Mittwoch, 27. Januar 2016

Phantasien

"Phantasien" 
von 
Jason Starr



erschienen am 23.09.2015
Diogenes Verlag
ISBN 9783257300321 
392 Seiten



Inhalt:

Bedford Hills ist ein wohlhabender Vorort von New York. Wer hier wohnt, hat einen guten Job in Manhattan, ein paar Kinder, eine Hypothek, einen Geländewagen und eine Mitgliedschaft im Country Club. Hier liegt auch die Savage Lane, eine Straße mit einigen Kurven, viel Grün und sieben schönen Häusern. Hinter den gepflegten Fassaden aber gärt und kocht es. Mark Berman, seit zwanzig Jahren mit Deb verheiratet, träumt von seiner sexy Nachbarin Karen. Deb ist rasend eifersüchtig. Obwohl sie selbst ein schmutziges Geheimnis hat. Eine bitterböse Komödie der erotischen Verwirrung und Verblendung – mit tödlichem Ausgang.


Meine Meinung:


Die Savage Lane hat eine schöne Fassade, aber man darf nicht dahinter schauen. 
Oder doch? 

Denn während es nach außen hin alles recht langweilig und eintönig wirkt, geht es in den Häusern laut, gemein und egoistisch zu. Jeder belügt und betrügt jeden und alle sind sie beschäftigt mit dem Vertuschen und Verschleiern von Affären, von Alkohol und falschen Freundschaften. 

Die Geschichte beginnt harmlos und steigert sich mit jeder Seite immer mehr in eine wahnwitzige Geschichte mit schwer greifbaren Charakteren, die dazu beitragen, dass es bald eskaliert. Jason Starr beschreibt sehr gut den K(r)ampf den Schein zu wahren und trotzdem den Abgründen zu frönen. Bis ein Mord geschieht und die kleine exklusive Straße ins Wanken gerät. Schnell wendet sich das Blatt und aus einigsten Freunden werden misstrauische Wesen, die sich gegenseitig beschuldigen und langsam beginnen durchzudrehen.

Es gibt Passagen, die sich etwas ziehen und langatmiger sind, aber es lohnt sich diese durchzustehen, denn die Geschichte an sich ist interessant und hat viele Wendungen, die man teilweise so nicht erwartet hätte. Dazu kommt noch ein sehr gut lesbarer Schreibstil von Jason Starr. 



 4 von 5 Sternen


Freitag, 22. Januar 2016

Schwarze Piste

"Schwarze Piste" 
von 
Andreas Föhr



  erschienen am 01.04.2014
audio media Verlag
ISBN 9783868048209 
6 CD = 436 Minuten


Inhalt:

Nachts auf dem Wallberg, hoch über dem Tegernsee: Als Polizeiobermeister Kreuthner die Schwarze Piste hinabfährt, stolpert er förmlich über die gefrorene Leiche einer Frau. Doch damit nicht genug: Bei der Toten liegt ein Foto, das einen halbverwesten Körper zeigt - eine harte Nuss für das Ermittlerduo Wallner und Kreuthner!


Meine Meinung: 

Der Herr Kreuthner ist schon ein recht eigenwilliger Polizeiobermeister. Hierarchien bei der Polizei werden mal gepflegt missachtet, die Kollegen von außerhalb sowieso ignoriert und die eigenen Ermittlungen sind ja immer noch die Besten. Und so wirbelt er alten Staub auf und schafft es doch mit seiner ganz eigenen Art die Puzzelteile zusammenzutragen. Die Kollegen scheinen immer einen Schritt hinterher und sind daher auch nicht gut auf ihn zu sprechen. Auch sein direkter Partner Wallner hat es nicht leicht mit ihm. Denn selbst Wallner gibt er nicht alle Informationen und trotz Suspendierung geht die Suche weiter. 

Die Geschichte ist gut gestrickt und spannend, manchmal etwas überdreht, aber trotzdem noch interessant. Die Stimme von Michael Schwarzmaier hat den bayrischen Dialekt so richtig schon hervorgebracht. Herr Wallner wirkte manchmal etwas blass neben seinen Kollegen Kreuthner, aber trotzdem fand ich das Ermittlerduo recht gelungen. Natürlich darf bei einem Regionalkrimi der Humor nicht fehlen, welcher immer wieder durchblitzte und die Geschichte etwas auflockerte. 

