Dienstag, 23. Dezember 2014

Das dunkle Haus

"Das dunkle Haus" 
von 
Ake Edwardson

 
erschienen am 28.02.2014
Ullstein Buchverlage
ISBN 9783550080272 
512 Seiten


Inhalt:
Nach zwei Jahren Auszeit kehrt Kommissar Erik Winter nach Göteborg zurück. Er kommt genau zur rechten Zeit. Die Stadt wird von dem blutigen Mord an einer jungen Frau und ihren beiden kleinen Kindern erschüttert. Bald hält man ihren Mann für den Mörder, doch Winters Instinkt sagt ihm etwas anderes. Gegen alle Widerstände beginnt er zu ermitteln. Kann er eine Treibjagd verhindern?





Meine Meinung: 

  Die Kombination von Ake Edwardson und Erik Winter schafft es immer wieder mich an ein Buch zu fesseln und es in wenigen Tagen zu lesen. Erik Winter ist zurück. Raus aus dem warmen Spanien und rein in das kalte und nasse Schweden. Es ist ein grausamer Fund gemacht worden. Eine junge Frau und zwei von drei ihrer Kinder sind ermordet wurden. Warum? Was haben die Kinder gesehen, dass sie sterben mussten? 

Erik Winter und sein Team finden nichts. Sie tappen im Dunkeln und auch die Verhöre bringen sie nicht so richtig weiter. Auch steht eine gewisse Rivalität zwischen den einzelnen Kommissaren und sorgt für Unzufriedenheit und Unruhe. Nicht jeder freut sich, dass Erik zurück ist. Und Erik? Er sitzt allein in der schwedischen Wohnung, trinkt zu viel, schläft zu wenig und versucht in die Gedankenwelt des Mörders einzutauchen.
Gerade diese Gedankenspiele, die Erik Winter macht, gefallen mir gut. Er hinterfragt alles und jeden und begibt sich zusammen mit seinen Kollegen in Gedankenwechselspiele. Immer wieder werden die Fakten gedreht und gewendet und dann geschieht es. 

Obwohl in diesem Buch die Figuren nicht so zahlreich sind und es auch nicht so viele Handlungsstränge gibt, schafft es Ake Edwardson bis zum Schluß die Spannung zu halten und den Leser zu fesseln.




 5 von 5 Sternen

Samstag, 20. Dezember 2014

Die Reinheit des Todes

"Die Reinheit des Todes" 
von 
Vincent Kliesch



Die Reinheit des Todes - Kliesch, Vincent




 317 Seiten  
Blanvalet Taschenbuch Verlag 
erschienen am 11.05.2010
ISBN 9783442374922


Inhalt:

Die Kripo in Berlin wird bereits zumdritten mal zu einem ungewöhnlichen Tatort gerufen. Jedesmal hat der Täter die Wohnung gründlich gereinigt, die Leiche gewaschen und mit einem weißen Hemd bekleidet aufgebahrt. Und er hinterlässt keine Spuren. Die Polizei ist ratlos. Kommissar Quirin Meisner entschließt sich dazu, den außergewöhnlichen Ermittler Julius Kern hinzuzuziehen. Dieser jedoch hat noch mit den Folgen seines letzten Falles zu kämpfen. Kann es Kern gelingen den „Putzteufel“ zur Strecke zu bringen und gleichzeitig die eigenen Dämonen zu besiegen?


Meine Meinung: 


 Der erste Band von der Miniserie um den Ermittler Julius Kern und seinen Widersacher Tassilo Michaelis. Dass es sich hier um das Debüt von Vincent Kliesch handelt, merkt man nicht. Es ist ein spannender und sehr vielschichtiger Krimi, der die ganze Zeit den Leser in Atem hält. 

Die Figuren sind zwar nicht alle symphatisch, jedoch greifbar und das Böse in den Charakteren wirkt echt. Die Grausamkeiten des Putzteufels und von Tassilo waren für mich manchmal grenzwertig. Aber trotzdem schaffte es Vincent Kliesch mich zu fesseln und am Buch zu halten. Denn nur zögerlich gibt er Informationen frei, die man dann wie ein Puzzel zusammenstecken muss. Lange bleibt verborgen, wer der Putzteufel ist und warum er so handelt. Auch das Ringen zwischen Tassilo und Julius ist spannend und man merkt den inneren Kampf von Julius. Einerseits die Wut und den Zorn auf den Freispruch und andererseits die Faszination, die der Serienmörder auf ihn ausübt. Seinetwegen ging die Ehe in die Brüche, die Psyche ist angeknackst und der Ermittler aus Berlin weggezogen. Doch nun holen sie ihn zurück. Zurück nach Berlin und zurück in die grausame Realität. 

Mich hat das Buch gefesselt und es war spannend bis zum Schluss. Ich war erstaunt über so  manche Wandlung und Puzzelteil, aber immer wieder fügte es sich sehr gut in die Geschichte ein. Wer den ersten Band gelesen hat, kommt fast schon nicht mehr am zweiten Band vorbei. (Es empfiehlt sich auch die Reihenfolge einzuhalten). 

