Samstag, 30. Juli 2016

Armstrong

 "Armstrong" 
von 
Torben Kuhlmann
 




erschienen am 25.07.2016
Der Hörverlag
ISBN: 9783844523409 
1 CD = 47 Minuten
 Inszenierte Lesung mit Musik
Gelesen von Bastian Pastewka


Inhalt:

Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond
 
Vor langer Zeit lernte eine Maus namens Lindbergh das Fliegen und überquerte den Atlantik. Nun geht die abenteuerliche Geschichte der Mäuseluftfahrt weiter. Denn es war gar kein Mensch, der zum ersten Mal den Mond betreten hat! Der kluge und abenteuerlustige Mäuserich Armstrong möchte seine Freunde davon überzeugen, dass der Mond kein leckerer Käse ist, und baut sich eine Rakete.

Bastian Pastewka schlüpft wie bei "Lindbergh" in alle Rollen und lässt das Weltraumabenteuer für kleine und große Luftfahrt-Fans lebendig werden.


 Meine Meinung: 


Die Geschichte von Neil Armstrongs Mondlandung wird hier kindgerecht in Form eines kleinen mutigen Mäuserichs und seinem großen Ziel, die Fahrt zum Mond, erzählt. 
Mit viel Charme, Witz und einer großen Portion Abenteuer und Mut lässt Torben Kuhlmann seinen Mäuserich die Mondlandung planen und durchführen. Die vielen kleinen Details, die einfachen und gut verständlichen Sätze lassen den kleinen Zuhörer eintauchen in eine spannende Geschichte. 

Das Hörspiel hat neben der Geschichte noch eine schöne Musik und am besten sind die Hintergrundgeräusche – das Hämmern und Klopfen, das Schnaufen und Stöhnen, die Straßengeräusche uvm. Man hat das Gefühl direkt dabei zu sein. 

Bastian Pastewka hat (wie schon bei Lindbergh) ganze Arbeit geleistet. Er verleiht der ganzen Geschichte ein besonderes Flair. Jede Stimme passt zu ihrem Charakter und macht sie lebendig und greifbar. Die Vielfalt, die er schafft, bringt den Spaß beim Zuhören. 

Das Cover passt optisch zu der Geschichte von „Lindbergh“ und auch diesmal gibt es ein kleines Booklet mit Bildern. So kann man nicht nur hörend der Geschichte folgen, sondern sich dabei auch die Bilder anschauen.

Ein rundum gelungenes Hörspiel für Kinder und Erwachsene mit einem tollen Sprecher und einer spannenden Geschichte.

5 von 5 Sternen

Dienstag, 26. Juli 2016

Die Party bei den Jacks

"Die Party bei den Jacks" 
von 
Thomas Wolfe




erschienen am 11.02.2013
  btb Verlag
ISBN: 9783442745111 
 352 Seiten


Inhalt:


Alles, was Rang und Namen hat, findet sich im Art déco-Ambiente von Esther und Frederick Jack ein: sie eine gefeierte Broadway-Künstlerin, er ein aus Koblenz stammender Jude und Selfmade-Millionär. Die Roaring Twenties sind auf ihrem Höhepunkt angelangt, schon wirft die Große Depression ihre Schatten voraus. Doch vom drohenden Ende der Sause will man bei den Jacks noch lange nichts wissen … Mit seiner Innenansicht einer New Yorker Luxusadresse – von der Dachterrasse bis hinab in den Untergrund, von wo die Subway feine Vibrationen durchs Gebäude schickt – zeichnet Wolfe das Panoptikum einer faszinierenden Stadt und einer faszinierenden Epoche.



Meine Meinung:

Es klang so gut...das Cover ist schön, der Covertext machte neugierig und doch...ich gebe auf. Das sage ich wirklich selten, aber nun ist es doch soweit. Ich habe ganze 150 Seiten lang versucht, mich in diese Geschichte einzufinden. Doch ich bin gescheitert. Es war nicht unbedingt die Geschichte oder die Figuren, die mir nicht gefallen haben, sondern die Erzählweise bzw. der Schreibstil. Was andere Schriftsteller in fünf oder sechs kurzen und knackigen Sätzen erzählen, versucht Thomas Wolfe in einen Satz zu packen. Diese gingen teilweise über 9-12 Zeilen und verloren auf dem Weg zum Ende das Ziel. Für mich waren es leider künstlich aufgeblähte Sätze, die nur wenig Aussagekraft hatten. Oft wiederholte sich Thomas Wolfe und dadurch wurde die Geschichte noch anstrengender und zäher. Normalerweise möchte man wissen, was noch kommt und wie es ausgeht, doch diesmal wurde mein Bedürfnis dies zu erfahren mit jeder Seite weniger. Das war für mich das Zeichen, dass Buch beiseite zu legen. 
Schade.

