. Kurz darauf gibt es einen Anschlag auf den Club, bei dem ein Mensch stirbt. Sasza Załuska beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen. Eine Entscheidung, die sie bald bereut.


Meine Meinung:

 Es ist ein gelungener Krimi, der jedoch seine Ecken und Kanten hat. 

Die zwei Sprecher haben den vielen Charakteren recht gut Leben eingehaucht, aber trotzdem hatte ich Probleme die vielen (für mich schwierigen polnischen) Namen und Personen auseinanderzuhalten. Auch startete die Geschichte recht zäh. Es wollte leider keine Spannung entstehen und manchmal hatte ich mich gefragt, warum der Einschub einer bestimmten Handlung jetzt stattfand. Die Autorin beschreibt sehr detailliert die einzelnen Handlungen und Geschehnisse, was die Geschichte phasenweise recht langsam werden lässt.

Nach der ersten mp3-CD zog die Geschichte an, das Tempo wurde schneller und auch die Handlung wurde interessanter. Es konnte sich eine Spannung aufbauen, da man nun alle (relevanten) Personen kannte und es langsam auch brenzliger für Sasza wurde. Sie verfolgte die kleinsten Spuren und geriet dadurch selbst in die Schusslinie. Sehr langsam lässt Katarzyna Bonda die Vergangenheit und die Gegenwart zusammenkommen. Erst nach und nach versteht man, was die kleinen Einschübe bedeuten und welche Wirkung sie auf die Gegenwart haben. 

Insgesamt hat der Krimi eigentlich alles, was ein guter Krimi braucht. 
Jedoch könnte es von Anfang an ein höheres Tempo und etwas mehr Spannung geben.

3 von 5 Sternen

Samstag, 13. Mai 2017

Ein Papagei in Brooklyn

"Ein Papagei in Brooklyn" 
von 
David Duchovny




erschienen am 25.04.2017
Heyne Verlag
352 Seiten




Inhalt:

Marty Fullilove und sein Sohn Ted sind beide auf ihre ganz eigene Art im Leben gescheitert. Der Vater als zynischer Lebemann, der an nichts ein gutes Haar lassen kann. Der Sohn als Möchtegern-Schriftsteller, der als Erdnussverkäufer im Stadion arbeitet. Beide haben seit Jahren kein Wort miteinander gewechselt. Da braucht es schon einen unheilbaren Lungenkrebs, damit Ted seinem Vater einen Besuch abstattet. Zunächst wird er mit den üblichen Vorwürfen und Beschimpfungen begrüßt. Doch nach und nach finden die beiden zueinander – über Baseball, die Suche nach der wahren Liebe und die Freuden des Cannabiskonsums. 



Meine Meinung:

Ich bin bei dieser Geschichte etwas hin- und hergerissen. So richtig gefesselt hat sie mich leider nicht, aber so richtig schlecht war sie auch nicht. Es gab Passagen und die auch Grundidee, die ich gut und auch rührend fand. Die Beziehung zwischen Marty und Ted und wie sie sich wieder entwickelt, war durchaus interessant und gut beschrieben. Wie sie beide eigentlich die Sehnsucht nach Verständnis, Liebe und Familie hatten und am Ende durch ihre eigene Mauer im Kopf auf vieles davon verzichten mussten, weil sie zu stolz waren aufeinander zuzugehen.  

Dafür nervte mich relativ schnell der derbe Humor und die doch recht häufigen Beleidigungen, die sich die einzelnen Charaktere an den Kopf warfen. Der Kit in dieser Geschichte ist die Trauerbegleiterin, die der Kontrast zu den beiden Männern darstellt und mit ihrer ruhigen, aber auch schlagfertigen Art (hier fand ich den Humor gelungen) eine angenehme Figur in dieser Geschichte ist. 

Der Schreibstil von David Duchovny ist gut und leicht lesbar, so dass man schnell in die Geschichte abtauchen kann. Man sollte sich jedoch ganz gut im Baseball auskennen (was bei mir leider nicht der Fall war), denn es wimmelt nur so an Fachbegriffen, Mannschaften und Spielernamen in dieser Geschichte. Auch dies bremste ein wenig meine Begeisterung für dieses Buch, da ich nicht annahm, dass Baseball einen so hohen Stellenwert haben würde.