Insgesamt ein unterhaltsamer und spannender Krimi mit einem echt bayrischen Ermittlerduo.




4 von 5 Sternen


Sonntag, 17. Januar 2016

Fructopia

"Fructopia" 
von 
Deniz Ficicioglu



erschienen am 29.04.2015
  TRIAS Verlag
ISBN: 9783830481010 
 136 Seiten 
Denizs Blog "Fructopia"



Inhalt:

Fructosefrei und Spaß dabei! "Fructose-Intoleranz? Was kannst du denn da noch essen?" - zig Mal hat Deniz Ficicioglu diesen Ausspruch gehört. Nach 5 Jahren als "Intolerante", vielen Stunden in der Küche und zahlreichen Food-Experimenten kann sie inzwischen sagen: "Eine ganze Menge!" Mit großer Lust am Entdecken und Ausprobieren kreiert sie wundervolle Rezepte mit wenig Fructose und ohne Weizen und testet bekömmlichere Zubereitungsmethoden und Lebensmittel. Auf ihrem Blog Fructopia plaudert sie außerdem mit Begeisterung über ihr fructosefreies Leben zwischen Berlin und Istanbul. Lassen Sie sich von ihren Rezepten inspirieren und glücklich machen - und verlieben Sie sich dabei Stück für Stück in die fructosefreie Küche.


Meine Meinung: 


 Für mich, als Betroffene, das bisher beste Kochbuch. 
Wenn man die Diagnose erhält, steht man erstmal ratlos da und kauft sich aus lauter Verzweiflung alle Bücher zu diesem Thema. Leider muss man sagen, sind sie nicht annähernd so gut/hilfreich wie erhofft. Sie sind häufig oberflächlich und die Rezepte langweilig. Es machte mir nur wenig Spaß etwas daraus zu kochen. 

In diesem Buch spricht eine Betroffene von ihren Erfahrungen und sie testet die Gerichte selbst. Dadurch bekommt man das Gefühl, dass könnte auch bei einem selbst funktionieren. Vielleicht wird man dadurch sogar etwas mutiger und wagt sich an Zutaten, die man sonst nicht verwendet hätte.




Ich kannte Deniz schon von ihrem Blog und freute mich auf das Buch, denn es enthält viele schöne Rezepte und Ideen. Man kann aber auch dieses Buch nicht als "Pauschalwerk" ansehen. Es ist wichtig auf seine eigenen Toleranzgrenzen zu achten. So kann Deniz einiges essen, was bei mir überhaupt nicht geht und umgekehrt. Manche vertragen kleine Mengen Sorbit, Xylit & Co, andere nicht. Man muss die Rezepte an seine eigenen Möglichkeiten anpassen. Aber Deniz gibt viele neue Impulse und sie hat mich auf Gewürze (die ich eigentlich nicht vertrage) gebracht, die in kleiner Dosis sogar für mich möglich sind. 
Dank ihr haben wieder neue Lebensmittel in meinen Küchenschrank einen Platz gefunden und meine Speisekarte erweitert. Ihre Rezepte sind leicht nachzukochen und übersichtlich. Bis jetzt haben die Gerichte (egal, ob warm oder kalt) gut funktioniert.




Deniz hat nicht nur die Hauptspeisen im Blick, sondern gibt auch gute Ideen für Pausensnacks, Knabbereien und Desserts. Viele Rezepte lassen sich variieren. Dadurch entsteht eine noch größere Vielfalt, die dann wieder für Spaß in der Küche sorgt. Besonders die Kekse von Deniz haben es mir angetan. Endlich wieder etwas zum Kaffeetrinken oder für das Mittagstief auf Arbeit. Die Keksrezepte findet man auf ihren Blog, der neben den Keksen noch viele Anregungen und Rezepte enthält. 




Für mich das bisher beste Buch über fructosefreie (bzw. fructosearme) Ernährung und deren Rezepte und dank des Bloges gibt es immer wieder Nachschub an Ideen.

