Donnerstag, 28. August 2014

Vergessen

"Vergessen" 
von 
Elke Pistor





  erschienen am 08.08.2014
  Ullstein TB Verlag
ISBN 9783548286105
 304 Seiten
Kauf hier!


Inhalt:

Kommissarin Verena Irlenbusch steht unter Druck: Während sie einen hochintelligenten Psychopathen jagt, verschlimmert sich die Alzheimererkrankung ihrer Großmutter. Außerdem wurde ihr der schlechtgelaunte Kollege Christoph Todt an die Seite gestellt, dem sie jede Information aus der Nase ziehen muss. Doch Verena bleibt liebevolle Enkelin und professionelle Ermittlerin - auch wenn es sie fast zerreißt. Als sie schließlich auf die Spur des Mörders kommt, verfängt sich Verena in ein Netz aus lang vergessener Schuld und neuem Hass. Wird sie diesen Fall heil überstehen?


 Meine Meinung:


Verena Irlenbusch hat es momentan nicht leicht. Ihre geliebte Oma, die sie aufgezogen hat, leidet immer mehr unter der Alzheimererkrankung. Die guten Momente werden weniger und Verena muss sich entscheiden, wie sie das Betreuungsproblem lösen soll. Und ausgerechnet jetzt muss sie einen Mord aufklären und einen Psychopathen suchen. Das Problem wird noch vergrößert als sie erfährt, wer ihre Kollegin ersetzen wird. Ausgerechnet Christoph Todt. Für sie, der unsymphatischste Kollege, den man haben kann. Doch auch sie wird nicht als die netteste Kollegin angesehen.

Die Geschichte hat mehrere parallele Handlungen, die aber alle irgendwie miteinander zusammenhängen. Sie wirken anfangs alleinstehend und je weiter die Geschichte fortschreitet, desto mehr verknüpfen sie sich. Verena wird als eine starke und auch zuverlässige Frau dargestellt. Sie weiß, was sie will und doch muss sie erkennen, dass auch sie an ihrer Grenze angekommen ist. Sie wird während der gesamten Geschichte vom schlechten Gewissen geplagt und man kann herauslesen, wie sie sich fühlt und wie allein sie eigentlich ist. Fast schon wirkt sie ausgebrannt. Aber auch hier Kollege Todt ist eine Figur, die schon zu viel erlebt hat, was er nicht verarbeiten konnte. Beide Charaktere fand ich gut beschrieben und interessant. Die Spannungen zwischen den beiden Ermittlern sind fast greifbar. Man kann die Wut aufeinander fast schon spüren. Elke Pistor benötigt dafür keine langen Sätze. Sie schafft es mit wenigen Worten die Stimmung zwischen den beiden Kollegen zu beschreiben. Jedoch findet eine kleine Entwicklung während der Handlung statt, die Raum schafft für den nächsten Fall. Der Humor ist nur am Rande zu finden und in der Regel eher dunkel und teilweise zynisch. Es ist kein lustiger oder schöner Krimi, eher ein Krimi, der auch die realen Seiten aufzeigt. Die Krankheit wird zwar nur angerissen, aber man kann sich ein kleines Bild davon machen, wie schwer es ist, einen geliebten Menschen nicht mehr ausreichend versorgen zu können, obwohl man sich nichts lieber wünscht.

Mir, persönlich, hat das Buch gut gefallen. Es war ein Krimi, über den man nachdenkt und mit einem leicht beklemmenden Gefühl gelesen hat.



4 von 5 Sternen

Ein herzliches Dankeschön an BloggdeinBuch und dem Ullstein Verlag für diesen Krimi.

Mittwoch, 20. August 2014

Am Abend des Mordes

"Am Abend des Mordes" 
von 
Hakan Nesser




erschienen am 01.09.2012
Der Hörverlag
ISBN 9783867178860
6 CD = 421 Minuten


Inhalt:

Als er nach einem persönlichen Schicksalsschlag zum ersten Mal wieder im Dienst erscheint, soll er zwei ungeklärte Mordfälle wieder aufnehmen. In deren Zentrum steht die mysteriöse Ellen Bjarnebo: die hat nicht nur ihren ersten Mann grausam ermordet, sondern wahrscheinlich auch ihren zweiten – der ist nämlich seit Jahren spurlos verschwunden. Doch ohne Leiche keine Mörderin. Beweisen konnte man ihr in diesem Fall nichts. Gunnar Barbarotti tut das, was er am besten kann: Er ermittelt. Mosaiksteinchen um Mosaiksteinchen setzt er zusammen, und als er schließlich begreift, was gespielt wird, hat das weitreichende Konsequenzen.


