Montag, 23. November 2015

Erwin, Enten & Entsetzen

"Erwin, Enten & Entsetzen" 
von 
Thomas Krüger





erschienen am 12.10.2015
Heyne Verlag
ISBN: 9783453418769
 368 Seiten


Inhalt:

Erwin Düsediekers Freundin Lina Fiekens ist verschwunden. Sie wollte ihre Schwester auf der Insel Oddinsee besuchen. In den Zeitungen wird von einer unbekannten Toten berichtet. Erwin muss in den Norden, ans Meer, um sie zu finden. Selbstverständlich reist Erwin nicht ohne seine Laufenten Lothar und Lisbeth und deren Nachwuchs Alfred. Auf Oddinsee erleben sie eine Welt voller Mythen & Morde.


Meine Meinung:


Der dritte Band von Erwin, Lothar & Co. ist bisher das beste Buch von dieser Serie. 

Vieles hat sich geändert in Erwins Leben. Er lebt jetzt mit Lina zusammen und seine drei Enten haben ein ruhiges Leben im Garten. Alles könnte so schön sein. Aber Lina verreist. An die Küste, sehr weit weg von Erwin, zu ihrer Schwester Theresa, die einen Hof betreibt. Der Kontakt ist (dank fehlenden Telefon und Internet) nur per Post möglich und dieser bricht auf einmal ab. Irgendetwas stimmt nicht. Auf der Insel Odinsee geschehen Morde…an Frauen. Erwin ist aufgeregt und macht sich zusammen mit Hilde, Arno und den Enten auf den Weg an die Küste. Die Unruhe war berechtigt, denn Lina ist verschwunden. Erwin begibt sich auf die Suche und gerät dabei in einen Strudel, den er fast nicht mehr beherrscht und durchblickt. 

Ich fand den dritten Band um einiges dynamischer und komplexer als die beiden ersten Bände. Es wirkte zwar auch phasenweise verworren und manchmal etwas an der Realität vorbei, aber trotzdem fand ich die Zusammenhänge interessant. Die Besonderheit bei den Bänden liegt in der Verbindung von den Morden und Erwins Literaturkenntnissen. Ich staunte immer wieder, welche Bilder bei ihm auftauchten und mit welchen Büchern er sie in Verbindung brachte. Es ist nicht immer so ganz einfach den Gedankengängen von Erwin zu folgen und auch seine manchmal sehr behäbige Art kann anstrengend sein, aber im Großen und Ganzen macht es Spaß ihm zu folgen. 

Es empfiehlt sich, die vorherigen Bände zu lesen, um die Bedeutung von den Laufenten zu kennen. Zwar lässt Thomas Krüger seinen "Helden" immer wieder zurückblicken, doch kommt dabei die besondere Beziehung zwischen den Enten und Erwin nicht besonders gut hervor. 




4 von 5 Sternen

Donnerstag, 19. November 2015

Knusperdünner Knabberspaß

"Knusperdünner Knabberspaß" 
von 
Solveig Darrigo-Dartinet



erschienen am 14.05.2014
  Bassermann Inspiration
ISBN 9783641123529
62 Seiten 
 
 
Inhalt:
 
 
 Hier ist Naschen erlaubt! Gemüse- und Obstchips aus dem Backofen sind lecker, fettarm und dazu auch noch gesund. Dieses Buch bietet 26 pikante und süße Knabbereien, viele mit köstlichem Dip.
 
 
Meine Meinung:
 
 
Das Buch ist für alle, die gern knabbern und sich doch gesund ernähren möchten. 

Häufig ist die Tüte Chips zwar lecker und ratzfatz auch gegessen, aber die Kalorien und das Fett schaffen es immer wieder das schlechte Gewissen zu aktivieren. Man kauft es quasi mit. Mit den Chips aus diesem Buch kann man sich gemütlich auf der Couch ausstrecken und ohne das schlechte Gewissen knabbern. Jedoch gibt es auch bei diesem Buch einen Haken. Die Zubereitung. Diese Knabbereien muss man selber herstellen und dies kostet etwas Zeit. Also nichts für den überraschenden Appetit. Da die meisten Rezepte einen Aufwand von ca. einer Stunde haben, sollte man schon vorher wissen, was man möchte. 

