Donnerstag, 28. Juli 2011

Die toten Gassen von Barcelona

"Die toten Gassen von Barcelona" von Stefanie Kremser

ISBN 9783462043259
256 Seiten
erschienen am 18.08.2011
bei Kiepenheuer & Witsch







Inhalt:

Was Donna Leon für Venedig ist, wird Stefanie Kremser für Barcelona werden

Anna Silber reist nach Barcelona in die Geburtsstadt ihrer Mutter, um dort einen alternativen Reiseführer zu schreiben. Doch schon bei ihrer Ankunft liegt ein toter Mann auf der Straße, und ein kleiner Junge drückt ihr ein Bleistückchen in die Hand, das vielleicht dem Toten – oder dem Mörder? – gehörte. Der Tote ist nicht das einzige Opfer – ein Serientäter scheint umzugehen, doch wo ist das Muster, wo das Motiv? Durch einen Zufall kommt Anna dem Täter auf die Schliche – und gerät dabei selbst in große Gefahr.

Stefanie Kremser, die in Barcelona lebt, hat einen Roman geschrieben, der warmherzig und spannend zugleich von Mord und Verbrechen, aber auch von Freundschaft, Loyalität und Liebe erzählt. Ein spannender Krimi, der den Leser über die Plätze und durch die Gassen Barcelonas führt und zugleich einen Blick hinter die Kulissen dieser faszinierenden Mittelmeermetropole wirft.

Meine Rezension:

Anna Silber soll einen Reiseführer über Barcelona schreiben. Noch einen, doch sie nimmt sich vor, die bisher unbekannten Ecken von Barcelona zu finden und zu beschreiben. Doch bereits an ihrem Anreisetag wird sie abgelenkt von ihrem Vorhaben, denn direkt vor ihrer (zukünftigen) Haustür liegt ein toter Mann. Rafael (ein guter Freund von ihr) erzählt ihr von den vergangenen Morden, die in binnen kürzester Zeit stattgefunden haben. Annas Neugierde wird geweckt. Zufälligerweise ist gerade Rafaels Freund Quim der zuständige Kommissar in der Mordkommission. Er nimmt ihre Theorien ernst und so rutscht Anna immer mehr in den Strudel aus Morden, Häuserbesetzung und Verfolgung rein. Welche Rolle dabei die Heilige Eulàlia und Oriol Bosch spielen, bleibt hier ein Geheimnis.

Das Buch von Stefanie Kremser hat mir gut gefallen. Der schöne flüssige Schreibstil lädt direkt zum "Durchlesen" ein. Die Charaktere sind symphatisch und man rätselt gern mit Anna & Co. mit, wie es nun in Barcelona weitergeht. Anna ist herrlich erfrischend, vorallem wenn sie von ihrem Essverhalten erzählt. Endlich eine Frau, die mit Genuß isst. Die Beschreibungen von Barcelona fand ich auch recht interessant...fast schon ein kleiner Reiseführer. Insgesamt eine leichte Lektüre für den Sommersonnenliegestuhltag.

Mittwoch, 27. Juli 2011

Ein feiner Herr und ein armer Hund

"Ein feiner Herr und ein armer Hund" von Adriaan van Dis


ISBN 9783446209961
240 Seiten
erschienen am 01.02.2009
bei Hanser








Inhalt:

Er ist ein feiner Herr und trägt teure Schuhe, er ist ein Flaneur in den Straßen von Paris. Als eines Abends ein Hund aus einem brennenden Haus direkt in seine Arme springt, ist es der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Der Hund, der mit Flüchtlingen aus Afrika nach Frankreich kam, führt Mulder zu den "Sans-Papiers" und Obdachlosen, er macht den Sauberkeitsfanatiker mit dem Geruch der Banlieue vertraut und lässt den einsamen Kunstliebhaber unerwartete Bekanntschaften schließen. Ein bewegender Roman über eine Welt, die unwiderruflich in zwei Hälften zerfällt.

