Dienstag, 31. Dezember 2013

Zusammenfassung Dezember 2013

Dezember 2013: Lesen! Einfach nur lesen und etwas rezensieren und eine gute Tasse Tee trinken. Es ist schließlich bald Weihnachten.

07.12. Ich habe mich an das obige Motto gehalten und endlich meinen Stapel etwas abgearbeitet. "Vom Glück mit Katzen zu wohnen" habe ich gelesen, ebenso das Buch von Konrad Bernheimer beendet und das e-Book "Fünfhunderteins". Die ersten beiden Bücher haben mir sehr gut gefallen, als dritte eher weniger.  

Da das Lesejahr 2013 bald zu Ende geht, schaue ich mich gerade um, was man so 2014 alles an Challenges machen kann. Dabei bin ich auf den Blog "Lesendes Katzenpersonal" gestoßen und werde dort bei der Blanvalet-Challenge mitmachen. Daran hatte ich schon einmal teilgenommen und nun werde ich es 2014 wiederbeleben. 

14.12. Es sind einige neue Bücher auf meinem SUB gewandert und auch so manches Buch habe ich beendet bzw. angefangen. Viel Spaß hatte ich mit Christoph Maria Herbst und "Ein Traum von einem Schiff". Nicht ganz so gelungen fand ich "Brixton Hill" von Zoe Beck. Momentan lese ich "Arsen und Apfelwein" und werde dabei gut unterhalten. Die Rezensionen zu den gelesenen Büchern werden in den nächsten Tagen folgen.

19.12. "Arsen und Apfelwein" habe ich beendet und fand ich ziemlich gut. Vorallem das Ende. "Go vegan!" habe ich ebenfalls gelesen und war schon teilweise schockiert, was die Autoren hier erzählen. Gut, dass ich schon jahrelang kein Fleisch mehr esse. Momentan höre ich "Der Bildwächter" von Monika Feth und lese "Glücklich ohne Geld!" von Raphael Fellmer.  

22.12. "Fräulein Schläpples fabelhafte Steuererklärung" und "Glücklich ohne Geld!" habe ich beendet. Erstes Buch fand ich gut und sehr charmant, das zweite Buch hat mich nicht so gepackt. Damit sind wieder zwei Bücher vom Rezi-Stapel verschwunden (die Rezensionen werden die Tage folgen) und nun starte ich mit einem Krimi von Sabine Kornbichler. Ich bin gespannt. 

31.12. Der letzte Tag von 2013 ist angebrochen und so langsam muss man sich vom Jahr verabschieden. 

Sind alle Wünsche in Erfüllung gegangen? 
Alle Vorsätze erreicht? 
Genügend Lesestoff für den freien Tag im Haus ;-)? 
Schon neue Vorsätze geschaffen? 

Ich bin ja kein so großer Vorsatzfan und so habe ich auch nur einen: SUB-Abbau und eine  private Sache. Auch im nächsten Jahr werden hier wieder Rezensionen veröffentlicht und neue Bücher vorgestellt. Es wird wieder gute und fleißige Monate geben und Monate, in denen einfach nichts oder nur sehr wenig passiert. Ich werde diesmal "nur" an zwei Challenges teilnehmen, um den Lesedruck etwas zu senken. Zum einen wird es die Verlagschallenge sein und zum anderen die SUB-Abbau-Challenge - auf beide freue ich mich bereits. Alles andere wird im nächsten Jahr erstmal ausgesetzt. 
So, nun bleibt mir nur noch der Wunsch an euch...

EINEN GUTEN RUTSCH IN EIN GESUNDES, GLÜCKLICHES, ERFOLGREICHES UND LESEREICHES ;-) NEUES JAHR!!!!

Liebe Grüße bis 2014!

Montag, 30. Dezember 2013

Glücklich ohne Geld!

"Glücklich ohne Geld" von Raphael Fellmer




erschienen am 07.11.2013
  REDLINE Verlag
ISBN 9783868815054
 220 Seiten

Inhalt:

Raphael Fellmer lebt komplett ohne Geld – er verdient nichts, er bezahlt nichts. Sein Essen holt er sich von diversen Biosupermärkten, wo er es vor dem Wurf in die Tonne rettet. Er lebt von dem, was in der Überflussgesellschaft übrig bleibt. Diese Entscheidung trifft Fellmer vor drei Jahren, auf einer Reise ohne Geld und per Anhalter nach Mexiko. Zurück in Deutschland steht seine Entscheidung fest: Genau so möchte er weiterleben. Er ernährt sich vegan von weggeworfenen Lebensmitteln, die noch genießbar sind, aber nicht mehr verkauft werden können. »Lebensmittel retten« nennt er das. Seine Klamotten bekommt er gebraucht von Freunden und Verwandten. Mit seiner Konsumverweigerung will der 30-jährige Berliner aufzeigen, wie viele Ressourcen heute unnötig nutzlos verschwendet werden. Er ist Mitgründer und Hauptverantwortlicher eines Netzwerkes, das es jedem ermöglicht, nicht benötigte Lebensmittel zu verschenken anstatt zu vernichten. In seinem Buch beschreibt er, wie ein Leben und Alltag ohne Geld aussehen kann, berichtet aus praktischer Erfahrung und schildert viele packende Begegnungen mit Menschen, die über diesen Lebensentwurf erst staunen – und dann ins Nachdenken kommen. Es ist auch die Geschichte eines Menschen, der anders und erfüllter und vor allem freier leben will.



Meine Meinung:

Ich hatte mir von dem Buch etwas anderes erwartet. Ideen, Tipps, Vorschläge und Möglichkeiten wie man mit Ressourcen noch besser umgehen kann, welche Möglichkeiten es gibt, um die Umwelt zu schonen bzw. zu unterstützen. Bekommen habe ich eine Selbstbeweihräucherung, ein Loblied auf eine Person und ein Beispiel wie man Trittbrettfahrer in der Gesellschaft wird. Ich habe mich bei so manchem Absatz geärgert und teilweise aufgeregt, wie man diese Einstellung als Bewusstsein und Verantwortung gegenüber Menschen und Umwelt verkaufen kann.