5 von 5 Sternen

Montag, 15. Dezember 2014

Glückliche Menschen küssen auch im Regen

"Glückliche Menschen küssen auch im Regen" 
von 
Agnes Martin-Lugand




erscheint am 12.01.2015
  Blanvalet Verlag
ISBN 9783764505288
208 Seiten



Inhalt:
Was bleibt, wenn man alles verliert, was man je geliebt hat?
Seitdem ihr Mann Colin und ihre Tochter Clara bei einem Unfall starben, lebt Diane zurückgezogen. Der Einzige, den sie in ihre Wohnung lässt, ist ihr Freund Félix, mit dem sie bis vor einem Jahr ein Literaturcafé betrieben hat. Eines Tages jedoch beschließt sie Hals über Kopf, Paris zu verlassen und nach Irland zu ziehen, was ursprünglich einmal Colins Traum war. Ihr Ziel heißt: Mulranny. In dem kleinen Dorf am Meer hofft sie ein neues Leben aufbauen zu können an einem Ort, an dem Claras Lachen nie erklang. Sie hätte aber nie erwartet, dass es ausgerechnet im regnerischsten Kaff der Welt jemanden gibt, der wieder Licht in ihr Leben bringt.




Meine Meinung:


Diane steckt in der schwersten Zeit ihres Lebens. Ihr Mann und ihre kleine Tochter sind verstorben und sie muss nun allein durch das Leben gehen. Doch so richtig gehen, kann sie nicht. Sie trauert und zieht sich zurück, lässt sich gehen und kümmert sich um nichts. Einzig ihr guter (und natürlich schwuler) Freund steht ihr bei und erträgt ihre Launen und ihr Geschrei. Bis sie einen Entschluß fasst und nach Mulranny geht.

Das Thema ist ernst und traurig und niemand möchte in diese Situation kommen. Man kann Diane verstehen und fühlt mit ihr und doch konnte mich das Buch nicht ganz so sehr überzeugen. Vielleicht lag es daran, dass alles sehr schnell gehen musste. Auf lediglich 208 Seiten von einem ganzen Jahr und den Rückblicken zu erzählen, ist auch schwer. Dadurch bleibt vieles wage und oberflächlich, was ich schade fand. Genervt war ich schon nach ein paar Seiten, dass die Figuren Kettenraucher waren. Wann immer es möglich war, wurde geraucht. Auch Edward fiel durch ständige Wiederholungen auf. Er musste sich stets durch das Gesicht wischen (nach ein paar Seiten konnte ich schon vorher sagen, was passieren wird). Das Ende war nicht wie erwartet (eine positive Überraschung) und passte ganz gut. Aus meiner Sicht passen leider weder der kitschige Titel noch das Cover zum Thema. Auch fehlte mir etwas das Literatur-Cafe, was mich beim Lesen der Coverrückseite direkt angesprochen hatte.

Insgesamt eine schnelle und einfache Geschichte für den verregneten Sonntagnachmittag.

3 von 5 Sternen

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Untreue

"Untreue" 
von 
Paulo Coelho



erschienen am 24.09.2014
  Diogenes Verlag AG
ISBN 9783257069082
315 Seiten


Inhalt:

Kann das Leben mit dreißig schon vorbei sein? Linda hat alles: Erfolg als Journalistin, einen liebenden Ehemann, Kinder. Doch das Entscheidende fehlt. Auf der Suche nach echter Erfüllung flieht die junge Frau aus ihrer äußerlich perfekten Welt und stürzt sich in eine Affäre mit einem Jugendfreund. Ein erotisches Abenteuer, in dem sie ihre inneren Abgründe kennenlernen muss, um ihre Seele neu zu finden. 
Denn: Wenn du nicht geliebt hast, hast du nicht gelebt!

 Der Autor:

Paulo Coelho, geboren 1947 in Rio de Janeiro. Alle seine Romane, insbesondere ›Der Alchimist‹, ›Veronika beschließt zu sterben‹, ›Elf Minuten‹ und zuletzt ›Die Schriften von Accra‹, sind Weltbestseller, wurden in 80 Sprachen übersetzt und erreichten eine bisherige Weltauflage von über 165 Millionen Exemplaren. Seine Reflexionen und die Themen seiner Bücher regen weltweit Leser zum Nachdenken an und dazu, ihren eigenen Weg zu suchen.

 http://www.paulocoelho.info/Paulo-Coelho.html


Meine Meinung:

Ich hatte mich auf das Buch wirklich gefreut. Bisher habe ich nur "Elf Minuten" von Paulo Coelho gelesen und war gespannt, wie sein neues Werk ist. 
Und nun? 
Ich bin enttäuscht. Vielleicht habe ich zuviel erwartet, vielleicht die Zwischentöne (sofern es sie gab) nicht verstanden oder vielleicht lag mir auch das Thema nicht? Ich weiß es nicht. 

Ich weiß nur, dass mich leider diese Geschichte nicht fesseln und nur wenig unterhalten konnte. Schon der Anfang schleppte sich etwas und leider wurde es auch im Mittelteil nicht spannender. Seine Hauptfigur, Linda, war für mich nicht greifbar und wenig symphatisch. Ich empfand sie bereits nach nur wenigen Seiten als nervig. Ihre inneren Gespräche und ihre Gedankengänge haben mich eher gelangweilt, als ergriffen. Ich konnte so manche Handlungen und Denkweisen von ihr nicht nachvollziehen. Auch der Jugendfreund, der den Stein ins Rollen brachte und so manche Handlung bei Linda auslöste, war mir fremd geblieben. Es wirkte alles so lieblos und hölzern. Die Dialoge und die Handlungen waren einfach nur aneinander gereiht mit wenigen Emotionen. Der Funke wollte einfach nicht überspringen und so habe ich mich durch die Seiten gequält und versucht Verständnis für Linda und ihre Krise zu entwickeln. Man hatte aber eher das Gefühl auch Coelho mag sie nicht. 

Es ist kein provokativer Roman (wie es auf dem Einband steht), sondern eine nicht so recht gelungene Geschichte über eine junge Frau, die in einer Sinn- bzw. Lebensliebekrise steckt und mit sich und der Welt im Unreinen ist.  Zwei Sterne gibt es für den sehr guten Schreibstil, der dafür sorgte, dass man zügig durch die Geschichte kam (nur das Thema bremste mich etwas aus).

 2 von 5 Sternen


Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag und Bloggdein Buch!

Dienstag, 2. Dezember 2014

Der Wolf am Fenster

"Der Wolf am Fenster" 
von 
Elli Radinger



erschienen am 06.10.2014
Rütten & Loening Verlag
ISBN 9783352006852
 160 Seiten



 Inhalt:

Eine himmlische Rettungsaktion Als Dan die geplante Verlobung mit Lindsay überraschend absagt, bricht für sie eine Welt zusammen. Verletzt und resigniert verlässt sie New York und flieht nach Montana. In einer Hütte mitten in der Wildnis ohne Strom, Telefon und Internet will sie Weihnachten verbringen und nachdenken. Doch dann begegnet sie in der Einöde einem verwundeten Wolf. Bei der dramatischen Rettungsaktion kommen sich Lindsay und der Ranger Brian näher, und Dans Verrat rückt in weite Ferne. Und dann ist da noch ein geheimnisvoller Unbekannter. 
Eine charmante, magische Weihnachtsgeschichte.
 
Die Autorin:
 



http://www.wolfmagazin.de

Meine Meinung:


Ein Wolf, eine Journalistin und ein Rancher....und ganz viel Schnee und Kälte.
Dies sind die Zutaten für Elli Radingers Weihnachtsgeschichte, die den Leser erst nach New York und dann nach Montana entführt. Die Journalistin erlebt kurz vor Weihnachten einen Tiefpunkt in ihrem Leben und will einfach nur weg und raus. Weg von New York, weg von Männern ohne Rückgrat, weg von den Menschen und einfach nur abtauchen in die Natur. 

Sie bucht sich eine Cabin in Montana und richtet sich auf eine einsame Zeit ein...als sie Besuch bekommt. Ein Wolf, der das Haus umkreist....

Die Geschichte ist gut und schnell zu lesen. Die Charaktere sind symphatisch und teilweise auch interessant, nur leider haben sie wenig Platz sich auszubreiten und Facetten zu zeigen. Die Geschichte ist schlicht weg zu kurz für die vielen kleinen Schauplätze, die Gefühle der Charaktere und die Wolfskunde. Denn dass das Leben der Wölfe für die Autorin eine Herzenssache ist, merkt man sehr stark beim Lesen. Manchmal kam es mir wie ein Ratgeber für Wölfe vor. Ich fand es schade, dass alles sehr schnell abgehandelt wurde und wenig Platz für Entwicklungen gab. Auch wurde der Schluss für mich zu kitschig. 
 Für Romantikfans ist es jedoch genau das Richtige. Man weiß am Anfang schon, wie es ausgehen wird. Ich hätte gern etwas mehr vom Wolf und der Natur, der Region gelesen, aber das wird Elli Radinger vielleicht im nächsten Buch einfließen lassen.

Für die besinnliche Weihnachtszeit ist es ein kleines positives Buch mit viel Romantik, etwas Wolf und Dramatik.





3 von 5 Sternen 
 
 Herzlichen Dank an Elli Radinger und den Verlag für das Buch.

Dienstag, 11. November 2014

Vorübergehend geschlossen

Leider, leider schaffe ich es nicht mehr. Ich muss jetzt doch den Blog vorübergehend schließen und mich auf die nächsten Etappen konzentrieren. Es ist einfach zu viel los und zu viel prasselt auf mich ein, dass ich nur wenig bis gar keine Zeit mehr habe, um Rezensionen zu schreiben bzw. Bücher zu lesen. 

Ich werde den Blog wieder öffnen, wenn ich Licht am Ende des Tunnels sehe und vielleicht ist dies schon im Dezember. Ich hoffe es sehr und wünsche euch bis dahin eine gute Zeit und stets ein spannendes Buch bei der Hand. 

Bis bald....


PS: Meine Rezensionsexemplare werde ich natürlich versuchen zeitnah zu lesen und zu rezensieren. Nur der SUB-Abbau und die Challenges werden wohl ruhen müssen.

Freitag, 7. November 2014

Die Brückenbauerin

"Die Brückenbauerin" 
von 
Madeleine Harstall



 462 Seiten erschienen im Oktober 2014
  eBook 9783955206864

Inhalt:

Thea Fiedler hat sich für ihre Abschlussarbeit ein anspruchsvolles Thema vorgenommen: Sie will über den Brückenbau im 19. Jahrhundert schreiben. Bei ihren Recherchen stößt sie auf den Namen ihrer Ururgroßmutter Fedora. Deren Mann hatte einst auf der Insel Usedom eine berühmte Brücke gebaut, eine Brücke, die später einstürzte und viele Menschen in den Tod riss. Allmählich wird Thea klar, welche Rolle Fedora damals spielte, und sie entdeckt das Geheimnis ihrer Vorfahrin, das wie ein Fluch noch auf ihren Töchtern und Enkelinnen zu lasten scheint.


Die Autorin:

(c) Günther Ahner

Madeleine Harstall ist das Pseudonym einer erfolgreichen deutschen Autorin. Sie wurde 1958 in Genf geboren und studierte Germanistik und Sprachen. Heute lebt sie in Wangen im Allgäu.


Meine Meinung: 


Madeleine Harstall versucht ganz viel Geschichte mit ein bißchen Romantik und etwas Spannung zu verbinden. Leider gelang dies ihr nicht durchgehend. Für mich war die Spannung und die versprochene Dramatik nicht ausreichend. 
 Die Wechsel zwischen dem Heute und der Vergangenheit der Familie waren gut und auch teilweise interessant, jedoch waren mir die Geschichten zu ausschweifend und phasenweise waren mir die technischen Details und Brückeninformationen zu viel. 

Vorallem der Part aus dem Heute hat mir nicht so gut gefallen. Das Verhalten von Thea fand ich manchmal einfach nur zickig und nervig. Ich konnte keine wirklich starke Sympathie für sie aufbauen. Viel lieber habe ich das Leben der Fedora (der Ururgroßmutter) und ihre Leistungen als Ingenieurin (was in dieser Zeit eher ungewöhnlich war) verfolgt. Die Charaktere waren leider nicht so stark, dass sie die Geschichte wirklich getragen haben. Auch das angekündigte Geheimnis war weder gut verpackt noch sehr hoch an Dramatik. 

Es ist eher eine leichte Familiengeschichte, die ruhig durch die Seiten fließt und völlig unaufgeregt gelesen werden kann. Mich hat sich nicht ganz so sehr begeistert, aber sie ließ sich zumindest gut und schnell lesen.

3 von 5 Sternen

Freitag, 31. Oktober 2014

Hummeln im Herzen

"Hummeln im Herzen" 
von 
Petra Hülsmann



erschienen am 16.09.2014
Bastei Lübbe Verlag
ISBN 9783404171682
 400 Seiten


Inhalt:

Von der Liebe darfste dich nich feddich machen lassen - diesen weisen Rat hört Lena gleich mehrmals von Taxifahrer Knut. Aber leichter gesagt als getan, wenn der Verlobte eine Niete und der Job wegen eines äußerst peinlichen Fehlers plötzlich ein Ex-Job ist. Für Selbstmitleid bleibt Lena aber sowieso kaum Zeit. Ihr Leben muss dringend generalüberholt werden, und außerdem zieht ausgerechnet sie als Ordnungsfanatikerin in die chaotische WG ihrer besten Freundin. Vor allem Mitbewohner Ben nervt! Der ist nämlich nicht nur unglaublich arrogant, sondern auch ein elender Womanizer. Umso irritierter ist Lena, als ihr Herz beim Gedanken an ihn immer öfter auffällige Aussetzer haT:

 



Meine Meinung:

Ach, Mensch Lena, was bist du nur für eine Chaosqueen. 
Sowohl im Berufsleben als auch im Privatleben schafft Lena es mit Schwung und Treffsicherheit jedes Fettnäpfchen mitzunehmen. Sie stresst damit nicht nur sich, sondern auch ihre Umwelt und doch ist sie trotz allem eine liebenswerte Figur in diesem Roman. Man möchte sie an die Hand nehmen und ab und an etwas schupsen. Lena will, nein muss, sich neu erfinden (denkt sie) und schafft mit diesem Vorsatz viel Raum für eine wunderbar leichte Unterhaltung, die niemanden aufregt und so schön vorhersehbar ist, dass man sie getrost vor dem Schlafengehen lesen kann. Es gibt keine Alpträume oder böse Vorahnungen, sondern die Gewissheit, dass das Leben auch gut sein kann. 

Manchmal braucht man solche Geschichten, um sich vom Alltag kurz zu verabschieden und sich zu amüsieren. Für Bücherfreunde ist die kleine Geschichte rund um die Buchhandlung noch ein kleines Highlight und vielleicht liest hier der ein oder andere von seiner eigenen Idee. Dank an Petra Hülsmann für die schönen vergnüglichen Stunden mit Lena, Ben & Co. 

PS: Jan, mit seinen wunderbaren Spleens, hat mich auch sehr gut unterhalten. 
Ein Hoch auf die Klischees. 

5 von 5 Sternen

Montag, 27. Oktober 2014

Schmetterling im Sturm

"Schmetterling im Sturm" 
von 
Walter Lucius




  erschienen am 15.09.2014
Suhrkamp Verlag GmbH
ISBN 9783518465448 
 568 Seiten


Inhalt:

Die Journalistin Farah Hafez hat ein gefährliches Hobby: Kampfsport. Als sie gerade ihre letzte Gegnerin in der Notaufnahme besuchen will, wird ein schwerverletztes Kind eingeliefert, Opfer eines Unfalls mit Fahrerflucht. Die Kleidung des Kindes weckt sofort Farahs Interesse, denn es handelt sich um traditionelle afghanische Mädchenkleidung – das Kind aber ist ein Junge. Mit Schrecken erinnert sich Farah an ein Ritual, das in ihrem Geburtsland Afghanistan praktiziert wird und bei dem minderjährige Jungen älteren Männern zugeführt werden. Dass dieses Ritual seinen Weg in die Niederlande gefunden haben soll, lässt Farah keine Ruhe. Mehr und mehr wird sie in den Fall hineingezogen, bis ihr eigenes Leben auf dem Spiel steht. Die Journalistin Farah Hafez stößt in Amsterdam auf die Machenschaften eines internationalen Kinderhändlerrings. Die Spuren führen nach Moskau und Johannesburg und in die höchsten politischen Kreise. Nach den Recherchen zu dieser Story wird nichts mehr so sein, wie es war.



