Montag, 15. April 2013

Greed Castle

"Greed Castle" von Carolin Römer


Inhalt:

Die irische Nordwestküste und insbesondere Foley waren jetzt nicht das, worauf Fin O’Malley in seinem Leben gewartet hatte. Aber immerhin hat er hier (sehr) seine Ruhe und macht sich auf die Suche nach sich selbst. Doch dabei stolpert er über einen Toten, offenbar kaltblütig vor dem gruseligen Herrenhaus Greed Castle ermordet. Der ehemalige Detective aus Dublin hat bekanntermaßen von der Polizeiarbeit die Nase voll. Aber durch ein Missgeschick macht er sich verdächtig und muss handeln. Bei seinen Ermittlungen muss Fin sich jedoch mit einer hartnäckigen Polizistin und einer aufmüpfigen Teenagertochter herumärgern. Auch die eigene, lang verdrängte Vergangenheit macht ihm zu schaffen. Dass der einzige Tatzeuge auch noch vier Pfoten und eine feucht Schnauze hat, erleichtert Fins Ermittlungen nicht unbedingt. Sollten die Kobolde, die der Sage nach in Greed Castle hausen, sich gerächt haben? Fins Tochter verschwindet spurlos. Aber nun weiß Fin, dass er der Lösung des Rätsels schon ganz nah gekommen ist. 


Meine Rezension:

Ich habe mich sehr gefreut, dass sich der Conte Verlag bei diesem Buch für mich entschieden hatte. Da ich bereits den ersten Fall von Fin O`Malley gelesen hatte, war ich nun sehr gespannt wie es mit ihm in dieser Einöde weitergehen wird.

Fin O´Malley ist nicht der klassische Ermittler - unfehlbar, charmant, gutaussehend und groß gewachsen. Nein, er hat Mist gebaut und wurde versetzt ans Ende der Welt - zumindest fühlte es sich so für ihn an. Die Einwohner von Foley sind speziell, um nicht zusagen, sehr speziell. Verschwiegen, verschworen und keiner Arbeit nachgehend, aber trotzdem immer etwas Geld in der Tasche für ein gutes Bier im Fisherman. Wer von "außen" kommt, hat es schwer und wird nicht selten misstrauisch beobachtet. Gern macht man mal einen derben Scherz auf Kosten des Neuen, aber dies hat nun Fin O´Malley schon hinter sich. Er lebt seit ein paar Monaten in dieser Gegend und hat sich an die Einwohner gewöhnt. 

Fin arbeitet nicht mehr als Detective, sondern als Barmann im Fisherman und hat so die (vorübergehende, denn nichts ist dauerhaft) Akzeptanz der Einwohner erhalten. Natürlich wird er wohl ewig der Dubliner bleiben, aber das ist ihm egal. Er drückt auch bei den kleinen krummen Geschäften der Einwohner ein Auge zu und passt sich zudem der Verschwiegenheit an. Fast schon fühlt er sich zu Hause. Doch etwas fehlt. Seine Tochter Lily und diese wird nun für einige Zeit zu ihm kommen. 

Doch nicht nur Teenager Lily wird sein Leben auf den Kopf stellen, sondern auch die Leiche, die er am Strand ganz in der Nähe des Greed Castle findet. Er, der einfach seinen dicken Kopf lüften wollte, muss über sie stolpern. Was dann passiert, ist herrlich skurril. Die Leiche wird samt Wagen einfach "weggeschafft". Aus den Augen, aus dem Sinn. Ganz die Einstellung der Foley-Bewohner. Nun gibt es kein Problem mehr. Und doch irren sie sich diesmal. Denn die Strömung bringt ihn wieder und setzt damit auch eine Maschinerie in Gang, die wieder das ganze Dorf zusammenrücken lässt. Fin steht diesmal unter Verdacht des Mordes und muss zudem noch einen anhänglichen Hund versorgen.
Die hübsche und clevere Caitlin da Silva sitzt ihm im Nacken und verlangt Antworten und Fakten und bringt zudem sein Blut so ganz leicht in Wallung. Auch die IRA spielt diesmal eine Rolle und der Leser erfährt etwas aus der Vergangenheit von Fin O`Malley.

Mit einer guten Portion Humor und viel irischer stoischer Ruhe erzählt Carolin Römer die Geschichte um Fin O´Malley. Die Charaktere haben sich teilweise weiterentwickelt und werden immer facettenreicher, da nun immer mehr kleine Details aus ihrem Leben bekannt werden. Auch die Kobolde sind wieder mit dabei und treiben laut Nora wieder ihr Unwesen. Besonders im Greed Castle. 
Anfangs habe ich etwas gebraucht, um wieder in die Geschichte hineinzukommen (es empfiehlt sich also den ersten Band vorher zu lesen), aber dann waren die Sprüche, der raue Ton und die Whiskyflasche wieder wie "alte Bekannte". Carolin Römer packt neben den vielen (teilweise schrägen) Figuren auch eine raue Landschaft in die Geschichte und diesmal auch die Politik, die Auseinandersetzungen rund um die IRA. Nur oberflächlich kratzt die Autorin an der Geschichte, aber für einen kleinen Einblick reicht es.
Die Verwicklungen und die Totesursache sind nun nichts Neues am Krimimarkt, aber trotzdem fand ich sie gut geschrieben und unterhaltsam. Die Figur des Fin O`Malley erinnert mich schon an die schwedischen Ermittler (leicht depressiv, alkoholnah und alleinstehend mit kaputter Familie), bloß das diesmal noch der trockene Humor der Iren hinzu kommt.

Mir hat das Buch ein spannendes Wochenende beschert. 
Vielen Dank an den Conte Verlag und BloggdeinBuch für dieses Buch. Wer Fin O`Malley kennenlernen möchte, kann dies hier tun.


1 Kommentar:

  1. Hi,
    kann mich Deiner Meinung nur anschließen. Mir hat der 2. Band auch wieder super gefallen.
    LG Isabel

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