1 von 5 Sternen

Mittwoch, 20. Juli 2016

Der Fremde im Palazzo d'Oro

"Der Fremde im Palazzo d'Oro" 
von 
Paul Theroux





erschienen am 11.07.2016
Heyne Verlag
ISBN: 9783453419667 
 176 Seiten



Inhalt:

Taormina, Sizilien, Sommer 1962: Als ein junger Amerikaner auf Italienreise ein faszinierendes Paar kennenlernt, beschließt er, länger in dem malerischen Küstenort zu bleiben. Schnell verstrickt er sich in Sehnsüchte und Leidenschaften, die ihn gleichermaßen faszinieren und abstoßen. Ein Roman über die Macht der Erinnerungen, die ein Leben formen und prägen.

Meine Meinung:

Ich gebe zu, dass ich eine andere Geschichte erwartet habe. Theroux kann gut und anspruchsvoll schreiben, aber der Inhalt war leider nicht so ganz mein Geschmack. Die Sehnsüchte und Leidenschaften sind schon recht ausgefallen und teilweise hart. Ich hatte nicht so viele detaillierten Sexszenen und Anspielungen erwartet. Aber fast das ganze Buch drehte sich darum und nur ganz nebenbei hat man etwas von den Menschen und der Region erfahren. Die Charaktere sind mir fremd und fern geblieben, sie konnten mich nicht mitreißen oder begeistern. Theroux geht stark auf das Älterwerden und vorallem die Angst vor dem körperlichen Abbau und damit auch dem Verlust der Jugend ein. Trotzdem hat mich das Buch leider nicht so richtig angesprochen.

2 von 5 Sternen

Mittwoch, 13. Juli 2016

Die Grammatik der Rennpferde

"Die Grammatik der Rennpferde" 
von 
Angelika Jodl






erschienen am 24.05.2016
  Random House Audio
ISBN: 9783837133936 
6 CD = 7 Stunden 56 Minuten
Gelesen von Martina Gedeck




Inhalt:



Grammatik ist öde? Stimmt nicht. Ein Zoo voll Wortarten, eine Theaterbühne für Satzglieder, Pronomen mit Rhythmus — für die Studenten von Salli Sturm ist die Grammatikstunde täglich großes Kino. Für Salli wird daraus eine echte Liebesgeschichte, mit der sie im Leben nicht mehr gerechnet hätte. Weil sie die Altersgrenze für Romanzen überschritten hat und weil sich ihr Privatschüler Sergey, der russische Ex-Jockey, so hartnäckig gegen Konjunktive und Artikel stemmt.



Meine Meinung:


 Salli Sturm hat sich in ihrem Leben eingerichtet. Sie lebt für ihren Beruf, für ihre Studenten und schwärmt so ein kleines bißchen für den neuen Kollegen Anselm. Doch mehr passiert nicht. Dann trifft sie auf Sergey und vieles in ihrem geordneten Leben ändert sich. 

Wer sich auf diese Geschichte einlässt, wird sehr gut unterhalten. Es ist eine Liebesgeschichte, aber hier sucht man vergebens Kitsch und Herzschmerz. Das liegt vielleicht auch daran, dass sowohl Sallie als auch Sergey bereits einiges im Leben erfahren haben und nicht mehr ganz so jung sind. Wie sie sich annähern und auch missverstehen, wie sie mit den Worten und um die Wörter kämpfen und sich dabei näher kennenlernen, wird von Martina Gedeck so gut erzählt, dass man sich das Paar gut vorstellen kann.  

Die Geschichte ist ungewöhnlich und interessant. Die deutsche Grammatik wird ganz nebenbei aufgefrischt und man muss schon schmunzeln, wie Sallie versucht ihren ausländischen Studenten die Stolpersteine der Grammatik zu erklären und brauchbar zu machen. Beide Hauptfiguren (Salli und Sergey) sind symphatisch und authentisch. Es könnten die eigenen Nachbarn sein. Aber auch über Anselm und sein Abenteuer sowie die Kollegen von Sallie konnte ich mich gut amüsieren.

Martina Gedeck hat die verschiedenen Stimmen sehr gut herausgearbeitet und besonders gut hat mir der russische Akzent gefallen. Sie schaffte es, den Charakteren Leben und Gefühle einzuhauchen und sie so dem Zuhörer näher zubringen. Dank ihrer Stimme konnte ich so manches Mal sogar das Augenrollen von Salli oder das Kopfschütteln von Sergey hören. Ihre abwechslungsreiche Stimme trug mich ganz leicht durch die Geschichte und schaffte es dadurch, dass ich Spaß beim Zuhören hatte.

