Freitag, 31. Mai 2013

Wir Deutschen

"Wir Deutschen - Warum uns die anderen gern haben können" 
von Matthias Matussek





erschienen am 01.07.2006
Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN 9783596171514
352 Seiten

Inhalt:

Was ist des Deutschen Vaterland? Matthias Matussek unternimmt eine Expedition ins deutsche Herz und in die deutsche Provinz. Er findet wahre Helden in der deutschen Geschichte von der Steinzeit bis heute, erforscht das deutsche Wohnzimmer, begegnet Alexander von Humboldt am Amazonas und Heinrich Heine bei Starbucks. Er spricht mit Harald Schmidt über deutsche Tugenden, mit dem Historiker Hagen Schulze über deutsche Triumphe und deutsche Tragödien, mit Sarah Kuttner über deutschen Pop. Und er gibt Entwarnung - von diesem Land wird erstmal kein Krieg mehr ausgehen, dafür aber jede Menge guter Kunst....

Meine Rezension:

Matthias Matussek hat ein gutes und unterhaltsames Buch über die Deutschen geschrieben. Wie werden sie wahrgenommen und wie nehmen sie sich wahr?
Warum will bei den Deutschen kein so richtiger Patriotismus zum eigenen Land entstehen? 
Und was können wir noch bieten außer Schloß Neuschwanstein und die Alpen? 
Gibt es Unterschiede zwischen Ost und West? 
Sind wir wirklich so ohne Humor, ohne Lust am Genießen und ohne Sinn für Kunst, Kultur und Politik? 
Nein! 
Vieles kann Matussek beseite schieben und den Blick auf die Deutschen positiv schärfen. Er packt es mit Humor, Ironie und vielen interessanten Informationen (aus der Geschichte und von heute) an. Er zeigt, dass man wieder stolz sein darf. Matussek führt interessante und witzige Interviews, entführt in Regionen, wo man selber vielleicht nicht hinkommt und öffnet das Tor zur Kultur. 
Alles in allem ein schönes Buch, welches man (dank der Kapitel) in Etappen lesen kann.


Montag, 27. Mai 2013

Geisterfjord

"Geisterfjord" von Ysra Sigurdardottir

 

erschienen am 08.09.2011
  Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN 9783596192731
357 Seiten

Inhalt:

Ein menschenleeres Dorf im Nordwesten von Island: Drei junge Leute werden in einem maroden Sommerhaus von seltsamen Geräuschen und Erscheinungen in Angst und Schrecken versetzt. Und viele Kilometer entfernt, gibt der Selbstmord einer alten Frau den Behörden Rätsel auf. Was haben die unerklärlichen Phänomene miteinander zu tun - und wie gefährlich ist es ihnen auf den Grund zu gehen?

Meine Rezension:

Der Island-Thriller hält, was er verspricht und gibt noch etwas Gänsehaut obendrauf. Man taucht ein in eine Welt voller Selbstzweifel, Angst, Wut und Traurigkeit und muss zudem noch gegen das Gefühl von Kälte und Nässe ankämpfen.

Die Charaktere sind wieder typisch nordisch - teilweise ver-(zer-)stört, mit sich hadernd und eigentlich müde. Nur müde. Freyr kämpft gegen die Stimme seines toten Sohnes an und muss sich doch mit einem verzwickten Fall herumschlagen. Warum bringt sich die alte Frau ausgerechnet in einer Kirche um? Und was hat sie auf ihrem Rücken? Was hat das mit einem Einbruch in einen Kindergarten vor vielen Jahren zu tun? Was sind das für Zeichen? 

Freyr, ein Mediziner und Psychiater, ermittelt zusammen mit Dagný, einer Polizistin, in diesem Fall und so richtig kommen sie nicht voran. Es sind so viele kleine Puzzelteilchen und nicht jeder will auf die Fragen antworten. Oder kann nicht mehr antworten. Manche sind gefangen in ihrem Körper und werden doch von den Geistern bedrängt. Gibt es sie wirklich? 