3 von 5 Sternen









Dienstag, 9. Mai 2017

Sehnen lügen nicht

"Sehnen lügen nicht"
 von 
Achim Achilles



 
erschienen am 25.04.2017
  Heyne Verlag
ISBN: 9783453201149
240 Seiten


Inhalt:

Er kann es einfach nicht lassen. Zehn Jahre nach seinem sportlichen Debüt auf den hinteren Plätzen fragwürdiger Volksläufe juxt sich Achim Achilles unverdrossen durch die skurrile Welt von Millionen deutschen Freizeitsportlern. Er preist den Wert schlechter Vorsätze, entlarvt die gemeinsten Fitness-Lügen, lästert über Yoga, entdeckt seine Liebe zum Quadrathlon – und bleibt seinem Motto treu: Wenn nichts mehr geht, einfach locker weiterlaufen.


Meine Meinung:

Unterhaltsam, kurzweilig und sehr sportlich.

Achim Achilles erzählt in vielen kleinen Geschichten seine Hassliebe zum Sport und ganz besonders zum Laufen. Sein treuer Begleiter, der Schweinehund, ist stets dabei und sorgt dafür, dass er es nicht übertreibt. Die Geschichten erzählen witzige und erstaunliche Episoden aus dem Leben eines Läufers. Seine teilweise widersprüchlichen Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen sind unterhaltsam und so manches Mal habe ich das irrationale Verhalten (dank laufender Freunde) wiedererkannt. Das Sich-Quälen und Schinden für einen Triathlon und dann der "Nimmerwiedermachen"-Schwur am Ende, um sich dann kurz darauf wieder anzumelden, kommt mir bekannt vor. Es ist interessant die Sichtweise eines Läufers zu lesen, wenn man sonst nur der "Kopfschüttler" ist.

Die Ironie ist reichlich vorhanden und sorgt für das Lachen. Ich habe mich ganz gut amüsiert und mich auch teilweise in meiner Meinung bestätigt gefühlt.  Jedoch wiederholt sich Achim Achilles recht häufig und zum Ende des Buches zu hatte ich das Gefühl, dass ich die Geschichten schon einmal gelesen habe.

3 von 5 Sternen

Sonntag, 7. Mai 2017

Die Gestirne

"Die Gestirne" 
von 
Eleanor Catton




erschienen am 09.11.2015
  btb Verlag
ISBN: 9783442754793
  1.040 Seiten


Inhalt:

Neuseeland zur Zeit des Goldrausches 1866: Als der Schotte Walter Moody nach schwerer Überfahrt nachts in der Hafenstadt Hokitika anlandet, trifft er im Rauchzimmer des örtlichen Hotels auf eine Versammlung von zwölf Männern, die eine Serie ungelöster Verbrechen verhandeln: Ein reicher Mann ist verschwunden, eine opiumsüchtige Hure hat versucht, sich das Leben zu nehmen, und eine ungeheure Summe Geld wurde im Haus eines stadtbekannten Säufers gefunden. Moody wird bald hineingezogen in das Geheimnis, das schicksalhafte Netz, das so mysteriös ist wie der Nachthimmel selbst.

Meine Rezension:

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar von buecher.de erhalten. Meine Begeisterung hielt sich anfangs in Grenzen, da ich nicht so gern historische Romane lese. Und dieses Buch war dazu noch ziemlich umfangreich. Doch ich wagte mich an das Buch und die Geschichte überraschte mich positiv.

Der Anfang, das muss ich zugeben, war sehr schleppend und zäh und mit vielen Personen und Handlungssprüngen. Ich kämpfte mich jedoch mit Hilfe des Personenverzeichnisses durch die Seiten und ungefähr nach einem Viertel der Geschichte fing diese an Spaß zu machen. Jetzt kam sie in die richtige Bahn und floß nur so über die Seiten. Die Figuren waren bekannt, sie konnten sich nun entwickeln und entfalten und der sehr gute Schreibstil der Autorin sorgte für ein schönes Lesetempo. Die vielen kleinen Wendungen in den Handlungen, die kleinen Geheimnisse, die erst nach und nach freigegeben worden, sorgten für die Abwechslung und die Spannung in der Geschichte. Phasenweise war Eleanor Catton mir zu detailverliebt und etwas zu langsam. Auch wiederholte sie sich des Öfteren, aber es hielt sich noch die Waage, so dass man es als Erinnerungsstütze ansehen konnte.  

Die Autorin hat es geschafft, dass es nicht nur ein historischer Roman, sondern auch ein kleiner Kriminalfall ist. Nicht im klassischen Sinne, aber es gibt auch hier Tote und Verdächtige. Was mir sehr gut gefallen hat, war der Schreibstil. Er war so gut, dass man beim Lesen Bilder im Kopf entwickeln konnte und die Geschichte wie ein kleiner Film ablief. 