5 von 5 Sternen

Freitag, 15. Januar 2016

Die Toten, die niemand vermisst

"Die Toten, die niemand vermisst" 
von 
Michael Hjorth/Hans Rosenfeldt




592 Seiten
erschienen am 01.07.2013 
Rowohlt Taschenbuch
ISBN: 9783499267017



Inhalt:


In den Bergen von Jämtland stürzt eine Wanderin ab. Sie überlebt doch vor ihr aus der Erde ragen die Knochen einer Hand. Die Polizei birgt kurz darauf sechs Leichen, darunter die zweier Kinder. Alle per Kopfschuss getötet. Als man Stockholm um Verstärkung bittet, reist Kommissar Höglund mit großem Tross in die Provinz. Doch die Ermittlungen stehen unter keinem guten Stern. Sebastian Bergman plagen private Probleme, Spannungen belasten das ganze Team. Und auch der Fall entpuppt sich als kompliziert. Die Identität der Toten gibt Rätsel auf, niemand scheint sie zu vermissen.

Meine Meinung:


Sebastian Bergman wird auch in diesem Buch nicht zum Symphatieträger Nr. 1, aber er ist weicher, menschlicher geworden. Die Morde, die nur sehr langsam aufgedeckt werden, sind es nicht. 
Wieder werden mehrere Handlungsstränge langsam miteinander verbunden und erst nach und nach versteht man die Zusammenhänge. Die Spannung verlor sich manchmal kurz, aber sie kam immer wieder. Ich fand die Geschichte an sich schon gut und die Entwicklung zwischen Sebastian und seiner Tochter interessant. Trotz des Vorschritts in seiner Gefühlswelt bleibt Sebastian auch ein Egoist, der seine Chancen nutzt und stets versucht seinen Willen durchzusetzen.
Die vielen kleinen bösen Kommentare zwischen den Kollegen lockerten die Geschichte auf, aber gaben auch einen kleinen Einblick in die brodelnde Gefühlswelt der schwedischen Polizisten. Das Ende schafft einen gelungenen Übergang zum nächsten Buch und lässt zudem noch ein paar Fragen offen.

Das schwedische Autorenpaar schaffte es wieder mich an einen dicken Krimi zu fesseln und neugierig auf den nächsten Band zu machen.




5 von 5 Sternen

Sonntag, 10. Januar 2016

Bummel durch Europa

"Bummel durch Europa" 
von 
Mark Twain



erschienen am 09.03.2010
  Der Hörverlag
ISBN: 9783867175579 
10 CD =  12 Stunden 17 Minuten


Inhalt:

 1878 unternahm Mark Twain eine Reise durch Europa, die ihn nach Deutschland, in die Schweiz und nach Italien führte. Eine Reise zu Fuß sollte es werden, doch schon bald wird klar, dass das Wandern als Fortbewegung eher die Ausnahme ist. Ein Glück, denn sonst wären dem heutigen Hörer seine äußerst lustigen Reiseanekdoten entgangen - rasant gelesen von Rufus Beck.

Sehr amüsant ist auch Twains komischer Essay "Die schreckliche deutsche Sprache", dessen Fazit lautet: "Aufgrund meiner philologischen Studien bin ich überzeugt, dass ein begabter Mensch Englisch (außer Schreiben und Sprechen) in 30 Stunden, Französisch in 30 Tagen und Deutsch in 30 Jahren lernen kann."

Meine Meinung:

Mit Mark Twain durch Europa zu bummeln, ist eine Reise in die Vergangenheit und muss mit viel Muße angegangen werden. Mark Twain reist noch recht munter und flott durch Deutschland, bleibt etwas länger im Heidelberger Studentenleben hängen und versüßt dem Zuhörer die Zeit mit Humor und Ironie. Mit ihm in der Oper zu sitzen, brachte mich zum Lachen. Sein Erstaunen über das deutsche Verhalten in der Oper und die Beschreibungen der Opern waren sehr amüsant. Auch die Beschreibungen seiner Unterkünfte waren komisch und unterhaltsam. 

Leider hält er diesen Humor nicht die komplette Reise durch. In der Schweiz bringt ihn die Bergbesteigung an seine Grenzen und leider auch seinen Humor. Diesen Reiseabschnitt fand ich eher zäh und langatmig. Es wurde dann wieder etwas interessanter in Italien und Frankreich. 

Man muss bei der Geschichte stets im Kopf behalten, dass Mark Twain 1878 reiste und somit noch andere Vorstellungen, Werte und Ansichten galten. Seine Berichte sind teilweise schonungslos ehrlich und direkt und er hält sich auch mit den Beschreibungen von hässlichen Dingen und Menschen nicht zurück. Deshalb immer daran denken, 1878. 