Und die drei Leute auf der Insel? Sie wollen ein Haus sanieren und erleben hier ihre schlimmste Zeit. Es knarrt und quietscht, Stimmen tauchen auf und es ist kalt. So kalt. Kaum hat man die Augen geschlossen, geschieht etwas. Wer legt Muscheln in den Raum? Und warum? Woher kommen die nassen Fußspuren? Wer ist noch auf dieser Insel, die doch eigentlich ganz verlassen sein soll? Was geschieht hier?

Die Autorin spinnt ein feines Netz aus Gänsehaut, Kribbeln und Atemlosigkeit. Man will wissen, wie es weitergeht und wagt sich tapfer vor. Doch nachts im Bett knarrt und quietscht es und man verflucht das Buch ;-). Das Ende ist überraschend und für einige Leser vielleicht unbefriedigend. Ich fand es gut und werde bestimmt noch ein weiteres Buch von dieser Autorin lesen.



Bewertung: 4****

Sonntag, 26. Mai 2013

Der Selbstversorger

"Der Selbstversorger" von Wolf-Dieter Storl



erschienen am 09.02.2013
Gräfe & Unzer Verlag
ISBN 9783833826573
192 Seiten



Inhalt:

Viele träumen davon: Selbstversorger zu werden und sich von dem zu ernähren, was im eigenen Garten wächst oder in freier Natur gesammelt werden kann. Der bekannte Ethnobotaniker Wolf-Dieter Storl tut dies seit Jahrzehnten. In diesem ebenso spannenden wie hoch informativen Buch erzählt er seine eigene Selbstversorger-Geschichte und gibt zahlreiche fundierte Informationen, Tipps und Anleitungen für den Eigenanbau von Gemüse, die Wildsammlung von Kräutern, für natürliche Schädlingsbekämpfung, die Herstellung von hochwertigem Kompost und vieles andere mehr. Dabei setzt er auf Nachhaltigkeit, Naturnähe und Ganzheitlichkeit. Ein prall gefüllter Schatz an Profi- und Geheim-Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene!

Meine Rezension: 

 Wer liest nicht mal gern einen "Geheim-Tipp" von einem Gartenprofi und lässt sich erklären, wie man im eigenen Garten überlebt, pardon mit einem Garten lebt. 
Ich habe mir so einiges von diesem Buch erhofft. Gut, ich werde wohl nie der Biogärtner werden, dass war mir schon vorher klar, da ich weder die Zeit und die (Garten-)Beschaffenheiten habe, aber so ein kleines bißchen Selbstversorger wöllte ich schon sein. Tomaten, Gurken, Zucchini, Erdbeeren und vieles mehr...her damit. Die berühmten Beikräuter (andere nennen sie Unkraut) kann man sogar häufig essen. Storl schreibt auch über sie und die "echten" Kräuter und zeigt auf für welche kleinen und großen Zimperlein sie gut sind und wie man sie zubereitet. Alles nur in groben Zügen und den Mediziner wird es wohl auch nicht ersetzen, aber vielleicht so manche unnötige Pille aus dem Medizinschränkchen. Was mir hier nicht gefallen hat, waren die Abbildungen. 


Ich finde sie zwar schön und schlicht, aber viel zu ungenau und verwechselbar. Nicht jeder kennt sich mit den Pflanzen aus und kann sie anhand dieser Bilder unterscheiden. Viele sehen sich zum verwechseln ähnlich (z.B. Bärlauchblätter - sehr lecker als Pesto und Maiglöckchenblätter - giftig), so dass der Genuss mitunter sehr gefährlich sein kann. Hier wären "richtige" Bilder besser gewesen.

Ansonsten schreibt Storl viel über seine Erfahrungen (manchmal etwas lehrerhaft, aber trotzdem noch lesbar) und über seine Erfolge und Misserfolge. Gut fand ich die biologischen "Waffen" in Form von Pflanzenjauche & Co. Allerdings fand ich diese nur im Lesestadium gut, denn wenn man sie herstellt...Himmel, was können diese stinken. Vielleicht doch wieder Schneckenkorn?


