Sonntag, 28. Februar 2016

Die dritte Stimme

"Die dritte Stimme" 
von 
Cilla & Rolf Börjlind
 

 
  btb Verlag 
erschienen am 10. November 2014
544 Seiten



Inhalt:


Marseille: In einem Naherholungsgebiet wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Sie wurde brutal ermordet. Man weiß nicht viel über sie - nur dass sie in einem Zirkus ganz in der Nähe gearbeitet hat. Zur selben Zeit in Stockholm: In seinem Haus in Rotebro erhängt sich der Zollbeamte Bengt Sahlmann. Schnell findet die Polizei heraus, dass es sich nicht um einen Selbstmord gehandelt hat - obwohl alles darauf hindeutete.

Zwei Fälle, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Zwei Morde, an deren Aufklärung Polizeianwärterin Olivia Rönning und der ehemalige Kriminalkommissar Tom Stilton ein jeweils ganz privates Interesse haben.


Meine Meinung:

Der zweite Band von dem schwedischen Autorenppar war wieder spannend und interessant, jedoch nicht ganz so flüssig wie der erste Band. Wer Cilla & Rolf Börjlind lesen möchte, sollte mit dem ersten Band beginnen. Die Autoren bauen auf die Geschehnisse des ersten Bandes auf. Zwar werden die groben Ereignisse noch einmal als Rückblenden eingebaut, jedoch fehlen die vielen kleinen Informationen, um das Verhalten von Tom, Abbas oder Olivia richtig zu deuten. 

Die Fälle sind brutal und grausam und die Suche nach dem Mörder gleicht wieder einem Puzzelspiel. Während Tom Stilton und Abbas nach Frankreich reisen und dort einiges erfahren und erleben, müssen sich Mette und die Kollegen mit dem Tod von Bengt Sahlmann beschäftigen. Was wie ein Selbstmord aussieht, wird schnell zum Mord. Dazwischen stehen die Tochter von Bengt Sahlmann, die nicht versteht, was um sie herum passiert und Olivia Rönning, die noch immer ihren Platz im Leben sucht. 

In die Handlung haben die Autoren aktuelle politische Themen eingebaut und gut mit der Geschichte verknüpft. Die Hauptpersonen dürfen sich zum Teil weiterentwickeln und bekommen dadurch immer deutlichere Charakterzüge. Es gibt keine Person, die einfach nur glatt durch die Geschichte gleitet, alle Figuren haben ihre Vergangenheitslast zu tragen. Manche sind auf dem Weg ins "echte" Leben, andere staucheln noch. Das Autorenpaar fügt zudem noch ein paar neue Personen ein, die hoffentlich in dem nächsten Band eine größere Rolle spielen werden.

Nicht immer habe ich bestimmte Handlungsweisen von Olivia und Mette verstanden, aber am Ende ist es trotzdem eine runde Geschichte, die das Böse im Menschen, die Grausamkeiten, aber auch den Zusammenhalt und den Wert einer Freundschaft zeigt. 

4 von 5 Sternen

Donnerstag, 25. Februar 2016

Eine Dame von Welt

 "Eine Dame von Welt" 
von 
Henry James





176 Seiten Aufbau Verlag
erschienen am 14.01.2016
ISBN: 9783351036348




Inhalt:

 Eine vergessene große Erzählung vom Meister der weiblichen Psychologie 
Die Novelle, Spiegelstück zu Henry Jamesʼ »Daisy Miller«, zählt zu den unterhaltsamsten Werken des profunden Menschenkenners: Eine unerschrockene Amerikanerin mischt die Welt der zugeknöpften europäischen Aristokratie auf, um sich in diesen Kreisen einen Platz zu erkämpfen.

Der reiche Amerikaner Littlemore trifft in einem Pariser Theater auf Mrs. Headway, eine alte Angebetete aus San Diego. Sie bittet ihn, als ihr Fürsprecher den Edelmann Arthur Demesne ihrer »Ehrbarkeit« zu versichern. Littlemore zögert: Sie hat ein skandalträchtiges Leben geführt, eine vorteilhafte Ehe ist ihre einzige Möglichkeit auf gesellschaftliche Anerkennung. Soll er aus alter Verbundenheit lügen? Eine schwierige Frage, denn von nun an zählen Littlemore und Demesne zu den regelmäßigen Gästen im Salon Mrs. Headways. Bestechend frisch erzählt Henry James von einer unerschrockenen Amerikanerin, die die zugeknöpfte Welt der europäischen Aristokratie aufmischt, um sich gegen alle Konventionen ihren Platz zu erkämpfen.