Die Rezepte sind nicht schwer nachzumachen und sehr logisch aufgebaut. Man braucht keine komplizierten Küchenutensilien oder erweiterte Kochkenntnisse. Die Chips werden aus Obst oder Gemüse hergestellt und sind entweder herzhaft mit Dip oder süß. Die Dips klingen lecker und schmecken (die, die ich schon probiert habe) gut. Neben den Gemüse- und Obstchips gibt es auch einige wenige Rezepte zu Cräckern. Die Rezepte sind verständlich und die Abfolge recht detailliert beschrieben. 

Zudem gibt es zu jedem Rezept noch ein Bild, wie es aussehen sollte. Die Angaben sollten möglichst beachtet werden (fast wie beim Backen), dann gelingt es meistens. Etwas Übung braucht man vielleicht, um die optimale Stärke/Dicke der Chips herauszubekommen. 

Für mich eine echte Alternative zur traditionellen Chipstüte aus dem Supermarkt. 

4 von 5 Sternen

Sonntag, 15. November 2015

Entenblues

"Entenblues" 
von 
Thomas Krüger




erschienen am 10.11.2014 
Heyne Verlag
ISBN: 9783453417694 
366 Seiten

 
Inhalt:


Was ist los in Bramschebeck? Erwin Düsedieker, der Sohn des ehemaligen Dorfpolizisten, hat das Waffenlager eines mörderischen Geheimbundes ausgehoben. Trotzdem gilt er weiterhin als Trottel, der in Gummistiefeln über Äcker und Wiesen stapft und mit seinen Enten Lothar und Lisbeth spricht. Bald heißt es im Dorf, er habe in dem Waffenlager Geld gefunden und unterschlagen. Und dann liegt auch noch eine grässlich zugerichtete Leiche in seinem Gartenteich. Erwin hat das Gefühl, in einen Strudel aus Erpressung und Verdächtigungen zu geraten. Und Lothar und Lisbeth droht der Entenblues.


Meine Meinung:

 Der zweite Band von Erwin, Lothar & Co. konnte mich nicht ganz so sehr begeistern. Erwin hat sich seine Ruhe verdient, schließlich hat er gerade einen alten Geheimbund aufgedeckt. Lothar ist glücklich mit Lisbeth und so könnte es weitergehen. Doch dann taucht wieder eine Leiche auf. Wie vom Himmel gefallen....

Erwin sucht wieder nach Puzzelteilen, nach Worten und den Mörder und gerät dabei selber in den Blickwinkel von Kommissar Kuno Bökenbrink. Und dann werden auch noch Lothar und Lisbeth gekidnappt.

Ich fand diese Geschichte zu verworren und zu gewollt. Es passte nicht so richtig und aus meiner Sicht ging der Humor hier etwas verloren. Das Charmante in Erwin war diesmal nicht so ausgeprägt und auch Arno war in diesem Band nicht so richtig gelungen. Einzig Hilde und Lina fand ich gut und deren Charaktere wurden etwas mehr ausgebaut. Natürlich waren Lothar und Lisbeth zauberhaft, wie es nur Laufenten sein können, aber sie konnten nur bedingt die Geschichte spannend halten. Schade, aber es gibt ja noch einen dritten Teil.

3 von 5 Sternen

 
 

Donnerstag, 12. November 2015

Das barmherzige Fallbeil

"Das barmherzige Fallbeil" 
von 
Fred Vargas
 



 
erschienen am 26.10.2015
Random House Audio
ISBN 9783837131970 
6 CD = 8 Stunden 9 Minuten 

Inhalt:
 
 Innerhalb weniger Tage werden die Leichen einer Mathematiklehrerin und eines reichen Schlossherrn in Paris entdeckt, die vermeintlich Selbstmord begangen haben. Die brutale Szenerie alarmiert zwar die Polizei, doch es scheint keine Verbindung zu geben. Bis Jean-Baptiste Adamsberg auf unauffällige Zeichnungen an beiden Tatorten aufmerksam wird. Kurz darauf stellt sich heraus, dass die Lehrerin vor ihrem Tod dem labilen Sohn des zweiten Toten geschrieben hat. Der Brief führt Adamsberg auf die Spuren einer verhängnisvollen Reise nach Island, die zehn Jahre zuvor stattfand – und von der zwei Personen nicht zurückkamen. Sowie in die Untiefen einer Geheimgesellschaft, die sich Robespierre und der Terrorherrschaft während der Französischen Revolution verschrieben hat. Weitere Menschen sterben, und für Adamsberg beginnt ein Wettrennen gegen die Zeit und einen ebenso wandelbaren wie unbarmherzigen Mörder