Die Beschreibung des Mistbeetes fand ich gut. Aber auch hier schwante es mir, dass es nicht geruchsfrei ablaufen wird. Ich habe es etwas abgeändert und bin trotzdem zufrieden. Manches wird bei mir wohl nicht so gut wachsen, weil ich eben auf Jauche & Co. verzichtet habe, aber trotzdem fand ich die Ideen gut und auch (mit kleinen Abstrichen) realisierbar. 


Ein weiteres Kapitel, welches ich interessant fand und aus dem ich mir einiges entnehmen konnte, waren die Regeln für Fruchtfolgen. Welche Pflanzen sich mögen und gegenseitig fördern und welche so gar nicht nebeneinander stehen und wachsen wollen (fast schon wie beim Menschen ;-)). Auch welche Beete mehrfach bepflanzt und vorallem mit welchen Sorten man sie noch einmal bepflanzen kann. Viele Kombinationsbeispiele und Tipps folgen und so hat man schon einen guten Einblick in die Fruchtfolge.

So, kommt noch der Mond und seine Gezeiten. Dieses Kapitel habe ich zwar überflogen, aber für mich festgestellt, dass ich diesem Rhythmus nicht folgen kann und werde. Ich lasse ihn seine Runden drehen und hoffe trotzdem auf schöne Erträge. 





Insgesamt fand ich das Buch sehr informativ und gut gemacht. Ich war auch überrascht, was alles schon Essbares in meinem Garten wächst ohne das dies mir vorher aufgefallen war. Jetzt sehe ich meinen Garten mit einem etwas anderen Blick und freue mich über so manches Pflänzchen viel mehr.
Bis auf ein paar kleinere Kritikpunkte (die ich bereits erwähnte) habe ich in diesem Buch auch viele interessante und nachvollziehbare Anleitungen und Hinweise gefunden, die ich im Laufe des Gartenjahres sicherlich einmal ausprobeieren werde.

4****


Freitag, 24. Mai 2013

Rudernde Hunde

"Rudernde Hunde" von Elke Heidenreich und Bernd Schroeder



erschienen im September 2006
Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN: 9783596158799
Flexibler Einband: 252 Seiten

Inhalt:

Liebenswerte Käuze, sonderbare Spinner, tolpatschige Verehrer, entnervte Mütter, prahlende Väter, tanzende und (gleich zwei Mal) rudernde Hunde – wer mit den Geschichten diese Buches nicht auf seine Kosten kommt, dem ist nicht zu helfen. Die beiden (sich sehr nahestehenden Autoren) haben einen Ton gefunden für ihre Alltagsgeschichten, eine Melodie, die alle komischen und traurigen Episoden zu einem Lesebuch verbindet, das für alle gedacht ist, denen das Leben rätselhaft geblieben ist.

Meine Rezension:

Wie man an dem Bild und Buch unschwer erkennen kann, habe ich es eine ganze Weile in meiner Tasche herumgetragen. Und immer wieder hat es mich mit seinen witzigen, traurigen und spöttischen Kurzgeschichten aus dem ganz normalen Wahnsinn, pardon Alltag über so manche Wartezeit gerettet. Ich mag Elke Heidenreich und auch Bernd Schroeder (aber ein bißchen mehr sie als ihn) und ihre Art die Dinge zu sehen und beim Namen zu nennen. Direkt und ehrlich zeigt sie auf die Wunden und bohrt ab und zu auch mal hinein. Aber immer mit Achtung und Respekt vor dem Menschen und mit einem Augenzwinkern. Immer wieder muss man lachen oder schmunzeln und am Ende feststellen, dass man auch über sich selber gelacht hat. Denn hier tauchen so manche Marotten und Macken auf, die man selber inne hat und nicht so gern zugeben möchte. 
Erfährt ja keiner beim Lesen ;-). 