Mehr Infos gibt es hier.
 Leseprobe klick.


 Meine Meinung:

Henry James Salongeschichte führt den Leser in eine andere Zeit, wo Status, Ansehen und vor allem Ehre noch wichtig waren. Die Ehre einer Frau hatte eine hohe Bedeutung in der Gesellschaft und entschied häufig darüber, ob man in diese Gesellschaft aufgenommen wurde. Auch Ms. Headway versucht in die feine englische Gesellschaft eingeführt zu werden und setzt alles daran von den Engländern akzeptiert, ohne jedoch sich selbst untreu, zu werden. Jedoch eilt ihr ein gewisser Ruf voraus - mehrfach verheiratet, aus San Diego kommend und recht laut und direkt. Zudem ist Ms. Headway eine kluge Person, die genau weiß, was sie will und dies auch sehr deutlich kommuniziert. Dies alles verschreckt die feinen Damen und besonders die Mutter von Sir Arthur Demesne. Die Männer jedoch zieht sie an, ihre unverblümte Art, das Selbstbewusstsein und ihr Charme hebt sie von den anderen Frauen ab und macht sie interessant.

Die Geschichte ist nicht sehr lang und doch schafft sie es, dass man sich mittendrin in der doch recht steifen Gesellschaft fühlt. Man spürt förmlich die Ablehnung der englischen Gesellschaft und den verzweifelten Kampf von Ms. Headway um Anerkennung. Man kann ohne Probleme Parallelen zur heutigen Zeit ziehen und muss dabei feststellen, dass sich manches nicht ändert. 

Der Aufbau Verlag hat zu der eigentlichen Salongeschichte noch einen schönen ausführlichen Anhang beigefügt. Ich fand ihn recht interessant und danach hat man die Geschichte noch besser verstanden. Als hilfreich empfand ich die Übersetzungen der französischen Sätze. 

Mir hat die Geschichte gut gefallen, die Sprache und der Schreibstil von Henry James waren wunderbar und gut zu lesen. 




4 von 5 Sternen 


Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar!

Montag, 22. Februar 2016

Mord im Herbst

"Mord im Herbst" 
von 
Henning Mankell





erschienen am 27. April 2015 
ungekürzte Lesung 
gelesen von Axel Milberg
3 CD = 3 Stunden 10 Minuten  
limitierte Sonderausgabe


Inhalt:

Eigentlich sucht Kommissar Wallander nur ein gemütliches Haus am Meer als Rückzugsort. Doch schon bei der ersten Hausbesichtigung findet er im Garten die Überreste einer Frauenleiche. Und es bleibt nicht bei dieser einen.



Meine Meinung:


Henning Mankells "Mord im Herbst" ist kein so typischer Krimi, den man vor Spannung und Action nicht aus der Hand legen kann. Diese Geschichte ist eher eine Reise in die Vergangenheit, das Suchen nach einem Puzzelteil, welches die Morde aufklärt. Es müssen kleinste Informationen herangetragen werden und immer wieder werden die einzelnen Fakten verschoben und neu zusammengesetzt bis sie zu einem klaren Bild werden. Es ist eine ruhige Geschichte, die sich nur langsam entwickelt. Wer also einen schnellen und dynamischen Krimi erwartet, wird von dieser Geschichte enttäuscht werden.
Mir hat sie gut gefallen, da Wallander selten schnell und actiongeladen ist. Er war schon immer eher bedächtig, nachdenkend und eher der grübelnde Kommissar.

Axel Milberg hat die Geschichte, aus meiner Sicht, sehr gut erzählt und den Wallander gut getroffen. Die Charaktere wurden durch seine Stimme und Betonung lebendig. Man wollte wissen, wer hinter den Morden steckt, wollte wissen, ob Wallander sich für oder gegen das Haus entscheiden wird.