Eine rundum gelungene liebevolle (nicht kitschige!) Geschichte über zwei Menschen, die die Liebe neu entdecken, über Rennpferde und die deutsche Grammatik.
Von diesen Geschichten darf es gern mehr geben.

5 von 5 Sternen



Sonntag, 10. Juli 2016

Muchachas I

"Muchachas - Tanz in den Tag" 
von 
Katherine Pancol


 

erschienen am 08.03.2016
  carl's books Verlag
ISBN: 9783570585566 
352 Seiten


Inhalt:

 In ihrer neuen Trilogie schreibt Katherine Pancol auf ihre unverwechselbare Weise über ein Kaleidoskop von Frauen, die kaum unterschiedlicher sein können, eines aber vereint: Was auch immer geschieht, sie lassen sich nicht unterkriegen.

Da ist zum Beispiel Stella. Sie lebt mit ihrem kleinen Sohn auf einem Bauernhof im Burgund und arbeitet auf dem Schrottplatz; oder Hortense, die ihr Glück in der Modewelt von New York sucht. Oder die von quälenden Selbstzweifeln heimgesuchte Erfolgsautorin Joséphine und schließlich Calypso, eine begnadete kubanische Geigerin, die auf dem Konservatorium Hortenses Freund Gary gefährlich nah kommt.

Jede dieser »Muchachas«, wie »junge Frau« auf Spanisch heißt, hat ihre ganz eigene Geschichte und dennoch kreuzen sich ihre Wege immer wieder, und es entsteht ein dichtes Romangeflecht, dessen Sogwirkung sich keine Leserin entziehen kann.


Meine Meinung:

 Blumencover, vier Frauen und der Titel "Muchachas-Tanz in den Tag" suggerieren dem Leser eine schöne leichte Sommerlektüre mit Witz, Charme und guter Unterhaltung. Wer sich für dieses Buch aufgrund dieser Merkmale entscheidet, wird überrascht und am Ende vielleicht etwas enttäuscht sein. Denn die Geschichte zwischen den buntem Coverdeckeln ist weder locker-leicht noch beschwingt oder einfach. Man muss sich mit häuslicher Gewalt, Kindesmissbrauch, Erpressung, Demütigung und Unterdrückung auseinandersetzen. 

Katherine Pancol hat eine sehr verzweigte Geschichte geschrieben. Anfangs fand ich mich nur schwer zurecht, da die einzelnen Figuren nur kurz und sehr oberflächlich vorgestellt wurden und dadurch wirkte die Geschichte etwas durcheinander und wenig übersichtlich. Doch später rückten Stella und ihre Mutter Leonie in den Vordergrund. Eine traurige und schwierige Kindheit (Stella) wurde aufgedeckt, eine schockierende "Liebes"geschichte (Leonie und Ray) erzählt. Man sitzt als Leser vor diesem Buch und ist fassungslos, schockiert und wird mit jeder Zeile wütender auf die männliche Hauptfigur. Und ständig tauchen auch die Fragen auf "Warum?", "Warum lässt sie sich das alles gefallen?", "Warum geht sie nicht?". Die Fragen werden von der Autorin beantwortet und die ganze Situation wirkt dadurch noch trauriger und aussichtsloser. Sie erzählt die Geschichte so realistisch, dass man manchmal Gänsehaut beim Lesen bekommen hat.

Der Schreibstil ist nicht ganz so leicht zu lesen, aber er ist gut. Die Geschichte wurde immer interessanter und zum Schluss klappt man das Buch zu und fragt sich wie es wohl weitergehen wird. Ich hatte das Gefühl, dass die Geschichte mittendrin aufhört. Es gibt kein richtiges Ende und auch die Geschichten der anderen Frauen wurden nicht weitererzählt. Gehören sie zusammen? Was verbindet sie? 

Ich werde auf jeden Fall den Band zwei und drei noch lesen, damit ich auch die letzten Zusammenhänge noch erfahre und bin gespannt auf die Geschichten von den anderen Frauen und ich möchte zudem gern noch wissen, ob es Leonie und Stella schaffen werden.

 Es bleibt spannend....

4 von 5 Sternen

Mittwoch, 6. Juli 2016

Leons Erbe

"Leons Erbe" 
von 
Michael Theißen
 



Inhalt:

Für Katja bricht eine Welt zusammen, als ihr Sohn Leon bei einem Autounfall ums Leben kommt. Es ist der zweite schwere Schicksalsschlag in kurzer Zeit. Erst vor sechs Monaten ist ihre Schwester spurlos verschwunden. Als Katja nach Leons Trauerfeier einen Anruf erhält, überschlagen sich die Ereignisse: Ein Notar ist im Besitz einer Kiste, die Leon seiner Mutter vererbt hat. Als Katja die Kiste öffnet, entdeckt sie darin ein Armband, das ihrer Schwester gehörte. Wie ist ihr Sohn in den Besitz dieses Armbandes gekommen? Und warum hat er es bei einem Notar hinterlegt? Was will Leon seiner Mutter aus dem Tod heraus damit sagen? Für Katja beginnt eine Suche nach der Wahrheit - nichtsahnend, dass sie damit die Tür zu einem dunklen Familiengeheimnis öffnet.