Auf Kosten der Gesellschaft sich durch das Leben zu wurschteln und dies auch von seiner Familie zu erwarten, ist aus meiner Sicht egoistisch und hat wenig mit Gemeinschaftssinn zu tun. Wie er sich darüber aufregen kann, dass eine Frauenärztin, die seine Frau kostenlos während der Schwangerschaft behandelt hat (da er ja keine Krankenversicherung haben möchte), ihm eine Auflistung erstellte, wie er die Kosten abarbeiten kann, ist mir schleierhaft. Sollte er nicht dankbar sein, dass sie dieses Risiko für Nieves (seine Frau) eingegangen ist? Andere Frauen gehen arbeiten, um sich diese Betreuung und Versorgung leisten zu können. Die Ärztin hat für ihre Praxisausstattung, ihr Personal sowie in ihre eigene Ausbildung sicherlich viel Geld investiert, welches sie (berechtigterweise) wieder zurück erwirtschaften möchte (und muss). Wo liegt also das Problem eine Gegenleistung zu erbringen? Weil es körperlich anstrengend ist? Er begründet es, dass es ihm noch zu sehr an Geld erinnert und er nur Dinge aus vollem Herzen tun möchte. Für mich ist dieses Verhalten nicht nachvollziehbar und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie die Wirtschaft funktionieren soll, wenn alle Menschen diese Einstellung hätten. Ich kenne keinen Menschen (aus meinem Umfeld), der nicht gern mal etwas aus vollem Herzen und ohne Geld für Menschen, Tiere oder die Umwelt tut (siehe die vielen Ehrenämter), jedoch sehe ich keinen Grund auf Kosten anderer Menschen das eigene Leben zu gestalten. Es stellt sich mir die Frage, was passiert, wenn der Autor einmal alt oder ernsthaft krank wird? Erwartet er, dass dann auch wieder die Gemeinschaft für ihn einspringt? 


PS: Die Tipps und Einsparungen, die am Ende genannt werden, sind für mich (sofern umsetzbar) gelebter Alltag und damit nichts neues. 

Mittwoch, 25. Dezember 2013

Ein Traum von einem Schiff

"Ein Traum von einem Schiff" von Christoph Maria Herbst


 















erschienen am 16.12.2010
Argon Verlag

Hörbuch
ISBN 9783839810927 

3 CD 


Inhalt: 

Drei Wochen unterwegs mit der »schwimmenden Schwarzwaldklinik« – Traum oder Albtraum?

Schauspieler Christoph Maria Herbst, bekannt aus der erfolgreichen TV-Serie "Stromberg", war im Januar 2010 zum ersten (und letzten?) Mal auf dem TV-Traumschiff engagiert und hat seine Erlebnisse rund um diese Winterreise auf dem Dampfer der Nation aufgezeichnet.
Bei der Ankunft in Panama ist sein Koffer immer noch in Madrid, auf höchster See jagt er Pantoffeldiebe, an der chilenischen Küste wird er als Stromberg erkannt und beschimpft, und auf Bora Bora ist er viel zu hautnah dabei, als ein Zyklon die ganze Inselgruppe neu sortiert.


Unvergessene Begegnungen mit Montezuma und liebenswerten öffentlich-rechtlichen Fossilen, aufgezeichnet mit höchst unterhaltsamem ironischen Blick auf Kollegen und Eingeborene, Sitten und Gebräuche. Ein traumhaftes Hörerlebnis rund um eines der letzten Abenteuer unserer Zeit!

 



















Meine Meinung:
 

Einmal auf das Traumschiff und zurück. Danke Markus…ähm…Christoph. Noch nie hatte ich so viel Spaß auf einem Schiff und das ohne Brechreiz und Seekrankheit. Einfach fantastisch.


Mit Christoph Maria Herbst einmal das Schauspielerleben erleben und dabei sein beim großen Traumschiffdreh. Das Traumschiff als Serie war mir gänzlich unbekannt (liegt das am Alter?) und so reiste ich völlig unvoreingenommen mit. Nach dieser Tour werde ich wohl weiterhin der Serie fernbleiben. Nicht jedoch Herrn Herbst (und dies soll keine Drohung sein ;-)). Wer Stromberg kennt, bekommt ihn hier in Badehose und außerhalb des Büros. So manches Mal saß ich grinsend im Auto (im Stau) und wurde von meiner Umwelt als suspektes Objekt wahrgenommen, denn wer grinst und lacht während eines Feierabendstaus? Aber wer mit Herrn Herbst auf dem Traumschiff eincheckt, muss sich gefasst machen. Auf was? Schwarzer beißender Humor, witzige Einlagen und überspitzte Kommentare und Beschreibungen. 

Menschen mit sensiblen Gemütern und große Anhänger der Traumschiffserie sollten allerdings die Finger von den drei CD`s  lassen – die Traumwelt könnte sonst Risse bekommen.  

Montag, 23. Dezember 2013

Das Frustjobkillerbuch

"Das Frustjobkillerbuch" von Volker Kitz und Manuel Tusch


erschienen am 06.10.2010
Heyne Verlag
ISBN 9783453650114
254 Seiten


Inhalt:


„Ich verdiene zu wenig Geld.“ – „Der Chef weiß meine Arbeit nicht zu schätzen.“ – „Alle quatschen mir rein.“ – „Jeder Tag ist gleich.“ – „Alle Kollegen und Kunden sind geisteskrank.“


Kennen Sie das? Herzlichen Glückwunsch, Sie haben Ihren Traumjob gefunden! Ja, Sie haben richtig gelesen: Der Job, den Sie haben, ist der beste, den Sie kriegen können.

