Dienstag, 8. November 2011

Das Bücherzimmer

"Das Bücherzimmer" von Rosemarie Marschner



ISBN 9783423244039
413 Seiten
erschienen am
bei dtv






Inhalt:

Einem unehelichen Kind stehen nicht alle Türen offen in der österreichischen Provinz. Die vierzehnjährige Marie muss froh sein, dass sie Dienstmädchen in der großen Stadt Linz werden darf. Aber am leichten Leben der Stadtmenschen, die ihre Tage mit Zeitunglesen, Tennisspielen und Reisen zubringen, darf das Mädchen nicht teilhaben. Ihr Leben ist von harter Arbeit und strengen Regeln geprägt, die von der betagten Haushälterin eisern durchgesetzt werden. Nur ganz allmählich eröffnen sich Freiräume, nur ganz allmählich zeigen die "gnädige Frau" und der "gnädige Herr" auch einmal menschliche Züge. Und dann beginnt sich der Franz für das junge Mädchen zu interessieren, ein fescher Bursche, der Sohn eines gutverdienenden Bäckers, der sogar ein Motorrad besitzt. Nach zähem Ringen mit den Eltern wird Marie seine Frau. Die Hochzeitsreise führt nach Wien, und nun könnte eigentlich alles gut werden, wenn da nicht die Politik wäre. Man schreibt das Jahr 1938, Österreich ist annektiert worden, in Linz wird ein riesiges Stahlwerk gebaut und alle, die den neuen Herren im Weg stehen, werden beseitigt. Da wird dann auch manche private Rechnung beglichen.

Meine Rezension:

Der Titel des Buches hat mich neugierig gemacht. Doch leider stimmten am Ende die Erwartungen von mir und der Inhalt des Buches nicht so überein.

Marie Zweisam (Janus) wird als sogenannter "Bastard" geboren und muss sich nun immer wieder in ihrem Leben mit diesem "Makel" auseinandersetzen. Sie lebt in einem Dorf mit ihrer Mutter, ist die Klassenbeste und muss doch das Dorf verlassen, um als Dienstmädchen in der Stadt zu arbeiten. Sie arbeiten nun für eine Familie, die viel Wert auf Etikette und Ansehen legt und wenig auf Zärtlichkeit und Zuneigung untereinander. Marie entdeckt das Bücherzimmer des Hauses und schafft es die Erlaubnis zu bekommen (durch den alten Herrn) Zeitungen/Bücher zu lesen bzw. vorzulesen. Doch die Zeiten ändern sich und Marie muss wieder in das Dorf zurück. Bald darauf heiratet sie und erlebt wieder eine fast schon kalte Gefühlswelt innerhalb der neuen Familie. Mit Beginn der NS-Zeit verkompliziert sich ihr Leben und sie beschließt etwas zu ändern.

"Das Bücherzimmer" liest sich an manchen Stellen etwas schleppend und zäh und man fragt, was noch kommen soll, damit es wieder etwas an Fahrt gewinnt. Erst die letzten Seiten waren wieder interessanter, doch leider endete genau dort das Buch. Schade, hat mich nicht überzeugt.

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