Meine Meinung:

Das Debüt von Michael Theißen ist schnell zu lesen. Man kommt gut durch die Geschichte, jedoch hat sie auch ihre Ecken und Kanten. 

Die Geschichte ist, aus meiner Sicht, noch nicht so richtig stimmig und rund. Die Hauptfigur Katja (Mutter von Leon) war nur schwer greifbar für mich. Sie versucht alles, um das Rätsel zu lösen und findet auch immer wieder Ansätze und Hinweise. Es wirkt zu konstruiert, wie sie vorgeht und dabei auch die Polizei außen vor lässt. Überraschenderweise kann ein Detektiv oder andere Personen nicht die Spuren finden, die sie entdeckt. Es ist nicht wirklich glaubwürdig, dass eine Frau, deren Sohn tot und der Mann schwerverletzt ist, so eine Recherche schaffen kann. Die Bausteine sind an sich nicht schlecht, nur fehlen die guten und glaubwürdigen Verbindungsstücke. Es wirkt irgendwie abgehackt bzw. nach einem bestimmten Schema abgearbeitet. Die anderen Figuren werden nur sehr wenig beschrieben und somit wirken sie recht blaß, während Katja leider die Geschichte zu sehr dominiert. 

Es wirkte auf mich wie ein zu schnell abgedrehter Actionfilm. Für ein Debüt vielleicht noch in Ordnung, aber das zweite Buch sollte flüssiger, logischer und vorallem realistischer sein. 

2,5 von 5 Sternen

Sonntag, 3. Juli 2016

Das geheime Leben der Violet Grant

"Das geheime Leben der Violet Grant" 
von 
Beatriz Williams




 
erschienen am 11.05.2015
  Blanvalet Taschenbuch Verlag
ISBN: 9783734101618 
592 Seiten



Inhalt:


Manhattan, 1964. Vivian Schuyler hat das Undenkbare getan: Sie hat dem glamourösen Upperclass-Leben ihrer Familie den Rücken gekehrt, um Karriere als Journalistin zu machen. Als sie herausfindet, dass sie eine skandalumwitterte Großtante hat, ist ihr Spürsinn geweckt.

Berlin, 1914. Die junge Physikerin Violet erträgt ihre Ehe mit dem älteren Professor Grant nur, um ihren Forschungen nachgehen zu können. Doch plötzlich bricht der Erste Weltkrieg aus – und ein geheimnisvoller Besucher stellt Violet vor eine Entscheidung mit dramatischen Folgen.


Meine Meinung:



Durch einen geheimnisvollen Koffer wird ein langgehütetes Familiengeheimnis aufgedeckt. Vivian, die diesen Koffer erhalten hat, wirbelt dabei jede Menge Staub auf und nicht jeder aus der Familie möchte sie dabei unterstützen. Gern hätte man Violet Grant weiterhin totgeschwiegen und aus der Familie verbannt. Aber warum? 
Genau dieser Frage geht Vivian hartnäckig nach.


Der Anfang der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Eine freche Vivian und eine interessante Violet, die im Wechsel aus ihrer jeweiligen Perspektive die Geschichte erzählen. Der Schreibstil von der Autorin ist gut und leicht zu lesen, so dass man durch die Seiten gleitet. Jedoch wird die Geschichte, je weiter sie voranschreitet, immer zäher und unglaubwürdiger. Ich verlor etwas den Bezug zu den Figuren. Für mich passte das Verhalten von Vivian nicht zu der Zeit, in der sie lebte – 60er Jahre. Auch die Liebesgeschichte von ihr und ihrem Dr. Paul war mir zu dominant und hat dadurch die Suche nach Violet etwas verdrängt. Auch Violet Geschichte/Leben wird sehr von ihrem Eheleben und dem Sex mit den Männern (Ehemann/Liebhaber) beeinflusst. Ihre Forschung und ihr Kampf um Anerkennung und Freiheit als Frau wird etwas vernachlässigt, was ich schade fand. Generell war die Geschichte sehr „liebeslastig“ und weniger geheimnisvoll und überraschend. 
Ich hatte mir etwas mehr Geschichte und weniger Liebesgeschichte erhofft.


Insgesamt ist es trotzdem ein netter Schmöker mit zwei großen Lieben in verschiedenen Zeiten, einem Geheimnis und etwas Abenteuer.


3 von 5 Sternen