Montag, 9. September 2013

Die guten Frauen von Christianssund

"Die guten Frauen von Christianssund" von Anna Grue


erscheint am 01.09.2013 
Atrium Zürich Verlag
ISBN 9783855352005 

426 Seiten


Was passiert?

Mit ihren Krimis um den kahlköpfigen Detektiv Dan Sommerdahl führt Anna Grue Dänemarks Bestsellerlisten an. Raffinierte Fälle, Biss und Witz sind die Markenzeichen dieser Serie, bei der es um die Menschen, die Liebe und das Leben geht – das hin und wieder ein gewaltsames Ende findet. In der beschaulichen Kleinstadt Christianssund, malerisch an einem Fjord gelegen, gibt es einen kleinen Hafen, ein schickes Villenviertel, eine hässliche Fußgängerzone – und seit Neuestem eine Leiche. 

In einer Werbeagentur ist die Putzfrau ermordet worden. Bei den Ermittlungen stößt Kommissar Flemming Torp sofort auf Schwierigkeiten: Keiner kennt den Nachnamen der Frau, die seit Jahren ebenso effektiv wie unbemerkt hinter den Werbern aufgeräumt hat. Torp zieht widerwillig seinen Jugendfreund, den Werbefachmann Dan Sommerdahl hinzu, der Torp vor Jahren die Freundin ausgespannt und sie geheiratet hat. Nach einem Burn-out wollte Sommerdahl seiner Branche eigentlich den Rücken kehren; nun steckt er plötzlich wieder mittendrin. Und während er gemeinsam mit Torp den Mörder jagt, muss Sommerdahl feststellen, dass seine Frau und der Kommissar sich noch immer viel zu erzählen haben.

Meine Meinung:

Anna Grue ist ein guter und unterhaltsamer Krimi gelungen. Die Charaktere sind menschlich, realistisch und teilweise sympathisch. 

Der neue Schnüffler hat einen gewissen Charme, dem man kaum widerstehen kann und so begleitet man ihn auf seinen Touren zur Wahrheit. Eigentlich ist er in der Werbebranche unterwegs, aber bereits vor Wochen hat es ihn gesundheitlich Schachmatt gesetzt. Nun zweifelt er an seiner Arbeit, an seiner bisherigen Einstellung gegenüber anderen Menschen und der eigenen Familie. Und jetzt passiert ausgerechnet in seiner Firma ein Mord. Wer könnte hier besser ermitteln als er? Das Umfeld und das Opfer kennt er und so "hilft" Dan seinem besten Freund Flemming bei den Ermittlungen. Dabei geht er nicht immer geschickt vor, aber schafft es doch wichtige Informationen zu beschaffen und richtig zu deuten. Doch auch er gerät in brenzlige Situationen.

Die Handlung ist gelungen und schön verstrickt, so dass man erst im letzten Drittel ahnt, wer-was-wann-wo getan haben könnte. Die Beweggründe sind teilweise überraschend und so bleibt es spannend bis zum Schluss. Anna Grue kommt ohne großes Blutvergießen und extremen Leichenbeschreibungen aus, auch sind ihre Umgebung und ihre Ermittler nicht ganz so düster und heruntergekommen wie bei manch anderen nordischen Krimi. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich könnte mir vorstellen noch einmal mit Dan Sommerdahl zu ermitteln.

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