Meine Rezension:

Das Alleinsein und auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen, hat er genossen. Seinen eigenen Rhythmus zu haben und das wirre Leben wie von außen zu betrachten, war ausreichend. Doch dann geschah der Brand und ein Hund suchte ihn sich als Herrchen aus. Nun muss er sich sowohl mit dem Hund als auch mit der neugewonnenen Aufmerksamkeit auseinandersetzen. Aber nicht nur damit - der Hund bringt ihn immer wieder auf ihren Spaziergängen in Wohngebiete bzw. Stadtteile, die er sonst nie betreten hätte. Er sieht nun das Einfache, die Armut, die Ausländer und die Kämpfe, die in seinem Pariser Bezirk nicht zu sehen sind. Und dann ist ja noch der Besitzer des Hundes...wo ist der? Ist er bei dem Brand umgekommen? War es ein ausländerfeindlicher Anschlag? Auf einmal ist er mittendrin, statt nur am Rand.

Empfehlenswertes Buch!

Dienstag, 26. Juli 2011

Toter Mann

"Toter Mann" von Ake Edwardson

ISBN 9783550087127
544 Seiten
erschienen am 28.10.2009 bei Ullstein Hardcover
Original: , Schwedisch, "Nästan död man", Norstedts, 2007






Inhalt:


Es ist wie ein Puzzle, doch seine Teile wollen nicht passen. Anfangs bestehen sie aus einem verängstigten Autor, der sich von seinem Nachbarn bedroht fühlt und sich darin bestätigt sieht, als jemand auf ihn schießt. Und aus einem verlassenen Wagen, in dem Schüsse abgegeben wurden. Niemand kann sich die Vorfälle erklären. Der Autor nicht , sein Nachbar nicht, der Besitzer des Fahrzeugs nicht. Komissar Erik Winter ahnt, dass sie trotzdem etwas vor ihm verbergen. Und das noch weitere Personen im Spiel sind. Sind die nächtlichen Vorfälle Köder, die ihn auf eine bestimmte Spur locken sollen? Oder geniale Ablenkungsmanöver?
Als Winter erfährt, welche Geschichte der Autor in seinem Buch erzählt, ist seine Neugierde geweckt. Was steckt wirklich hinter den Vorfällen? Ein eindringlich erzählter und atmosphärisch dichter Kriminalroman, der die tiefgreifende Wirkung von Schuld beschreibt.

Meine Rezension:


Vorab:

Ich bin voreingenommen, denn ich reise seit ein paar Jahren mit Erik Winter durch sein Leben und bin jedesmal mit dabei, wenn es brenzlig wird oder ein Mord aufzuklären ist.
Toter Mann ist nun das nächste Werke von Ake Edwardson.

Es ist spannend bis zum Schluß und hat wieder viele Wirrungen in der Handlung. Aber worum gehts eigentlich?

Erik Winter, mittlerweile Vater von zwei Töchtern, wird gerufen, um einen nächtlichen "Anschlag" auf einen Schriftsteller aufzuklären. Zudem wurde ein verlassenes Auto auf einer Brücke gefunden und ein weiterer Mann in einer Tiefgarage erschossen. Wie passen die drei Morde zusammen? Winter steckt selbst gerade in dem Blues und die Stimmung zu Hause erscheint auch nicht heller. Zudem steht es auch um seine Mitarbeiter nicht besonders gut. Bertil Ringmar trinkt ganz gern mal mehr als es gut ist, Fredrik Halders steckt in einer Beziehungskrise....aber das soll es nicht gewesen sein. Durch den Schriftsteller kommt wieder eine alte Geschichte an die Oberfläche, an die, die meisten nicht mehr gedacht haben. Vor Jahren verschwand ein Mädchen in einem Sommerlager. Der Fall wurde nie aufgeklärt und der Bruder sucht nun nach Antworten und mehr.

Beide Handlungen laufen parallel, wobei die aktuelle Geschichte überwiegt. Lange wird der Leser im Dunkeln gehalten und erst nach der zweiten Hälfte des Buches kommt so langsam Licht am Ende des Tunnels ohne das die Geschichte an Spannung verliert. Ein rundum gelungenes Buch mit vielen dunklen Momenten und spannenden Geschichten.

Für die "neuen" Erik Winter-Leser empfiehlt es sich jedoch, erst die alten Fälle zu lesen, um die Charaktere besser verstehen zu können.