Mittwoch, 22. Mai 2013

Pippa Lee

"Pippa Lee" von Rebecca Miller

erschienen am 03.07.2008 
Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN 9783596511501 
368 Seiten




Inhalt: 

Ein amerikanischer Traum in Manhattan. Eine ganz normale Familie. Ist das wirklich Pippas Traum vom Leben? Denn eigentlich ist sie jemand ganz anderes: Als aufmüpfige Teenagerin tauchte sie in die Sexparties und Drogenexzesse von Soho ab – bis sie die Notbremse zog. Aber jetzt in der Normalität, merkt sie, dass das Leben nicht aufgeht, wenn andere die Korken knallen lassen. In einer klaren und kraftvollen Sprache stellt Rebecca Miller die wichtigsten Fragen. Packend und sehr einfühlsam erzählt sie von Pippas Suche nach dem richtigen Leben und der Entdeckung, dass das ganze Glück direkt vor unseren Augen liegen kann.
Meine Rezensionen: 
Pippa Lee mag man oder nicht. Ich glaube ein dazwischen gibt es nicht. Mir hat das Buch gut gefallen. Sie erinnert sich an ihre Kindheit und ihre Jugend - mal mit leichter Traurigkeit, mal mit schwarzem Humor. Rebecca Miller kann mit ihrem Schreibstil den Leser an die Geschichte fesseln und ihn zum Schmökern und Abtauchen bringen. 
Aber nicht nur Pippa Lee ist einzigartig in diesem Roman, sondern auch die anderen Figuren. Ihr Mann (wegen dem sie in eine Seniorenanlage gezogen ist), der Nachbarin Sohn, ihr Kind u.v.m. machen das Buch interessant und vielschichtig. Man bekommt einmal eine andere Seite vom amerikanischen Traum präsentiert. Nicht immer wieder nur heiler Sonnenschein, sondern auch die Schattenseiten und die ganz alltäglichen Sorgen (manchmal etwas überspitzt, dennoch gut) werden von Rebecca Miller dargestellt.
Ein gutes Buch, welches man zusammenhängend lesen sollte.

Montag, 20. Mai 2013

Zwei neue SUBlinge ziehen ein

Ich kann nichts dafür und freue mich trotzdem. Denn ich habe zwei neue Bücher geliehen bekommen. Jetzt warte ich noch auf die Tüte Extrazeit und dann kann es losgehen. 

Das erste Buch habe ich von einer Freundin bekommen. Es ist diesmal ein Sachbuch. Es geht dabei um den "größten Diebstahl der Geschichte". Der Diebstahl von Kunstobjekten für das "Führermuseum". Dieses Buch wird wohl keine so leichte Lektüre und ist auch nichts für "zwischendurch".


John Katzenbach habe ich von meiner Mutter bekommen. Sie ist momentan auf dem "Psychothrillertrip" und liest diese weg wie nichts. Vielleicht sollte ich ihr mal einen Regionalkrimi als Ausgleich geben ;-).




Samstag, 18. Mai 2013

Komm, ich erzähl dir eine Geschichte

"Komm, ich erzähl dir eine Geschichte" 
von 
Jorge Bucay


erschienen im Dezember 2008
Fischer Verlag
ISBN 9783596510382
 330 Seiten


Inhalt:
Wie begegnet man den Wirrnissen des Lebens? Mit Geschichten, sagt Jorge Bucay, der die Gabe hat, das Komplizierte einfach werden zu lassen. Und er hilft seinem Zuhörer Demian, seine Ängste und Probleme besser zu verstehen, indem er ihm Märchen aus aller Welt, Sufi-Gleichnisse, Zen-Weisheiten, antike Sagen, selbst Erfundenes erzählt.  