4 von 5 Sternen

Sonntag, 14. Februar 2016

Taking Chances

"Taking Chances" 
von 
Molly McAdams



erschienen am 11.01.2016
MIRA Taschenbuch Verlag
ISBN 9783956492686 
475 Seiten
Mehr Informationen hier!
 


Inhalt:

 Harper wächst unter dem strengen Regiment ihres Marine-Dads auf. Sie zählt die Tage, bis sie aufs College gehen kann, um endlich die Dinge zu erleben, von denen sie bislang nur gehört hat: Flirten, Daten, Küssen. Gleich auf der ersten Party trifft sie Chase, der all das ist, was ihr Vater hasst: sexy, wild, verwegen. Nur mühsam widersteht Harper seinem Bad-Boy-Charme. Obwohl sie sich kurz darauf in seinen attraktiven Mitbewohner Brandon verliebt, scheint ihr Körper jedes Mal vor Verlangen zu vibrieren, sobald Chase in der Nähe ist. Sie ist überglücklich mit Brandon, aber auch ihre Gefühle für Chase werden immer stärker. Ein unvergessliches Wochenende lang gibt sie der Versuchung nach - und plötzlich ist nichts mehr, wie es war.


Meine Meinung:


Das Buch habe ich in drei Tagen gelesen. Nicht, weil es so gut war, sondern um es endlich weglegen zu können. Das gesamte Buch ist voller Klischees, Oberflächlichkeiten und wenig Realität. Über die gesamten 475 Seiten kam ich nicht aus dem Kopfschütteln heraus. Die Klischees beginnen mit einer jungen Frau, die bei einem lieblosen Vater ohne Mutter aufwächst. Sie zieht jungfräulich nach Kalifornien und erlebt dort in binnen von 2 Jahren, was manch andere in ihrem ganzen Leben nicht schaffen. Dafür, dass sie so schüchtern, zurückhaltend und unerfahren ist, legt sie ein ordentliches Tempo beim Styling (eher nuttig als schick) und den Jungs hin. Natürlich trifft sie nur auf die gutgebauten, tätowierten und prügelfreudigen Jungs. Die es auch in binnen kurzer Zeit schaffen ihr den Kopf derart zu verdrehen, dass der Leser nur die Augen dazu verdrehen kann. Die beschriebenen Liebesszenen beginnen und enden immer gleich, keine Spannung, keine Überraschung - alles wirkt mechanisch. Gut bei Harper kribbelt es und so lernen die jungen Menschen hier, dass Kondome Nebensache sind. Schade! Das Ergebnis ist jetzt schon absehbar. 

Die angekündigte Wende in der Geschichte ist dann das Sahnehäuchen auf der klischeehaften Geschichte. Unglaublich, wie schnell man sich von dem Schock und der Leere erholen kann (worum es geht, kann ich hier nicht verraten, sonst ist auch noch die letzte Spannung weg). Aber auch hier greift die Autorin ganz tief in die Schnulzenkiste. 

Auch die Eltern der verschiedenen Jungs sind für mich unbegreiflich naiv und wenig realistisch. Wer im Leben steht, weiß, dass Eltern in der Regel so nicht reagieren und agieren würden. Harper, der Hauptcharakter der Geschichte, wurde mir während der ganzen Geschichte nicht einmal symphatisch. Sie ist unglaublich oberflächlich, anstrengend und naiv. Erstaunlicherweise wollen alle Jungs sie beschützen, was wohl daran lag, dass sie so unglaublich zierlich und klein (wurde mehrfach betont) war. Sind größere und normalgewichtige Mädchen nicht beschützenswert? Und Jungs, die nicht tätowiert und muskelbepackt sind weniger attraktiv? Müssen Jungs sich prügeln und stets ihr Revier "markieren" damit sie echte Kerle sind? Die ständigen Besitzansprüche gegenüber eines Mädchens/einer Frau fand ich auch befremdlich. 

