Sonntag, 23. Juni 2013

Der fremde Gast

"Der fremde Gast" von Charlotte Link


erschienen am 01.05.2005
meine Ausgabe: 01.04.2012
Blanvalet Taschenbuch Verlag
ISBN 9783442379279
480 Seiten
 


Inhalt:

Rebecca Brandt hat beschlossen, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Doch ein unerwarteter Besucher hält sie von ihrem Vorhaben ab. Ein alter Freund besucht sie in ihrem Haus in Südfrankreich – im Gepäck die beiden gestrandeten Studenten Inga und Marius, die ans Meer trampen wollten. Rebecca mag die beiden und überlässt ihnen ihr Boot. Aber während des Segeltörns kommt es zu einem schrecklichen Streit. Marius fällt über Bord und ist verschwunden. Wochen später erscheint sein Bild in der Zeitung. Im Zusammenhang mit einem furchtbaren Verbrechen in Deutschland wird nach ihm gesucht.




Meine Rezension:

Charlotte Link verspricht (fast) immer Spannung, verzwickte Handlungsstränge, undurchsichtige Verwicklungen, sehr guten Schreibstil und gut ausgearbeitete Charaktere. Auch diesmal schafft sie es eine gewisse Spannung aufzubauen. Sie lässt Figuren verschwinden und spontan wieder auftauchen, bringt jede Menge Konfliktpotential in die Geschichte und lässt am Ende einen überraschten und (teilweise) zufriedenen Leser zurück. 

Jedoch hat sie es diesmal (zumindest für mich) nicht geschafft die Spannung über das ganze Buch zu halten. Zwischendurch wurde es etwas langatmig. 
Aus meiner Sicht hätte sie ein, zwei Figuren und deren Geschichte (Karen & Familie) reduzieren oder weglassen können. So zog sich die Geschichte um Inga, Marius und Rebecca teilweise unnötig in die Länge und die Spannung litt etwas darunter. Die Verwicklungen zwischen Marius, Rebecca, Clara und Agneta waren gut aufgebaut. Je tiefer man in die Geschichte eintauchte, desto mehr verstand man die Zusammenhänge. 

Erschreckend waren die Tatbestände und deren Auswirkungen, was alles in den ersten Lebensjahre zerstört werden kann. Wie Menschen versuchen ihre Position im Leben über andere zu stellen und dabei über Grenzen gehen, die unmenschlich sind. 

Man schließt die Buchdeckel und weiß, dass man gerade ein gutes Buch gelesen hat, aber man behält auch ein bedrückendes Gefühl bei sich, wenn man an das Thema des Buches denkt.

Bewertung: 3***

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