Meine Rezension:

 Es ist ein Buch auf das man sich einlassen sollte. Kein Buch, welches man an einem Stück liest und dann weglegt, um ein anderes sofort zu beginnen. 
Demian hat immer wieder Sinn- und Lebenskrisen, die der Leser in den meisten Fällen gut nachvollziehen kann. Er muss sich Rat holen, damit er mit diesen Problemen fertig wird bzw. einen Ansatz bekommt, wie er diese Probleme bewältigen kann. Dafür steht ihm der Psychotherapeut Jorge zur Seite. Der etwas unkonventielle Therapeut ist Demian anfangs nicht so ganz geheuer und doch fesseln ihn seine Geschichten. Denn Jorge erzählt Demian zu jedem seiner Probleme eine Geschichte, die er dann auf sich wirken lassen soll. Anfangs verwirrt über diese Art der Therapie lässt sich Demian darauf ein und so bekommen er und der Leser viele kleine Geschichten erzählt, die immer wieder eine Lebensweisheit beinhalten. Bei so mancher Geschichte dachte ich beim Lesen "so einfach kann es sein" oder "wir machen uns das Leben selber schwer". Manches bleibt hängen und hilft, andere Geschichten haben weniger Eindruck hinterlassen. Erinnert haben mich die Geschichten etwas an Francois Lelord und seinem Hector. Das Besondere an den Büchern ist, dass die Autoren auch im "echten" Leben den beschriebenen Berufen nachgehen. Bucay ist Gestalt- und Psychotherapeut und Lelord ist Psychiater. Eine Therapie wird durch diese Bücher nicht ersetzt, aber vielleicht bekommt man Gedankenanstöße in die richtige Richtung oder wird einfach nur gut unterhalten.


Bewertung: 4 ****

Dienstag, 14. Mai 2013

Die zwei Neuen

Da ich ja meinen SUB abbauen möchte, kommen nur noch gelegentlich neue Bücher in mein Regal. Diesmal sind es zwei völlig verschiedene Bücher.


Zu einem (links) ein Sachbuch, das sich mit dem Garten und der Selbstversorgung mit Obst, Gemüse und Kräutern beschäftigt. Wolf-Dieter Storl beschreibt seine (Miss-)Erfolge und wie man seinen eigenen Garten richtig bearbeitet. Es ist anders aufgebaut als die bisherigen Gartenbücher, die ich gelesen habe. Weniger Bilder, mehr Text und Erklärungen. Ich bin gespannt.

Rechts ist es ein dicker Schmöker von Peter Prange. Das Buch habe ich geschenkt bekommen. Zwei Menschen in den 30iger Jahren in Paris, die große Liebe, Widerstände und viele Seiten ;-). Ich lass mich überraschen.

Montag, 13. Mai 2013

Hau

"Hau" von Bernd Schroeder


erschienen am 26.08.2006 
Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN 9783596176205
364 Seiten


Inhalt:

Mord aus Berechnung oder Justizirrtum? Der junge Rechtsanwalt Karl Hau, selbstsicher, arrogant, hochintelligent, ein Hochstapler, Frauenheld und Verschwender und zugleich ein ungeheuer liebevoller Familienvater, wird zum Tode verurteilt, weil er die Mutter seiner Frau Lina erschossen haben soll. Die Zweifel bleiben. Bernd Schroeder erzählt in einem fesselnden Roman von einem der rätselhaftesten Kriminalfälle des 20. Jahrhunderts.

Meine Rezension:

Ich mag den Schreibstil von Bernd Schroeder und kann mich eigentlich gut in seinen Geschichten zurechtfinden, aber bei dieser Geschichte rund um den Karl Hau hat es leider nicht geklappt. Er schreibt einfach sehr gut, aber mich hat es nicht gepackt. Ich schleppte mich durch die Handlung und hoffte auf den Funken, der überspringen wird, aber nichts. So bleibt mir nur zu schreiben, dass es diesmal für mich nichts war. Schade, denn "Alte Liebe" und "Rudernde Hunde" haben mir gut gefallen.  