Montag, 25. Juli 2011

ganz & einfach

"ganz & einfach" von Dieter Moor


ISBN 9783463405988
287 Seiten
erschienen am 01.11.2010
bei Kindler






Inhalt:

"Also, gut kochen heißt: Wirf alle Hemmungen ab, trau dich und hab keinen falschen Respekt?", "Ganz einfach: Ehrfurcht in den Müll, ran an den Topf - und loslegen!", "Wären Sie gern in der Lage, richtig lecker zu kochen? Und finden Sie immer einen guten Grund, warum Sie es nicht können? Und geht es nicht auch viel schneller, eine Tiefkühlpizza in den Ofen zu schieben ...? Wer sich damit nicht zufriedengeben will, sollte schauen, wie die Menschen früher auf dem Land gekocht haben: ganz einfach - aber voller Phantasie. Mit dem, was Markt oder Garten je nach Jahreszeit hergeben, was ohnehin immer im Haus oder vom Vortag übrig geblieben ist. Ganz nebenbei ist diese Küche eine inspirierende Grundlage für eine ökologisch bewusste Ernährung. Ihr hat sich Dieter Moor als Bio-Bauer verschrieben. In Sabine Schneider hat er eine Köchin gefunden, deren besondere Leidenschaft der bäuerlichen Küche gilt. Schon ihr ganzes Leben sammelt sie das kulinarische Wissen der Landbevölkerung verschiedener Regionen. In diesem Buch präsentiert sie ihre Lieblingsrezepte - sowohl Klassiker als auch durch mediterrane Einflüsse Modernisiertes. Sie erläutert die Hintergründe der unterschiedlichen Gerichte und erklärt, was früher selbstverständliches Wissen war: Woran erkenne ich gutes Fleisch und Gemüse? Welche Zutaten finde ich in der freien Natur? Wie mache ich Nudeln selbst? Wie kann man zu Hause pökeln? Sie werden staunen, welche Gaumenfreuden sich aus den Resten des Sonntagsbratens zaubern lassen! Dieter Moor hat Erzählungen verfasst - poetisch und mit seinem unverwechselbaren Humor gewürzt. Die Fotos von Manuel Krug machen dieses Buch zu einem Augenschmaus und zeigen die Gerichte so, wie sie sind: ganz und einfach und ohne Küchenkosmetik.

Meine Rezension:

Was ich bisher von Dieter Moor gesehen oder gelesen habe, machte mir Spaß. Sein feiner scharfsinniger Humor und die herrlichen Anspielungen auf festgefahrene Klischees und Gegebenheiten zaubern mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Hier wird das Kochen zur Nebensache und vorallem ist es entspannt. Kein Gourmetkochen mit zig Zutaten, die man danach nie wieder braucht, sondern eine einfache und gesunde Küche mit Spaß an den Zutaten. Danke, Herr Moor für die Entschleunigung in der Küche!

Samstag, 23. Juli 2011

Ende des Kapitels

"Ende des Kapitels" von Nicholas Blake


ISBN 9783257061635
311 Seiten
erschienen bei Diogenes
(meine Auflage war von 1995)






Inhalt:


In einem angesehenen englischen Verlagshaus kommt es zu mysteriösen Manipulationen am Manuskript der Erinnerungen eines hohen Militärs. Ein Verleumdungsprozeß steht ins Haus, und die Aufregung steigert sich noch, als eine Bestsellerautorin mit durchgeschnittener Kehle in einem der Büros aufgefunden wird. Wenham & Geraldine ist ein traditionsreicher Verlag, der einen Ruf zu verlieren hat. Vom Tatverdacht ausgenommen sind weder die Firmenleitung selbst noch der Lektor, noch die Herstellung. Die sonderbarsten Interna und unvermutete Emotionen der Mitarbeiter kommen ans Licht.