Es ist kein Buch, welches man mal so eben für zwischendurch liest. Man muss sich etwas Zeit nehmen (vorallem für den Anfang) und möglichst längere Passagen lesen, denn durch die etwas langsamere Erzählweise reichen ein paar Seiten nicht aus, um die Geschichte voranzubringen.

Insgesamt ist es eine interessante, gut gestrickte Geschichte für die man einen längeren Atem braucht, aber trotzdem gut unterhalten wird.

4 von 5 Sternen

Mittwoch, 3. Mai 2017

Das Rosie-Projekt

"Das Rosie-Projekt" 
von 
Graeme Simsion




erschienen am 22.01.2015
FISCHER Taschenbuch Verlag
ISBN: 9783596197002
428 Seiten



Inhalt:

Don Tillman will heiraten. Allerdings findet er menschliche Beziehungen oft höchst verwirrend und irrational. Was tun? Don entwickelt das Ehefrau-Projekt: Mit einem 16-seitigen Fragebogen will er auf wissenschaftlich exakte Weise die ideale Frau finden. Also keine, die raucht, trinkt, unpünktlich oder Veganerin ist. Und dann kommt Rosie. Unpünktlich, Barkeeperin, Raucherin. Offensichtlich ungeeignet. Aber Rosie verfolgt ihr eigenes Projekt: Sie sucht ihren biologischen Vater. Dafür braucht sie Dons Kenntnisse als Genetiker. Ohne recht zu verstehen, wie ihm geschieht, lernt Don staunend die Welt jenseits beweisbarer Fakten kennen und stellt fest: Gefühle haben ihre eigene Logik.


Meine Meinung:

 Wer ist Don? 
Don ist strukturiert, liebt klare Aussagen und Logik, gegen Tabellen, Statistiken und andere wissenschaftliche Erkenntnisse hat er nichts und er liebt seinen geregelten und auf die Minute verplanten Tagesablauf. Abweichungen sind einfach nur schrecklich und lösen bei ihm eine Kette von Gedanken und Kalkulationen aus, die den Leser erstaunen lassen. So manches Mal habe ich gedacht "nicht denken, einfach mal machen". Dieser Mann ist so schön steif, korrekt und unemotional, dass man phasenweise einfach nur über seine Gedanken und Handlungen lachen muss. Aber Don nervt erstaunlicherweise nicht, nein, man mag ihn trotzdem oder gerade deshalb. Sein Frauenprojekt ist einfach nur skurril, aber sehr unterhaltsam und kurzweilig. Wenn er von seiner Genforschung spricht, wird es etwas komplizierter, aber auch interessant und Gott sei Dank gibt es immer wieder Menschen, die ihn unterbrechen und zur Geschichte zurückkehren.

Mit Don lernt man die Genetik, das Cocktailmixen, das Frauenprojekt und die Liebe kennen und man weiß am Ende der Geschichte so einiges über eine Krankheit, die nur selten in den Medien auftaucht. Der Autor lässt seine Figuren einiges Erleben und so manches Fettnäpfchen wird dabei mitgenommen, aber kein einziges Mal werden die Figuren bloßgestellt.

Ich habe die Geschichte gern gelesen, da sie gut unterhält, einen ganz eigenen Humor und tolle Charaktere hat.




5 von 5 Sternen

Montag, 17. April 2017

Das geheime Leben des Monsieur Pick

"Das geheime Leben des Monsieur Pick"
 von 
David Foenkinos




ershienen am 13.03.2017
  DVA  Verlag
ISBN: 9783421047601
 336 Seiten 


Inhalt:
  

Über das Glück, vom Leben überrascht zu werden ... Im bretonischen Finistère, am wind- und wellenumtosten »Ende der Welt«, gibt es eine ganz besondere Bibliothek. Sie sammelt Bücher, die nie erscheinen durften. Eines Tages entdeckt dort eine junge Pariser Lektorin ein Meisterwerk, und der Roman wird zum Bestseller. Der Autor, Henri Pick, war der Pizzabäcker des Ortes. Seine Witwe beteuert, er habe zeit seines Lebens kein einziges Buch gelesen und nie etwas anderes zu Papier gebracht als die Einkaufslisten – ob er ein geheimes Zweitleben führte? Diese verrückte Geschichte spornt viele Menschen an, selbst Neues zu wagen: Paare trennen sich, Liebende finden unerwartet zueinander, und so manche Gewissheit wird auf den Kopf gestellt. Ein französisch-charmanter Roman über die Liebe, verlorene Träume und den Mut, sein Leben
in die Hand zu nehmen. Leicht, beschwingt und voller Witz. 