Wir weisen nach: Alle Jobs sind im Prinzip gleich, und die Ursache für den Frust am Arbeitsplatz liegt in uns selbst.Wir entlarven die häufigsten Gründe für den Jobfrust und stellen eine verblüffend wirksame Methode vor, mit der Sie den eigenen, nervenden Berufsalltag aus eigener Kraft ändern und verbessern können – garantiert ohne platte „Denke positiv“-Formeln!

Meine Meinung: 


Das Buch reißt keine Mauern ein oder schafft die ultimative Zufriedenheit mit dem Job, den Kollegen oder dem Chef. Aber es ermuntert den Leser den Fokus einmal auf andere Dinge zu richten und die Sichtweise zu ändern, um zu erfahren, dass nicht immer der Chef an dem Bürofrust schuld sein muss. Oft kommt es vor, dass man beim Lesen nickt und zustimmend weiterliest. Viele Situationen und Dialoge, die hier beschrieben werden, sind einem selbst bekannt und man hat zudem auch schon die eine oder andere Sackgasse kennenlernen müssen. An diesen Punkten zeigen Kitz und Tusch Alternativen auf. Sie können den Leser nur zum Andersdenken und –reagieren animieren, nicht aber den Job schöner oder interessanter machen. Die Hauptarbeit liegt nachwievor beim Leser. Und doch können die Tipps und Vorschläge den allgemeinen Frust etwas senken, wenn man sich bestimmte Situationen vor Augen führt und einmal darüber nachdenkt. 

In der Regel schafft man es nicht mit einmal Lesen, die Vorschläge zu verarbeiten und sinnvoll anzuwenden, aber die geben den Anstoß. Das Buch ist in Kapitel eingeteilt und kann dadurch sehr gut in kleinen Portionen gelesen werden. Es ist ein Buch, welches man immer wieder zur Hand nehmen kann, um sich die notwendige Inspiration zu holen. 

Obwohl es gut aufgebaut und geschrieben ist, werden hier keine neuen Methoden oder Vorschläge unterbreitet. Wer also bereits ähnliche Bücher gelesen hat, wird keine Neuheiten entdecken, doch manchmal reicht schon ein anderer Schreibstil oder eine andere Herangehensweise, um etwas „altes“ besser verständlich zu machen. 



Samstag, 21. Dezember 2013

Go vegan!



"Go vegan!: Warum wir ohne tierische Produkte glücklicher und besser leben" von Marlene Halser (Hrsg.)
 


erschienen am 08.10.2013
riva Verlag
ISBN 9783868833065
250 Seiten
 




















Inhalt:

Vegan zu leben liegt im Trend. Und tatsächlich gibt es viele gute Gründe, auf Fleisch und andere tierische Produkte zu verzichten, vor allem, aber nicht nur, um die Rechte der Tiere zu wahren.
Die bekannte China Study hat bereits vor rund zehn Jahren einen engen Zusammenhang zwischen tierischen Lebensmitteln und zahlreichen Krankheiten aufgezeigt. Nachdem inzwischen auch die Harvard University Milchprodukte als Krebsauslöser erkannt und aus ihrer Ernährungspyramide gestrichen hat, sind die gesundheitlichen Vorteile einer rein pflanzlichen Ernährung nicht länger von der Hand zu weisen. 
Momentan leben in Deutschland rund 800 000 Menschen vegan und diese Zahl wächst weiter. Go vegan! ist das erste gemeinsame Werk der wichtigsten Protagonisten der veganen Szene: Von den Veganköchen und Bestsellerautoren Attila Hildmann und Björn Moschinski über den Umweltaktivisten und Geldverweigerer Raphael Fellmer und Schönheitsexpertin Ariane Sommer bis zum stärksten Mann Deutschlands, dem veganen Kraftsportler Patrick Baboumian, sprechen die bekanntesten Vertreter und Förderer des Veganismus ganz persönlich über die Machbarkeit und die Vorteile einer rein pflanzlichen Lebensweise. 
Go vegan! öffnet Augen, inspiriert und zeigt: Vegan zu leben ist gar nicht so schwer, tut gut und macht Spaß. Wer dieses Buch gelesen hat, wird sich entschließen: Ich will etwas ändern.

 
Meine Meinung: 

Obwohl ich seit 18 Jahren Vegetarierin bin, kommt für mich das vegane Leben nicht in Frage. In vielen Punkten stimme ich den Autoren des Buches zu. Jedoch halte ich es wie Ariane Sommer, die die Meinung vertritt, jeder muss für sich entscheiden, ob und wie weit er seine Essgewohnheiten umstellen möchte. Wer Menschen für seinen Lebensstil überzeugen will, darf niemanden zwingen etwas nicht zu tun. 

Die Geschichten und Erfahrungsberichte von den Autoren fand ich interessant und informativ. Natürlich sind dies nur kleine Ausschnitte und keine vollständige Aufklärung (wenn dies überhaupt möglich ist).

Ich konnte aus dem Buch einige Anregungen mitnehmen z.B. der Blog von Nicole Just und deren vegane Kochbücher (zwei habe ich mir daraufhin auch bestellt) haben mir sehr gut gefallen. Hier stehen Rezepte und Alternativen, die man schnell und relativ einfach nachmachen kann. Ich finde, dass die vegane Ernährung meinen Speiseplan erheblich erweitern kann und wird. Viele Produkte kannte ich bereits, wusste aber nicht so richtig, wie man sie zubereitet. Dank der anschaulichen Blogbeiträge verschiedener Blogger (deren Adressen findet man am Ende des Buches bzw. unter der jeweiligen Geschichte) habe ich mich bereits an einige neue Lebensmittel herangewagt. Wenn man durch die vielen neuen Lebensmittel und Rezepte automatisch auf Fleisch bzw. tierische Produkte verzichtet, ist dies (aus meiner Sicht) schon ein guter Anfang.
Schockiert war ich über die Studien, die Dr. med. Henrich vorgestellt hat. Es ist erschreckend wie gravierend manche vermutlich gesunden Lebensmittel die Gesundheit schädigen. Auch der Bericht von Stefan Böckling hinterließ bei mir eine Gänsehaut und manches Mal dachte ich, gut das du kein Fleisch mehr isst. Aber da wären ja noch so viele andere Produkte….Ich werde jetzt einfach immer wieder ein paar neue Rezepte ausprobieren (die grünen Smoothie fand ich klasse) und dazu hat mich u.a. auch dieses Buch bewegt. 


