Dienstag, 29. April 2014

Dreimal im Leben



"Dreimal im Leben" von Arturo Pérez-Reverte






erschienen am 04.08.2013 
Insel Verlag
ISBN 9783458175803 
525 Seiten


Autor:


Inhalt:
Auf einem Ozeandampfer begegnen sie sich das erste Mal. Es ist das Jahr 1928, Max jung und von wildem Charme arbeitet als Eintänzer in der ersten Klasse. Mecha zieht ihn augenblicklich in den Bann, ihre aparte Schönheit, der weltberühmte Komponist an ihrer Seite, das funkelnde Collier um ihren schlanken Hals. Es folgt ein Tanz, ein nichtssagender Smalltalk, der verheißungsvoller nicht sein könnte. In Buenos Aires angekommen, führt Max das Paar durch die zwielichtigen Tangobars seiner Geburtsstadt. Doch in dieser Nacht geraten die Dinge außer Kontrolle, und für Max und Mecha beginnt das Abenteuer ihres Lebens: die große Liebe. Eine Liebe, die erst viele Jahre später auf der Promenade Nizzas zwischen entrücktem Glamour und den Wirren des Krieges eine zweite Chance erhält


Meine Meinung:

Eine Frau, ein Mann, ein Tanz und drei Begegnungen.


Meine ersten Gedanken zu diesem Buch waren: hoffentlich wird es nicht zu schnulzig und kitschig. Nein, das wird es nicht. Es sind noch immer ein Mann, eine Frau und ein Tanz, aber verpackt in eine interessante Geschichte rund um den Tango und Schach. 

Der Autor nimmt den Leser mit auf eine Schiffstour und lässt dort den Eintänzer Max die Hauptrolle übernehmen. Er erzählt von seinem Leben und wie er sich durch die gefährlichen Kriegsjahre gekämpft und immer wieder auf Kosten anderer Menschen sein Leben gelebt hat. Auf dem Schiff begegnet er 1928 einem bekannten Komponisten und dessen Frau Mecha. Beide spüren eine Zuneigung zueinander und doch halten sie sich (noch) auf Abstand. Mecha tanzt mit der gleichen Leidenschaft Tango wie der Eintänzer und so verbringen sie die Abende auf dem Schiff und bald schon auch in den Clubs von Argentinien. Stets mit dabei ist der Ehemann, der nach Inspiration sucht. Der Eintänzer zeigt ihnen das „echte“ Leben ohne viel Geld, Ruhm und Anerkennung. 

Nach der Reise trennen sich die Wege der Reisenden und des Eintänzers und der Leser springt in der Zeit nach vorn. 30 Jahre später treffen sie sich zufällig wieder und sind nun in einem reiferen Alter. Das Leben hat sie gezeichnet. Wieder werden Erinnerungen wach und so erfährt der Leser, was in den Jahren dazwischen geschehen ist. Die zweite Begegnung wird beschrieben, die Erfahrungen, die Ängste und die Wut. Es dreht sich dabei vieles um Missverständnisse, Hoffnung und die Liebe. 


Die Geschichte ist rundum gelungen.  Der leichte Schreibstil von Pérez-Reverte lässt sich gut lesen und so kann man ohne viele Probleme in die Geschichte eintauchen. Die Beschreibungen sind teilweise sehr detailliert, so dass man sich auch gut in die verschiedenen Zeiten hinein versetzen kann. Schwierig fand ich die Zeitsprünge, da sie ohne Zwischenüberschriften stattfanden. Vom hier und jetzt wieder auf das Schiff in das Jahr 1928 zurück und dann wieder zum Schachturnier gegen die Russen. Kleine Kapitelüberschriften hätten diese Zeitsprünge vereinfacht. 


Wer sich für den Tango und Schach interessiert, kann in diesem Buch vieles davon lesen. Ich fand beides manchmal zu detailliert beschrieben, so dass die Passagen etwas lang wurden. Die Konkurrenz zwischen den Schachspielern bzw. deren Nationen fand ich wiederum interessant und spannend. Auch die Strategien, die die Charaktere verfolgten, waren gut, wenn auch manchmal etwas übertrieben. 


Insgesamt ein lesenswertes Buch, welches so manche Überraschung bereit hält und durch seine verschiedenen Blickwinkel immer wieder neue Eindrücke entstehen lässt.





