Sonntag, 26. Januar 2014

Unbescholten

"Unbescholten" von Alexander Söderberg




erschienen am 17.09.2013
Piper Verlag
ISBN 9783492964081
 
477 Seiten

Inhalt:


Sophie Brinkmann ist eine unbescholtene Frau. Bis sie ihrem neuen Freund begegnet und vor der Frage steht, ob sie für ihn ihre innersten Überzeugungen opfern soll – und vielleicht sogar ihr Leben. 

Gut und Böse. Für Sophie Brinkmann, Stockholmer Krankenschwester und alleinerziehende Mutter, gibt es eine klare Grenze. Bis sie Hector Guzman kennenlernt – und Kommissarin Gunilla Strandberg sie bittet, ihn zu bespitzeln. Plötzlich tauchen unangenehme Fragen auf: Wer ist Hector Guzman wirklich, der sich ihr als charmanter Verleger vorgestellt hat? Und wie weit würde Sophie gehen, um ihrem neuen Freund zu helfen? Doch erst als Hector entführt und Sophies Sohn Albert lebensgefährlich verletzt wird, begreift sie, dass das alles keine Gewissensfrage mehr ist – sondern eine auf Leben und Tod. 




Meine Meinung:

Endlich mal wieder eine kleine Serie aus Schweden. Als ich die Inhaltsangabe gelesen hatte, freute ich mich auf ein paar spannende Stunden. Doch leider, leider war die Spannung schnell vorbei und die Geschichte zog sich über viele Seiten.

Die Geschichte startet mit einem ständigen Wechsel der Charaktere. Immer wieder kamen neue Figuren hinzu. Teilweise wurden sie aber nur sehr oberflächlich in die Geschichte eingeführt und so musste man nicht, welche Rolle sie so richtig für die Geschichte spielen. Durch die ständigen Wechsel hatte man immer wieder das Gefühl aus der Geschichte herausgerissen zu werden. Ich hatte auch starke Probleme mich in die Geschichte einzulesen. Aufgrund der Vielzahl an Figuren konnte sich keine so richtig gut entwickeln. Sie wirkten oberflächlich und emotionslos. Es gab für mich keinen Symphatieträger mit dem ich mitfiebern konnte. 
Zudem hatte ich wohl das Pech das „Montagsbuch“ in der Hand zu halten. Mehrfach tauchten Rechtschreibfehler, fehlende Buchstaben oder doppelte Buchstaben (z.B. iim) auf, was den Lesefluss beeinträchtigte.

Ich habe mich durch die Geschichte gequält immer mit der Hoffnung, dass die Geschichte an Struktur gewinnt und spannender wird. Doch leider bleibt sie bis zum Schluss eher langatmig und oberflächlich. Schade.

2 von 5 Sternen

Donnerstag, 23. Januar 2014

Der Tag, an dem meine Wohnung abbrannte und ich bei meiner kroatischen Putzfrau einzog

"Der Tag, an dem meine Wohnung abbrannte und ich bei miener kroatischen Putzfrau einzog" von Ulla Ziemann


erschienen am 10.12.2013
Piper Verlag
ISBN 9783492302548
304 Seiten


Inhalt:

Niemals hätte Eva zugeben, dass sie sich ihr Apartment und ihre Shopping-Exzesse gar nicht leisten kann. Aber als ihr Haus abbrennt, ist mit dem Luxus ein für allemal Schluss: Sie zieht in die WG ihrer kroatischen Putzfrau Danka, der alten Ljudmila aus Tschetschenien und der Nigerianerin Adila. Irgendwie gelingt es Eva, sich mit ihrem neuen Leben anzufreunden - zumindest bis die Vergangenheit sie einholt und sie das Schicksal der gesamten illustren WG aufs Spiel setzt





Meine Meinung: 

Ich gebe zu, dass mich schon dieser Titel in den Bann gezogen hat noch bevor ich überhaupt wußte, worum es eigentlich geht. 