Nein, man wird wahrscheinlich kein Veganer nach dem Lesen des Buches, aber man überlegt  sich vielleicht in Zukunft genauer, was man kauft und isst und informiert sich etwas mehr, woher die Lebensmittel kommen.
 

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Arsen und Apfelwein

"Arsen und Apfelwein" von Andrea Habeney



erschienen am 01.10.2013
CONTE-VERLAG
ISBN 9783941657939
300 Seiten
Kauf hier!




















Inhalt:

Vorweihnachtliche Stimmung in Frankfurt – doch keine Zeit der Besinnlichkeit für Kommissarin Jenny Becker und ihr Team. Gleich drei Verbrechen halten sie in Atem: ein grausam misshandeltes Mädchen im Main, das niemand zu kennen scheint, ein vergifteter Nikolaus im Polizeipräsidium und ein reicher junger Mann tot im Gebüsch. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, bald gibt es mehr Fragen als Antworten. Da ist es keine Hilfe, dass sich Jennys Liebesleben ausgerechnet jetzt auf einer munteren Achterbahnfahrt befindet. Erst als die Polizisten erkennen, wie alle drei Fälle zusammenhängen, lüftet sich der Schleier.


Mit Arsen und Apfelwein schreibt Andrea Habeney ihre erfolgreiche Serie um Jenny Becker und ihr Ermittlerteam fort – erstmals im Conte Verlag. Ein Muss nicht nur für Frankfurter, sondern auch für Freunde des Polizeiromans.

Meine Meinung: 


Was braucht man vor Weihnachten? Ruhe? Besinnlichkeit? Und etwas Frieden? Das alles muss leider etwas warten, denn Jenny Becker steckt zwischen drei komplizierten Fällen fest und findet bei keinem einen echten Zugang. Fast wie in ihrem Privatleben. Dazu kommen noch ihre zwei direkten Kollegen Logo und Sascha, die ebenfalls, jeder für sich, eine ganz besondere Art haben. Doch nun müssen sie sich beeilen, um die Verbrechen aufzuklären, denn so mancher will die Akten schließen. Warum?  Die Unterstützung fehlt an so mancher Stelle. Gibt es da etwa Verbindungen, von denen keiner etwas wissen darf? Bestehen zwischen den Verbrechen auch Verknüpfungen? Und was haben ganz alte Verbindungen und alte Herren damit zu tun? 

Jenny, Logo und Sascha nehmen den Leser nicht nur auf eine spannende Tour durch Frankfurt, sondern auch durch ihr Leben, mit. Die privaten Probleme, der Frustpegel und die Unzufriedenheit mit sich, dem Chef und dem Rest der Welt spiegelt die Realität stark wieder. Die Wut nicht voranzukommen und keine Hilfe zu erhalten, das Gefühl behindert oder belogen zu werden, hat fast jeder schon einmal erlebt und dadurch werden die Figuren und deren Geschichte umso glaubwürdiger. Dazu ist die Sprache ist einfach und schnörkellos und lässt sich sehr gut lesen. Die Figuren sind so gut beschreiben, dass man sich als Leser schnell ein Bild im Kopf schaffen kann.  Logo und Sascha waren meine Symphatieträger und gern wüsste ich, ob nun endlich die großen Lieben gefunden werden und welche Wut- und Frustattacken sie von Jenny Becker noch aushalten müssen. Jenny Becker wirkt etwas unnahbar und spröde, aber sie stellt einen guten Kontrast zu den männlichen Kollegen dar.

Andrea Habeney hat einen guten Frankfurtkrimi geschrieben, der es schafft mit seinen kleinen Wendungen und Verstrickungen bis zum Schluss spannend bleiben. Das Ende ist überraschend und gibt dem Krimi noch mal besonderen Abschluss, der Neugier auf den nächsten Fall erzeugt.


Herzlichen Dank an BloggdeinBuch und dem Conte Verlag für dieses Buch. Wer mehr von der Autorin oder dem Verlag erfahren möchte, klickt hier.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Brixton Hill

"Brixton Hill" von Zoë Beck





erschienen am 09. 12. 2013
Heyne Verlag
ISBN 9783453410428 
368 Seiten


















Inhalt:

Wir finden dich. Halte dich bereit!

London, in einem der Luxushochhäuser von Canary Wharf: Erst fällt die Klimaanlage aus, dann der Strom. Sämtliche Ausgänge sind verriegelt, und Rauch strömt aus den Belüftungsschächten. Em muss hilflos zusehen, wie ihre Freundin im 15. Stock panisch ein Fenster zertrümmert und hinausspringt. Kurz darauf wird Em verhaftet. Sie soll sich in die Computer des Gebäudes gehackt und die Freundin dadurch in den Tod getrieben haben. Jemand spielt ein falsches Spiel. Und macht Jagd auf Em.


Meine Meinung:


Brixton Hill ist eine Straße auf der man nur bedingt allein laufen sollte. Doch manchmal kann sie auch Schutz bieten – vor allem Em. 