4 von 5 Sternen

Freitag, 25. April 2014

Zorn - Wo kein Licht

"Zorn - Wo kein Licht" 
von 
Stephan Ludwig


 erschienen  am 22.08.2013
  Fischer Verlag
ISBN 9783596196364
416 Seiten
Inhalt: 
Ein Mann springt im Morgengrauen von einer Brücke und erschießt sich im Fall. Ein anderer verschwindet, ein dritter überlebt eine Massenkarambolage und ist seither auf der Flucht. Auf dem Ball der Polizeigewerkschaft kommt es zu einem tödlichen Zwischenfall. Zorn ist heillos überfordert, denn er muss die Ermittlungen zunächst in allen Fällen allein führen. Sein Kollege Schröder liegt vorübergehend mit Gehirnerschütterung im Krankenhaus – auch er saß in einem der Unfallwagen bei dem Massenzusammenstoß. Zorn kann sein Pech nicht fassen und weiß genau, dass er ohne Schröders ermittlerischen Scharfsinn keine heiße Spur haben wird. Die Ermittlungen drohen jeden Moment aus dem Ruder zu laufen, da geht eine anonyme Nachricht ein: Alle Fälle hängen auf perfide Weise zusammen. Und Zorn hat bald eine Vermutung, wer hinter all dem stecken könnte, doch weder Schröder noch Staatsanwältin Frieda Borck glauben ihm. Ein fataler Fehler, wie sich bald herausstellen soll.


Meine Meinung:


Mit Kommissar Zorn einen Mord aufzuklären kann furchtbar langweilig werden. Seine Antriebslosigkeit, keine Faulheit (selbst zugegeben) und seine vielen Raucherpausen machen die Arbeit von ihm nicht gerade spannend. 

Hängt man sich jedoch an Schröder, dann bekommt man Spannung, Rätsel zum Lösen und jede Menge schlechte Charaktere zu sehen. Nun kann man die beiden nicht trennen, denn Zorn ohne Schröder geht genauso wenig, wie Schröder ohne Zorn. Aber genau diese Mischung aus Faulheit, Trägheit und schlechte Laune sowie Intelligenz, Arbeitseifer und Durchhaltevermögen machen die Krimis von Stephan Ludwig so interessant und spannend. 

Ich muss mich als Fan von Schröder outen, denn durch seine akribische Arbeit bekommt man den Mord so gut präsentiert. Seine ruhige und ausgeglichene Art ist ein gutes Gegenstück zu Zorns Charakter. Beide sind in diesem Fall eigentlich mit ihren privaten Problemen voll ausgelastet, aber nun will noch einer in der Stadt für Gerechtigkeit sorgen. Es werden immer mehr Tote und so langsam wird es eng für Zorn und seine Kollegen. Die privaten Sorgen von Schröder geben dem Krimi eine persönliche und traurig-beklemmende Note. Die Belastungen sind enorm und kaum auszuhalten, denn Schröder muss sie allein aushalten. Und Zorn? Er bemüht sich und versucht Interesse an Schröder zu zeigen. Dass dies jedoch nicht zu seinen Stärken gehört, weiß der Leser bereits aus den ersten beiden Krimis. Und doch raufen sie sich zusammen. Das Ende überrascht etwas und schon kommt die Frage auf: wird es eine weitere Folge geben? Und wie soll die denn werden, wenn…?


Ich fand den dritten Fall von Zorn und Schröder sehr gut. Gerade das „Menscheln“ zwischen den beiden Hauptcharakteren fand ich gelungen. Die private Situation von Schröder war realistisch dargestellt (deshalb auch so beklemmend). Dass in diesem Buch Schröder eine größere Rolle zugeschrieben bekommen hat, hat mir persönlich gut gefallen. Aus meiner Sicht trägt er auch den Krimi zum größten Teil (wie auch die Ermittlungen). 
Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird.

5 von 5 Sternen

Montag, 21. April 2014

Moin

"Moin" 
von 
Richard Fasten


 
erschienen am 11.04.2014
Ullstein TB Verlag
ISBN 9783548285696
320 Seiten
 Kauf hier!


Inhalt:

Provinz-Polizist Boris Kröger hat es nicht leicht. Kaum geschieht im beschaulichen Altwarp nahe der Ostsee mal ein Mord, schon steht das Dorf Kopf! Von wegen Sonne, Strand und glasklare Beweisketten: In Altwarp herrscht Anarchie! Oma Machentut terrorisiert mit ihrem Rollator die Straßen, der einzige Fischer im Dorf stammt aus den Bergen Anatoliens, eine Krimi-Autorin sucht Inspiration und stachelt die Dorfbewohner auf. Dabei hat Boris mit dem Mord an seinem ehemaligen Schulkameraden genug zu tun. Hier an der Fast-Ostseeküste ist die Welt wirklich nicht mehr in Ordnung. 
Aber die stolzen »Hinterküstler« haben noch immer jedem Wetter getrotzt!