 Meine Meinung:





Jean-Baptiste Adamsberg und seine Kollegen mag man oder nicht. Sie sind eigenwillig, speziell und scharfsinnig. Die Fälle sind teilweise sehr verworren und ausschweifend. So auch dieser Fall. 

Die erste Leiche wird in Paris gefunden und man landet im Laufe der Geschichte, mit Adamsberg und den Kollegen, in Island und untersucht Bodenproben. Eine Leiche allein ist noch lange kein Mord, aber das Zeichen an der Badewanne bleibt bei Adamsberg haften und weckt in ihm die Neugier. Stets geht Adamsberg seinen eigenen Weg und mag er anfangs noch so unlogisch erscheinen.

Diese Geschichte ist voll mit französischer Vergangenheit und man merkt, dass Fred Vargas eine studierte Historikerin und Archäologin ist. Man ist dabei, wenn Maximilien de Robespierre wieder aufersteht und vor der Versammlung spricht. Die Männer, in den Gewändern, den Stoffhosen und Perücken aus der Zeit der französischen Revolution, werden wieder lebendig und zelebrieren die Zeit. 

Die Revolution nimmt einen Großteil der Geschichte ein. Ich habe mich etwas schwer getan mit den vielen französischen Namen. Da man sie nicht geschrieben sieht, kann es leicht zu Verwechslungen kommen. Wer sich nicht mehr an die französische Revolution (aus dem Geschichtsunterricht) erinnern kann, bekommt ihr eine Auffrischung. Mir, persönlich, hat der Exkurs sehr gut gefallen. Auch der sich immer mehr ausweitende Kriminalfall war gut aufgebaut und typisch Vargas verworren. Zum Schluss lässt sie wieder die ganzen einzelnen Stränge zusammenkommen. 


Hannelore Hogers Stimme trägt den Zuhörer gut durch die Geschichte. Nur Adlatus Danglard fand ich nicht so gelungen und hatte ihn auch anders in Erinnerung, aber dies ist rein subjektiv. 

4 von 5 Sternen

Montag, 9. November 2015

Erwin, Mord & Ente

"Erwin, Mord & Ente" 
von 
Thomas Krüger



erschienen am 14.10.2013
  Heyne Verlag
ISBN: 9783453411524
 304 Seiten


Inhalt:

Erwin Düsedieker ist ein herzensguter Mensch, doch er gilt als beschränkt: Der Sohn des ehemaligen westfälischen Dorfpolizisten Friedhelm Düsedieker stapft gern mit Gummistiefeln an den Füßen und Papas alter Dienstmütze auf dem Kopf über Äcker und Wiesen. Begleitet von Lothar, seiner treuen Laufente. Ein Polizist könnte Erwin nie sein. Eines Tages aber strauchelt er in einen Kriminalfall mit geradezu höllischen Dimensionen und muss ihn lösen – zusammen mit Lothar, der sich im Zuge des Abenteuers als wahre Ermittlungsente entpuppt.


Meine Meinung:

Regionalkrimis sind schon immer etwas speziell. 
Erwin kommt aus dem Westfälischen und hat es seinem Dorf Bramschebeck nicht leicht. Er gilt als nicht ganz so klug und etwas sonderbar, aber wer sich etwas mehr mit Erwin beschäftigt, wird feststellen, dass er sehr wohl sein Image zu nutzen weiß. Er lebt in einem alten Haus, was früher mal die Wache war und hat hier sein ganz eigenes Refugium geschaffen. Es gibt einen Raum, um den ihn die leidenschaftlichen Leser beneiden werden. Es ist eine Bibliothek im Wintergarten mit einer vergoldeten freistehenden Badewanne. Hier liest, denkt und entspannt sich Erwin. Doch bald schon wird es brenzlig für ihn. Denn es werden Knochen gefunden und Lother, Erwin ganz wunderbare Laufente, eigentlich ein Erpel, findet noch ein paar alte verklebte Papierschnipsel, die Erwin auf eine heiße Spur bringen. 