Em`s Welt bricht mit einem Schlag bzw. Sprung  zusammen und nun muss sie kämpfen, dass sie nicht selbst dabei untergeht. Sie verliert eine Kollegin durch einen Fenstersprung. Keiner mag glauben, dass es kein Selbstmord war. Zu viele Menschen haben es gesehen und doch gibt es einen Verdacht gegen sie. Kurz darauf stirbt eine weitere Person aus ihrem Umkreis und so langsam zieht sich die Schlinge zu. Em hat einen Verdacht und geht ihm selber nach, denn die Polizei ist ihr keine Hilfe. Immer mehr Details werden aufgedeckt und so langsam setzt sich das Puzzel zusammen. Was jedoch zum Vorschein kommt, ist für Em kaum aushaltbar und so unglaublich. Doch sie macht weiter, auch wenn die Drohungen gegen sie immer stärker werden. 

Zoë  Beck hat einen grundsoliden Thriller geschrieben, der über einige Seiten sein Geheimnis wahren kann. Die geschichtlichen Begebenheiten (die Politik in England) hat sie sehr gut und vor allem bildlich beschrieben und war bei so mancher Szene nah an der Realität, was eine gute Spannung aufbaute. Jedoch schaffte sie es nicht die Spannung bis zum Höchsten zu schrauben. Ich hatte immer wieder das Gefühl, dass sie zwischendurch eine kleine Pause benötigt. Das verhinderte jedoch die Atemlosigkeit, die einen sehr guten Thriller ausmacht, das Weiterblättern und  -lesen, um ja nicht den Anschluss zu verlieren.  

Insgesamt ist es jedoch ein guter Thriller, den man entspannt an einem verregneten (Schnee scheint es ja in den nächsten Tagen nicht zu geben) Wochenende lesen kann.

 

Montag, 16. Dezember 2013

Vom Glück mit Katzen zu Wohnen

"Vom Glück mit Katzen zu Wohnen" von Maike Grunwald





erschienen am 19.09.2013 
Callwey Verlag
ISBN 9783766719966 
176 Seiten
Schau und kauf hier!



Inhalt:

Katzen sind eigenständig, eigensinnig, eingebildet, einfach anders. Deshalb werden sie geliebt. Doch wie lebe ich als Katzenfreund stilvoll und besonders, gleichzeitig praktisch und komfortabel? Wie passen scharfe Krallen und herumfliegende Katzenhaare zu edlen Holzmöbeln und schönen Teppichen? In diesem Buch gewähren 20 prominente und leidenschaftliche Katzenbesitzer Einblicke in ihr Leben mit Katze und verraten ihre Geheimnisse.



Meine Meinung:

Wer Katzen liebt, wird dieses Buch mögen und in den wunderschönen Bildern versinken. Wer keine Katzen mag, wird sie auch nach diesem Buch nicht mögen ;-). Da ich aber ein Katzenfan bin, war dieses Buch für mich ein tolles Geschenk. Wunderbare Bilder von Katzen und deren Zuhause laden ein zu träumen und zum Schmunzeln. 

 


Das ihr Personal ebenfalls abgelichtet wurde und zudem wohl auch noch Promis sind, zeigt nur wie tolerant Katzen sein können. Die Mischung aus Katzenwohnung und Design hat mir sehr gut gefallen. So manches Katzendomizil war recht groß und wunderbar eingerichtet und nicht selten wurden die Möbel passend zur Katze ausgewählt. Wer denkt, dass dies eher anders herum war, der täuscht sich ;-). 
Das Personal kam natürlich auch zu Wort und durfte sich stets positiv über den Charakter und die kaum vorhandenen Marotten der Vierbeiner äußern. Die Aufzählungen eines jeden Katzenliebhabers zu seinem Tier fand ich besonders schön. Oft wurde dabei auf die Rasse und deren Charakter etwas eingegangen und warum gerade diese Katze das Leben der Besitzer bereichern darf. 
Das Katzen eine positive Wirkung auf ihre Besitzer haben, ist bekannt, denn sie lassen uns zur Ruhe kommen (wenn sie nicht gerade in der Gardine hängen) und nehmen uns so manchen negativen Gedanken ab. In diesem Buch liest man häufig, dass Katzen gut tun und den Menschen etwas erden. 


Für mich ist es ein schönes Buch mit vielen tollen und teilweise inspirierenden Bildern, welches man immer wieder zur Hand nehmen kann - sei es, um die Katzen zu bewundern oder sich die verschiedenen Wohnideen anzuschauen. 

Ein herzliches Dankeschön an BloggdeinBuch und den Callwey-Verlag für dieses wunderbare Buch.







Sonntag, 8. Dezember 2013

Fünfhunderteins

"Fünfhunderteins" von Felix Scharlau 


Fünfhunderteins


E-Book 242 Seiten
erschienen im September 2013
Unsichtbar-Verlag
ISBN 978-3-942920-77-3


Inhalt:

1991. Irgendwo in der schwäbischen Provinz. DJ Moonshine will den Weltrekord im Dauer-Auflegen brechen. Keine gute Idee. Denn der liegt bei 500 Stunden am Stück. Während seiner Strapazen führt er Tagebuch, das zwei Jahrzehnte später bei einer Wohnungsauflösung gefunden wird. Was ist passiert?

Ein Adoleszenz-Roman über Karrierepläne aus dem Kaugummiautomaten.
Über dialektüberwindende Liebe, Drogenkater und den großen Traum in uns allen – endlich mal in der Limousine hinter eine Mehrzweckhalle gefahren zu werden.

„Den Weltrekord im Übermüdetsein habe ich sicher längst eingestellt. Wo sind nur all die Neurologen, die mit mir anstoßen wollen? Die verwirrt Bilder meiner ungewöhnlichen Hirnaktivitäten gegen das Licht halten und die Ergebnisse auf internationalen Fachtagungen diskutieren?“



Meine Meinung:


Ich erwartete einiges und bekam aber nicht so viel. DJ Moonshine konnte mich nicht in seine Welt entführen. Eher war es ein rein und raus hüpfen...hoffentlich verpasse ich nichts da draußen, während ich hier lese. Er konnte mich nicht fesseln mit seiner Geschichte und den Figuren. Ich fand die Figuren blaß und wenig ansprechend, auch die Geschichte war eher schmal und wurde (aus meiner Sicht) künstlich in die Länge gezogen. 