Meine Meinung:  

„Schmetterling im Sturm“ ist ein spannender und sehr gut geschriebener Thriller, der einige brisante Themen anpackt. Leider hat sich Walter Lucius, aus meiner Sicht, zu viel vorgenommen. Ich bin normalerweise ein großer Fan von mehreren verschiedenen Handlungssträngen, die sich dann zu einer großen finalen Geschichte verbinden. Lucius hat aber zu viele Nebenschauplätze und Handlungsstränge eröffnet und verliert dabei den Überblick. Ich fand es schade, dass die Geschichte um den verletzten Jungen und seinem Schicksal so wenig Platz gegeben wurde. Es wurden immer mehr politische Themen eingefügt und am Ende waren einfach zu viele offene Fragen und bei manchem Strang ein zu abruptes Ende. Das letzte Drittel des Buches fand ich auch nicht sehr gelungen. Die wüsten „Actionszenen“ haben mich zu sehr an amerikanische Blockbuster erinnert…höher, schneller, weiter.

Für mich war das ein Bruch mit den vorherigen Seiten und begeisterte mich leider nicht. Auch das Ende war mir zu schnell und ohne wirklich befriedigenden Ergebnis gekommen. Vielleicht will sich Walter Lucius mit dem Ende ein kleines Hintertürchen offen halten, um eine weitere Geschichte rund um die Journalistin zu stricken.  

Was mir an diesem Buch jedoch gefallen hat, war der Schreibstil von Walter Lucius. Er lässt sich leicht und schnell lesen und man ist schnell in der Geschichte drin. Schon aus diesem Grund würde ich durchaus noch einmal ein Buch von ihm in die Hand nehmen. 

3 von 5 Sternen

Sonntag, 19. Oktober 2014

Die Kunst vegan zu backen

 "Die Kunst vegan zu backen" 
von 
Axel Meyer




  erschienen am 09.09.2014
Franckh-Kosmos Verlag
ISBN 9783440144886
160 Seiten



Inhalt:

Ob knusprige Amaranth-Brötchen, Dinkelstange Provençale oder feine Kokos-Muffins: Die veganen Köstlichkeiten sind schnell und unkompliziert zu backen - ganz ohne Butter, Eier, Milch oder Sahne. In über 80 kreativen Rezepten zeigt Axel Meyer in seiner neuen Kunst des Backens, wie volles Korn und rein pflanzliche Zutaten zu gesundem Backgenuss kombiniert werden können - einfach lecker!



Meine Meinung:
 
Ich koche und backe sehr gern und bin auch offen gegenüber der veganen Küche. Das Buch ist mit vielen schönen Bildern und sehr guten Anleitungen ausgestattet und es macht Spaß, die ganzen Informationen zwischen den Rezepten zu lesen. Ich fand es gut, dass man hier keinen "Du-musst"-Ton hatte, sondern eher eine Einladung zum Ausprobieren und Testen.

Ich habe mich direkt an die Brötchen herangewagt und war mit dem Ergebnis auch schon ganz zu frieden. Noch sehen sie zwar nicht so aus, wie auf den Bildern, ich übe ja noch ;-). Ich habe bei dem Brot den Anteil des Viollkornmehl etwas verringert und dafür etwas mehr "einfaches" Mehl genommen, aber auch diese Variante schmeckt sehr gut.

Auch die Alternativen, die bei fast jedem Rezept dabei stehen, fand ich gut, da man hier schon die Abwechslung geliefert bekommt bzw. man erfährt, wie man etwas ersetzt, was einem vielleicht nicht schmeckt.

Die Spinat- und Paprikatörtchen waren der Renner auf einer Feier und keiner hat es herausgeschmeckt, dass hier vegan gebacken wurde. Aber das Highlight war für mich (bis jetzt) der Käsekuchen mit Mohn. Beides esse ich gern Käsekuchen und Mohn und nun kombiniert in einem veganen Kuchen...perfekt. Sehr lecker und saftig. Die Zutatenliste ist vielleicht etwas schwieriger einzukaufen, aber in einem gut sortierten Biomarkt sollte man fündig werden.








Insgesamt gefällt mir dieses Buch sehr gut. Die vielen tollen Rezepte und Erläuterungen zeigen, dass vegan nicht langweilig im Geschmack und schwierig in der Zubereitung sein muss. Im Gegenteil, ich habe hier viele neue Anregungen und Rezepte gefunden, die ich jetzt mit in meine Ernährung einbauen werde.





