Montag, 26. Januar 2015

Flammenkinder

"Flammenkinder" 
von 
Lars Kepler




erschienen am 01.10.2012
Bastei Lübbe Verlag
ISBN 9783785746936 
 Hörbuch
6 CD = 467 Minuten


Inhalt:

In einer Einrichtung für suizidgefährdete junge Frauen wird ein Mädchen ermordet aufgefunden - aufgebahrt auf einer Liege, mit beiden Händen vor dem Gesicht. In der gleichen Nacht wird eine Erzieherin brutal erschlagen. Niemand hat etwas gesehen. Als in einem Zimmer ein blutverschmiertes Messer gefunden wird, scheint der Fall aufgeklärt. Nur Kriminalkommissar Joona Linna ist skeptisch. Zu viele Fragen sind noch offen. Was war das Mordmotiv? Und warum wurde eines der Opfer so merkwürdig aufgebahrt?






Meine Meinung: 


Das Hörbuch ist spannend, fesselnd und abschreckend. Das Autorenpaar beschreibt sehr direkt und klar die Taten und den Tatort, so dass man ein deutliches Bild vor Augen hat. Nicht immer empfand ich es als notwendig, so in das Detail zu gehen, aber wer schon etwas von den Keplers gelesen oder gehört hat, weiß worauf er/sie sich ein lässt. Die Geschichte ist sehr gut gestrickt und immer wieder wird man in die Irre geführt. Joona Linna ist ein interessanter Ermittler und vorallem hartnäckig. Immer wieder bohrt er nach und bringt so Risse in das Mauerwerk und so manchen Kollegen in Rage oder Bedrängnis. Nicht selten gerät er dabei selbst in der Schußlinie. Der Charakter des verdächtigen Mädchen ist sehr gut gelungen und schafft teilweise Gänsehaut. 

Das Hörbuch ist in 108 Tracks eingeteilt, was ich gut fand. Die kurzen Tracks sorgen jedoch auch dafür, dass ein stetiger Wechsel zwischen den verschiedenen Handlungsorten stattfindet und dadurch auch ein relativ hohes Tempo herrscht. Der Hörer bekommt am Ende eines Tracks meistens einen kleinen Chliffhanger geliefert, so dass man stets wissen will, wie es weitergeht.

Insgesamt hat mir der dritte Fall von Joona Linna, dem finnischschwedischen Ermittler, trotz der teilweise blutigen Beschreibungen sehr gut gefallen.


5 von 5 Sternen

Donnerstag, 15. Januar 2015

Die Springflut

"Die Springflut" 
von 
Cilla und Rolf Börjlind




erschienen am 12.01.2015
btb Verlag
ISBN 9783442748204 
592 Seiten


Inhalt:

Die berühmtesten Krimi-Drehbuchautoren Schwedens mit ihrem ersten Roman. Eine laue Sommernacht im Jahre 1987. Es ist Vollmond im schwedischen Nordkoster. In der Nacht wird es eine Springflut geben - und einen brutalen Mord. Das Opfer: eine junge, hochschwangere Frau. Ihre Identität: unbekannt. Tom Stilton, der ermittelnde Polizeibeamte, zerbricht an diesem Fall. Er kann weder Motiv noch aussagekräftige Spuren finden. Die Tat bleibt ungesühnt. 23 Jahre später: Eine Serie von feigen Angriffen auf Obdachlose erschüttert die Hauptstadt Stockholm. Die Ermittlungen verlaufen schleppend. Olivia Rönning, angehende Polizistin im zweiten Jahr ihrer Ausbildung, beobachtet das Geschehen aus der Distanz. Sie ist mit anderen Dingen beschäftigt. Sie soll einen »Cold Case« knacken - den Tod einer jungen Frau an einem Strand vor vielen Jahren klären. Ihr ist klar: Sie muss Tom Stilton finden. Doch der ist wie vom Erdboden verschluckt.



Meine Meinung:

Endlich mal wieder ein sehr guter Krimi aus Schweden. Die Geschichte braucht etwas Anlaufzeit, aber danach halten die Spannung und die verschiedenen Handlungsstränge den Leser am Buch. Die Handlungsstränge laufen parallel und lassen nur ganz leicht eine Verbindung zueinander erkennen. 