Der Anfang war gut und schaffte durchaus auch eine kleine Neugier auf den Rest. Jedoch brach das gute Gefühl mit dem Beginn des Tagebuchs ab. Die Vorgeschichte auf den ersten 42 Seiten war ganz witzig. Hier und da ein Schmunzler über die klassischen Klischees, die hier gern etwas verdreht wurden. Doch ab Seite 44 kippte die Geschichte. Es wurde fad und platt und wenig interessant. Was war hier geschehen? Ich hatte das Gefühl, es schreibt ein anderer Autor weiter. So quälte ich mich durch die restlichen 200 Seiten und war froh, als es zu Ende war. Schade.

Samstag, 7. Dezember 2013

Narwalzahn und Alte Meister

"Narwalzahn und Alte Meister" von Konrad O. Bernheimer




erschienen am 11.09.2013
Hoffmann und Campe Verlag
ISBN 9783455851007
380 Seiten

Inhalt:
 
Vom königlich-bayerischen Hoflieferanten zu einem der führenden internationalen Kunsthändler für Alte Meister: das wechselhafte Schicksal einer deutsch-jüdischen Kunsthändlerdynastie. Konrad Bernheimer spürt der Frage der jüdischen Identität nach und gewährt Einblicke in den spannenden Alltag eines weltweit tätigen Kunsthändlers. Mitte des 19. Jahrhunderts zieht Lehmann Bernheimer nach München und baut auf der "Dult" seinen Stand für feine Kleiderstoffe auf. Daraus erwächst in wenigen Jahrzehnten eines der bedeutendsten Geschäfte des internationalen Kunst- und Antiquitätenhandels. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wird die Familie verfolgt und kann sich in letzter Minute ins Exil nach Venezuela retten. Otto Bernheimer reist bereits im Herbst 1945 zurück nach Deutschland, um die Firma wieder aufzubauen. Sein Enkel Konrad Bernheimer führt das Unternehmen seit 1977 in vierter Generation, erwarb im Jahr 2002 in der Londoner Bond Street das Haus Colnaghi, die älteste Kunsthandlung der Welt, und ist heute einer der international führenden Kunsthändler für Gemälde des sechzehnten bis achtzehnten Jahrhunderts. 

Stammbaum der Familie Bernheimer





Meine Meinung:

Als ich den Titel des Buches gelesen hatte, nahm ich an, dass es sich hier um eine "schwierige Kost" handeln wird. Es ist jedoch eine Biografie, die man gern mal liest, um einen kleinen Einblick in die Kunstszene, den Kunsthandel und vorallem in die Familie Bernheimer zu erhalten. Das Buch startet mit dem Stammbaum der Familie und schon dort fällt auf, wie groß und verzweigt sie ist. Konrad Bernheimer erzählt aus seinem Leben, von seinen Erinnerungen an den Papa Otto (eigentlich sein Großvater), an den leiblichen Vater (den er kaum erlebt hat) und von den schrecklichen Erlebnissen der Familie Bernheimer während der NS-Zeit. Leider beschreibt er genau diese Zeit recht kurz und widmet sich dafür mehr der heutigen Zeit. 




Ich hätte gern mehr über die Verhältnisse und Zustände im Kunsthandel und der Familie während der NS-Zeit erfahren, ebenso die Zeit in Venezuela kommt hier (aus meiner Sicht) zu kurz. Interessant fand ich dagegen, wie Auktionen vorbereitet und durchgeführt werden. Auch die Entwicklung der Familie Bernheimer vom Antiquariat zum Kunsthändler fand ich spannend. Wie jede Generation etwas Neues geschaffen hat und trotzdem einen Teil der Traditionen beibehielt. Die Lebens- bzw. Leidensumstände seines Vaters fand ich ebenso bewegend wie ich die Kraft und den Mut seiner Mutter bewunderte. Jedoch seine Einschübe zu bestimmten Personen oder Ereignissen waren manchmal etwas irritierend. Man erhielt dadurch den Eindruck, dass es etwas durcheinander ging. 

Der Schreibstil ist sehr gut, so dass man sich gut in die Geschichte einfühlen kann. Das Buch ist interessant, informativ und lesenswert. Die Bilder unterstrichen noch einmal das Geschriebene, denn nicht immer konnte ich mir die einzelnen Räumlichkeiten, Kunstgegenstände oder Personen so klar vorstellen. 
 Wer gern Geschichten aus dem Leben liest und dazu noch etwas an Kunst interessiert ist, kann hier eine gute Unterhaltung finden. 

Sonntag, 1. Dezember 2013

Zusammenfassung November 2013

November 2013: Bücher, die ein graues oder farbloses Cover haben oder Nebel, dunkle Wolken zeigen...kaltes, graues Novemberwetter eben.

02.11. Ich lese nach wie vor noch an dem Buch "Frauen und Bücher". Jetzt bin ich gerade im 20. Jahrhundert gelandet und kann mich etwas besser mit den Autorinnnen identifizieren. 

03.11. "Frauen und Bücher" habe ich beendet und kann es nur empfehlen. Wer schon immer mal wissen wollte, wie sich das Buch in der Frauenwelt durchgesetzt hat, kann es hier erfahren. Unterhaltsam geschrieben und gut aufgebaut. Manche Stellen waren mir zu langatmig und andere kamen (für mich) zu kurz, aber dies sind subjekte Ansichten. Jetzt widme ich mich mal wieder den älteren SUB Büchern. "Schattenfrau" liegt nun schon fast 2 Jahre auf dem SUB und nun wird endlich gelesen.  