Aber auch Eva und ihre großen und kleinen Chaosstrategien sorgten für so manche witzige Minute. Eva erfüllt zumindest am Anfang des Buches so manches Klischee. Sie ist symphatisch und erfrischend, obwohl sie kein glückliches Händchen für Männer, Jobs und Freunde hat. Doch sie hat Glück im Unglück - sie hat ihre kroatische Putzfrau, die ihr auf die Beine hilft. 
Danka ist das Gegenteil von Eva und so fügt sich zusammen, was nicht immer passt. Mit viel Humor und Augenzwinkern wird das Zusammenleben und -arbeiten beschrieben. Man kann sich sehr gut vorstellen, wie schwer es Eva fällt, nicht mehr in der schönen Scheinwelt zu leben. Doch dann kippt die witzige Stimmung etwas und die Autorin wird ernster. Durch einen Fehler von Eva wird die eigenwillige WG auseinander gerissen und der Rückhalt verschwindet. Eva muss nun allein kämpfen. Zum einen versucht sie ihren Fehler zu beheben, ihre eigenen Probleme zu beseitigen und zum anderen muss sie die Rest-WG versorgen. Fast schon wächst es ihr wieder über den Kopf. 
Der zweite Teil der Geschichte hat sowohl witzige als auch traurige, nachdenkliche Phasen. Am Ende überstürzen sich etwas die Ereignisse. Die Autorin hätte sich hier noch ein paar Seiten Zeit lassen können. Aber insgesamt macht es Spaß Eva in ihr neues Leben zu begleiten und mit ihr die Hürden zu nehmen.

Sonntag, 19. Januar 2014

Bretonische Brandung

"Bretonische Brandung" von Jean-Luc Bannalec


erschienen am 18.04.2013 
Goldmann Verlag
ISBN 9783442479283
352 Seiten



















Inhalt:

Zehn Seemeilen vor Concarneau: Die sagenumwobenen Glénan-Inseln wirken mit ihrem weißen Sand und kristallklaren Wasser wie ein karibisches Paradies – bis eines schönen Maitages drei Leichen angespült werden. Das hat Kommissar Dupin gerade noch gefehlt: eine wackelige Bootsfahrt am frühen Morgen, ein nervtötender Präfekt, zu wenig Kaffee und keinerlei Anhaltspunkte. Wer sind die Toten? Wurden sie Opfer des heftigen nächtlichen Unwetters? Zuerst deutet alles darauf hin. Doch dann führen die Ermittlungen den Kommissar tief in die Geschichte der Inseln und ihrer eigensinnigen Bewohner und bringen eine dramatische Gewissheit ans Licht.



























Meine Meinung:

Beim zweiten Fall von Kommissar Dupin hatte ich Anlaufschwierigkeiten. Ich brauchte ein paar Seiten, um den Charakter des Kommissars wieder aufzunehmen und mich in der Landschaft zurecht zu finden. Nachdem ich die vielen kleinen Inselchen auf der Landkarte im Internet mir angeschaut habe, konnte ich der Geschichte und den vielen Bootsfahrten besser folgen. Kommissar Dupin hat sich kaum verändert - er geht weiterhin seinen ganz eigenen Weg, um die Fälle zu lösen. Nicht immer stößt er dabei auf Gegenliebe und schon gar nicht bei seinem Vorgesetzten (den er häufig ignoriert und warten lässt). Denn dieser ist in diesem Fall irgendwie mit involviert oder doch nicht? Dupin bekommt noch immer als "Fremder" (also als Pariser in der Bretagne) misstrauische Blicke zu geworfen und muss sich die Antworten auf seine Fragen hart erarbeiten. Doch mittlerweile weiß er, wie er die Menschen "packen" muss, um zu seinem Ziel zu kommen. Doch auch dieser Fall wird alles andere als einfach. Denn nicht nur die Inselbewohner sind nur wenig zur Kommunikation bereit, auch die Verstrickungen mit dem Festland, der Politik und dem Geld bereiten Probleme. Dazu kommt noch ein starkes Unwetter, welches den Kommissar an die Insel fesselt.

Nach einem etwas zähen Einstieg wurde der Krimi immer besser und las sich zum Ende sehr flüssig. Die Zusammenhänge werden nur langsam freigegeben und so tappt man eine Weile durch das Dunkel und staunt doch ab und zu, wie der Kommissar zu seinen Schlussfolgerungen kommt. 

Spannend, interessant und gut verstrickt, ist auch diesmal die Bretagne und ihr Kommissar.


Donnerstag, 16. Januar 2014

Die Mutter des Erfolgs

"Die Mutter des Erfolgs - Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte" 
von Amy Chua




erschienen als Taschenbuch am 01.05.2012
dtv Verlag (meine Ausgabe ist von Bertelsmann)
ISBN 9783423347228 
256 Seiten

Inhalt:

Tigermütter wollen sicherstellen, dass ihre Kinder erfolgreich und selbstbewusst sind. Das hatte auch Amy Chua vor. Es wurde geradezu zur Obsession für sie. In dem Rückblick auf ihr Leben als Mutter beschreibt sie souverän, selbstkritisch und durchaus auch komisch, wie ihre Familie damit umging. Man liest mit gemischten Gefühlen und steigendem Interesse. Und fängt an, auch über die eigenen Vorstellungen und Einstellungen nachzudenken.

Meine Meinung:

Nach diesem Buch war ich erstmal schockiert über die chinesische Erziehung. 
Amy Chua erzählt hier ihre Geschichte. Wie sie und ihr Mann (aber im Vordergrund steht Amy) ihre Töchter Sophia und Louisa (Lulu) zu erfolgreichen Menschen erziehen will. Sie erklärt den Unterschied zwischen der westlichen (und aus ihrer Sicht verweichlichten) und der chinesischen (harten und strengen) Erziehung. Es ist teilweise so anders zum eigenen Denken, dass man vor lauter Staunen einfach weiterlesen muss. Immer wieder erwischte ich mich wie ich kopfschüttelnd weiterblätterte, aber das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Ich war entsetzt, wenn sie schrieb, dass sie ihre Kinder bis zur Erschöpfung anschrie und stundenlang zum Üben zwang, ihnen keine Freundinnen erlaubte oder Hobbies, die aus ihrer Sicht nichts bringen. 

Ich war erstaunt über den fanatischen Ehrgeiz der Mutter, was sie auf sich nahm, um ihre Töchter zu fördern, zu motivieren und zu den Besten zu erziehen. Amy Chua schreibt sehr direkt und deutlich, welche Kämpfe sie mit ihren Töchtern geführt hat. Teilweise werden ganze Dialoge widergegeben, was das Ganze noch verständlicher macht. Sie schreibt aber nicht nur sehr offen über ihre Erfolge, sondern auch wie sie scheitert und immer wieder an ihre eigenen Grenzen stößt. Trotz der Strenge, die sie gegenüber ihren Kindern walten lässt, kann man auch herauslesen, wie sie ihre Kinder liebt und nur das Beste für sie möchte. 

Das Buch lässt sich sehr gut lesen und fesselt auf seine ganz eigene Weise den Leser. Ich fand es sehr interessant, auch wenn es nicht meinen Vorstellungen von Erziehung entspricht (da bin ich wohl doch das westliche Weichei ;-)). 


Montag, 13. Januar 2014

Eva und die Apfelfrauen

"Eva und die Apfelfrauen" von Tania Krätschmar



erschienen am 21.10.2013
Blanvalet Taschenbuch Verlag
ISBN 9783442381128
352 Seiten
Inhalt: 
 Hausbesitzer mit Herz und ohne Erben gesucht! Wir sind: fünf Freundinnen im allerbesten Alter. Wir suchen: ein großes Haus in Berlin, in dem wir gemeinsam älter werden können. Wir haben: viel Enthusiasmus, wenig Geld. Schön wären: Garten, nette Nachbarn. Die Anzeige im Internet ist ein voller Erfolg: Eva und ihre vier besten Freundinnen erben tatsächlich ein Haus! Allerdings nicht in Berlin, sondern im Wilden Osten, und nur unter einer Bedingung: Sie müssen den riesigen Apfelgarten bewirtschaften, der zum Haus gehört. Aber das ist für die fünf munteren Städterinnen nur eine von vielen Herausforderungen.
Meine Meinung: 
 Wer sich den Covertext durchliest, wird schon hier merken, dass die Geschichte nicht neu ist. Frauen, die in den besten Jahren sind, wollen sich verändern und etwas Neues starten. Sie möchten ihre Freundschaft nutzen, um gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.
Das hatte man schon in anderen Büchern in ähnlicher Form gelesen und doch ist dieses Buch eine schöne lockere und entspannte Lektüre für den grauen Wintertag. 
Hier sind es fünf Frauen, die nun mit einer Anzeige ein neues bzw. anderes Leben starten wollen. Sie bekommen ein Haus vererbt, welches sich fernab von jedem Dreck, Lärm und der Kultur der Großstadt befindet. Sie müssen im Garten aktiv werden und sich in die ländliche Gemeinschaft integrieren. Dabei stoßen sie jedoch immer wieder an ihre Grenzen. Sie merken, dass selbst das Leben mit den besten Freundinnen kompliziert sein kann, das ohne einen Haushaltsplan nichts funktioniert und das das Landleben nicht jeder Frau`s Sache ist. Ein Jahr müssen sie zusammenleben, um das Haus endgültig zu erben. 
Doch schaffen sie es? 
Tania Krätzschmar hat charmante und witzige Figuren geschaffen, die fest im Leben stehen und mit denen man sich identifizieren kann (nicht mit jeder Marotte oder Macke, aber bei irgendeiner Frau kann man Parallelen finden). Es macht Spaß die Plänkeleien zwischen den Einheimischen und den Frauen zu lesen, auch die kleine Liebesgeschichte ist schön, wenn auch sehr vorhersehbar. Für etwas Dramatik wird auch gesorgt, wenn sich die Frauen gegen einen Mann verschwören. 
Insgesamt eine leichte Geschichte mit vorhersehbaren Handlungen, aber auch kleinen Verwicklungen, die sich gut lesen lässt. 
 

Dienstag, 7. Januar 2014

Die Kunst des Sterbens

"Die Kunst des Sterbens" von Chris Morgan Jones


erschienen am 09. 12. 2013
Heyne Verlag
ISBN: 9783453410726
477 Seiten 

Inhalt:

Ben Webster, der für eine Sicherheitsfirma arbeitet, steht vor dem ungewöhnlichsten Auftrag seines Lebens. Der iranische Milliardär Darius Qazai beauftragt Webster, gegen ihn zu ermitteln. Auf diese Weise will der Geschäftsmann und Kunstsammler seine reine Weste beweisen. Aber den faszinierenden Qazai umgibt ein finsteres Geheimnis. Immer mehr Tote kreuzen Websters Weg, und schnell wird ihm klar, dass mächtige Feinde aus Politik und Hochfinanz auch sein Leben bedrohen.

Jedes Leben hat seinen Preis....

Meine Meinung: 

Ich lese kaum Thriller, die sich mit Sicherheitsfirmen, Ermittlungen in der Wirtschaft oder über mehrere Länder hinweg, beschäftigen. Die britischen Autoren sind bei mir eher weniger vertreten, so dass ich nun den neuen Jones, der so viel Lob bekommen hat, lesen wollte.

Die Story ist nicht so leicht zu überschauen und noch schwerer zu beschreiben. Es tauchen immer wieder neue Figuren auf und bringen entweder neue Gefahren für Webster oder neue Spuren, die das Geheimnis von Qazai aufdecken. Die Vielfalt der Figuren hat aus meiner Sicht dazu geführt, dass keine Figur sich so richtig entwickeln konnte. Sie waren nur oberflächlich und zu wenig in die Tiefe beschrieben und so konnte ich nicht so wirklich eine "Verbindung" zu ihnen aufbauen. Auch wiederholte sich der Autor oft bei den Beschreibungen seiner Figuren. 

Der Schreibstil des Autors ist gut und flüssig zu lesen. Jedoch schweift er auch gern einmal ab und so hat das Buch, trotz hohem Tempo, seine langatmigen Phasen. Die ein oder andere eingeschobene Geschichte hätte er kürzen bzw. weglassen können ohne das es der Spannung geschadet hätte.

Machenschaften, Feinde im Ausland, Geld, Gier und Politik, Waffen und Kunst alles in einem Buch auf 477 Seiten. Sehr viel Stoff für diese Seiten und teilweise zu viel. Wie heißt es so schön, weniger ist manchmal mehr. Etwas weniger Verfolgung, Gewalt und Fädenziehen und dafür etwas mehr Konturen für die Figuren, die Geschichte an sich wären gut gewesen. 

Wer jedoch gern temporeiche Geschichten liest, die sich dazu noch über mehrere Länder und Kulturen, Mächten und Familien ziehen, der ist hier genau richtig. 
























Ich bin noch etwas unschlüssig bei diesem Buch, aber insgesamt würde ich 3 Sterne geben. Gut zu lesen (nichts für zwischendurch), spannend und schnell, aber leider wenig ausgearbeitete und spannende Charaktere und zu viel Stoff für eine Geschichte.



Sonntag, 5. Januar 2014

Der Bilderwächter

"Der Bilderwächter" von Monika Feth



erschienen am 18.12.2013 Jumbo Verlag
ISBN 9783833731389 
Kauf hier!
5 CD = 377 Minuten Spielzeit




Inhalt:
Zwei Jahre lang hat Jettes Freundin Ilka den Nachlass ihres berühmten Bruders nicht angerührt. Als sie nun das erste Mal die Bilder von Ruben in Augenschein nimmt, ist es, als hätte sie die Büchse der Pandora geöffnet. Ein Mitarbeiter von Rubens Nachlassverwalter wird tot aufgefunden und ein unglaublicher Medienrummel bricht über Ilka herein. Jette und Merle ermitteln im Wettlauf gegen die Zeit, denn Ilka selbst gerät ins Blickfeld des Mörders. 


Meine Meinung: 

Monika Feth hat eine interessante Geschichte geschrieben, die ich jedoch nicht als Thriller bezeichnen würde. Für mich war es eher ein Krimi. 

Die Geschichte wird von Sprechern aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Das versprach ein spannendes Hörerlebnis. Die Idee an sich, ist nicht schlecht, doch leider hat sie mich nicht so ganz angesprochen. Mich verwirrte es eher, dass z.B. Ilka mal eine männliche und dann wieder eine weibliche Stimme hatte. Mir wäre ein durchgehender Erzähler lieber gewesen. Ich fand die Wechsel auch nicht immer gelungen und passend. Die Stimmen der Erzähler an sich waren gut und konnten auch so manche spannende oder knisternde Situation gut darstellen. 

Die Handlung ist leicht geheimnisvoll (so lange man das Geheimnis der Geschwister nicht kennt) und schafft immer wieder kleine Wendungen und dadurch etwas Spannung. Die Figuren sind teilweise fad z.B. Mike, Jette und Merle konnten mich nicht wirklich einfangen. Auch mit der Hauptfigur Ilka wurde ich nicht so richtig warm. Sie wirkte zu weinerlich und wenig ansprechend. Der Charakter der Figuren war nicht wirklich ausgereift und recht formlos. Man spürte keine Entwicklung der Hauptfiguren. Während ich die alten Damen Emilia und Hortense wiederum recht gelungen fand- schrullig, teilweise (alters-)böse und doch besorgt. Und Bert? Dieser ging in der Geschichte fast ganz unter. Er tauchte immer wieder mal auf und gerade, wenn man sich auf die Figur eingestellt hatte, verschwand er wieder. Obwohl ich die Figur mit an interessantesten fand, sofern sie mal auftauchte. 

Die Geschichte zog sich zudem (aus meiner Sicht) unnötig in die Länge. Zwischenzeitlich hatte man das Gefühl sich im Kreis zu drehen und dasselbe noch einmal zu hören. Schade, denn das Potenzial für eine spannende Geschichte wäre da gewesen.



Vielen Dank an den Jumbo-Verlag und an BloggdeinBuch für dieses 
Hörbuch von Monika Feth.

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Freitag, 3. Januar 2014

Fräulein Schläpples fabelhafte Steuererklärung

"Fräulein Schläpples fabelhafte Steuererklärung" von Catrin Barnsteiner

 
erschienen am 13.08.2013  
Bloomsbury Berlin Verlag
ISBN 9783827011510
224 Seiten

Inhalt:

 Fred Eisenbogen ist so korrekt, dass er Tipp-Ex pinkelt. Doch dann sieht er Sandra Schläpple in Sommerkleid und Gummistiefeln mit ihrer Steuererklärung im erdverschmierten Kuvert vor der geschlossenen Spätpost stehen. Sie verdreht ihm so heftig den Kopf, dass er nicht mehr weiß, wo sein Beamtenscheitel sitzt: Sandra, die verträumte Gärtnerin, liebt Unkraut und Chaos und kommt aus einer Familie, die sonntags bei Kaffee und Kuchen immer neue Pläne schmiedet, das Finanzamt auszutricksen. Fred dagegen ist der beste Prüfer im Finanzamt Böblingen – er ist nur noch nicht dazu gekommen, ihr das zu beichten. Doch dann landet ihre haarsträubende Steuererklärung zur strengen Prüfung ausgerechnet auf seinem Tisch. Und Fred erscheint es aussichtslos, jemals Sandras Herz zu gewinnen.