 Meine Meinung:

Ach, was habe ich mich hier getäuscht. Die ersten Seiten dieses Krimis waren gut und witzig. Ironie und Oma Machentut waren gut positioniert und machten Spaß. Aber dann kamen die Ratten mit dem Boot und der Provinzpolizist Boris Kröger an seine Grenzen. So richtig gut will die Ermittlungsarbeit nicht funktionieren, denn die Menschen des Dorfes interessieren sich nicht so wirklich dafür und Boris muss nicht nur ermitteln, sondern auch noch die Krimi-Autorin bespaßen und Oma Machentut unter Kontrolle halten. Oma Machentuts Grammatik war ganze 20 Seiten lang witzig, dann wurde es anstrengend und zum Schluß einfach nur noch nervig. Die Charaktere der Figuren versteckten sich, so dass keine Entwicklung erkennbar war und die Geschichte auch etwas zäh wurde. Man hatte das Gefühl nicht voranzukommen und außer Klamauk und übertriebene Einzelgeschichten kam dann leider auch nicht mehr viel, was an einen guten Regionalkrimi erinnert. Es plätscherte so langsam vor sich hin und irgendwann war das Buch zu Ende und man war froh, dass Boris Kröger sich wieder den wichtigen Dingen in seinem Leben widmen konnte. 

Mir fehlte der Zugang zu den Figuren. Sie waren mir nicht symphatisch, auch konnte ich nur anfangs über sie schmunzeln. Sie wirkten blaß und wenig ausgereift und auch die Geschichte hatte nichts Spannendes an sich. Der Schreibstil war leicht und schnell zu lesen, was dafür sorgte, dass man die Geschichte trotzdem zu Ende gelesen hat. Ich glaube der Autor hat einfach zuviel in diese einfache Geschichte gepackt. Er hätte sich entscheiden müssen, ob er ein witziges, aber leichenloses Buch a la Dora Heldt schreiben möchte oder doch lieber einen Regionalkrimi. Manchmal ist dann doch weniger mehr. Etwas Eigensinn und Humor lassen durchaus die Kommissare, Polizisten oder Assistenten aufleben (siehe Klufti oder Eberhofer) und interessant werden, aber zuviele Späße und übertriebene Szenen schaden den Krimi mehr.



2 von 5 Sternen

Herzlichen Dank an den Ullstein Verlag und
http://www.bloggdeinbuch.de/
für das Rezensionsexemplar!

Freitag, 18. April 2014

Henny Walden

"Henny Walden - Memoiren einer vergessenen Soubrette" 
von 
Silke Schütze





erschienen im April 2014
eBook
 dotbooks Verlag
ca. 316 Seiten
ISBN 978 3 95520 523 2


Inhalt:

„Lieber auf dem Diwan räkeln / Als am Haushaltsgeld zu mäkeln. / Lieber Tanz und Dollerei / Als die olle Kocherei! / In der Küche stehn beim Topf? / Ab mit diesem alten Zopf!“

Deutschland in den 20er Jahren. Henriette Elisabeth Wuttke hält es nicht mehr aus in der bedrückenden Enge und Biederkeit der Provinz. Wie viele andere junge Frauen zieht es sie in die brodelnde Metropole Berlin. Hier wird aus der braven Lehrertochter die kecke Henny Walden, die sich alles traut. Ihr Ziel: Als Dichterin und Sängerin berühmt zu werden. Hennys unkomplizierter Charme verschafft ihr schnell Zugang zu den Künstlercliquen der Weimarer Republik. Immer wieder scheint das große Glück zum Greifen nah – doch stets kommt es anders, als Henny denkt…

Spannend, bewegend und amüsant wie eine Kabarett-Revue: Das Porträt einer faszinierenden Frau, die fest entschlossen ist, im Leben nicht in der zweiten Reihe zu stehen. (Quelle: dotbooks)


Die Autorin:

Foto: ARMIN PLÖGER

Silke Schütze, geboren 1961, lebt in Hamburg. Nach ihrem Studium der Philologie arbeitete sie unter anderem als Pressesprecherin, Chefredakteurin und TV-Producerin. Silke Schütze hat zahlreiche Romane und Kurzgeschichten veröffentlicht und hält Schreiben für die zweitschönste Sache der Welt. 2008 wurde sie vom RBB und dem Literaturhaus Berlin mit dem renommierten Walter-Serner-Preis ausgezeichnet.

Bei dotbooks veröffentlichte Silke Schütze bereits „Henny Walden – Memoiren einer vergessenen Soubrette“ und „Frau Hasemann feiert ein Fest“.

Meine Rezension:

 Ich gebe ganz ehrlich zu, dass ich absolut keine Ahnung hatte, wer Henny Walden ist. Aber die Zeit, in der die Geschichte spielt, hat mich interessiert und so beschloss ich Henny Walden, die vergessene Soubrette kennenzulernen.
Das Kapitel zur Entstehung der Geschichte fand ich sehr hilfreich, da man sonst die Einschübe nicht so ganz versteht. Es muss ungeheuer schwierig gewesen sein, Henny Waldens Leben zu verfolgen. In Zeiten des Internets und des WWW ist es nicht schwer Informationen zu erhalten, aber in den 20er Jahren wurde noch alles handschriftlich dokumentiert. Zudem war sie nicht so bekannt, wie Marlene Dietrich oder Hans Albers, aber daran mag vielleicht auch der Reiz gelegen haben.

Ich hatte ein paar Seiten gebraucht, um mit der wilden Henny (Henriette Wuttke) warm zu werden. Aber ich konnte ihre Sehnsucht nach der großen Welt in der großen Stadt Berlin nachvollziehen. Dort war in den 20ern das Zentrum der Kunst und Kultur und das pulsierende Leben. Während halb Deutschland noch an dem verlorenen Krieg denkt und sich damit lähmt, will Henriette berühmt werden. Sie will die Bühnen erobern und singen.
Doch Berlin ist nicht nur groß, laut und bunt, sondern auch schnell, hart und fordernd. Henny hat Probleme sich über Wasser zu halten und muss sich mit kleinen Engagements in weniger berühmten Clubs zufrieden geben. Henny Walden hat selten viel Geld. Immer wieder muss sie umziehen und sich verkleinern oder auf neue Kleider verzichten. Sie wird zu einem Nachtmenschen und verkehrt in den Künstlerkreisen, jedoch nicht in denen von Albers, Dietrich & Co.. Sie muss vorsprechen und mit Niederlagen umgehen und verliert doch nie den Lebensmut. Auch die Liebe ist nicht das, was sie sich erhofft hat. Doch sie ist eine Kämpferin, die immer wieder aufsteht und an sich glaubt.

Das Buch erzählt von Henny Walden und ihren "Kampf" um ein kleines Stück von der Berühmtseintorte. Es werden dabei die Verhältnisse in den 20iger Jahren so detailliert und lebensnah beschrieben, dass es einfach nur Spaß macht, in diese Zeit zu reisen. Silke Schütze zeigt aber nicht nur die goldene Seite, die Parties, die Kunst, die Kleider und die Unbeschwertheit nach einem harten Krieg, sondern auch den Überlebenskampf, wenn man keine Auftritte hat, den Hunger, den Geldmangel und den Abstieg. 
Immer wieder werden Lieder, Gedichte und kleine Eintragungen aus den Tagebüchern, von Briefen und Notizzetteln eingefügt und dies schafft ein authentischeres Bild von Henny Walden. Die Texte spiegeln die Zeit wieder und wie auch schon die Autorin erwähnte, muss man sich diese auch beim Lesen der Texte vor Augen halten, denn sonst wirken sie eigenartig oder kitschig. Für die damalige Zeit waren sie jedoch passend und teilweise mit einem Augenzwinkern. 

Insgesamt fand ich das Buch gut geschrieben und verständlich. Manchmal war es mir etwas zu träge, langatmig, dann zog die Autorin das Tempo wieder etwas mehr an. Manche Passagen hätten auch etwas kürzer sein können, aber das ist ein subjektives Empfinden.


Ansonsten hat mir das Buch gut gefallen und ich bin gern mit Henny Walden in den 20ern gewesen. 
PS: Ganz zum Schluß lässt die Autorin noch eine kleine "Bombe" platzen. 

4 von 5 Sternen 


Herzlichen Dank an den dot.books Verlag.

 

Donnerstag, 17. April 2014

Das Fasten hat ein Ende!

Ich faste BÜCHER

Mein Fastenziel ist es 6 Wochen lang keine Bücher zu kaufen, zu tauschen oder auszuleihen. Rezensionsexemplare sind jedoch außen vor, denn davon lebt auch dieser Blog, dass ab und an ein aktuelles Buch hier vorgestellt wird. Meinen Lesebedarf werde ich über meinen SUB decken und hoffe natürlich auch damit diesen Stapel etwas zu verringern. 

Ich werde ab und zu darüber schreiben, wie es mit dem Fasten läuft und von meinen Fortschritten erzählen (Niederlagen schließe ich jetzt mal aus ;-)). 
Ich bin gespannt, ob ich es durchhalten werde. 