Wegen des Schreibstils gibt es von mir 3 Sterne, dass mich die Geschichte nicht gepackt hat, ist ja dann doch eher Geschmackssache.






Samstag, 11. Mai 2013

Biogärtnern - Der Grundkurs

"Biogärtnern - Der Grundkurs" von Peter Berg



erschienen am 07.02.2013
Kosmos Verlag

ISBN 9783440111963 
192 Seiten









Inhalt:

Was wirklich wichtig ist  - Der erfahrene Biogärtner Peter Berg zeigt, wie Sie in Ihrem Garten gesundes Gemüse und Ost sowie würzige Kräutzer nachhaltig anbauen können.

Schritt für Schritt zum Biogärtner - Blicken Sie Peter Berg in vielen anschaulichen Fotostrecken über die Schulter und lernen Sie so die Grundlagen des Biogärtners ganz unkompliziert kennen.

Gärtnern im Rhythmus der Natur - Entdecken Sie Ihren Nutzgarten von Frühling bis Winter und erfahren Sie, wie Sie ihn mit biologischer Pflege gesund erhalten.

Ganz einfach Biogärtnern - für Ihre eigene gesunde und aromatische Ernte!


Meine Rezension:

Wer dieses Buch gelesen hat, wird sehr schnell feststellen, das biogärtnern nichts für zwei Tage ist. Man muss sich wirklich mit der Natur, den Gegebenheiten des eigenen Gartens und den Pflanzen beschäftigen. Viele Dinge wußte ich nicht und war erstaunt, auf was man alles achten muss. 
Peter Berg beschreibt in einfachen Sätzen worauf es ankommt, wie man Schritt für Schritt vorgeht und vorankommt. Einiges lässt sich schnell und leicht nachvollziehen und vorallem nachmachen, anderes scheitert schon an der Beschaffenheit und Lage der Erde oder des Gartens. Aber immer wieder bekommt man Anregungen, wie man etwas verbessern kann, um eine höhere oder bessere Ernte zu erhalten.


 

Vom Kompost zubereiten in vier Schritten mit tollen Bildern, die das Geschriebene nach einmal hervorheben bis zu den Gründüngerpflanzen, den Bodendeckern und Stickstoffsammlern, werden viele Tipps, Tricks und detaillierte Anweisungen gegeben. 




Auch das erste Gemüse (die kleinen und fast sicheren Erfolgserlebnisse, die so jeder Hobbygärtner als Motivation braucht) und das Naschobst werden beschrieben (Sorten, Anbau, Aussehen und Besonderheiten) und bildlich dargestellt.



Gut fand ich, dass Peter Berg auf das viele kleine und größere Getier aus dem Garten einging. Die Insekten - herzlich willkommen und viel Spaß beim Bestäuben und Honigsammeln, die Schädlinge - die man nicht wirklich braucht, werden vorgestellt, welche Formen bzw. Arten es gibt und wie man sie schützen und unterstützen oder entfernen und vermeiden kann.


In diesem Buch werden soviele Themen angerissen, dass man sie hier gar nicht alle aufzählen kann. Es ist interessant und man erhält einen guten Überblick über die viele Arbeit, die ein Biogarten mit sich bringt. Vieles kann man sich abgucken und sicherlich auch nachmachen, aber bei einigen Dingen werden einfach die Zeit und die Möglichkeiten nicht gegeben sein. Dennoch ein tolles Buch über das Biogärtnern. Ein Buch zum Sammeln von Anregungen und vielleicht der Beginn einer tollen "Gartenkarriere" ;-).



Dafür gibt es von mir 5 *****!