Meine Rezension:

Ein Manuskript wird manipuliert und nun droht dem Verlagshaus ein teurer und imageschädigender Prozess. Nigel Strangeways ist Detektiv und soll die Person stellen, die dem Verlag schaden will. Oder soll jemand anderes geschädigt werden? Der Autor? Ein General. Oder die Person im Roman? Auch ein Kriegsteilnehmer. Oder gar ein Mitarbeiter aus dem Verlag? Strangeways macht sich auf die Suche und muss fast schon aufgeben, als ein Mord geschieht. Ms. Miles wird tot in ihrem Arbeitszimmer aufgefunden. Eine Autorin des Verlages, die bereits für viel Unruhe und Ärger gesorgt hat. Stehen die Manipulation und der Mord im Zusammenhang? Und welche "Leichen" haben die Besitzer des Verlages noch im Keller liegen? So langsam findet Strangeways seine Spur.

Nicholas Blake hat diesen Roman um 1955 geschrieben. Er kommt so ganz ohne Psychothrill und Blutlachen (bis auf die kurze Mordbeschreibung) aus. Balke lässt seinen Detektiv in Ruhe und ohne Hast ermitteln und die vielen kleinen Bausteine zusammenpuzzeln. Der Charakter hat mich ein wenig an Inspector Columbo erinnert...also keine Eile ....auch nicht beim Lesen ;-).

Freitag, 22. Juli 2011

Mein Leben als Pinguin

"Mein Leben als Pinguin" von Katarina Mazetti

ISBN 9783550087844
295 Seiten
erschienen am 01.03.2010
bei Ullstein Buchverlage







Inhalt:

Wilma aus Stockholm, Lehrerin und tapfere Optimistin mit Unterbiss, hat es nicht leicht im Leben. Deshalb erfüllt sie sich ihren großen Traum: eine Reise in die Antarktis, zu den Pinguinen. Doch am Flughafen in Paris geht wieder mal fast alles schief: Erst in letzter Minute stolpert sie buchstäblich ins Gate und Tomas direkt in die Arme. Der wurde vor kurzem von seiner Frau verlassen und vermisst seine Kinder. Traurig sucht er die Einsamkeit – doch da hat er nicht mit Wilma gerechnet. An Bord der MS Orlowskij entdecken sie, dass man zusammen weniger allein ist – denn stehen Pinguine nicht immer ganz eng beieinander im eisigen Wind am Ende der Welt?

Meine Rezension:

Ein Buch über Pinguine, Schwertwale, Packeis, Liebe und Humor.
Wilma, eine junge ledige Frau, will noch einmal etwas Schönes und Spannendes erleben. Tomas, ein junger Journalist, reist in die Antarktis, um etwas zu beenden. Auch Alba, eine 72jährige Frau, reist zum Abschied noch einmal ans Ende der Welt. Neben den Hauptcharakteren gibt es noch einige andere Figuren, die das Buch bereichern. Männer, die ihre Frauen los werden wollen, angespannte und aufgeregte Vogelkundler mit viel zu großen Kameras und Fernrohren. Frauen in den Fünfzigern, die auf Männerschau sind und Schwestern, die nicht miteinander auskommen. Wilma und Tomas lernen sich auf dem Weg zum Kreuzschiff kennen und verspüren von Anfang eine Art Seelenverwandtschaft.

Wilma, die Optimistin mit der traurigen Geschichte im Gepäck und Tomas, der depressive Einzelgänger unternehmen fast alle Touren zusammen und unterhalten den Leser mit zum Teil bissigen Dialogen, die zum Schmunzeln animieren. Auch Albas Tier/Menschstudien sind herrlich komisch.

Das Ende ist allerdings anders als erwartet...dennoch ein gutes Buch zum Schmökern und abschalten. Leicht zu lesen und humorvoll. Der Rat der Autorin einfach ein paar Seiten zu überspringen, wenn es zu langweilig oder uninteressant ist, zeigt schon, dass man nicht alles zu ernst nehmen soll.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Neues Testlesebuch!!

Am Dienstag kam die Nachricht, dass ich ein neues Buch testlesen darf. *Freu mich*

"Die toten Gassen von Barcelona" von Stefanie Kremser

ISBN 9783462043259
256 Seiten
erschienen am 18.08.2011
bei Kiepenheuer & Witsch



Anna Silber reist nach Barcelona in die Geburtsstadt ihrer Mutter, um dort einen alternativen Reiseführer zu schreiben. Doch schon bei ihrer Ankunft liegt ein toter Mann auf der Straße, und ein kleiner Junge drückt ihr ein Bleistückchen in die Hand, das vielleicht dem Toten – oder dem Mörder? – gehörte.

Der Tote ist nicht das einzige Opfer – ein Serientäter scheint umzugehen, doch wo ist das Muster, wo das Motiv? Durch einen Zufall kommt Anna dem Täter auf die Schliche – und gerät dabei selbst in große Gefahr.

Stefanie Kremser, die in Barcelona lebt, hat einen Roman geschrieben, der warmherzig und spannend zugleich von Mord und Verbrechen, aber auch von Freundschaft, Loyalität und Liebe erzählt. Ein spannender Krimi, der den Leser über die Plätze und durch die Gassen Barcelonas führt und zugleich einen Blick hinter die Kulissen dieser faszinierenden Mittelmeermetropole wirft.







Montag, 11. Juli 2011

Dampfnudelblues

"Dampfnudelblues" von Rita Falk

Band 2 mit Ermittler Franz Eberhofer

ISBN 9783423248501
240 Seiten
erschienen am 01.05.2011
bei Deutscher Taschenbuch Verlag




Inhalt:


»›Stirb, du Sau!‹, prangt es in roter Farbe von Höpfls Haus. Und so schnell kann man gar nicht schauen, da liegt der Höpfl schon tot auf den Gleisen - oder zumindest was von ihm übrig geblieben ist. In Niderkaltenkirchen lauert wieder das Verbrechen und Dorfpolizist Franz Eberhofer ermittelt!

Meine Rezension:

Der zweite Band von Rita Falk hat mir noch etwas besser gefallen als der erste Band. Jetzt weiß man, wie der Eberhofer, Franz so tickt und wie man seine Sprüche nehmen muss. Zudem wirkt der in diesem Buch fast schon (ab und zu und auch nicht zuviel - schon wegen des Images) sensibel. Natürlich nur zur Sushi und sonst schon mal zu niemanden.

Klar.

Aber vom Anfang an.

Eberhofer wird gerufen, denn schließlich ist er Polizist von Niederkaltenkirchen. "Stirb, du Sau" steht beim Rektor an der schönen weißen Wand. Wegen so etwas sich jetzt aufregen? Nicht Franz Eberhofer. Doch dann wird der Rektor ein paar Tage vermisst und wenig später tot aufgefunden. Eine Bahnleich. Auch das noch! Außerdem finden sie noch in einem Schrebergarten die Leiche von einem jungen Junkie. Welche Verbindungen gibt es da zum Rektor? Und warum haben ihn alle gehasst? Selbst seine Schwester will schon seit Jahren nichts mehr mit ihm zu tun haben.
Hat Eberhofer doch gerade genug Stress mit seinem Bruder Leopold und dessen Thai-Frau und der Sushi, die eigentlich Uschi heißt, aber der Name gefällt ihm nicht. Leopold schleimt ihn zuviel und kommt nun ständig mit seiner Familie zu Besuch. Also keine einzige ruhige Minute mehr, denn Sushi schläft am liebsten auf Eberhofers Bauch. Nebenbei entdeckt er die Hanfplanatage seines Vaters und die Oma ist auch mal wieder sauer auf ihn wegen Susi.
Herrlich komische Verstrickungen rund um den bayrischen Polizisten. Eberhofer ist wieder in guter Stimmung und kommentiert das Geschehene in seiner gewohnt kauzigen Art. Und trotzdem mag man ihn....irgendwie.

Sonntag, 10. Juli 2011

Der SUB wächst

Ich lese und lese und lese, aber mein SUB wird einfach nicht kleiner. NEIN, eher wächst er wieder etwas an, denn ich habe fünf neue Bücher geliehen bekommen.