07.11. "Das Frustjobkillerbuch" habe ich beendet. Die ganz großen Erkenntnisse waren nicht dabei, aber der kleine Spiegel kann ja auch schon helfen.  

13.11. Schon wieder fast eine Woche vorbei. Leider. Wenig gelesen, dafür ein sehr beklemmendes Büchlein. "Lebensborn e.V." von Will Berthold sollte man nicht vorm Schlafen lesen. Traurig, verwirrend und schockierend.  

20.11. Die Zeit rennt und ich bin nicht so gut im Sprint. Mist! Jetzt liegen hier ein paar hübsche Bücher und warten darauf rezensiert bzw. gelesen zu werden und ich muss irgendwelchen Deadlines auf Arbeit nachgehen. Grummel. Aber da bald ein Ende (spätestens in der ersten Dezemberwoche) in Sicht ist, hole ich jetzt noch mal tief Luft und starte durch.  

24.11. Wow, ein Buch gelesen ("Das Engelstor" von Penelope Fitzgerald) und dieses hat -kleiner Trommelwirbel- ganze 191 Seiten. Grmpf. Das war vor zwei Monaten für mich noch kein Grund zum Jubeln, aber man wird bescheidener. Zumindest bin ich es in diesem Monat und freue mich dieses kleine dünne Büchlein von meinem SUB zu streichen.  

01.12. Den Monat November muss ich einfach mal abhaken. Lesetechnisch war er einfach nur schlecht. Ich hatte leider so gar keine Zeit und Muse zum Lesen und ich habe mich wohl selbst am meisten darüber geärgert. Der Dezember ist zwar mit zwei Umzügen auch schon wieder ziemlich gut gefüllt, aber nichtsdestotrotz hoffe ich auf mehr Zeit zum Lesen. Endlich die vielen tollen Rezensionsexemplare lesen und wieder mal mit viel Zeit in eine Geschichte abtauchen...hach! "Narwalzahn und Alte Meister" von Konrad Bernheimer ist ein solch tolles Buch zum Abtauchen in die Welt der Kunsthändler. Sehr gut geschrieben und mit viel Liebe zum Thema. Bis jetzt einfach nur gut und sehr interessant.

Das Thema des Monats habe ich leider nicht so ganz getroffen. Grau und trübe, Nebel und Dunst gab es weniger. Ich hoffe auf den Dezember!

Sonntag, 24. November 2013

Lesepreis 2013 - Die besten Bücher 2013


 
Die Abstimmung zum Lesepreis 2013 geht in die nächste Runde, d.h. ihr könnt für die besten Bücher aus den verschiedensten Kategorien stimmen. 

Also ran an die 15 Kategorien mit den jeweils 35 besten Bücher aus dem Jahr 2013!

Alle Leser können dann bis zum 28. November darüber abstimmen, welche Bücher den "Leserpreis - Die besten Bücher 2013" erhalten. Am 29. November werden die Gewinner bekannt gegeben.

Alle Informationen könnt ihr hier noch einmal lesen und natürlich auch HIER abstimmen. 

Mittwoch, 20. November 2013

Frauen und Bücher

"Frauen und Bücher" von Stefan Bollmann
 


 
erschienen am 08.10.2013
DVA Verlag
ISBN 9783421045614
414 Seiten (ohne Anhang)


Worum geht es?
 
Wussten Sie, dass Marilyn Monroe eine passionierte Leserin war und eines ihrer Lieblingsbücher der »Ulysses« von James Joyce? Dass der Studienabbrecher Friedrich Gottlieb Klopstock 1750 die Dichterlesung erfand, als er einer Schar junger Frauen seine Oden vortrug und dafür Küsse kassierte? Dass Jane Austen nur Frauen für voll nahm, die Romane lieben? Oder dass vor 150 Jahren Eugenie Marlitt, eine entlassene Vorleserin, zur ersten Bestsellerautorin der Welt aufstieg?

Diese und eine Fülle anderer Begebenheiten lässt Stefan Bollmann in einem unterhaltsam geschriebenen Panorama lebendig werden, das von Klopstocks Zeit bis in die Gegenwart führt und von aktuellen Phänomenen wie Fanfiction und "Shades of Grey" berichtet. Zugleich erzählt er eine überraschend andere Geschichte des Lesens, seiner Macht und Magie. Lesen kann Leben und Lieben verändern. Ein Buch für Frauen, die leidenschaftlich gern lesen – und aus dem Männer erfahren, was ihre Frauen meinen, wenn sie sagen: »Jetzt nicht! Ich lese!«



Meine Meinung:

Ich lese unheimlich gern Bücher, die eine Geschichte über Bücher, Buchliebhaber oder ähnliches zum Thema haben. Das ist dann wie doppeltes Lesevergnügen. Zweifacher Lesespaß sozusagen. Und genau, dass ist Stefan Bollmann gelungen. Das Abtauchen in verschiedene Lesezeiten, Lesegewohnheiten, Leser und Schriftsteller. Er schafft es den Leser auf eine interessante Zeitreise durch das Leseverhalten der letzen Jahrhunderte mitzunehmen. Wie entstand die Sucht "Lesen"? Und ab wann war es erlaubt öffentlich zu seiner Sucht zu stehen? Vorallem Frauen hatten es anfangs nicht leicht sich dem Lesestoff zu nähern, denn lesende Frauen waren nicht beliebt und nicht erwünscht. Doch schon bald sprengten die Frauen die Lesefesseln und gaben sich dem Vergnügen hin. Bis heute sind Frauen, die wichtigste Lesergruppe für den Buchmarkt und so ist es nicht überraschend, dass sich Stefan Bollmann mit dem Phänomen lesende Frauen beschäftigt hat.