Meine Meinung:

Hakan Nessers Geschichten und Dietmar Bärs Stimme sind fast wie für einander gemacht. Obwohl dieser Krimi über 400 Minuten lief, wurde ich der Stimme von Dietmar Bär nicht überdrüssig. Er schaffte es mich zu fesseln und den Charakteren die richtige Stimmung einzuhauchen. 

Gunnar Barbarotti war krankgeschrieben und soll nun langsam wieder in den Dienst zurückkehren. Doch was gibt man einem Mann, der trauert und vielleicht noch gar nicht richtig arbeiten kann? Sein Vorgesetzter, der seinen Schreibtisch so kurz vor dem Ruhestand sauber haben möchte, übergibt ihn zwei alte Akten. Er soll sich damit befassen und vielleicht findet er etwas. Barbarotti glaubt selbst ebenfalls an eine "Beschäftigungstherapie" und trotzdem setzt er sich mit dem Fall auseinander und mit viel Akribie und Hartnäckigkeit puzzelt er ein Stück nach dem anderen zusammen. Das Bild, welches sich daraus entwickelt, ist erschreckend und macht nachdenklich.

Ich fand die Geschichte sehr gut, auch wenn sie phasenweise etwas lang wurde. Jedoch sind diesmal gerade die privaten Passagen sehr gut gelungen. Der Umgang mit der Trauer und wie sich Barbarotti immer wieder zum Weiterleben und Weitermachen motiviert. Trotz seines Willens sackt er manchmal in dunkle Gedanken, führt Zwiegespräche mit sich, Marianne und Gott und hofft so auf Hilfe von oben. Diese Seite von Barbarotti fand ich interessant. 

Wer noch nichts von Hakan Nessers Barbarotti gelesen oder gehört hat, sollte möglichst nicht mit diesem Hörbuch starten. Die Haupthandlung ist zwar selbständig und neu, jedoch geht Hakan Nesser immer wieder beim Privatleben von Barbarotti in die Vergangenheit. Um seine Trauer, seinen Schmerz und die Gedanken besser nachvollziehen zu können, sollte man die Vorgeschichte kennen.

5 von 5 Sternen


Freitag, 15. August 2014

Die Achse meiner Welt

"Die Achse meiner Welt" 
von 
Dani Atkins



erschienen am 01.08.2014
Droemer Knaur Verlag
ISBN 9783426515396
320 Seiten


Inhalt:

Rachel ist jung, beliebt, verliebt und wird in wenigen Wochen ihr Traumstudium beginnen. Perfekt. Doch dann geschieht ein schrecklicher Unfall, der ihr alles nimmt. Sie verliert den besten Freund, ihre Zuversicht und die Balance. Jahre später wird ihre Welt zum zweiten Mal auf den Kopf gestellt. Denn als sie nach einem schweren Sturz im Krankenhaus erwacht, ist ihr Leben plötzlich so, wie sie es sich immer erhofft hat. Die damalige Tragödie hat es anscheinend nie gegeben. Ihr bester Freund lebt und ist an ihrer Seite. Wie kann das sein? Und wie fühlt sich Rachel in ihrem neuen Leben – mit dem Wissen über all das, was zuvor geschah? Lassen Sie sich von einer Liebesgeschichte verwirren, die mit nichts vergleichbar ist.


Meine Meinung:



Dieses Buch wurde und wird stark beworben und der Verlag hat sich eine wirklich schöne Werbekampagne einfallen lassen. Das Buch wurde in einer tollen Buchhülle geliefert und man bekam noch ein Exemplar für die Freundin dazu. Die Buchhülle ist ganz schlicht in grau und mit einem blauen Gummiband zum Verschließen. Das Buch an sich hat ein eher zurückhaltendes Cover mit einer Frau, die einen Drahtseilakt vollführt. 

Es machte neugierig und auch der Covertext klang interessant und ansprechend. Eine junge Frau verliert durch einen unverschuldeten Unfall ihren besten Freund und muss nun mit dem Verlust leben. Die glücklichen Zeiten scheinen vorbei, denn es gibt immer wieder Rückschläge und verzweifelte Momente in ihrem Leben. Als sie zur Hochzeit ihrer besten Freundin aufbricht und ihre ganzen alten Freunde wieder sieht, kann sie nur schwer mit der Situation umgehen. Und dann geschieht es…sie bricht zusammen und danach ist nichts mehr wie es war. Ihr toter bester Freund lebt und auch so manches traurige Schicksal hat sich verändert.

Der Anfang der Geschichte war gut und nachvollziehbar, die Charaktere waren stimmig und die Geschichte logisch, jedoch verlor die Geschichte an Struktur und Logik nach dem Zusammenbruch. Die Autorin wollte zu viel und am Ende wurde es mir zu durcheinander, zu gewollt und konstruiert. Es fiel mir schwer einen logischen und sinnvollen Faden zu finden. Man hatte das Gefühl, dass es unbedingt einen positiven Ausgang haben muss. Ich muss zugeben, dass ich mehr erwartet hatte und etwas enttäuscht bin von diesem Buch.




3 von 5 Sternen

Mittwoch, 13. August 2014

Mord am Leuchtturm

"Mord am Leuchtturm" 
von 
Klaus-Peter Wolf





erschienen am 24.07.2014
Jumbo Verlag
ISBN 9783833733611
3 CD 
Kauf mich hier!


Inhalt:


Klaus-Peter Wolfs Kurzkrimis handeln von durchtriebenen Kerlen, raffinierten Mordplänen, einem mörderischen Dinner mit Ann Kathrin Klaasen und anderen zwielichtigen Gestalten. Und immer wenn man glaubt, eine Spur aufgenommen zu haben, wartet der Autor mit einer überraschenden Wendung auf.


Wer Krimi-Spannung liebt, im Strandkorb nicht nur das Meeresrauschen hören will, oder sich etwas maritime Krimiatmosphäre nach Hause holen möchte, sollte sich dieses Hörbuch nicht entgehen lassen. Hochkarätige Sprecher interpretieren die Kurzkrimis darunter Jacob Weigert, Julia Nachtmann, Dietmar Wunder, Bernd Stephan und Stefan Kaminski.


Meine Meinung:


Klaus-Peter Wolfs Ostfriesenserie hat mich bisher immer gut unterhalten und so freute ich mich auch auf dieses Hörbuch. Kurzgeschichten zum Hören. Gesprochen werden sie von verschiedenen Sprechern, was zusätzlich noch einmal für Abwechslung sorgt.

Ich gebe es zu, dass die längste Kurzgeschichte, in der wieder Ann Kathrin Klaasen mitspielt, mir auch am besten gefallen hat. Ich mochte die Geschichte an sich und die Figur von Ann Kathrin ist wie eine alte Bekannte, die man wieder trifft. Diesmal kocht Ann Kathrin, was nicht zu ihren großen Leidenschaften zählt. Die Kochgruppe erinnert stark an das Promi-Dinner und so hat der Zuhörer schon sein erstes Bild im Kopf und kann der Geschichte noch einfacher folgen. Die Abläufe sind ähnlich  wie beim Fernsehformat, jedoch die Teilnehmer sind speziell. Und am Ende werden es nicht alle Teilnehmer überleben. Wird dies dann der neue Fall für Ann Kathrin?

Auch die anderen Geschichten waren gut. Die letzte Geschichte fand ich sehr gut gesprochen/vorgetragen. Der Sprecher Dietmar Wunder hat eine tolle und eindrucksvolle Stimme, die mich sofort festgehalten hat. Teilweise waren die Geschichten nicht so leicht zu durchschauen und das Ende überraschte. Meistens jedoch waren sie interessant und spannend. Einzig die Hexengeschichte hat mich weniger gefesselt, was vielleicht daran lag, dass hier Klaus-Peter Wolf eine Jugendkrimigeschichte geschrieben hatte. 

Die verschiedenen Geschichten von einem Autor und von verschiedenen Sprechern vorgetragen, haben mich überzeugt und gut unterhalten. Die kurzen Geschichten lohnen sich auch bei kurzen Autofahrten oder für zwischendurch, da man sie dann am Stück anhören kann. Das "Wiederhören" mit Ann Katrin hat mir gut gefallen, da es eine schöne Episode am Rande ihrer eigentlichen Serie ist.




4 von 5 Sternen


Herzlichen Dank an den Jumbo Verlag und BloggdeinBuch für das tolle Hörbuch!

http://www.bloggdeinbuch.de/

Montag, 11. August 2014

Die Rosenkriege - Sturmvogel

"Die Rosenkriege - Sturmvogel" 
von 
Conn Iggulden



erschienen am 11.08.2014
Heyne Taschenbuch Verlag
ISBN 9783453417960
608 Seiten


Inhalt:

Ein Sturm zieht über England herauf: Der Kampf um die Krone beginnt England 1437: König Henry VI. ist krank und unfähig zu regieren, das Königshaus gerät ins Wanken. Zudem droht ein Konflikt mit Frankreich, der England in eine Katastrophe reißen könnte. Die Vermählung Henrys mit der französischen Adeligen Margaret von Anjou soll die Macht des Reiches sichern. Doch das Bündnis mit den verhassten Franzosen ruft bei der Bevölkerung Empörung hervor. Richard, Duke von York, nutzt den Hass gegen den König und seine willensstarke Gemahlin zu seinen Zwecken - die Rosenkriege beginnen.

»Ihm fiel plötzlich ein, dass seine Mutter immer gesagt hatte, Drosseln seien vor einem Gewitter die letzten Vögel am Himmel. Wenn Bauern sahen, wie sie sich als einzige noch vom Wind tragen ließen, wussten sie, dass ein Sturm heraufzog.«


Der Autor:

Conn Iggulden, geboren 1971, ist einer der erfolgreichsten Autoren historischer Stoffe. Iggulden lehrte Englisch an der University of London, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. Neben seinen Romanen stürmte er auch mit dem Sachbuch  "Dangerous Book for Boys", das er zusammen mit seinem Bruder Hal schrieb, die Bestsellerlisten. Sturmvogel ist der erste Band seiner neuen Serie um die Rosenkriege, die England in einen verheerenden Bürgerkrieg rissen. Iggulden lebt mit seiner Familie in Hertfordshire, England.




Meine Meinung: 

Ein dicker Schmöker über das Leben und Sterben im Mittelalter. Der Leser wird in die Zeit um 1437 zurückversetzt und erlebt den verzweifelten Versuch endlich Frieden zwischen Frankreich und England zu stiften. 
Mit der Heirat von der Französin Margaret von Anjou und dem König von England soll dies möglich sein. Der König, der in den Augen seiner Untertanen kein wirklicher König ist, betet lieber als das er kämpft. Für einen Waffenstillstand von 20 Jahren soll die nun anstehende Heirat sorgen. Aber auch die Rückgabe bestimmter, von den Engländern hart erkämpfter, Landstriche an Frankreich soll den Frieden ermöglichen und festigen. Dies geht jedoch nur, wenn die Engländer, die sich in diesen Gebieten etwas aufgebaut haben, die Gebiete verlassen und sich in Richtung England zurückziehen. 

Was auf dem geduldigen Papier ausgedacht wurde, ist in der Realität nur schwer durchsetzbar und so kommt es immer wieder zu Kämpfen und Auseinandersetzungen, zu Intrigen und Verrat und manch ein Freund wird zum Feind. Mittendrin die noch sehr junge (14 Jahre) Französin Margaret, die versucht ihre Ehe zu vollziehen und schon bald entdeckt, dass nicht alle dem König wohlgesonnen sind. 

Ich lese nur wenige historische Romane und doch konnte mich dieser 600 Seiten Roman an sich binden. Die Geschichte ist spannend und gut geschrieben. Sehr detailliert und lebensnah werden die Charaktere, ihre Funktionen und die Umgebung aus der sie kommen, beschrieben. Anfangs hatte ich etwas Probleme mich in die Familienstämme hineinzulesen, aber dank der Ahnenkarten und der Landkarten klappte es nach ein paar Seiten ganz gut. 

Es ist keine Liebesgeschichte zwischen Margaret und dem König Henry, sondern eher eine Beschreibung um die Macht, die Ländereien und den Krieg. Die Schlachten und Kämpfe werden sehr detailliert beschrieben und manchmal waren sie mir zu lang und zu blutig. Wahrscheinlich sehr dem Mittelalter entsprechend für mich jedoch etwas zu viel.  Die Figur der Margaret hätte aus meiner Sicht noch etwas mehr ausgebaut werden können.  Dafür waren die Charaktere des Spions Derry Brewer und von Lord Suffolk gut gelungen. Auch die Beschreibungen des Alltags waren gut und eindrucksvoll und beschönigten nichts. Man konnte den harten und rauhen Alltag fast erleben und sich auch ein gutes Bild davon aufbauen. 

