Donnerstag, 29. März 2012

Der Hodscha und die Piepenkötter

"Der Hodscha und die Piepenkötter" von Birand Bingül


ISBN 9783862520152
315 Seiten
erschienen am 19.04.2011
bei Rowohlt Polaris Verlag












Inhalt:


In ihrer Stadt ist Ursel Piepenkötter ist die unangefochtene Nummer eins. Als amtierende Oberbürgermeisterin liebt sie das Bad in der Menge, sie ist resolut und kämpferisch. Ihre Spezialdisziplinen: Tricksen, tarnen, täuschen. Ihr oberstes Ziel: die Wiederwahl. Doch die gerät in Gefahr, als Nuri Hodscha, der neue Geistliche der türkischen Gemeinde, zum Einstand ankündigt, eine prächtige Moschee bauen zu wollen. Vielen Bürgern der Stadt ist der Islam nicht geheuer - muss eine Bürgermeisterin da nicht eingreifen und Profil zeigen? Ursel Piepenkötter wittert die Chance, durch eine wohldosierte Portion Populismus die Wahl für sich zu entscheiden. Doch als sie Nuri Hodscha den Marsch blasen will, ist sie an den Falschen geraten: Der Mann Allahs ist ein Schlitzohr ohnegleichen. Ob Kuhhandel oder Erpressung - auch ihm sind alle Mittel recht. Noch 42 Tage bis zur Wahl. Zwei Gegner, die sich nichts geben. Der Kampf ist eröffnet...

Meine Rezension:

"Treffen sich zwei Kulturen..." so steht es auf der Rückseite des Buches und im Inneren brodelt die Kampfeslust zwischen der Piepenkötter (CDU-Bürgermeisterin) und dem neuen Geistlichen der türkischen Gemeinde. Piepenkötter hat alles im Griff und es läuft gut für sie. Die Wiederwahl sollte kein Problem sein und so passt alles in dieser (mittel-)kleinen entspannten Stadt.....bis der Nuri Hodscha kommt.

Er gibt seinen Einstand mit der Forderung nach einer größeren und neuen Moschee und schon braut sich in dem Städtchen der Ärger zusammen.
Beide Fronten kämpfen nun um ihren Willen und um ihr Ansehen, denn es werden alle verfügbaren Tricks und Intrigen hervorgeholt, um die eigenen Ziele zu erreichen. Dabei packt der Autor immer wieder die altbekannten Klischees aus und verpackt sie mit einer guten Portion Humor und einem Augenzwinkern in diese Geschichte.

Die (fast schon all-)abendlichen Treffen der Ursel und des Nuri in einer Gartenlaube sind schon fast ein Ritual (für den Leser). Sie merken sehr schnell, dass sie ebenbürtige Gegner sind und der Kampf schwer sein wird und mit Bob Winter haben sie zudem noch ein weiteres Problem...ein aufstrebender Reporter/Journalist mit dem Hang zu großen Schlagzeilen und unschönen Bildern.

Ein amüsantes und kurzweiliges Buch über den Kampf der Kulturen und den Vorurteilen auf beiden Seiten, welches mir gut gefallen hat. Manchmal wäre eine Übersetzung der türkischen Sätze ganz gut gewesen, denn nicht jeder ist der türkischen Sprache mächtig.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen