Mittwoch, 27. April 2016

Kuschelflosse 2

"Kuschelflosse - Die blubberbunte Weltmeisterschaft" 
von 
Nina Müller



erschienen am 08.02.2016
cbj audio
ISBN 9783837133639 
Ungekürzte und inszenierte Lesung mit Musik
Gelesen von Ralf Schmitz


Inhalt:

Wer wird Blubberweltmeister?

Heute hat der Postfisch eine ganz besondere Flaschenpost gebracht: Die Einladung zur großen Blubberweltmeisterschaft, die dieses Wellenjahr in Fischhausen stattfindet. Für Kuschel und seine Freunde ist klar: Da müssen sie mitmachen, am besten mit einer einzigartigen Mango-Blubber-Maschine! Ob sie damit eine Chance haben? Immerhin werden auch der Riesenpupsfisch, die bekloppte Blubbermuschel, der böse Blubberkäfer und das Seeblubberballett aus Neuschwanland dabei sein.


Meine Meinung:

Wer Kuschelflosse und seine Freunde schon von der ersten Folge kennt, weiß, was kommt. Und wer die lustigen und charmanten Wassertiere noch nicht kennt, kann sich auf eine tolle Geschichte freuen. Man muss nicht die erste Folge gehört oder gelesen haben, denn die Geschichten bauen nicht aufeinander auf. 

Kuschelflosse, Sebi, Emmi und Herr Kofferfisch erleben auch diesmal wieder eine spannende und lustige Geschichte. Sie wollen an einer Blubber-Weltmeisterschaft teilnehmen und müssen nun eine supertolle Mango-Blubber-Maschine bauen. Gar nicht so einfach, denn man braucht einen Plan, den ganzen technischen Krimskrams und dann natürlich auch noch die süßesten und leckersten Mangos. 
Also machen sich die Freunde auf den Weg und erleben dabei wieder allerlei Verrücktes. 

Die Figuren schließt man sofort ins Herz und Ralf Schmitz hat auch diesmal wieder seine Stimme wunderbar eingesetzt, um den Tieren Leben einzuhauchen. Herrlich fand ich den Einsatz verschiedener Dialekte und das Spielen mit den Vorurteilen (was die Kinder nicht erkennen werden, aber die Erwachsenen schon).  
Die Abenteuer sind spannend, jedoch nicht zu aufregend und nicht zu lang, so dass man danach noch prima schlafen kann.
Die Hintergrundgeräusche haben mir gut gefallen und machten das Erzählte noch bildlicher und schöner.

Ein schönes Hörbuch für kleine und große Abenteuerer.

5 von 5 Sternen

Sonntag, 24. April 2016

Die Wunderübung

"Die Wunderübung" 
von 
Daniel Glattauer






erschienen am  18.01.2016
Goldmann Verlag
ISBN: 978 3 442 48215 3
 110 Seiten 
 
 
Inhalt:
 
 
 Die Beziehung von Joana und Valentin ist am Tiefpunkt angelangt. Ein Paartherapeut soll helfen, doch der bekommt die beiden Streithähne einfach nicht in den Griff: Schließlich weiß Joana immer schon vorher, was ihr Ehemann sagen will – warum ihn also überhaupt zu Wort kommen lassen? Valentin straft Joana dafür mit Gefühlskälte, nimmt jeden Missstand als gegeben hin und sieht keinen Grund für Veränderung. Doch nicht nur das Paar hat Probleme – auch der Therapeut scheint in Schwierigkeiten zu stecken. Mitten in der Sitzung kommt es zum Eklat. Und plötzlich fangen alle an zu reden.
 
 
Meine Meinung:
 
 
Daniel Glattauer weiß, wie er seine Leser am besten unterhält. Ich habe fast alle Bücher von ihm gelesen und auch dieses kleine dünne Büchlein hat es in sich und brachte mich sowohl zum Schmunzeln als auch zum Nachdenken. 
 
Es gibt nur 3 Charaktere (das Ehepaar und der Berater/Therapeut) , die jedoch die ganze Geschichte gut ausfüllen. Die Geschichte zeigt ganz deutlich, wie unterschiedlich Frauen und Männer ticken und bestimmte Gespräche und  Handlungen interpretieren und verarbeiten. Die Dialoge sind von schreiend komisch bis traurig real und genau diese Mischung macht die Geschichte interessant. Glattauer schlägt sich auf keine Seite, sondern lässt jeder Seite seinen Raum.
 
Es gibt eine kurze Pause, die Zeit lässt zum Nachdenken und Wasser trinken. Leider kann man ab der Pause erahnen, wie die Geschichte enden wird. Die Entwicklung dahin ist jedoch lohnenswert zu lesen. 
 
4 von 5 Sternen

Mittwoch, 20. April 2016

Zwei bemerkenswerte Frauen

"Zwei bemerkenswerte Frauen" 
von 
Tracy Chevalier





  480 Seiten
  btb Verlag
erschienen am 10.06.2013
ISBN 9783442746194


 Inhalt:

 England, 1830: Elizabeth Philpot, eine junge Frau aus besseren Geschenkausgabe im kleinen Format, bedrucktes Ganzleinen mit Lesebändchen. Kreisen, deren Familienerbe nicht zu einem standesgemäßen Leben in London reicht, wird von ihrem Bruder in den kleinen südenglischen Küstenort Lyme Regis abgeschoben. Was ihr zunächst wie eine Verbannung vorkommt, erweist sich als glückliche Fügung, denn am Strand nehmen seltsame Steine sie völlig gefangen: Fossilien. Und hier in Lyme Regis begegnet sie Mary, einem Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen, das die Familie mit dem Verkauf von Fossilien über Wasser hält und dabei spektakuläre Funde macht. Die beiden so unterschiedlichen Frauen widmen ihr Leben den rätselhaften Versteinerungen. Doch dann verlieben sich beide in denselben Mann.


Meine Meinung: 


Ein tolles Buch. Es lässt sich so leicht lesen und bindet den Leser mit einer einfachen und interessanten Geschichte an die Seiten, dass man das Buch nicht aus der Hand legen will. Erst recht nicht, wenn es noch in diesem tollen kleinen (Handtaschen-)format ist. 

Ich interessiere mich nicht für Fossilien und lese auch nur selten historische Bücher, aber diese Geschichte hat es mir angetan. Zwei Frauen, aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, die das gleiche Hobby betreiben und damit auch recht erfolgreich werden. Leider sind ihre Erfolge, bis heute, wenig bekannt. Denn diese Frauen gab es wirklich. Es ist also auch eine kleine Biografie über Mary Annings und Elisabeth Philpot. 

Tracy Chevalier beschreibt ihre Hauptcharaktere so liebevoll und detailliert, dass man sie sich sofort bildlich vorstellen kann. Auch die gesellschaftlichen Normen und Werte werden sehr gut dargestellt, so dass dem Leser auch schnell bewußt wird, warum diese beiden Fossiliensammlerinnen es so schwer haben. Während für Elisabeth Philpot anfangs das Sammeln von Fossilien eher ein Freizeitspaß war, musste Mary Annings damit eine kleine Familie ernähren. Doch bei beiden bricht schon bald eine Leidenschaft aus, die einen mitnimmt. Und schon ist man selbst im "Dinofieber" und buddelt und kratzt mit. 

Interessant fand ich das Ringen der einzelnen Personen mit ihrem Weltbild. Die Religion spielte zu dieser Zeit eine große Rolle und die Kirche hatte einen großen Einfluss auf das Leben und Denken der Menschen. Doch nun wurden Knochen von ausgestorbenen Tieren gefunden. Wie passt das mit dem Weltbild zusammen? Lange haben sich die verschiedenen Gruppen und Forscher gewehrt, dass Gott Tiere erschafft, um sie wieder aussterben zu lassen. Doch mit jedem weiteren Fund müssen sie ihre Ansichten ändern und anpassen.
 Diesen Prozess zu verfolgen, fand ich spannend und auch von Tracy Chevalier gut beschrieben.  

Die Geschichte ist also keine ganz so detaillgenaue Biografie oder ein Kapitel aus dem Geschichtsbuch, aber auch keine so richtige Liebesgeschichte (was ich gut fand).
 Dafür ist es eine rundum gelungene Geschichte über zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, die jedoch eine gemeinsame Leidenschaft haben und deshalb so manche Konvention ignorieren, um gemeinsam etwas zu erreichen.

5 von 5 Sternen




 

 

Sonntag, 17. April 2016

Ich und die Menschen

"Ich und die Menschen" 
von 
Matt Haig


erschienen am 31.03.2014
Der Hörverlag
ISBN 9783844514032 
ungekürzte Lesung
1 mp3-CD = 8 Stunden 29 Minuten
gelesen von Christoph Maria Herbst


Inhalt:

In einer regnerischen Nacht wird Andrew Martin, Professor für Mathematik in Cambridge, aufgegriffen, als er nackt eine Autobahn entlangwandert. Professor Martin ist nicht mehr er selbst. Ein Wesen mit überlegener Intelligenz und von einem weit entfernten Stern hat von ihm Besitz ergriffen. Und es ist nicht begeistert von seiner neuen Existenz. Es hat eine denkbar negative Meinung von den Menschen, jeder weiß schließlich, dass sie zu Egoismus, übermäßigem Ehrgeiz und Gewalttätigkeit neigen. 

Doch andererseits: Kann eine Lebensform, die Dinge wie Weißwein und Erdnussbutter erfunden hat, wirklich grundschlecht und böse sein? Und was sind das für seltsame Gefühle, die es überkommen, wenn es Debussy hört oder seiner vermeintlichen Frau Isobel in die Augen blickt?


Meine Meinung:


 Wenn Christoph Maria Herbst liest, bin ich dabei. Und so habe ich mir auch dieses Hörbuch ins Auto gelegt und mich auf eine spannende und interessante Reise gefreut.

Nachdem der Start etwas verworren war, wurde es dann besser. 
 Die Geschichte ist recht einfach und wenig spektakulär, jedoch sind die feinen bösen Kommentare zum Leben der Menschen recht gut. Christoph Maria Herbst konnte sich hier wieder mit seiner Stimme austoben und den Figuren Leben einhauchen. Ich musste so manches Mal laut Lachen und zustimmend Nicken

Ein Lebewesen vom anderen Planeten muss in die Rolle des Menschen schlüpfen und Dinge sagen und machen, die für ihn nicht immer logisch erscheinen. Auch das Verständnis für die Spezies Mensch muss sich erst bei ihm entwickeln, denn in seiner Welt gelten die Menschen als schlecht. 

Man kann/sollte über so manche Aussagen nicht nur lachen, sondern auch nachdenken. Es ist ein feiner schwarzer Humor, der sich dank der sehr guten Erzählweise von Herrn Herbst schön ausbreiten kann. Allerdings fand ich die Geschichte nach einer Weile recht lang und zäh und irgendwie trat man auf der Stelle. Ich hätte mir etwas mehr Dynamik gewünscht, dann wäre das Hörbuch so richtig gut geworden.

3 von 5 Sternen 

Donnerstag, 14. April 2016

Griessnockerlaffäre

"Griessnockerlaffäre" 
von 
Rita Falk




erschienen am 01.02.2014
dtv Verlag
ISBN: 9783423214988 
240 Seiten 


Inhalt:
 
Im Polizeihof Landshut wird ein toter Polizist gefunden. Der Letzte, der mit dem Barschl zu tun hatte, war der Franz. Nun war der Tote ausgerechnet sein direkter Vorgesetzter und absoluter Erzfeind. Blöderweise handelt es sich bei der Mordwaffe auch noch um Franz's "Hirschfänger" Sieht also nicht gut aus für den Eberhofer!


Meine Meinung: 


Ausgerechnet ein Vorgesetzter von Franz wird ermordet und er steckt knietief im Schlamassel. Soll der doch den Arschel, pardon Barschel, gelyncht haben. Wer glaubt denn so etwas? Die Landshuter Kollegen. Ausgerechnet. Bevor er nichts macht, klärt er lieber den Mord selber auf und stößt dabei auf einige Ungereimtheiten und entdeckt, dass der verhasste Chef auch so seine Heimlichkeiten hatte. Und die Barschelwitwe ist auch nicht zu verachten. So ein richtiger Feger und so gibt’s prompt Ärger mit der Susi. 

Zuhause wird es auch enger, denn die Oma hat Besuch und der bleibt. Sehr zum Leidwesen seines Vaters. Die Eifersucht im Hause Eberhofer ist neu und untypisch bei dem sonst so entspannten Vater. Aber die Oma lässt hier keine Luft ran. Ihr Besuch bleibt und die Küche ist nun auch ab und zu kalt. Gott sei Dank ändern sich manche Dinge nicht – die Semmeln vom Simmerl sind immer noch gut und machen zudem satt. Aber nicht nur der Besuch ist da, sondern auch der Leopold mit der Sushi. Auf den Leopold könnte aber der Franz verzichten, aber die Familie kann man sich halt nicht aussuchen.
 
Es sind nicht die kompliziertesten Fälle (vorhersehbar) oder die vielschichtigsten Charaktere (eher das einfache Gemüt), aber es ist kurzweilig, amüsant und herrlich bayrisch und irgendwie mag man ja den Franz und seine Geschichten.





3 von 5 Sternen

Sonntag, 10. April 2016

Taube Wände

"Taube Wände" 
von 
Anka Nesch


erschienen am 12.10.2015
  Angela Berges Verlag
 372 Seiten 
 Mehr Informationen gibt es hier.
 
 
Die Autorin:
 
 

Anka Nesch lebt mit ihrem Mann in Cornwall, England. Wenn sie nicht gerade schreibt, gärtnert (mit inspirierendem Meerblick) oder auf
Besuch bei ihren Söhnen in Deutschland ist, verdient sie sich ihre
Brötchen als Ärztin, Psychotherapeutin (Ausbildung in England) und Coach. Sie liebt Menschen und gute Geschichten.
 
 
 Inhalt:
 
Als die junge Polizistin Karin Rinke die Vermisstenanzeige für den 13 jährigen Tobias Bleckmann aufnimmt, ahnt sie nicht, wie sehr sie sich in die Fahndung verstricken wird. Der Fall zieht immer größere Kreise und die etwas chaotische Beamtin findet sich wider Willen mitten in den Ermittlungen nach einem Serienmörder. Selbst die spektakuläre Affäre mit ihrem Kollegen ist Teil der fieberhaften Suche nach dem Jungen. Die brutale Schule seines Elternhauses verlässt Horst Weber als Psychopath. Sein abartiges Leben ist eine Schattenwelt aus vermeintlicher Normalität, perverser Lust und hoffnungsloser Sehnsucht nach Nähe. Sein vorerst letztes Opfer ist Tobias. Der Junge kämpft um sein Leben und versucht, die perfiden Machenschaften seines Entführers zu ertragen.
 
 
Meine Meinung:
 
Es ist kein Buch für Leser mit zarten Nerven. Es ist aber auch, aus meiner Sicht, kein Psychothriller. Aber es ist ein Buch, was man so schnell nicht vergisst. Ich konnte es nicht am Stück lesen, musste es immer wieder weglegen und darüber nachdenken. 
 
Es wird eine Geschichte erzählt, die unter die Haut geht und dort erstmal bleibt. Das Gelesene wühlt auf und schafft Unbehagen, öffnet aber auch die Augen für die schrecklichen Seiten im Leben. Oft habe ich mich gefragt, wie kann ein Mensch einem anderen Menschen so etwas antun? Wie tief sitzt hier der eigene Schmerz, dass man das Leiden des Anderen ausblenden und ihn so quälen kann?
 
 Die verschiedenen Perspektiven geben dem Leser die Möglichkeit, die Geschichte von allen Seiten zu erfahren. Dies sorgt jedoch auch für mehr Beklemmung, wenn man direkt von der  Verzweiflung und der Ohnmacht der Eltern, den traurigen Geschwistern und der geschockten Umwelt erfährt. Es kommen immer mehr Details zum Vorschein, die einem erschaudern lassen. Man erfährt von dem traurigen und schockierendem Leben des Psychopathen (was seine Handlungen nicht entschuldigt). Was er erlebt und erlernt, gibt er im Erwachsenenalter weiter. Das Schockierende daran ist, dass es keine Fantasystory oder SF-Geschichte ist, denn jeder hat bereits in den Nachrichten von grausam behandelten Kindern gehört und gesehen. Hier erhält man einen kleinen Einblick in die Psyche eines Mannes, der zum Psychopathen erzogen wurden ist.
 
Und die Polizei? Sie ist machtlos und wirkt überfordert. Und genau hier klemmt für mich die Geschichte etwas. Ich dachte die Polizistin Karin Rinke hat eine wichtigere Rolle in dieser Geschichte. Jedoch fällt sie nur wegen ihrer Affäre mit dem verheirateten Kollegen auf. Die sehr detaillierten Sexszenen fand ich nicht passend und überflüssig. Sie wirkten deplatziert in dieser Geschichte. Ich konnte auch keine Sympathien für die beiden Polizisten aufbauen und war schon bald von ihnen genervt. Vielleicht, weil man weiß, dass es einen Jungen gibt, der Hilfe braucht und sie tun nichts als ihr nächstes Schäferstündchen zu planen. Zwar wendet die Autorin am Ende noch mal das Blatt, aber aus meiner Sicht zu spät. Deshalb war es für mich auch kein Thriller, denn in denen spielen die Ermittler in der Regel eine bedeutendere/tragendere Rolle.

Für mich war es Roman über eine sehr beklemmende, traurige und schockierende Seite in unserer Gesellschaft. Es war interessant hinter die Fassade zu blicken und man hatte den Eindruck die Autorin kennt sich gut mit diesem Thema aus. Manchmal fast ein bißchen zu gut, denn dann wurden die Handlungen/Szenen fast wie in einem Medizinbuch und weniger wie in einem Roman beschrieben. 

Den Begriff "Thriller" finde ich irreführend, aber "Psycho" passt sehr gut. Mich hat die Geschichte erstmal sprachlos und bewegt zurückgelassen. Sie ist jedem zu empfehlen, der den Blick über den Tellerrrand hinaus wagen will (auch wenn es schmerzhaft wird).

 
 
 
4 von 5 Sternen

Sonntag, 3. April 2016

Die Schönheitskönigin von Jerusalem

"Die Schönheitskönigin von Jerusalem" 
von 
Sarit Yishai-Levi





erschienen am 14.03.2016
Aufbau Verlag
ISBN: 9783351036317  
618 Seiten 
Inhalt: 


Die sephardische Version von Amos Oz’ ›Geschichte von Liebe und Finsternis‹. Überragend.' Nana Strahlend, lebenslustig und wunderschön ist Luna Ermoza mit den grünen Augen. Doch ihre Ehe ist ein Desaster hinter perfekter Fassade, und für ihre Tochter Gabriela kann sie keinerlei Zärtlichkeit empfinden – wie einst ihre Mutter Rosa für sie. Denn während das Delikatessengeschäft Rafael Ermoza & Söhne im Jerusalemer Machane-Jehuda-Markt floriert, scheint auf den Frauen der Familie ein Fluch zu lasten, der ihnen das Glück in der Liebe verwehrt und sie verbittern lässt. Meisterlich verwebt Sarit Yishai-Levi das Schicksal vierer Generationen der sephardischen Familie mit den bewegtesten Jahrzehnten israelischer Geschichte. 
„Wunderschön und umwerfend! Ein bezauberndes, bewegendes Buch, dessen Figuren mich weiter begleitet haben, als lebten sie noch heute in Jerusalem.“ Haaretz

Meine Meinung:

 Dieser wunderbare Covertext hat mich dazu gebracht, das Buch zu lesen. Und selten wurde ich so enttäuscht. Ich muss zugeben, dass ich mich durch die Seiten gequält habe und am Ende froh war, dass ich das Buch bei Seite legen konnte. 

Die Figuren haben mich leider nicht erreicht. Sie konnten mich nicht berühren und einfangen und mich durch die Geschichte tragen. Ich empfand sie als fad und farblos und wenig ansprechend. Oft waren sie mir nicht symphatisch.
Vielleicht lag es auch an den vielen Wiederholungen, die die Autorin in die Geschichte einbaute. Ich hatte oft das Gefühl "das hast du schon mal gelesen". Über knapp 620 Seiten kann dies recht anstrengend und nervig sein. Man hatte das Gefühl sich im Kreis zu drehen. 

Für mich kam weder Faszination noch Spannung auf, die mich an den Roman fesselte. Ich hatte gehofft, dass es so interessant, exotisch und spannend wie z.B. bei Rafik Schami oder Elif Shafak wird, aber leider fand ich nur einen sehr langen, trostlosen und langatmigen Roman über eine traurige und wenig interessante Familie.


2 von 5 Sternen.