Wer spannende und lange Kampfbeschreibungen mag, kann dieses Buch wahrscheinlich mit Freude lesen. Für die Fans der mittelalterlichen Liebesgeschichten ist es dann wohl eher nichts, da die Ehe von Margaret und dem König nur am Rande eine Rolle spielt. 

Insgesamt eine gelungene mittelalterliche Geschichte mit vielen Kampfszenen, Intrigen und Machtspielen, die dem Leser das harte und schwere Mittelalterleben näher bringen.

3 von 5 Sternen


Freitag, 8. August 2014

Der vierzehnte Stein

"Der vierzehnte Stein" 
von 
Fred Vargas




erschienen am 01.01.2005
Aufbau-Verlag
ISBN 9783351030308
479 Seiten

 
Inhalt:

Durch Zufall stößt Adamsberg auf einen gräßlichen Mord - ein Mädchen wurde mit einem Dreizack erstochen. Eines ähnlichen Verbrechens wurde einst sein jüngerer Bruder Raphaël verdächtigt. Doch seitdem sind 30 Jahre vergangen, der wirkliche Mörder ist längst begraben. Wer also mordet weiter mit gleicher Waffe? Für Adamsberg beginnt ein atemloser, einsamer Lauf gegen die Zeit.


Meine Meinung:




Wer Fred Vargas kennt, weiß dass ihr Adamsberg nicht immer vor Charme und Sympathie strotzt und trotzdem lese und höre ich ihre Krimis gern, da sie immer wieder fesselnd sind. 
Es geht bei Adamsberg nicht um große Actionszenen oder viel Blut und Gewalt, sondern eher um die Hintergründe. Warum eine Person zum Massenmörder wird. In diesem Fall ist es kompliziert, sehr kompliziert, denn die Morde sind eigentlich alle aufgeklärt und für jeden Mord gibt es einen Täter. Oder doch nicht? Als wieder eine junge Frau ermordet wird, wird Adamsberg stutzig und sieht Zusammenhänge, die nur er versteht und sieht. Er bekommt kaum Unterstützung, im Gegenteil immer wieder stößt er auf Widerstand und so muss er sich allein mit seinen Gedanken auseinandersetzen. Seine eigene Familie und Vergangenheit holt ihn dabei ein. Er ist viel zu emotional in diese Geschichte verstrickt, um unparteiisch zu sein. Und dann geschieht es. Auf einer Dienstreise nach Kanada gerät er selbst unter Druck und Mordverdacht. Jetzt weiß er, dass er mit seinen Gedanken und Konstrukten recht hat, doch steht er diesmal auf der falschen Seite.


Der Anfang zieht sich ein wenig, aber je länger und tiefer man diese Geschichte eintaucht, desto spannender und interessanter wird sie. Ich war diesmal von Adamsberg überrascht. Sein Humor war mir bisher nicht bekannt. Vielleicht lag es an der beeindruckenden Retancourt, die für ihren Chef der Rettungsanker wird und dabei sich ganz langsam in das Herz des Lesers schleicht. Mit vollem Einsatz und jeder Menge wunderbarer Ironie platzt Josette in die Geschichte. Eine ganz zauberhafte Häckerin, die mit ihrer Art Adamsberg fast an die Wand spielt. Es machte Spaß die Dialoge zwischen Jossette, Clémentine und Adamsberg zu lesen und das Staunen von Adamsberg zu erahnen. Diese drei Frauen (Retancourt, Josette und Clémentine) tragen die Geschichte entscheidend mit und durch sie wird Adamsberg menschlicher und für den Leser greifbarer.

Trotz des schweren Themas und der vielen Morde war dies mein bisher bester Adamsberg. Ich hoff, dass diese Art von Humor und die Charaktere auch in den anderen Fällen von Adamsberg auftauchen, denn sie tun ihm gut.