10.03.2014
5. von 42 Fastentagen

Seit fünf Tagen bin ich am Bücherfasten und habe bisher gut durchgehalten. Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber seitdem ich faste, sehe ich überall Bücher im Angebot, Bücherneuvorstellungen, Bücherzeitschriften usw. Gemeinerweise kam auch diese Woche wieder das Büchermagazin direkt nach Hause. Nur lesen, nicht kaufen! Grmpf. Aber alle Wünsche sind fein säuberlich für "danach" notiert und abgespeichert. 
Es gibt so einige gemeine Personen im Freundeskreis, die nun regelmäßig mir von ihren Büchern oder ihren Bibliotheksbesuchen erzählen. Nein, ich nicht! 
Auch in einer großen Sonntagszeitung war heute ein Spezial zum Thema Bücher drin. Arrgh!! Aber auch hier nur gucken nicht anfassen ;-). 
Noch habe ich zwei Rezensionsexemplare auf dem Lesetischchen liegen, aber danach werde ich dem SUB an die Bücher gehen. Ich freue mich darauf. 

13.03.2014
8. von 42 Fastentagen

Drei weitere Tage sind geschafft. Ganz ohne Bücherkauf oder -tausch. Die "Entzugserscheinungen" sind nicht so schlimm wie erwartet obwohl Buchmesse in Leipzig ist und überall Buchempfehlungen mir auflauern. Bücher von meinem SUB konnte ich noch nicht abbauen, aber die Reziexemplare von Februar sind fast gelesen. 

18.03.2014
13. von 42 Fastentagen

Bald sind 14 Tage vorbei und es läuft gut. Momentan kann ich gaaaanz geschmeidig an den Buchläden vorbeigehen ohne ein Kaufkribbeln zu bekommen. Gavin Extence "Alex Woods" habe ich gelesen und kann es nur empfehlen. Fantastisches Buch mit einem wundervollen Alex. Jetzt lese ich gerade mein letztes Rezibuch "Der Sandmann" von Lars Kepler und bin schon fest darin versunken. Es ist so spannend und fesselnd. Nichts kurz vorm Schlafengehen :-). 

23.03.2014
18. von 42 Fastentagen

Drei (!) Bücher vom SUB abgebaut und es soll die nächsten Tage und Wochen so weitergehen. Ich habe alle Rezeionsexemplare gelesen und nun widme ich mich ganz dem Abbau meines riesigen SUB`s. Gegenüber neuen Rezensionsexemplaren bin ich natürlich nicht abgeneigt, aber es werden keine neuen Bücher gekauft. Der Buchladenbesuch während meines Urlaubes war auch nahezu gefahrenlos, obwohl ich schon fleißig notiert habe, welche Bücher ich gern lesen möchte. Aber gekauft wurde nichts, obwohl ich durch Herrn C. durchaus verlockende Angebote erhielt.  

29.03.2014
24. von 42 Fastentagen

Mittlerweile habe ich fünf Bücher vom SUB abgebaut und kann nun wieder ein Rezensionsexemplar lesen. Leider waren meine SUB-Bücher nicht so die Renner. "Wahrheit wird völlig überbewertet" fand ich einfach nur klischeehaft und überladen und die Hauptfigur ging mir mit ihrem Gejammer mächtig auf die Nerven. Gut, dass es jetzt vom SUB weg ist. Eine Rezension werde ich dazu nicht schreiben. Dafür werden in den nächsten Tagen zwei Rezensionen zu den Blanvaletbücher kommen. Da ich auf Arbeit momentan etwas kreisel, komme ich gar nicht so richtig zum Sichten des Büchermarktes. Auch das klitzekleine Löchlein im SUB-Regal gefällt mir ganz gut und schon werde ich tollkühn und habe doch glatt schon den Gedanken das Fasten bis Ende Juni auszuweiten. Ähmmm...ich überlege es mir noch...noch nichts in Stein gemeißelt. Muss noch mal darüber schlafen..oder zweimal.

05.04.2014
30. von 42 Fastentagen

Heute wäre es fast passiert. Ein riiieeeesiger ME-Stand voller schöner Bücher stellte sich mir knallhart in den Weg. Ich konnte kaum ausweichen und musste zumindest die Bücher mal kurz anschauen und so manches in die Hand nehmen. Schon setzte sich der Sammel- und Jagdtrieb als Teufelchen auf meine linke Schulter und flüsterte mir leise ins Ohr "Nimm es mit. Muss doch keiner wissen. Bleibt unter uns." und das Gewissen, der Engel, bieberte auf der rechten Seite "Du gibt doch jetzt nicht auf. Es läuft doch so gut." Und, wer hat gewonnen?? Natürlich das Engelchen....aber der Gedanke hängt noch bei den Büchern.