 5 von 5 Sternen

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Scheinwelt



"Scheinwelt" 
von 
Michael Linnemann


 


 290 Seiten
 Amazon Media EU S.à r.l.
ASIN: B00OBKHKDU


Inhalt:

Als einer ihrer Kollegen entführt wird, nehmen die junge BKA-Beamtin Jennifer Dachs und ihr neuer Partner Arnold Schleiser sofort die Ermittlungen auf. Sie finden heraus, dass ihr Kollege als Druckmittel dienen soll; der Entführer will sie dazu zwingen, ihm eine bestimmte Information zu beschaffen. Dazu müssen die beiden einen verurteilten Mörder verhören, der jedoch nicht im Traum daran denkt, mit ihnen zu kooperieren. Um das Leben ihres Kollegen dennoch zu retten, wendet Jennifer fragwürdige Methoden an, die ihr selbst schnell das Genick brechen könnten. 
Wer hat es geschrieben? 
 
Ein vom Autor veröffentlichtes Bild.
 Michael Linnemann, geboren am 09.01.1987 in Ahlen, begann unmittelbar nach seinem Abitur 2006 ein Studium an der Georg-August-Universität Göttingen. Seine dortigen Fächer sind die Deutsche Philologie und die Mittlere sowie Neuere Geschichte. Den Bachelorabschluss erlangte er im Jahr 2009. Derzeit erwartet er die Abschlussnote seiner Masterarbeit, die er in der Germanistik ebenfalls an der Georg-August-Universität verfasste. Seit 2002 beschäftigt er sich intensiv mit der Gattung des Thrillers. Besonders interessiert ihn dabei die Entwicklung vom klassischen zum modernen Thriller. 
Meine Meinung:
 Was am Anfang langsam und recht einfach anfängt, wird immer verzwickter und überraschender. 

Der Krimi ist schnörkellos und einfach geschrieben und doch schafft er es mit seinen kleinen Wendungen und guten Charakteren Spannung aufzubauen. Die Verstrickungen der einzelnen kleinen Handlungen sind sehr gut gemacht. Lange tappt man als Leser im Dunkeln und glaubt an das, was geschieht. Die Überraschung kommt zum Ende zu und lässt so manche Handlung und Dialog in einem anderen Bild erscheinen. 
Für mich war das Ende nach dem Knall zu lang, denn die Luft war mit der Aufklärung etwas raus. Auch die Einschübe (für nähere Erläuterungen des BKA usw.) fand ich ungünstig platziert. Es unterbrach aus meiner Sicht die Geschichte und störte etwas den Lesefluss. Vielleicht ist es besser, wenn man die Erläuterungen in den Anhang packt.
 Die Charaktere aber haben mir gut gefallen. Vorallem die kleinen bösen Spitzen, die so manches Mal ein Schmunzeln hervorgerufen haben. Ich hoffe, Frau Dachs wächst noch in den nächsten Geschichten und man kann noch viele schöne Dialoge mit ihrem Kollegen lesen. 

4 von 5 Sternen

Herzlichen Dank an den Autor für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 12. Oktober 2014

Rein & Raus September 2014

Mit etwas Verspätung kommt nun der monatliche Rein & Raus Bericht. Der September war eher ruhig, aber ich habe momentan einfach nicht so viel Zeit und leider kam im Urlaub die Virusinfektion :-( , so dass ich dementsprechend auch nicht immer Lust zum Lesen hatte. 

Es soll jedoch nicht dabei bleiben, aber bis Ende November wird es hier weiter eher ruhiger zu gehen und es werden dadurch etwas weniger Rezensionen folgen (wer wenig liest, kann nicht viel rezensieren ;-)). Meine Rezensionsexemplare versuche ich aber immer zeitnah zu lesen und zu rezensieren, nur der SUB wird wohl etwas stagnieren und so langsam wird klar...das mit dem Abbau verschieben wir mal lieber ins nächste Jahr ;-).


Rein September 2014


 

1. Tom Hodgkinson "Anleitung zum Müßiggang"
2. Vincent Kliesch "Die Reinheit des Todes"
3. Vincent Kliesch "Der Prophet des Todes"
4. Fabian Sixtus Körner "Journeyman"


Raus September 2014



1. Martin Walker "Delikatessen"
2. Martin Walker "Femme fatale"
3. Sylvia Day "Ekstase & Erlösung"
4. Fredrik T. Olsson "Der Code"
5. Jennifer Donnelly "Das Blut der Lilie"

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Der Code

"Der Code" 
von 
Fredrik T. Olsson




 erschienen am 01.09.2014
  Piper Verlag
ISBN 9783492056397
 528 Seiten


Inhalt:

 Der entführte Kryptologe William Sandberg in Stockholm. Ein toter Obdachloser in Berlin. Und eine junge Wissenschaftlerin, die spurlos aus einem Amsterdamer Café verschwindet. Drei Opfer, drei scheinbar unabhängige Fälle - doch sie alle sind Puzzleteile eines Geheimnisses, das viel zu lange bewahrt worden ist. In Amsterdam fällt die junge Sumerologin Janine Haynes einem Verbrechen zum Opfer. Zur gleichen Zeit ermorden drei als Sanitäter getarnte Unbekannte in Berlin einen Obdachlosen. Und in Stockholm verschwindet der Kryptologe und Software-Experte William Sandberg spurlos aus seinem Klinikbett. Seine Ex-Frau Christiane will nicht an eine eigenmächtige Flucht glauben. Denn in seinem leer geräumten Appartement, entdeckt sie einen Gegenstand, den er nie zurücklassen würde. Sehr schnell gibt es keinen Zweifel mehr, dass William entführt wurde. Und dass es um die Entschlüsselung einer Botschaft geht, die in der DNA des Menschen verborgen liegt.


