Samstag, 31. März 2012

Sommerfest

"Sommerfest" von Frank Goosen



ISBN 9783462043860
318 Seiten
erschienen am 15.02.2012 












Inhalt:

Onkel Hermann, der seit dem Tod von Stefans Eltern in Bochum die Stellung hielt, ist gestorben, und Stefan muss zurück in die Heimat, um das kleine Bergarbeiterreihenhaus seiner Familie zu verkaufen. Zwei Tage, den Termin mit dem Makler hinter sich bringen, sich mit ein, zwei Leuten treffen, die es verdienen, und schnell wieder zurück nach München, ins wahre Leben. Rein, raus, keine Gefangenen. Das war der Plan. Doch schneller als man es für möglich hält, wird man in der Enge der Heimat zu Erinnerungen und Entscheidungen verurteilt. Just an diesem Wochenende wird die Sperrung der A40 im Ruhrgebiet zum kulturellen Happening, dessen Sog Stefan sich nicht entziehen kann. Und alle sind sie da, alle, mit denen er aufgewachsen ist: Toto, der Ver sager, Diggo, sein brutales Herrchen, Frank, der Statthalter, Karin, die Verwirrmaschine, Omma Luise, die Frau, die alles mitgemacht hat. Und Charlie. Sandkastenfreundin, nicht-leibliche Schwester, Jugendliebe. Keine Frau kennt Stefan so gut – und wegen keiner Frau ist er so viele Jahre einem Ort ferngeblieben ...Ein rasanter Roadtrip durch den »Pott« von heute; ein urkomischer Roman voller Wehmut und Tiefgang. Cool und sentimental, derb-witzig und warmherzig. Frank Goosen ist ein Meister der Zwischentöne und versteht es wie kein anderer, auf unbeschwerte Weise die großen Lebensthemen zu verhandeln.

Meine Rezension:

„Ein hinreißender Roadtrip durch den Pott von heute; ein urkomischer Roman voller Wehmut und Tiefgang“ so steht es auf der Buchrückseite und ich suche noch immer den urkomischen Roman. Vielleicht verstehe ich auch den „Pott“ nicht und konnte daher kaum über und mit Stefan und seine Freunde lachen, noch nicht einmal schmunzeln.

Voller Spannung auf diesen Roadtrip habe ich das Buch begonnen und fand es auf den ersten Seiten noch ganz gut. Doch dann wurde der Trip mir zu langsam und zu zähflüssig. Die Charaktere bekam man nicht zu greifen. Sie wirkten phasenweise aufgesetzt und sehr hölzern. Toto schaffte es, dass er mich schon nach wenigen Sätzen nervte und ich hätte am liebsten die Seiten mit ihm überblättert – habe ich nicht. 

Der Pott-Slang war nicht meine Sache – zu derb, zu humorlos, zu platt. Und so zog sich die Geschichte über die Seiten und der schwankende und wenig aktive Stefan sorgte für Lesefrust. Seine stetig wiederkehrenden Gedankenspiele, die nie enden wollenden Möglichkeitsabwägungen ermüdeten mich. Er trat so häufig auf der Stelle, dass man ihm zurufen wollte „Nun, mach doch endlich mal los, Junge!“. Mit Mitte 40 sollte dies doch möglich sein.

Einziger Lichtblick in diesem Buch war für mich – ganz klar – Omma Luise. Herrlich erfrischend und zackig mit leicht bissigem Humor wirbelt sie durch die Geschichte. Sie sorgt für die heiteren Momente im Buch und den Fortgang der Geschichte. Trotz ihres Alters ist sie die aktivste Figur in diesem Buch, wenig Selbstmitleid, wenig Wehmut und immer den Blick nach vorn. Leider hat sie nur einen kleinen Part in diesem Buch bekommen…mehr von ihr und es wäre weniger schleppend vorangegangen.

Nachdem lesen, legte ich das Buch weg und war nicht traurig, dass es zu Ende war. Ich habe auch nicht mehr darüber nachgedacht. Es war zu Ende und gut. Mehr blieb leider nicht übrig. Schade, denn Bücher sollten nachwirken…irgendwie. 

Vielen Dank an BloggdeinBuch und den Kiwi-Verlag für das Buch und wer es gern erwerben möchte, kann dies hier tun.

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