13.04.2014
38. von 42 Fastentagen

Noch vier Tage, dann ist es vollbracht!!! Ich kann es kaum erwarten, denn die letzte Woche  hat mich sehr getestet. Erst war ich am Donnerstag zu einer Lesung von Stefan Bollmann "Frauen und Bücher" und konnte dort nichts kaufen und dann war auch noch am Samstag Lesenacht in der Stadt inkl. Büchermarkt. Orrrhhhhh!!!! Mich hat es schon hin- und hergerissen, aber ich blieb tapfer, denn so kurz vorm Ziel werde ich nicht schwach. Nein! 

17.04.2014
42. von 42 Fastentagen

Ich habe es geschafft. 42 Tage keine Bücher gekauft, getauscht oder ausgeliehen. So manches Mal hat es mich fast innerlich zerrissen und an anderen Tagen bin ich fast größenwahnsinnig geworden und wollte bis Juni weitermachen. Ts! Nein, ich beende das Fasten hiermit und freue mich wieder auf den Bummel im Buchladen mit! Kaufoption. Meine Enthaltsamkeit hat zwar meinen SUB nicht wirklich stark geschmälert, aber ich habe auf etwas verzichtet, was mir wichtig ist. Also den Sinn des Fastens erfüllt.


Ich wünsche Euch ein schönes Osterfest. 
Ein paar erholsame und stressfreie Tage, gutes Wetter und 
eine erfolgreiche Ostereisuche ;-). 

Freitag, 11. April 2014

Triumph des Himmels

"Triumph des Himmels" 
von 
Andrea Schacht


erschienen am 24.03.2014 
Blanvalet Verlag
ISBN 9783764504595
576 Seiten


Inhalt:


Einer gewinnt, die anderen verlieren – die Liebe siegt 1925: Die Rallye »Von Triumph zu Triumph« von Paris nach Berlin verspricht, das Ereignis des Jahres zu werden, und zieht eine illustre Fahrerschaft an. Für den Abenteurer Alastair MacAlan ist ein Sieg die letzte Hoffnung vor dem endgültigen Abstieg, doch einige andere Teilnehmer haben weit dunklere Motive. Als die junge Berliner Journalistin Emmalou von der abenteuerlichen Unternehmung erfährt, ist sie wie elektrisiert – sie will das Rennen mit dem Flugzeug begleiten, um mit einem sensationellen Bericht Anerkennung zu finden. Doch bei einem Blick auf die Teilnehmerliste entdeckt sie einen Namen, der alte Erinnerungen in ihr weckt, die sie längst begraben glaubte.



Die Autorin



Meine Meinung:

 Eine Ralley als Aufhänger für eine so umfangreiche Geschichte war mal etwas Neues. Bisher kannte ich mich wenig mit Autos aus dieser Zeit 1925 aus, doch jetzt kann ich zumindest mit rudimentären Wissen glänzen. Die Autorin lässt die Ralley in Paris starten und stellt auf den ersten Seiten die ganzen wichtigen Teilnehmer der Ralley vor. Ich fand den Einstieg etwas langatmig und manchmal etwas zu sprunghaft, aber wenn man sich etwas eingelesen hatte, konnte man ihr besser folgen. Sie beschreibt ihre Figuren teilweise sehr detailiert, so dass man sich die Charaktere gut vorstellen kann. Natürlich hat sie auch tief in die Klischeekiste gegriffen, aber wer macht dies nicht? 

Zum Beispiel wirkte Alastair MacAlan wie ein Superheld. Macht fast alles richtig, sieht gut aus, ist höflich und zuvorkommend und immer auf der richtigen Seite. Auch Emmalou ist eine von den Guten in diesem Buch und auch sie benimmt sich häufig sehr ehrenhaft. Manchmal waren mir die Charaktere zu glatt und vorhersehbar. Fritz und Charlie dagegen haben mir gut gefallen. Berliner Schnauze und viel Herz. Fritz ist mit seiner Unbeholfenheit und seinem Straßenjungencharme gut gelungen. Sein Leben ist bisher nicht so glatt verlaufen, er leistet sich immer wieder kleine Schnitzer und schafft es mit seiner direkten, aber herzlichen Art den Leser zu packen. Er war in dieser Geschichte mein "Liebling". 
Fast jeder Charakter hat eine Vergangenheit, die noch Fragen offen hat. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr werden die Verbindungen der einzelnen Teilnehmer untereinander aufgedeckt. Für mich waren dies aber zuviele Zufälle, dass sie nun alle ausgerechnet an dieser Ralley teilnahmen. Interessant waren dagegen die Verstrickungen und verborgenen Probleme, die nun langsam an die Oberfläche kamen. Der erste Weltkrieg spielt hier eine wichtige Rolle. Jedoch fand ich den geschichtlichen Einsatz noch zu oberflächlich.