Meine Meinung:


Einer der besten Thriller aus Schweden stand auf dem Cover und somit stiegen bei mir auch die Erwartungen an "Der Code". Ich habe bisher einige Thriller und Krimis aus Skandinavien gelesen und war nun gespannt auf diese Geschichte. 

Es ist eine Mischung aus Thriller, Katastrophenszenario und viel Gewalt. Obwohl ich Katastrophenbücher bzw. -geschichten nicht so mag, hat mich diese Geschichte fesseln können. Man wollte wissen, wie die Wissenschaftler das Problem lösen und vorallen sich selbst schützen und verteidigen werden. Manche Szenen fand ich zu übertrieben und weniger nachvollziehbar. Auch hatte das Buch so manche schwache Stelle, die man einfach "weglesen" musste. Das Ende war für mich eher enttäuschend, da es (mal wieder) schnell "heruntergeschrieben" wirkte und auf den letzten Seiten alles einen kurzen Haken (wie erledigt) bekam. 

Jedoch war das Tempo der Geschichte schon recht hoch und ich konnte mir beim Lesen gut das Geschehen vorstellen, so dass ich nicht daran zweifel, dass die Geschichte auch als ein "schöner" lauter, actionreicher und dramatischer Blockbuster aus den USA funktioniert.

Die Geschichte an sich weicht schon stark von den üblichen skandinavischen Thrillern ab (die ich kenne) und wirkte fast schon wie ein amerikanischer Thriller...laut, schnell, dramatisch.

Ich glaube, ich bleibe dann doch lieber bei den klassischen düsteren Krimis/Thrillern mit einem mürrischen oder depressiven oder alkoholkranken Kommissar und ganz viel Nebel und Regen.





 3 von 5 Sternen

Sonntag, 5. Oktober 2014

Ekstase & Erlösung

"Ekstase & Erlösung" 
von 
Sylvia Day




MIRA Taschenbuch Verlag
erschienen am 01.10.2014 
 ISBN 9783956490699
300 Seiten
Kauf hier ->



 Inhalt:

Man sollte Geschäftliches und Vergnügen immer trennen. Man sollte politische Entscheidungen nie im Schlafzimmer treffen. Und dennoch habe ich beides getan, als ich mich mit Jackson Rutledge einließ. Ich kann also nicht behaupten, ich wäre nicht gewarnt worden. Zwei Jahre später kam er einfach hereinspaziert und mischte sich in einen Deal ein, für den ich hart gearbeitet hatte. Unter der Anleitung von Lei Yeung, einer der erfolgreichsten Geschäftsfrauen in New York, hatte ich ein oder zwei Dinge dazugelernt seit Jax abgehauen war. Ich war nicht mehr das Mädchen von damals, aber er schien unverändert. Es war anders als das letzte Mal, denn nun wusste ich genau worauf ich mich einlasse … und wie schnell ich ihm wieder verfallen könnte. Jax bewegte sich ausschließlich in seinem exklusiven Universum voller Glamour, Sex und Privilegien – aber da kannte ich mich nun auch aus. In der kalten Geschäftsswelt gab es eine wichtige Regel: Halte deine Feinde nah bei dir, aber deine Ex-Lover noch näher …



 Meine Meinung:

Das Buch hat mich lange begleitet. Nicht, dass ich ewig zum Lesen gebraucht hätte, eher das ich nicht so recht wußte, wie ich es bewerten sollte. 

Die "Ekstase" blieb leider bei mir beim Lesen dieses Buches völlig aus. Es konnte nicht einmal mehr ein kleines Feuer für die Geschichte oder die Figuren entfacht werden. Die "Erlösung" war dagegen die letzte Seite und somit das Ende der Geschichte. 

Ich gebe zu, dass ich mit falschen Vorstellungen an das Buch herangegangen bin. Der Klapptext verspricht leider mehr, als am Ende im Buch steht, so dass die Enttäuschung bei mir recht groß war. 

Die Hauptfiguren waren blass und ohne Ecken und Kanten, die Dialoge schleppten sich durch die Geschichte und am Ende blieb nichts übrig. Sylvia Day hat versucht mit sexuellen Kraftausdrücken eine Spannung oder Erotik aufzubauen. Leider misslingt ihr dies gänzlich. Die Beschreibungen der "Bettgeschichten" wirkten routiniert, ohne Emotionen und Gefühl. Es wirkte wie ein Bausatz. Erst die Einleitung mit leichten Andeutungen, dann der Auftritt des Helden (Jax) und danach die belanglosen Pingpong-Spiele zwischen den Hauptfiguren und zum Schluss das bekannte Happy End. 

Die Rahmenhandlung plätscherte durch die 300 Seiten (ohne sie wäre jedoch die Geschichte bereits nach 50 Seiten beendet) ohne das sie mich ansprach. Einzig die Brüder von Gianna hatten noch etwas mehr Profil. Sie sollten das italienische Feuer und den Familienzusammenhalt symbolisieren. Phasenweise ist dies ihr gelungen, aber leider reicht es nicht, um die Geschichte im Ganzen zu retten. Es ist leider eine langweilige und wenig ausgereifte Geschichte, die sehr vorhersehbar ist und wenig Feuer bzw. Erotik hat.

Insgesamt bin ich von diesem Buch, den Figuren und der Geschichte an sich enttäuscht.