Vielleicht bin ich schon zu alt für diese Bücher, vielleicht hinterfrage ich die Geschichten zu sehr oder vielleicht ist das Buch einfach nur nicht gut. Für mich war es eine Enttäuschung und kein Lesevergnügen, deshalb gibt es auch nur einen Stern.

 


1 von 5 Sternen

 Vielen Dank an BloggdeinBuch und den MIRA Verlag für das Rezensionsexemplar.

Donnerstag, 11. Februar 2016

Schneller, weiter, toter

 "Schneller, weiter, toter" 
von 
Dietrich Faber






erschienen am 28.09.2015 Random House Audio
ISBN 9783837131383 
6 CD = 7 Stunden 30 Minuten


Inhalt:

Kommissar Henning Bröhmann hat endlich den Dienst quittiert. Herrlich, das neue Leben! Doch dann wird der allseits verhasste Leiter der Frankfurter Olympiabewerbung erschossen. Mit der Dienstwaffe von Hennings Tochter Melina. Sie kommt in Untersuchungshaft, und Henning zu der Einsicht, dass er alles tun wird, um Melinas Unschuld zu beweisen.


Meine Meinung:

Ich kannte Herrn Bröhmann nicht und hoffte, dass ich mit ihm zurecht kommen werde. Schon nach dem Prolog war klar, dass passt. Ganz wunderbar sogar. 
Herr Bröhmann hat eine sehr spezielle Familie, die ihm aber am Herzen liegt. Die einjährigen Zwillinge, die Frau mit Knasterfahrung, ein Sohn, der sich zurückzieht und nun auch noch eine Tochter in Untersuchungshaft. Eigentlich wollte er nicht mehr ermitteln, aber Dank Melina muss er wieder ran.

Ich muss zugeben, dass der Manni Kreutzer ihm fast den Rang abgelaufen hat. So ein Vollblutmusiker lernt man nicht alle Tage kennen. Und erst recht nicht mit Gesangseinlage in einem hessischen Krimi. Ich musste so manches Mal laut lachen. 
Und dann gibt es noch den ganz normalen Alltagswahnsinn mit der Familie, der so herrlich überspitzt erzählt wird, dass man stets schmunzeln und teilweise auch zustimmend nicken musste. Wunderbar die Handlungsstränge rund um das Schlupfloch (die Kita) und das sanierungsbedürftige Haus. 

Dietrich Faber mag seine Figuren sehr, denn er lässt sie so wunderbar lebendig werden. Er erzählt die Geschichte so gut und mit viel Charme und hessischen Einschlag, dass man nicht umhin kommt, die Charaktere zu mögen. 

Obwohl er manchmal recht langsam unterwegs war, es an einigen Stellen an Spannung gefehlt hat, war das Hörbuch trotzdem sehr unterhaltsam und witzig. 

Ein herrliches Hörbuch aus der Hessenregion mit Musik und ganz viel Humor.

4 von 5 Sternen

Freitag, 5. Februar 2016

Jane Eyre

"Jane Eyre" 
von 
Charlotte Brontë



Gelesen von Sylvester Groth,  
Sascha Maria Icks, Christian Redl
 erschienen am 25.01.2016
ISBN 9783844520675
3 CD = 3 Stunden 50 Minuten 


Inhalt:

„Ich bin kein Vogel, und kein Netz umgarnt mich, ich bin ein freier Mensch mit einem freien Willen – das werde ich zeigen, indem ich Sie verlasse“, sagt Jane Eyre zu dem Mann, den sie liebt. Christiane Ohaus hat den romantischen Klassiker in ein akustisches Universum verwandelt, mit genialer Leichtigkeit greifen Musik, Geräusche und schauspielerische Gestaltung ineinander. Mit Sascha Icks als Jane Eyre, die sich zwischen ihrer Liebe und ihrer Selbstständigkeit entscheiden muss, mit Christian Redl als mürrisch-liebenswertem Landedelmann und Sylvester Groth als seinem Konkurrenten bleibt auch der kleinste Zwischenton von Charlotte Brontës großem Roman bewahrt.