Andrea Schacht hat ihre Geschichte in große und kleine Kapitel eingeteilt. Sie startet mit der Ausschreibung und geht dann die einzelnen Etappen durch. Jedes große Kapitel hat noch einmal viele kleinere Kapitel, die nicht sehr lang sind. Mit jedem Kapitel wird eine kleine Geschichte abgeschlossen und so liest sich das Buch sehr zügig. Es ist sehr gut geschrieben und schafft durch die vielen Details gut vorstellbare Bilder. Gelungen fand ich die Karte im Buch auf der man die einzelnen Etappen der Ralley verfolgen konnte. Auch die Covergestaltung ist schön, da schlicht und aussagekräftig.




Insgesamt ist es eine gut zu lesende Geschichte mit ein paar geschichtlichen Elementen, die jedoch nur oberflächlich sind. Die Figuren sind teilweise sehr gut gelungen, andere leider nicht so sehr. Wer schon immer mal eine lange Geschichte rund um Autos, Liebe und Vergangenheit lesen möchte, kann bei diesem Buch gut zugreifen. Wer jedoch etwas mehr Tiefgang oder Geschichte erwarten, den wird das Buch etwas enttäuschen.

Mir hat das Buch, trotz der obengenannten Kritikpunkte, gefallen. Für mich war es ein schöner Schmöker, der mir ein paar entspannte Stunden beschert hat.


3 von 5 Sternen



Mittwoch, 9. April 2014

Wer ins kalte Wasser springt, muss sich warm anziehen

"Wer ins kalte Wasser springt, muss sich warm anziehen"
von 
Julia Bähr und Christian Böhm

 


erschienen am 15.07.2013
Blanvalet Verlag
ISBN 9783442380244
 300 Seiten


Inhalt
 
Eine Liebesgeschichte – zwei Perspektiven – jede Menge Chaos Luisa und Mark sind das ideale Paar. Alles, was ihnen noch zum ganz großen Glück fehlt, ist der längst fällige Heiratsantrag von Mark – findet zumindest Luisa. Als Mark ihr endlich den Verlobungsring an den Finger steckt, schwebt sie im siebten Himmel. Allerdings haben beide die Rechnung ohne Luisas Vater gemacht, der überhaupt nichts von seinem künftigen Schwiegersohn hält. Und der sich kurzerhand selbst auf die Suche nach dem richtigen Mann für sein geliebtes Töchterlein macht. Als dann auch noch Marks sexy Ex-Freundin auftaucht, scheint das Chaos perfekt … und eine Hochzeit in weiter Ferne.


 Meine Meinung

 Das war leider mal wieder ein Buch, bei dem ich mich völlig vertan habe. Der Covertext klang witzig und ansprechend, aber leider war die Geschichte zwischen dem Cover nicht so mein Ding. Die Hauptfiguren fand ich nach ein paar Kapiteln anstrengend und gelegentlich nervig, die Nebenfiguren waren eher blaß und sprachen mich wenig an. Es wurden zahlreiche Klischees aus der Schublade geholt und aufgewärmt. Manche Probleme wurden angesprochen und dann doch wieder fallengelassen oder schnell zum Guten aufgelöst - nichts durfte dem Happy End im Wege stehen. 
Man wusste schon nach wenigen Seiten, wie sich die Geschichte entwickeln wird. Es fehlten mir die kleinen Spannungsmomente, die Verwicklungen und auch der Humor. Es wirkte so abgearbeitet...ein Punkt nach dem anderen. Schade. 

Einen Stern gibt es von mir für die verschiedenen Erzählperspektiven (männlich/weiblich) und einen Satz, der mich auflachen ließ und somit das Beste am ganzen Buch war.

 

1 von 5 Sternen

Samstag, 5. April 2014

Provenzalische Verwicklungen

"Provenzialische Verwicklungen" 
von Sophie Bonnet

 
erschienen am 17.03.2014
Blanvalet Verlag
ISBN 9783764505127
320 Seiten


 Inhalt:

Sainte-Valérie, ein idyllisches Dorf in der Provence inmitten von Weinbergen und Olivenhainen. Der ehemalige Pariser Kommissar Pierre Durand würde den Spätsommer in seiner Wahlheimat genießen, wenn ihn nicht gerade seine Freundin verlassen hätte. Doch auch mit der Ruhe ist es plötzlich vorbei: Der Dorfcasanova wird ermordet in einem Weintank aufgefunden – daran geheftet ein Rezept für Coq au vin. War es ein makabrer Racheakt eines gehörnten Ehemanns? Die Dorfbewohner halten fest zusammen. Und schon bald ahnt Pierre, dass sich hinter der schönen Fassade Sainte-Valéries ganze Abgründe auftun.