Das Sahnehäubchen ist das Essay "Die schreckliche deutsche Sprache". Hier gibt er noch einmal alles und schafft es fast, dass man die langweilige Schweiz vergisst. Aber eben nur fast.

Trotz der kleinen zähen Abschnitte sollte man mal mit Mark Twain gereist sein. Man kann sich auch nur Deutschland aussuchen, statt mit ihm durch halb Europa zu reisen. Egal für was man sich entscheidet, man sollte sich dafür Zeit nehmen, um wirklich alles mitzubekommen, denn oftmals steckte der Humor in den kleinen Nebensätzen.

3 von 5 Sternen

Montag, 4. Januar 2016

Die Fructose-Falle

"Die Fructose-Falle" 
von 
Anna Cavelius 
und
Dr. med. Detlef Pape




erschienen am 21.12.2015
  Goldmann Verlag
ISBN 9783442221332
286 Seiten



Inhalt:


Kaum zu glauben, aber wahr. Fruchtzucker macht dick und krank. 
Hier die Fakten: Anders als Traubenzucker, stört Fruchtzucker die Fähigkeit des Körpers, den Blutzucker zu verarbeiten. Er schmeckt 2,5 mal so süß wie Glukose. 

Klingt gut, aber auf lange Sicht wirkt Fructosekonsum wie ein gewaltiger Störfaktor, der zum Stoffwechsel-Supergau führen kann. Das führt zu Insulinresistenz, Frühwarnsystem für drohenden Diabetes. Im Darm wird Fruchtzucker langsamer und schlechter resorbiert, vom Körper dafür sehr viel schneller in Körperfett umgewandelt. Fructose verursacht Entzündungsprozesse und belastet die Leber. 

Verführerisch süß, macht der Zucker aus Obst dick und krank. Klingt unglaublich. Klingt nach einer Substanz, die ihrer Gefährlichkeit wegen auf den Index gehört. Diätpapst Dr. med. Detlef Pape und Anna Cavelius klären auf und zeigen, wie dieses weiße Gift künftig vermieden werden kann. 

Mit ausführlichem Serviceteil: Welche Lebensmittel enthalten Fruchtzucker? Welche Alternativen gibt es? Wie ernähre ich mich fructosearm?


Meine Meinung: 

Wer die Diagnose Fruchtoseintoleranz (Fructoseunverträglichkeit) erhält, bekommt erstmal einen Schock, was man alles nicht mehr essen oder trinken darf/kann. Das Buch kann für den Anfang eine gute Hilfe sein, sich neu zu orientieren und vorallem zu verstehen, warum sich manches im eigenen Essverhalten ändern muss. Die Erklärungen sind teilweise sehr umfassend und man muss sich etwas konzentrieren, um den Ausführungen folgen zu können. Es lohnt sich jedoch, da man hier die Zusammenhänge gut erklärt bekommt. Es werden die Symptome beschrieben, die Wechselwirkungen und die gesundheitlichen Probleme, die auftreten können, aufgezählt. Die Autoren gehen zudem noch einmal auf andere Erkrankungen, die im Zusammenhang mit Fructose stehen, ein. Sie erläutern deren Verlauf und geben Empfehlungen bei Unsicherheiten.

In der zweiten Hälfte des Buches geben die Autoren Tipps und Handlungsempfehlungen, wie man seine Ernährung umstellt, um die Symptome zu lindern und den Darm zu sanieren.
Viele Lebensmittel müssen vom Einkaufszettel gestrichen werden und man muss lernen die Zutatenliste der Lebensmittel zu lesen und vorallem richtig zu deuten. Ich war z.B. erstaunt, wieviele Zuckerformen es gibt und vorallem hinter welchen Abkürzungen sie sich verstecken z.B. Isoglucose, Inulin, Raffinose, Melasse, Laevulose, Sorbit usw.. Auch Zuckerersatzstoffe z.B. Sorbit, Xylit, Maltose uvm. sind nicht für jeden Menschen verträglich. Das warum und weshalb wird hier kurz und gut erklärt. 