Gefreut habe ich mich über:

 Der 13. Brief 
 Kriminalroman
 von Lucie Klassen

ISBN 9783894253493

345 Seiten
erschienen am 26.05.2008 bei Grafit


 Der Mann mit dem Fagott 
 Roman
 von Udo Jürgens, Michaela Moritz

ISBN 9783809024828

702 Seiten
erschienen am 19.08.2004 bei Limes Verlag


 Das andere Kind 
 von Charlotte Link

ISBN 9783764502799
600 Seiten
erschienen am 28.08.2009 bei Blanvalet

 
 Und plötzlich waren wir Verbrecher 
Gesschichte einer Republikflucht

von Michael Proksch, Dorothea Ebert ISBN 9783423247993
303 Seiten
erschienen am 01.07.2010 bei dtv


Nicht alle waren Mörder 
Eine Kindheit in Berlin
von Michael Degen


ISBN 9783430120494
331 Seiten
erschienen bei Econ

Freitag, 8. Juli 2011

Tiefe

"Tiefe" von Henning Mankell

ISBN 9783552053434
368 Seiten
erschienen am 04.03.2005 
bei Zsolnay, Paul
(Original: , Schwedisch, "Djup")







Inhalt:

Lars Tobiasson-Svartman ist Marineoffizier und Seevermessungsingenieur, ein Mann der Abstandmessung und des Abstandhaltens. Es ist die Zeit des Ersten Weltkriegs und er hat den militärischen Auftrag, in den Stockholmer Schären neue Fahrwasser auszuloten. Eines Tages trifft er auf einer der äußersten Schären eine einsam lebende Frau, Sara Fredrika. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch bald geht sein Auftrag zu Ende, und zu Hause erwarten ihn seine Frau und ein geordnetes Heim. Um zu Sara Fredrika zurückkehren zu können, ersinnt er einen dreisten Betrug. Wie immer bei Mankell entwickelt die Geschichte einen unwiderstehlichen und unheimlichen Sog.


Ein Mann zwischen zwei Frauen. Ein Mensch, der über Leichen geht, um ans Ziel seiner Wünsche zu gelangen. Ein Roman über die finsteren Abgründe der Seele und das Böse in uns.



Meine Rezension:

Henning Mankells "Tiefe" ist ein düsteres Buch. Lars Tobiasson-Svartman vermisst die Meerestiefen, damit die Flotte des schwedischen Militärs gerüstet ist, um evtl. in dem bestehenden Krieg (1.WK) eingreifen zu können. Noch verhält sich Schweden neutral. Svartman ist verheiratet und liebt seine Frau, der er regelmäßig Briefe schickt. Doch auf einer seiner Vermessungsreisen rudert er auf eine kleine Insel. Dort stellt er überrascht fest, lebt eine junge Frau. Sie ist allein auf dieser Insel und fasziniert ihn. Er rudert nun mehrmals auf diese Insel und bald bekommt er diese Frau nicht mehr aus seinem Kopf. Er erfindet immer wieder Aufträge, für die er seine Frau verlassen muss und zu der Insel reisen kann. Er steht zwischen den Frauen, die mittlerweile beide ein Kind von ihm erwarten. Doch so langsam bekommt seine Fassade Risse und die Menschen um ihn herum werden misstrauisch.

Wer die Wallander-Bücher kennt, dem wird die düstere und zum Teil kalte Stimmung des Buches nicht überraschen. Trotzdem war das Buch (für mich) teilweise beklemmend gewesen.


Montag, 4. Juli 2011

Zimmer Nr. 10

"Zimmer Nr. 10" von Ake Edwardson

ISBN 9783546002950
478 Seiten,
aus der Reihe "Kommissar Erik Winter"
erschienen am 01.11.2007 bei Claassen
(Original: , Schwedisch, "Rum nummer 10", Norstedts Förlag, Stockholm, 2005)





Inhalt:


Nach über zwanzig Jahren im Polizeidienst erlebt Erik Winter eine Krise. Wohin führt sein Leben? Wie sieht die Zukunft mit Angela aus?
Winter ist entschlossen, eine Auszeit zu nehmen und alles zu überdenken. Doch dann geschieht ein Mord. In einem Göteborger Hotel wird eine junge Frau erhängt. Ihr Tod sieht wie ein Selbstmord aus, aber der Abschiedsbrief von Paula Ney enthält keinerlei Hinweise auf die Hintergründe. Wenig später findet man auch Paulas Mutter tot auf, und für Winter rückt ein Indiz in den Mittelpunkt der Ermittlungen: Beide Leichen haben eine weiß bemalte Hand. Winter erinnert sich an einen ungelösten Fall, der zwanzig Jahre zurückliegt. Die erfolglose Suche nach der vermisste Ellen Börge endete genau in jenem Hotelzimmer Nr. 10, in dem Paula Ney gefunden wurde. Als Erik Winter diesen alten Fall aufgreift, gerät er plötzlich selbst in das Visier des Mörders...