Montag, 6. Mai 2013

Der Buchhändler aus Kabul

"Der Buchhändler aus Kabul" von Asne Seierstad



erschienen am 01.03.2004 
List Verlag
ISBN 9783548604305 

302 Seiten
















Inhalt:

Fünf Monate verbrachte Åsne Seierstad bei der Familie des Buchhändlers Sultan Khan in Kabul, lebte ihren Alltag und sammelte ihre Geschichten: von arrangierten Ehen und wertvollen Büchern, von der Freiheit des Geistes und der zaghaften Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Sie zeichnet das Porträt eines Buchhändlers mit Charisma, der Bücher über alles liebt - und dabei doch das klassische Oberhaupt einer islamischen Familie bleibt.

Meine Rezension:

Das Buch hat mich gefesselt, weil es aus einer fremden und fernen Kultur erzählte. Von Frauen und Männern, die viele verschiedene Kriege und Herrschaften erlebt haben. Von Kindern, die bisher noch keine Friedenszeit in ihrem Leben hatten und von den vielen Veränderungen durch die jeweiligen Machthaber. 

Afghanistan kenne ich nur aus den Medien und weiß daher kaum etwas über die Menschen, deren Kultur und Leben. Asne Seierstad hat mehrere Monate mit einer Großfamilie zusammengelebt und sie kennengelernt. Sultan ist in dieser Familie das Oberhaupt. Er bestimmt was gemacht wird, wer zur Schule gehen darf, wer arbeiten muss und welchen Mann die Schwestern heiraten müssen/dürfen. Es gibt sie noch immer - die verkaufte Braut. Die Familie mit dem höchsten Ansehen und den besten Aussichten auf Sicherheit, Geld und Macht bekommt die Braut. Selten sind es Liebesheiraten, meistens verbunden mit Tränen, Angst und Trauer bei den Frauen. Sie müssen ihre Familie verlassen und dürfen diese auch nur noch mit Erlaubnis des Mannes besuchen. Das Haus dürfen sie nicht ohne Begleitung verlassen und arbeiten gehen, dürfen auch nur die wenigsten Frauen. Sie sind die Putzfrauen, die Köchinnen, die Trösterinnen, die Sündenböcke für die gesamte Familie. Sie stehen in der Hierarchie ganz unten, vorallem, wenn sie unverheiratet sind. 

Als Leser schwankt man zwischen Ablehnung und Achtung. Viele Dinge, die wir hier erleben und machen, sind für uns so selbstverständlich, aber für diese Menschen gelten sie nicht. In vielen Dingen werden sie in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt und unterdrückt (nicht nur die Frauen). Doch Afghanistan war auch einmal anders. Modern, bunt, lustig, laut und fröhlich. Mit modisch gekleideten Frauen, die zur Schule und an die Universität gingen, die arbeiteten und frei waren. Auch die Burka müssen die Frauen erst seit einigen Jahren tragen und war früher keine Pflicht oder religiöse Vorgabe. Interessant waren auch die Beschreibungen, wie es sich unter diesem Kleidungsstück "lebt", wie anstrengend und belastend sie ist und wie wenig Freiheit und Luft sie den Frauen lässt.

Ich fand das Buch interessant und fesselnd und beklemmend zugleich. Von vielen Dinge wußte ich nichts und staunte so manches Mal. Aber es gibt wohl auch eine Schattenseite von diesem Buch, denn die Autorin wurde von Sultan (der Hauptfigur) verklagt. Er klagt sie an, ihn und seine Kultur falsch verstanden und beschrieben zu haben. Seine Ehre würde sie angreifen, seine Kultur verleumden und Lügen verbreiten. Beide stehen jetzt vor Gericht. Sie getraut sich momentan nicht in dieses Land, weil sie bereits bedroht wurde. Seine Familie ist aus Afghanistan geflüchtet und versucht neu anzufangen.

Man ist als Leser hin und hergerissen. Was ist wahr? Was ist übertrieben oder gar gelogen? Oder stimmt alles und der Buchhändler versucht nun Schadensbegrenzung, weil er die Wirkung des Buches unterschätzt hat? 

Ich weiß es nicht. Das Buch ist trotzdem lesenswert, aber mit Vorsicht zu bewerten. Aus diesem Grund bleibt das Buch "ohne Sterne".