Die Rezepte, die zum Ausprobieren angeboten werden, sind gut nachzukochen. Jedoch muss man immer davon ausgehen, dass die Fructoseintoleranz sehr individuell ist und somit nicht jedes Rezept für jeden passt. 

Die Liste mit den Lebensmitteln mit wenig Fructose halte ich für zu kurz. Auch die Beschreibungen der Süßwaren z.B. Schokoriegel mit Keks und Karamell sind zu ungenau. Für den kurzen Überblick ist es in Ordnung, jedoch gibt es im Internet bessere und vorallem detailliertere Listen, die den Betroffenen helfen können.

Generell lohnt sich dieses Buch für Menschen, die ihre Ernährung ändern wollen und besonders für diejenigen, die sie ändern müssen, aber auch für die Familie und Freunde, um mehr Wissen über die Erkrankung zu erhalten und somit (hoffentlich) auch mehr Verständnis für die Betroffenen zu bekommen.

4 von 5 Sternen

Samstag, 2. Januar 2016

My Berlin Kitchen

"My Berlin Kitchen" 
von 
Luisa Weiss



erschienen am 25.11.2013
Limes Verlag
ISBN 9783809025993 
 380 Seiten



Inhalt:


Als sie sich ins Kochen verliebte, war Luisa Weiss noch ein junges Mädchen. Der Tochter einer Italienerin und eines Amerikaners, geboren in Berlin, aufgewachsen in Boston, fiel es stets schwer, sich an einem Ort wirklich zugehörig zu fühlen, doch in der Küche wirkten ihre Sorgen kleiner. Die Suche nach ihren Wurzeln führte Luisa nach Paris (wo sie ihrer großen Liebe Max begegnete), nach New York (was die Beziehung zu Max beendete) – und immer wieder nach Berlin, denn die Sehnsucht nach dem Zuhause ihrer Kindheit ließ sie niemals los. Nach einer weiteren schmerzlichen Trennung wagte sie den Sprung ins Ungewisse und zog von New York in die deutsche Hauptstadt – um sich selbst zu finden und endlich auch die wahre Liebe.


Meine Meinung: 


Luisa Weiss kocht und bloggt von ihren Kochversuchen (deren Rezepte sich auch in diesem Buch wiederfinden) und von ihrer Sammelleidenschaft für Rezepte und Kochbücher
Aber im Mittelpunkt steht ihre Heimatlosigkeit. Sie weiß lange nicht, wohin sie gehört, das sie einen amerikanischen Vater und eine italienische Mutter hat und als Kind in Deutschland aufgewachsen ist, erschwert die Situation von Luisa erheblich. 
Sie pendelt zwischen den Ländern (USA/Deutschland/Italien) und den Kulturen und kann nirgendwo so richtig ankommen. Immer wieder stellt sie sich die Frage: "Wo gehöre ich hin?". Sie fühlt sich zwischen ihren Eltern (der Vater lebt in Boston, die Mutter in Berlin) hin- und hergerissen. Dann lernt sie Max kennen und man hat zum ersten Mal das Gefühl, dass sie angekommen ist. Jedoch es treibt sie wieder fort - in die USA.

Man begleitet Luisa Weiss beim Pendeln, beim Verzweifeln, beim Kochen und beim Zu-sich-selbst-finden. Manchmal empfand ich es zu langatmig, dann war sie wieder witzig und hat von interessanten Begegnungen erzählt. Man muss sich beim Lesen etwas konzentrieren, da sie gern mitten im laufenden Text kleine Einschübe aus der Kindheit einfügt. 

Wer schon einmal in eine andere (entfernte) Stadt umgezogen ist, kann ihre Probleme in Berlin gut nachvollziehen und mitfühlen, wie schwer ein Neuanfang sein kann.

Wer gern kocht, wird hier jedoch kaum neue Rezepte finden. Viele waren mir schon bekannt (zumindest in einer abgewandelten Form). Was mir jedoch gut gefallen hat, Luisa kocht, was das Herz begehrt und nicht, was die Kalorientabelle vorschreibt. Es darf geschlemmt werden und am Ende bitte den Topf auskratzen und den Teller ablecken. Diese Seite von Luisa war mir symphatisch.

Insgesamt eine schöne Geschichte über das Kochen, das Bloggen und das Finden eines Zuhauses. 

3 von 5 Sternen