5 von 5 Sternen

Dienstag, 5. August 2014

Der Tote und das Mädchen

"Der Tote und das Mädchen" 
von 
Martina Bick


 178 Seiten
eBook
dot.books Verlag
erschienen im Juli 2014
ISBN: 9783955202651



Inhalt
 „Wetten, dass es in Hamburg wieder einen Toten gibt, wenn ich nach dem Urlaub ins Büro komme?“

Marie Maas hat gerade erst einen erholsamen Kurzurlaub an der Nordsee verbracht und hätte eigentlich gern noch etwas mehr Zeit für ihren Liebhaber. Doch die Pflicht ruft, schließlich trägt man als Chefin der Hamburger Mordkommission eine gewisse Verantwortung – und natürlich wartet schon ein neuer Fall auf sie. Der Devisenmakler Horst Reimann wurde in seiner Wohnung erschossen. Hat der Mord etwas mit den illegalen Waffengeschäften des Opfers zu tun? Oder wurde er von seiner eigenen Vergangenheit eingeholt?

Der erste Fall für Marie Maas – eine außergewöhnliche Kommissarin stellt sich vor.


Die Autorin
  
Foto: Brigitte Dorrinck




Martina Bick wurde 1956 in Bremen geboren. Sie studierte Historische Musikwissenschaft, Neuere deutsche Literatur und Gender Studies in Münster und Hamburg. Nach mehreren Auslandsaufenthalten lebt sie heute in Hamburg, wo sie an der Hochschule für Musik und Theater arbeitet. Martina Bick veröffentlichte zahlreiche Kriminalromane, Romane und Kurzgeschichten und war auch als Herausgeberin tätig. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet. 2001 war sie die offizielle Krimistadtschreiberin von Flensburg.  
(Quelle: dot.books.de)

 
Meine Meinung 
  
Marie Maas lebt in Hamburg und hat endlich ihren Kurzurlaub an der Nordsee verbringen können. Aber nun taucht der Tote auf, der ihre Aufmerksamkeit fordert, obwohl sie sich eigentlich mehr um ihren jungen Freund aus England kümmern sollte. Er steckt gerade in einer Schreibblockade und auch die gemeinsame Zeit ist sehr begrenzt.Doch sie hat es schon geahnt und so widmet sie sich dem Fall.

Martina Bicks Schreibstil hat mir gut gefallen. Er ist leicht zu lesen und so fliegt man förmlich durch die Geschichte. Sie schafft es die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Die stark ausgebaute private Seite von Marie Maas sorgt für eine persönliche Atmosphäre und lässt die Kommissarin menschlicher werden. Gut fand ich die Konstellation von älterer gestandener Frau mit festem Job und jungen etwas unsicheren Mann. Es rückt etwas ab vom klassischen Muster und schafft dadurch einen weiteren interessanten Punkt in der Geschichte. Sie beweißt zudem, dass ein guter Krimi keine 400 Seiten benötigt, um spannend und unterhaltsam zu sein.

Ich werde mir bestimmt den nächsten Fall von Marie Maas holen, damit ich noch erfahre, ob die Schreibblockade nun endlich überwunden ist und welche Fälle Marie Maas noch aufklären muss. 

 

4 von 5 Sternen

Vielen Dank an dot.books für das Rezensionsexemplar.

Sonntag, 3. August 2014

Rein & Raus Juli 2014

Auch in diesem Monat gab es einige Bücher, die den Weg in mein Regal geschafft haben. Die meisten Bücher habe ich geschenkt bekommen und kann somit ganz unschuldig in die Runde schauen. Ich kann nichts dafür ;-). 
Gelesen habe ich leider nicht ganz so viel, wie erhofft, aber es gibt halt immer wieder mal Dinge und Erlebnisse, die Vorrang haben. Insgesamt bin ich jedoch nicht unzufrieden und stürze mich nun in den August. 



Rein Juli 2014



 1. Thomas Enger "Sterblich"  
2. Francois Lelord "Das Geheimnis der Cellistin" (nicht mit auf dem Bild)  
3. Francois Lelord "Die kleine Souvenirverkäuferin"  
4. Ralf Husmann "Stromberg"  
5. Haruki Murakami "Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki"   
6. Krischan Koch "Mordseekrabben" (HB)  
7. Janne Mommsen "Oma ihr klein Häuschen"

 
Raus Juli 2014 

1. Hakan Nesser "Die Schwalbe, die Katze, die Rose und der Tod"  
2. Elli H. Radinger "Minnesota Winter" 
  3. Richard Dübell "Himmelfahrt"  
4. Fred Vargas "Der vierzehnte Stein"  
5. Martina Bick "Der Tote und das Mädchen"eBook (nicht mit auf dem Bild)  
6. Hakan Nesser "Am Abend des Mordes" 
  7. Marian Keyes "Glücksfall"