 Meine Meinung:

Anfangs hatte ich die Befürchtung es könnte eine Kopie von den Krimis von Jean-Luc Bannalec werden. Viele Details sind ähnlich und schaffen somit einen unwillkürlichen Vergleich. Jedoch hat sich die Befürchtung nicht bestätigt. Ja, es gibt so einige Parallelen, aber die Hauptfiguren sind doch recht unterschiedlich vom Charakter und auch die Umgebung und Atmosphäre ist eine andere. 

Mir hat der "neue" Kommissar Pierre Durand sehr gut gefallen. Er hat sich selbst ins Exil begeben (solange er noch die Wahl hatte, es selber auszusuchen) und somit ist er nicht ganz so sehr frustriert und deprimiert. Er genießt sein Leben in Sainte-Valerie und schafft sich ein neues Zuhause. Auch wenn er einen etwas übereifrigen Assistenten hat und auch sonst nicht viel in der Gemeinde los, mag er dieses Leben. Sein Glück mit den "örtlichen" Frauen ist leider nicht so stabil, aber er weiß damit umzugehen. Das Leben könnte nun ganz beschaulich weitergehen, wenn nicht ein ortsbekannter Casanova im Wein ertränkt wurden wäre. Nun gilt es einen Mord mit Rezept aufzuklären und das möglichst schnell. Bei Durand erwacht wieder das Jagdgen aus Pariser Zeiten und so untersucht er den Fall weit über seine Kompetenzen hinaus. 

Nebenher wächst ganz langsam eine andere Geschichte heran, die zwischen Pierre und Charlotte. Man spürt die Sympathie, die sie für einander haben. Auch die kleinen Episoden mit Luc, dem Assistenten, sind recht gut gelungen und machen die Geschichte lebendiger und humorvoller. Etwas übereifrig, etwas zu laut und irgendwie erinnert er mich an einen Welpen. Wenn er sich festgebissen hat, lässt er nicht mehr los. 
Doch nicht nur die Morde in Sainte-Valerie halten Pierre auf Trab, sondern auch die alten Geister aus Paris, die ihn verfolgen und behindern wollen. 

Ein gelungener Krimi mit Humor, Augenzwinkern, wenig Blut, aber Spannung und vielen kleinen Rästeln und einen sympathischen Kommissar, dem man das Beste wünscht und trotzdem auf den nächsten Mord hofft, damit er wieder in dieser wunderschönen Gegend ermitteln kann. 

Wer die französische Küche mag und auch gern selber kocht, bekommt hier ein paar Rezepte aus dem Buch frei Haus geliefert. Nur kochen muss man noch selber ;-).


5 von 5 Sternen

Dienstag, 1. April 2014

Rein & Raus März 2014

Der Monat März war ein sehr, sehr guter Lesemonat. Durch die Woche Urlaub und meine Fastenzeit konnte ich auch den SUB um ganze 5 Bücher abbauen. Die Rezensionsexemplare waren auch interessant und spannend. Das ich das Lesepensum im April fortsetzen kann, möchte ich bezweifeln, aber bis Ostern wird auf alle Fälle noch gefastet und mal schauen, wie viele SUB-Bücher dadurch "ablesen" werden.

Rein März 2014




Sarah Schocke "Genießen, wie es mir gefällt"
Lars Kepler "Der Sandmann"
Sophie Bonnet "Provenzialische Verwicklungen"(kein Bild)
Andrea Schacht "Triumph des Himmels" (kein Bild)

Raus März 2014


1. Sarah Schocke "Genießen, wie es mir gefällt" 4 von 5 Sternen
2. T.C. Boyle "Talk, Talk" 5 von 5 Sternen
3. Anna Funder "Alles was ich bin" 5 von 5 Sternen
4. Daniel Oliver Bachmann "Freiheit für Anfängerinnen" (nicht auf dem Bild/eBook) 2 von 5 Sternen
5. Marc Levy "Um ein Haar" 4 von 5 Sternen
6. Rudi Jagusch "Amen"5 von 5 Sternen
7. Gavin Extence "Das unerhörtes Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat" 5 von 5 Sternen
8. Lars Kepler "Der Sandmann" 5 von 5 Sternen
9. Julia Bähr / Christian Böhm "Wer ins kalte Wasser springt, muss sich warm anziehen"  (SUB)  1 von 5 Sternen
10. Katharina Münk "Die Insassen"  ( SUB)  4 von 5 Sternen
11. Vincent Kliesch "Der Todeszauberer" (SUB)  4 von 5 Sternen
12. Laurence Cossé "Der Zauber der ersten Seite" (SUB)  1 von 5 Sternen
13. C.M. Herbst / A.Frier "Ich guck mal, ob du in der Küche liegst" 4 von 5 Sternen
14. Heike Abidi "Wahrheit wird völlig überbewertet" (SUB)  2 von 5 Sternen