Wenn man sich erstmal an die ganzen doch gewöhnungsbedürftigen Namen wie Wimmelböcker, Thiesbrummel, Bartelweddebüx, Jasperneite und Co. gewöhnt hat, kann es mit dem westfälischen Dialekt so richtig losgehen. Ich musste manche Stelle laut lesen, um alles zu verstehen und konnte dann mir das Schmunzeln nicht verkneifen. Herrlich schräge Dialoge im feinsten westfälisch zwischen Äwinn und Arno Wimmelböcker. 

"Und wass dass? Nee, nä?" 
"Bücher", sagte Erwin.
"Bücher? Nee!"
"Doch" sagte Erwin. "Sind Bücher."
"Mönsch, Äwinn! Richtich zum Lesn?"
"Jou", sagte Erwin. "Sone Bücher." 
(S.298)

Erwin mag man oder nicht. Er ist etwas langsam, hat seine Rituale, liebt Asia Orchidee für den gestressten Herrn und seine Laufente Lothar. Gemeinsam ermitteln sie in alle Richtungen und stoßen bald in ein Wespennest. Die Geschichte ist witzig, anders und doch spannend. Die Thematik ziemlich nah an der Realität und der Schreibstil gut zu lesen.

Wer also schon immer mal einen etwas eigenen Krimi lesen wollte, ist hier gut aufgehoben. Bitte nicht nach ein paar Seiten aufgeben, es wird spannend und man gewöhnt sich sogar an den Dialekt ;-).




4 von 5 Sternen

Mittwoch, 4. November 2015

Drei Dollar

 "Drei Dollar" 
von 
Elliot Perlman




aktuelle Ausgabe erschienen am 14.04.2014
  btb Verlag (TB)
ISBN 9783442747849
 410 Seiten


 Inhalt:

Eben noch tanzte Eddie im Wohnzimmer mit seiner kleinen Tochter zu einer Elvis-Presley-Platte, als plötzlich ihrem Heim die Zwangsversteigerung droht. Mit nur drei Dollar in der Tasche muss er für seine Familie ums Überleben kämpfen. »Drei Dollar« ist das brillante Porträt eines Mannes, der versucht, auch in schwierigen Zeiten Humor zu bewahren und sich selbst treu zu bleiben.



Meine Meinung:


Ich habe drei Anläufe benötigt, um dieses Buch zu lesen.  
Den Schreibstil fand ich gut und schön zu lesen, aber der Inhalt hat mich nicht so richtig angesprochen.

Eddie, Tanya und ihre Familie und Freunde standen hier im Mittelpunkt. Alles dreht sich um das Paar und deren Lebensziele. Die finanzielle Situation ist nie so richtig gut bei den beiden, obwohl sie studiert haben, kämpfen sie um jeden Dollar, leiden unter der drohenden und eintretenden Arbeitslosigkeit. Tanya kämpft zudem immer wieder gegen ihre dunklen Tage an. Als die Tochter auf die Welt kommt, schöpfen sie Kraft und Mut und doch entwickelt es sich anders. 

 Es wird in diesem Buch viel gesprochen, diskutiert und nachgedacht. Manches Mal zu viel und zu langatmig, so dass man fast schon das Interesse verliert. Die Geschehnisse bei den Freunden bringen wieder etwas Spannung in die Geschichte. In dieser Geschichte geht es jedoch hauptsächlich um die allgegenwärtige Existenzangst, die Liebe, das Geld und die Arbeit. Der Zusammenhalt zwischen Tanya und Eddie wird hier sehr stark hervorgehoben und ist auch zugleich das Bindeglied zwischen den ganzen einzelnen Handlungssträngen. Elliot Perlman verzichtet auf Kitsch und zu viel Romantik und vorallem bleibt er realistisch.

Eine Geschichte über eine kleine Familie, die einiges erlebt und doch stets zusammenhält. 

3 von 5 Sternen