Meine Rezension:

Erik Winter muss zu einem Tatort, der ihn an einen fast vergessenen Fall erinnert. Eine junge Frau wird erhangen in einem billigen Hotel (Zimmer Nr. 10) aufgefunden. Ihre Hand ist weiß (von Farbe). Auf dem Tisch liegt ein Abschiedsbrief, an den keiner so richtig glauben mag. Winter hatte vor knapp 20 Jahren einen Fall - eine junge Frau - Ellen wurde vermisst und nie aufgefunden. Zusammen mit Halders, Ringmar und den anderen Kollegen gehen sie auf Spurensuche. Immer wieder geraden sie in Sackgassen und müssen von vorn anfangen. Sie ahnen, dass es einen Zusammenhang gibt, aber sie finden nicht die Verbindung. Die Zeit rennt, denn eine weitere Frau wird ermordet.

In einem Hotel....der Kreis beginnt sich zu schließen und es wird gefährlich - für Winter.

Spannend, düster und typisch Edwardson. Er lässt seinen Hauptkommissar Winter immer wieder grübeln und zweifeln. Doch er wird den Weg finden....

Sonntag, 3. Juli 2011

Suite francaise

"Suite francaise" von Irene Nemirovsky

ISBN 9783813502602
509 Seiten
erschienen am 06.09.2005 
bei Knaus









Inhalt:

Ihr Leben liest sich wie ein Roman: Die Jüdin Irène Némirovsky wurde als Tochter eines der reichsten Bankiers Russlands 1903 in Kiew geboren. Leichtigkeit, Lebenslust, Esprit und künstlerische Ambitionen bestimmten schon früh ihr Leben. Während der Oktoberrevolution flieht die Familie nach Frankreich und gehört schnell zu einer der attraktiven Adressen der besseren Kreise. Irène veröffentlicht ihren ersten Roman und ist bald der Star der Pariser Literaturszene. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht und die Deutschen vor Paris stehen, geht sie 1940 mit ihrem Mann und den zwei kleinen Töchtern in die Provinz. Hier beginnt sie mit der Niederschrift von »Suite française«. Der Roman ist geplant als Abfolge in fünf Teilen – nur zwei wurden vollendet. Im Frühsommer 1942 wird die Autorin nach Auschwitz deportiert. Kurze Zeit später kommt sie dort zu Tode. Ihr literarisches Vermächtnis wird von ihren Töchtern wie ein Schatz gehütet und erst über 60 Jahre nach ihrem Tod wiederentdeckt.
»Suite française« erzählt mitten aus dem Krieg – als sei die Zeit angehalten. Der erste Teil »Sturm im Juni« schildert die Zeit im Sommer 1940, als die deutsche Armee vor Paris steht und die Bewohner fluchtartig die Stadt verlassen. Der zweite Teil »Dolce« spielt 1942 in einem von den Deutschen besetzten Dorf in der Provinz.


Meine Rezension:

Ein beeindruckendes Buch über die Wirkung des Zweiten Weltkrieges auf die Menschen. Irène Némirovsky erzählt von der Flucht der Menschen aus Paris auf das Land, um der drohenden Bombardierung durch die Deutschen zu entgehen. Sie zeigt die wahren Gesichter der Menschen und wie sie sich geben, wenn Gefahr droht und der gewohnte Alltag verloren geht. Was ist wichtig? Was brauche ich wirklich, um zu überleben? Die Bettwäsche von der Mutter, das Manuskript, die Bilder und der Schmuck oder Kleidung?

Sie beschreibt verschiedene Charaktere, die sich unabhängig voneinander durch die Wirren kämpfen...mal mit Machteinsatz und Geld, mal mit Angst und Zurückhaltung.

Ein Buch, was sich zu lesen lohnt.