Die Themen sind schwer und traurig. So manches Mal hält man die Luft an, weil man sich kaum vorstellen kann, dass es die Handlung (z.B. Kinderkämpfe) wirklich geben kann. Auch die Überfälle auf die Obdachlosen und das skrupellose Filmen der Taten machen sprachlos. Ungewöhnlich ist, dass eine Polizeianwärterin den Stein ins Rollen bringt und dabei einen "verschütteten" Ex-Polizisten wieder aktiviert. Beide ermitteln auf ganz unterschiedliche Art und Weise und doch finden sie einzelne Puzzelteile, die man vor vielen Jahren nicht gefunden hatte. Ganz langsam wird klar, wer welche Schuld trägt und warum. 

Die vielen kleinen Rückschläge, Wendungen und Irritationen sorgen für die notwendige Spannung. Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen sind sehr gut und fast schon rational beschrieben. Ich fand die Hauptcharaktere gelungen und lebensnah. Auch die Verstrickungen waren interessant und gut aufgebaut. Die Art des Krimiaufbaus und der Inhalt erinnern zwar stark an andere schwedische Krimis, aber es schadet diesem Buch nicht. Definitiv werde ich auch das zweite Buch des Autorenpaares lesen. 

5 von 5 Sternen

Donnerstag, 8. Januar 2015

Kleine Schwäne

"Kleine Schwäne" 
von 
Eva Maaser




304 Seiten  
eBook
dotbooks  
erschienen im Januar 2015  
ISBN 978-3-95520-642-0


Inhalt:

Du kannst keinem trauen.

Nach der wöchentlichen Geigenstunde verschwindet eine Zwölfjährige spurlos. Zunächst laufen nur Routineermittlungen, denn zwei Wochen zuvor hatte ihre Mutter sie schon einmal voreilig als vermisst gemeldet. Drei Tage später wird die Leiche des Mädchens an einem See entdeckt – seltsam drapiert und fast romantisch anzusehen in einem schwanenweißen Kleid. Es zeigen sich erschreckende Parallelen zu einem unaufgeklärten Fall. Und dann wird ein weiteres totes Kind unter ähnlichen Umständen gefunden. Für Kommissarin Lilli Gärtner, die dem Ermittlerteam um Hauptkommissar Rohleff angehört, wird dieser Fall alles verändern. Denn eine der Spuren deutet plötzlich auf ihre eigene Familie.


Die Autorin:

(c) Barbara Schnitger

Eva Maaser, geboren 1948 in Reken (Westfalen), studierte Germanistik, Pädagogik, Theologie und Kunstgeschichte in Münster. Sie hat mehrere erfolgreiche Krimis, historische Romane und Kinderbücher veröffentlicht.
 


Meine Meinung:

Mit Lilli Gärtner möchte man nicht tauschen. Mehrere Kindermorde, zwei pubertierende Kinder zu Hause, ein Ehemann, der nörgelt und dann noch eine fiese Grippe bringen Lilli Gärtner an ihre Grenzen. Und doch muss sie sich dem Ganzen stellen und den Mörder finden. Lilli und ihre Kollegen suchen fieberhaft nach dem Mörder und kommen doch nicht voran. Die Parallelen sind erkennbar, doch die Beweise sind schwach. Die Zeit läuft gegen sie. Lilli muss sich zudem noch um ihre Kinder kümmern und gegen so manche Zwistigkeit und negative Gedanken wehren. Doch kann es sein? Detlev? 

Eva Maaser hat einen spannenden und gut verstrickten Krimi geschrieben. Die Hauptcharaktere sind interessant und zum Teil symphatisch (man kann nicht jeden mögen ;-)). Lillis Probleme mit ihrer Familie und ihr schlechtes Gewissen gegenüber ihren Kindern und ihrem Mann wirken realistisch und nachvollziehbar. Auch die Kindheitserfahrungen von Lilli gehen unter die Haut und schaffen ein beklemmendes Gefühl.
Die verschiedenen Handlungsstränge werden gut miteinander verknüpft und nur ganz langsam werden die Puzzelteile zusammengefügt und man erfährt, wie und wer und warum. 