Meine Meinung: 

 Schon der Klapptext hat mich zum Schmunzeln gebracht und so freute ich mich auf ein Buch voller schöner Klischees und dazu vielleicht noch eine hübsche Liebesgeschichte. Beide Wünsche hat die Autorin auch erfüllt. So packt sie ihren Finanzbeamten in ein starres Korsett und schnürrt ihn ein ziemlich haarsträubendes Steuerpaket, mit dem er sich nun durch die Geschichte kämpfen muss. Ganz oben drauf bekommt er Fräulein Schläpples und so beginnt für Fred Eisenbogen eine abenteuerliche Reise durch das ihm unbekannte Gefilde der Liebe. Fräulein Schläpples ist herrlich chaotisch und manchmal etwas tollpatschig. Obwohl hier Sandra Schläpples im Mittelpunkt stehen sollte, war für mich Papa Schläpples ein Highlight. Er treibt es besonders bunt mit seinen Spitzfindigkeiten und schafft so manche unangenehme und verwirrende Situation für Fred und Sandra, denn die Probleme entstehen aufgrund Papa Schläpples Vergangenheit. Auch Fred Eisenbogens Kollege auf dem Finanzamt hat erheblich zur Unterhaltung beigetragen.

Jede Menge Klischees werden in diesem Buch verbraucht, Ironie und Augenzwinkern sind ebenfalls stark vertreten. Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Jedoch hat das Buch auch manchmal an Tempo verloren und zog sich etwas. Aber insgesamt ist es eine schöne einfache Liebesgeschichte mit kleinen Verwirrungen, die Spaß macht und entspannt. 


Mittwoch, 1. Januar 2014

Das Verstummen der Krähe

"Das Verstummen der Krähe" von Sabine Kornbichler


 
erschienen am 01.08.2013
Piper Verlag
ISBN 9783492302036
448 Seiten


Inhalt:
Kristina Mahlos Auftrag als Nachlassverwalterin hat es in sich. Eine Verstorbene vererbt ihr beträchtliches Vermögen ihren fünf besten Freunden, jedoch unter der Bedingung, dass es gelingt, den Mord aufzuklären, für den ihr Mann einst verurteilt worden war. Kris will den Fall ablehnen, doch dann entdeckt sie in der Wohnung der Toten einen Hinweis auf ihren eigenen Bruder Ben, der vor Jahren spurlos verschwand. 


Meine Meinung: 

Kristina Mahlos Auftrag ist mehr als nur Nachlass zu verwalten. Sie muss sich mit der Vergangenheit und den Lügen der Erben beschäftigen und wird zudem immer wieder mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert. Ihr Bruder Ben taucht bei der Suche nach einem Mörder immer wieder auf und so kommt ihre eigene Familie nicht zur Ruhe. Auch Bedrohungen und Druck können Kris und ihre Mitarbeiterin Fulda auf der Suche nach der Wahrheit nicht stoppen.

Sabine Kornbichler hat einen sehr gut zu lesenden Schreibstil. Sie beschreibt Figuren und Räumlichkeiten so gut, dass man sich schnell ein Bild im Kopf schaffen kann. Ihre Hauptfiguren sind symphatisch und realistisch. Sie zeigen Schwächen und Stärken, so wie man sie aus dem eigenen Alltag kennt. Immer wieder verschafft sie dem Leser mit kleinen liebevollen Szenen eine kurze Verschnaufpause, um dann wieder in die Suche abzutauchen. Ihre Geschichte hat viele kleine Wendungen und Nebenwege, die sie spannend macht. Immer wieder hat man das Gefühl zu wissen, wer es war und dann kommt doch wieder eine Aussage, ein Foto oder ein Zeuge, die die Suche von Neuem starten lässt. Die Autorin erzählt aber nicht nur einen Krimi, sondern auch eine Familiengeschichte, die den Krimi jedoch nicht abschwächt, sondern nur interessanter gestaltet. Auch der Freundeskreis von Kris wird näher beschrieben und auch hier tauchen kleine Geheimnisse und Ungereimtheiten auf, die den Leser neugierig machen. Nicht alles erfährt man und so steigert die Autorin die Spannung und das Interesse an den nachfolgenden Band. 

Insgesamt ist dies ein sehr guter, spannender Start in eine neue Krimi-Serie.