Tante Inge haut ab

"Tante Inge haut ab" von Dora Heldt

ISBN 9783423247238
336 Seiten
erschienen am 01.05.2009 bei dtv








Inhalt:


Urlaub auf Sylt! Freudig begrüßt Christine (46) am Bahnhof ihren Johann, da tippt das Unheil ihr auf die Schulter: Die Frau mit dem roten Hut ist tatsächlich Tante Inge (64), Papas jüngere Schwester. Aber was macht sie allein auf Sylt? Noch dazu mit so vielen Koff ern? Für Papa Heinz kann dies nur eines bedeuten: Inge will Walter, den pensionierten Finanzbeamten, samt gemeinsamem Reihenhaus verlassen. Als dann auch noch Inges neue Freundin Renate mit ihrem Faible für (nicht nur alleinstehende) ältere Männer auftaucht, platzt Mama Charlotte der Kragen: Walter muss her, und zwar sofort! Christine indessen stimmt Inges Lebenslust nachdenklich. Mit Mitte 60 wagt ihre Patentante einen Neuanfang - und sie selbst?

Meine Rezension:

Mit "Tante Inge haut ab" wird die Geschichte von "Urlaub mit Papa" erweitert. Wenn man das erste Buch gelesen hat, kommt man sehr schnell wieder in die Familie rein und kann sich schon auf den ersten Seiten amüsieren. Auch diesmal reihen sich die Missverständnisse zwischen den Generationen aneinander und sorgen damit immer wieder für Hektik und Chaos. Auch Sherlock Holmes & Dr. Watson..oh, pardon...Heinz & Kalli sind wieder auf Verbrecherjagd und stiften damit mehr Unruhe als Frieden.

Ein Buch, was Spaß macht und sehr gut unterhält.

Freitag, 1. Juli 2011

Urlaub mit Papa

"Urlaub mit Papa" von Dora Heldt


ISBN 9783423246415
316 Seiten
erschienen am 01.03.2008 bei dtv








Inhalt:


Es sind doch nur zwei Wochen." Die Stimme meiner Mutter klang sehr entschlossen. Und er ist dein Vater. Andere Kinder würden sich freuen." Mama, was heißt hier andere Kinder? Ich bin 45."Es sollte ein entspannter Arbeitsurlaub werden: Christine (45) und Dorothea (40) wollen für ein paar Tage nach Norderney, um ihrer Freundin Marleen bei der Renovierung ihrer Kneipe zu helfen. Doch dann wird Christine von ihrer Mutter dazu verdonnert, ihren Vater mit in den Urlaub zu nehmen. Schon die Hinreise bringt die beiden Frauen an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Denn Heinz (73) hat seine ganz eigene Sicht der Dinge. Kaum auf der Insel angekommen, übernimmt er auch sofort das Zepter auf der Baustelle. Es kommt für Christine jedoch noch schlimmer, als Papa Gisbert von Meyer kennenlernt. Der frettchengleiche Inselreporter ist ihm sofort sympathisch, bekommt er doch billige HSV-Karten und ist wie Papa ein großer Kenner des deutschen Schlagers. Folglich findet Heinz es auch ganz in Ordnung, dass der Schreiberling Christine aufs Heftigste umwirbt. Zumal ihm Meyer nicht so gefährlich erscheint wie Johann Thiess, der mysteriöse Gast in Marleens Pension, der Christine mit seinen sanften Augen völlig aus der Fassung bringt. Gisbert hat nämlich erfahren, dass die Polizei auf den Nordseeinseln nach einem Heiratsschwindler fahndet. Mithilfe von Papas neuen Freunden Carsten (72), Kali (75) und Onu (63) soll Johann zur Strecke gebracht werden.

Meine Rezension:

Christine soll mit ihrem Vater in den Urlaub fahren, damit ihre Mutter mit ruhigem Gewissen ins Krankenhaus zur Knieoperation gehen kann. Eigentlich nichts besonders denkt man, aber Christine ist 45 und Papa 73. Also begeben sie sich auf nach Norderney und wollen dort ein paar Tage einer Freundin bei der Renovierung der Kneipe helfen und ein bißchen am Strand entspannen.

Angespannte Nerven, viele helfende Hände...Chaos, einen Heiratsschwindler, eine Erste-Blick-Liebe und viele herrliche Dialoge zwischen den Charakteren machen das Buch so amüsant, dass man es nicht weglegen kann.