Meine Meinung:


 Den Autor kannte ich schon von "Charlotte" und fand ihn sehr gut. Dieses Buch hier ist jedoch anders, ganz anders. Man darf sie nicht miteinander vergleichen.  

Es ist eine schöne leichte französische Geschichte und sie könnte auch ein guter Film werden. Es sind recht viele Charaktere für das schmale Buch, aber irgendwie findet jeder seinen Platz und seinen kleinen Anteil an der Geschichte. Alle Figuren haben ihren ganz eigenen Charme und nehmen den Leser mit in ihr Leben, welches von diesem einem Buch beeinflusst wird. David Foenkinos hat einen leicht zulesenden Schreibstil, der mich gut durch die Geschichte getragen hat. Es ist eine warmherzige Geschichte, die ihre etwas schrulligen Charaktere liebt. Man kann sich gut amüsieren über die Eigenheiten und Ansichten der einzelnen Figuren, über das Verhalten der Bewohner des Dorfes und über die Suche nach des Rästels Lösung. 

Wer ein bißchen zwischen den Zeilen liest, kann auch die Kritik des Autors an dem Literaturbetrieb und den Verlagen herauslesen. Immer wieder werden kleine Seitenhiebe verteilt, der Druck auf die Schriftsteller und seine Umgebung, die Rastlosigkeit, die Eifersucht und die vielen Rückschläge beschreibt Foenkinos mit leisen Humor und doch bleiben sie im Kopf hängen und wirken nach. 

5 von 5 Sternen 


Donnerstag, 13. April 2017

Powertraining mit Tigerfeeling



"Powertraining mit Tigerfeeling" 
von 
Benita Cantieni





erschienen am 27.03.2017
  Südwest Verlag
ISBN 9783517094601 

160 Seiten inkl. CD


Inhalt:

Eine aufrechte Haltung, Kraft, Beweglichkeit und natürlich Schönheit – all das gibt's im neuen CANTIENICA®-Programm. Ein echtes Ganzkörpertraining, das durch Dehn- und Kräftigungsübungen sämtliche Muskelgruppen des Körpers anspricht. Aber Kraft ist nicht gleich Kraft, denn wahre Stärke kommt aus der Tiefe. Daher wird hier ganz gezielt die Tiefenmuskulatur trainiert. Extra: MP3-CD mit von der Autorin angeleiteten Übungsstunde.


Meine Meinung:


Was mich an diesem Buch interessiert hat, war das Training der Tiefenmuskulatur. Ich habe schon einiges ausprobiert, aber leider bin ich nie so richtig dabei geblieben. Also nutzte ich jetzt die Chance etwas Neues kennenzulernen. Schnell musste ich jedoch feststellen, dass es kaum etwas Neues zu entdecken gab. Die Beschreibungen und die Bilder fand ich zwar gut, aber trotzdem sind die Übungen ohne Trainer schwer nachzumachen, da man nie so richtig weiß, ob man richtig steht, sitzt usw. Die Körperhaltung kann man selber schwer kontrollieren. Es bleibt immer eine Unsicherheit, die mich etwas ausgebremst hat. Auch fehlte mir die direkte Korrektur und die Alternativen, die mir ein Trainer empfohlen würde.

Man muss sich zudem bewußt sein, dass dies Übungen sind, die keine schnellen Erfolge aufweisen. Hier muss man ruhig und stetig trainieren und am Ball bleiben. Gut fand ich, dass die Autorin stets von einem Kann-Training und nie von einem Muss-Training gesprochen hat. Die Übungsstunde war okay, aber (wie schon geschrieben) nur schwer allein nachmachbar, so dass hier die Gefahr besteht, dass man recht schnell aufgibt. 

Für Menschen, die schon einige Erfahrungen mit diesen Kraftübungen haben, kann dieses Buch hilfreich sein, aber für untrainierte und unsichere Menschen wird es schwieriger.  Ich habe vielleicht nicht den Tiger in mir und brauche dann doch wieder die Anleitung und die Kontrolle einers guten Trainers (Trainerin), die mit mir die Übungen durchgehen bis ich sie verinnerlicht habe. 

3 von 5 Sternen