Das Buch ist in insgesamt vier Teile aufgebaut, welche die verschiedenen Jahrhunderte näher betrachten. Bollmann startet mit den 18. Jahrhundert und taucht dann in das 19. Jahrhundert zu Jan Austen und Madame Bovary ein. Spaziert zur E. Marlitt und schlendert dann nach kleinen Abstechern ins 20. Jahrhundert. Dort angekommen, begegnet er Virginia Woolf und landet danach in Paris 1922. Auch Marilyn Monroe wird näher betrachtet und danach kommt Susan Sonntag zu Wort. Es geht weiter ins hier und heute und natürlich zu Shades of Grey. 


Mit viel Vergnügen und Spaß erzählt Bollmann Geschichten rund um die Frau, das Lesen, die Schriftstellerinnen und deren Entwicklung. Es liest sich nicht wie ein Sachbuch, sondern eher wie ein Roman. Die Kapitel werden immer von einem Bild eingeleitet. Zudem kann man auch zwischen durch Bilder finden, die in einem engen Zusammenhang mit der Geschichte stehen. Leider sind die Details der Bilder nicht so gut zu erkennen, denn Bollmann geht öfter auf diese ein. So manches Bild, was man schon kannte, erscheint nach der Erklärung in einem anderen Licht.
Die Mischung aus Anekdoten, geschichtlichen Fakten und literarischen Bonbons ist hier gut gelungen. Viele neue Anregungen bezüglich Autoren, Bücher und Epochen habe ich bekommen und werde mir jetzt und später einige davon zum Lesen bereithalten.


Freitag, 8. November 2013

Leserpreis 2013 - Vote jetzt für dein Lieblingsbuch

Leserpreis 2013 von Lovelybooks - Deine Stimme zählt!

Bis zum 20. November könnt ihr alle Bücher nominieren, die zwischen dem 1. Dezember 2012 und dem 30. November 2013 zum ersten Mal erschienen sind.

In jeder Kategorie kommen die 35 am häufigsten nominierten Bücher in die finale Abstimmungsrunde, die am 21. November startet
Die Preisträger werden am 29. November 2013 bekannt gegeben.
 
Jede Nominierung und jede Stimme zählen!

Vote jetzt und klick hier!

Freitag, 1. November 2013

Die Melodie des Todes

"Die Melodie des Todes" 
von 
Jorgen Brekke

erschienen am 14. 10.2013
Heyne Verlag
ISBN 9783641113865 
352 Seiten




Worum gehts?

Hochspannung aus Skandinavien – düster, grausam, raffiniert 

Ein grausiger Leichenfund versetzt das winterliche Trondheim in Angst und Schrecken. Das Opfer ist eine junge Frau. Ihr fehlen die Stimmbänder, und auf ihrem Leichnam steht eine Spieldose, aus der eine seltsame Melodie ertönt. Kommissar Odd Singsaker nimmt die Ermittlungen auf. Kurz darauf verschwindet ein junges Mädchen in unmittelbarer Nachbarschaft des ersten Tatorts. Hat der Täter wieder zugeschlagen? Als die Eltern des Mädchens im Garten ihres Hauses eine mysteriöse Spieluhr finden, scheint es daran keinen Zweifel mehr zu geben.

Meine Meinung:

Wer, wie ich, gern skandinavische Krimis liest, freut sich immer wieder über diese Krimis, die düster, undurchsichtig, kalt und raffiniert sind. Keine glatten Charaktere, die schon am Anfang des Buches signalisieren, dass alles gut wird. Keine Verbrecher mit alltäglichen Problemen. Nein, hier wird noch in den Tiefen gegraben und das Böse im Menschen hervorgeholt. 

Schon der Prolog ist ein heftiger Einstieg und anfangs konnte ich auch keine Verbindung zur (Haupt-)Geschichte finden. Doch so langsam werden die Knoten gelöst und es wird klarer das Bild...bis man merkt, dass sich Odd verrannt hat.

Der zweite Fall von Odd Singsaker ist verzwickt und so richtig, will sich kein Ermittlungserfolg einstellen. Dann verschwindet auch noch ein junges Mädchen aus der direkten Nachbarschaft des Tatortes. Ist sie abgehauen? Oder doch entführt? Warum? Und vorallem, wer sollte sie entführen wollen? Und was bedeutet das unbekannte Lied aus der Spieluhr?

Spannend bis zum Schluss unterhält Brekke seine Leser. Lässt sie teilhaben an der frustierenden Suche nach dem Mörder, der irgendwie immer ein Schritt voraus ist. Dazu reist man als Leser immer wieder in die Vergangenheit, denn auch 1767 wird ein Mord begangen und der Polizeimeister muss den Mörder eines Mannes finden, der vor den Stadtmauern liegt. Wer war er? Was machte er in Trondheim? Womit verdiente er sein Geld? Die Ermittlungen laufen so ganz anders als in der Parallelgeschichte. Keine Technik, keine (Blut-)Analysen und Spurenhunde. Nein, zu Fuß bzw. auf einem alten Gaul wird ermittelt. Die zwei Geschichten laufen parallel und so erfährt man etwas über die Bänkellieder und deren Bedeutung, denn diese spielen in diesem Krimi eine große Rolle. 
Die Verbindung zwischen den beiden Geschichten wird mit jeder Seite klarer und verständlicher und bald schon findet Odd die Spur.
"Kleiner Carl, schlaf süß, in Fried;
bald wird man dich wecken,
bald lässt unsre Zeit perfid
dich ihre Galle schmecken.
Erde ist ein Jammertal:
Kaum man atmet, kommet fahl
Tod mit seinem Schrecken."
Carl Michael Bellmann

Mir hat das Buch gut gefallen. Einzig die Vergangenheitsgeschichte fand ich etwas langatmig. Aus meiner Sicht könnte sie kürzer sein, doch ansonsten, ist Herrn Brekke eine tolle Geschichte gelungen und ich bin fast schon geneigt mir den ersten Band noch zu organisieren. Denn (nur am Rande) die private Geschichte von Odd ist auch nicht uninteressant.



Ein herzliches Dankeschön an Random House / Heyne!!