4 von 5 Sternen

Vielen Dank an dotbooks für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 3. Januar 2015

Die Krumpflinge

"Die Krumpflinge - Egon zieht ein!" 
von 
Annette Roeder




erschienen am 03.11.2014
cbj Verlag
ISBN 9783570158586
88 Seiten



Inhalt:

Die junge dreiköpfige Familie, die in die alte Villa gezogen ist, geht viel zu freundlich miteinander um. Denn genau das wird für die Krumpflinge bald zum Riesenproblem: Innerhalb kürzester Zeit ist der kostbare Krumpftee aufgebraucht! Um den Vorrat wieder aufzufüllen, soll jetzt Egon nach oben zu Familie Artich ziehen und dort mit allerhand Streichen dafür sorgen, dass ordentlich gestritten, geschimpft und geflucht wird. Egon nimmt die Herausforderung an, aber nicht alles läuft so, wie die Sippenchefin sich das vorgestellt hat. 





Meine Meinung:

Egon ist ein kleines grünes fusseliges Wesen. Er ist kein Mensch, aber auch kein so richtiges Monster. Egon denkt und fühlt wie ein Kind und möchte gern, dass alle ihn lieb haben. Seine Familie ernährt sich von Schimpfwörtern und muss immer darauf hoffen, dass die Menschen fluchen und schimpfen. Aus den Schimpfwörtern wird der feinste Tee gebrüht, den alle sehr gern trinken. Alles könnte so schön und im gewohnten Gang weitergehen, wenn nicht...
Egon, der kleine grüne Krumpfling, hat nun die Aufgabe frische Schimpfwörter zu organisieren und muss die Bewohner des Hauses zum Fluchen bringen.

Die Geschichte ist lieb und nett, wie der kleine Krumpfling, jedoch wird die "Menschenfamilie" etwas realitätsfremd dargestellt. Dies ist selbst meiner kleinen Nichte (2. Klasse) aufgefallen, dass "es keine sooo lieben Kinder und Eltern (also ohne Fluchen und Schimpfen) gibt". Den Krumpfling fanden wir ganz niedlich und sind gern mit ihm durch das Haus gezogen. Ein guter Einstieg ist der kleine Steckbrief von Egon. Dadurch ist der Bezug zu dem kleinen Krumpfling schnell hergestellt. Der Junge (aus der Familie) war uns zu brav..."gar kein richtiger Junge". 

Die Illustrationen zur Geschichte sind liebevoll und schön detailliert gestaltet. Die Bilder laden ein genau hinzusehen und die vielen kleinen Besonderheiten (z.B. Eierbecher als Trinkgefäß) zu entdecken. Das die Bilder sehr farbenfroh sind, sorgt schön dafür, dass das Interesse und die Aufmerksamkeit bei Kindern, die "nur" zuhören, schnell geweckt und länger gehalten wird. Das Vorlesen- bzw. Selberlesen ist durch die angenehme Schriftgröße leicht und durch die vielen kleinen Kapitel gut einteilbar. Eine einfache und kindgerechte Sprache macht es den kleinen Leser leicht, sich in die Geschichte hineinzuversetzen. Der Krumpfling ist im allgemeinen eigentlich etwas böse und gemein, weil er den Menschen ärgert, um an die Schimpfwörter heranzukommen. Hier wird jedoch gezeigt, dass auch kleine Krumpflinge das Herz am rechten Fleck (und nicht nur auf dem Fell) tragen können und gern Freundschaften schließen. 

Ein durchaus charmantes und liebevoll illustriertes Kinderbuch, welches jedoch gern etwas realistischer (Menschenfamilie) sein darf. Eine Altersempfehlung konnte ich nicht finden, was jedoch vielleicht ganz hilfreich wäre.





4 von 5 Sternen

Herzlichen Dank an den cbj-Verlag und an 
für das schöne Rezensionsexemplar.