Meine Meinung:


 Von der Geschichte von Jane Eyre hatte ich schon gelesen und gehört, aber bisher nicht selbst zum Buch gegriffen. Jetzt hatte ich die Möglichkeit das Hörspiel zu hören

Die Geschichte ist emotional, spannend und sehr menschlich. Mir hat sie sehr gut gefallen und ich konnte mich gut in die Geschichte hineinversetzen. Die Charaktere sind greifbar und interessant. Spannend sind natürlich die Unterschiede in den Ansichten, den Erwartungen und der Moralvorstellung von gestern und heute. Jedoch wirkt Jane Eyre schon sehr fortschrittlich und emanzipiert. 

Die Sprecher fand ich sehr gut und auch die Ausarbeitung der Figuren hat mir gut gefallen. Die musikalische Gestaltung jedoch hat mir nicht zugesagt. Teilweise waren die Töne so dominant und störrend, dass man sich kaum auf das Gesprochene konzentrieren konnte. Die Geräusche waren, aus meiner Sicht, zu einfältig und monoton. Sie gaben nicht das Gehörte wider. Aus musikalischer Sicht habe ich schon bessere Hörspiele gehört. 

Wer jedoch interessante Klassiker und sehr gute Sprecher mag, ist hier gut aufgehoben. Die Musik und die Hintergrundgeräusche sind leider nicht so gut gelungen.

4 von 5 Sterne 
 

Montag, 1. Februar 2016

Mademoiselle Marie hat von der Liebe genug

"Mademoiselle Marie hat von der Liebe genug"
 von 
Gilles Legardinier




erschienen am 18.01.2016
  Goldmann Verlag
ISBN 9783442483686
400 Seiten



Inhalt:

 Nachdem Marie Lavigne von ihrem langjährigen Freund verlassen und aus der gemeinsamen Wohnung geworfen wurde, ist sie am Boden zerstört. Als ihr Scheusal von Chef sie am nächsten Tag auch noch demütigt, werden Marie zwei Dinge klar: Nicht nur ist die Liebe Quelle allen weiblichen Unglücks, sondern es wird auch höchste Zeit, der Männerwelt an sich abzuschwören. Doch das Leben ist voll Zauber, und Maries wunderbare Freunde lassen sie nicht lange an Bitterkeit festhalten. Und als sie geheimnisvolle Briefe von einem charmanten Verehrer bekommt, gerät ihr Entschluss, der Liebe zu entsagen, bedenklich ins Wanken.


Meine Meinung: 

 Marie, Marie...eine liebenswerte Chaotin, die gerade aus der Wohnung ihres Ex-Freundes geflogen ist und auch auf Arbeit jede Menge Stress und Ärger hat. Sie spricht ganz gern mit sich selbst, wenn sie das Für und Wider abwägt. Ihre Rachepläne gegen ihren Freund sind schräg und abenteuerlich und doch sehr unterhaltsam. Sie kann aber auch ernst und schlagfertig sein. Dies beweist sie im Unternehmen, denn der bösartige Chef regiert mit eiserner Hand und wenig Sozialkompetenz. Und so ganz langsam kommen die Mitarbeiter ihm auf die Spur. Marie und ihre Kollegen tüfteln einen Plan aus, der sie und die Firma retten soll. Damit hätte Marie natürlich genug zu tun, aber nicht doch, es gibt noch einen unbekannten Briefeschreiber, der Marie verwirrt macht und verunsichert und sie immer wieder zum Nachdenken bringt. Des Rätsels Lösung kommt spät, aber sie kommt und versöhnt mit so mancher überdrehter Passage.

Legardinier schafft es nicht ganz an sein erstes Buch heranzukommen, aber es war gut und unterhaltsam. Ich musste ab und an über Marie oder die anderen Charaktere schmunzeln. Er beschreibt wieder seine Charaktere liebevoll bis ins kleinste Detail und lässt sie trotz Tolpatschigkeit, Chaos und Sinnkrise nie im Regen stehen. Der Schreibstil hat etwas leichtes und beschwingtes. Selbst ernste Themen ziehen den Leser nicht herunter, sondern zeigen andere Möglichkeiten und Wege auf.  

Es ist eine runde Geschichte, die humorvoll und leicht ist und sich somit wunderbar als Schlechtwettercouchlektüre oder Strandbuch eignet.

4 von 5 Sternen