2 von 5 Sternen
 

Das Buch habe ich von BloggdeinBuch und dem MIRA Taschenbuchverlag erhalten. Herzlichen Dank! 


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Donnerstag, 18. September 2014

Ab in den Süden...

...es war still in den letzten Tagen und es wird noch stiller werden, denn jetzt endlich geht es in den URLAUB. Ich hoffe, dass ich dann wieder Lust und Zeit habe, etwas zu lesen. Bis dahin wünsche ich Euch eine gute Zeit.

Bis bald auf dieser Seite ;-)







Samstag, 13. September 2014

Schattenspiel

"Schattenspiel" 
von 
Charlotte Link




erschienen am 01.04.1993
Blanvalet Taschenbuch Verlag
ISBN 9783442377329
523 Seiten


Inhalt:

Fünf Menschen kennen für ihre gescheiterten Träume nur einen Schuldigen: David Bellino - reich, skrupellos und ohne Freunde. Doch der Tag der Abrechnung ist nah. Gemeinsam versuchen die fünf, den Teufelskreis der Vergangenheit zu durchbrechen. Getrieben von dem Wunsch, die Schatten der Erinnerung abzuwerfen und sich aus dem Netz gefährlicher Liebschaften und dunkler Geheimnisse zu lösen.


Meine Meinung:


Wer schon einmal ein Buch von Charlotte Link gelesen hat, weiß, dass sie spannende Krimis schreiben kann. „Schattenspiel“ hat es nicht geschafft den Schattenplatz zu verlassen. Ich hatte recht hohe Erwartungen an dieses Buch, da ich bisher von Charlotte Links Büchern begeistert war. Dieses hier aber hinkt etwas hinterher. Vielleicht liegt es daran, dass es mit eines der ersten Bücher war. 
Die Charaktere der Geschichte fand ich gut und auch die Verknüpfungen über mehrere Jahre und wie ein einzelnes Ereignis bzw. ein einzelner Mensch  ein ganzes Leben beeinflussen kann. Die Geschichte an sich ist interessant und spannend. Jedoch ging mir zwischendurch fast die Puste aus. Immer wieder wurden Rückblenden eingebaut und sehr ausführlich Stimmungen und Gefühle beschrieben. Ich fand die Idee gut durch Rückblicke die Geschichte zu erzählen, aber sie war mir zu detailliert und zu ausschweifend. 

Manchmal musste man sich daran erinnern, dass man gerade einen Krimi liest und keine Familiengeschichte. Die letzten 100 Seiten waren zäh und anstrengend, da fast keine Spannung mehr vorhanden war. Man wollte einfach nur noch das Ende erfahren.

Ich werde trotzdem wieder ein Buch von Charlotte Link in die Hand nehmen, denn die anderen Werke waren alle nach diesem Buch erschienen und haben mir gut gefallen. 




3 v0n 5 Sterne

Mittwoch, 10. September 2014

Delikatessen

"Delikatessen" 
von 
Martin Walker




erschienen am 01.04.2013
 Diogenes Verlag
ISBN 9783257242508
 416 Seiten
  
Inhalt:
 Savoir vivre : Archäologische Funde zeigen, dass man schon vor 30 000 Jahren im Périgord gut leben konnte. Aber der Tote, auf den man bei neuen Grabungen stößt, stammt eindeutig aus dem falschen Jahrhundert und weist alle Spuren eines Gewaltverbrechens auf.
Meine Meinung:


Ach, Bruno, wie gern habe ich deine ersten drei Fälle gelesen. Doch was ist passiert? Warum war der vierte Fall nicht so toll? Schlägt dir das Thema auf den Magen? 
Gänsestoffleber ist doch eine Delikatesse in Frankreich und wird dort fast schon zelebriert, aber trotzdem gibt es Menschen, die diese traditionelle Speise nicht mögen und nun dagegen ankämpfen. Aber deshalb zu schwächeln?


Der vierte Fall hat mich nicht so richtig mitgerissen. Ich mag den Chef de police nach wie vor, aber diesmal hat er mir einen zu großen Heiligenschein von Martin Walker verpasst bekommen. In seinem kleinen Revier werden die Gänse und Enten losgelassen, Leichen ausgegraben, terroristische Pläne geschmiedet und alte Gefühle wiederbelebt. 
Bruno hat zu tun und doch wirkt er nie gehetzt und meistens entspannt. Er hat Zeit sich um die Tiere zu kümmern, mit Freunden zu essen (schöne Beschreibungen der Gerichte) und für Ruhe zu sorgen. Obwohl er diesmal selbst hintergangen wird, kann man kaum den Anstieg des Pulses spüren. So richtig Wut und Zorn spürt man nur bei der Schlüsselszene mit seinem Hund. 

Ich fand Bruno diesmal etwas zu nett, zu friedlich und zu sehr auf heile Welt gestimmt. Auch die anderen Figuren wirkten etwas blass und weniger ansprechend als in den vorherigen Büchern. Seine etwas verworrene Gefühlswelt mit Isabell und Pamela ist auch diesmal Thema und wird auch in den nächsten Büchern weitergehen, da sich hier Martin Walker immer ein kleines Türchen offen lässt. 


Ich lese gerade den fünften Fall von Bruno, Chef de police und hoffe, dass er hier wieder mehr Spannung und weniger heile Welt zeigt. 


3 von 5 Sternen