Samstag, 25. Juni 2011

Mein geteiltes Herz

"Mein geteiltes Herz" von Claire Hake

Eine große Liebe zwischen Sumatra, Shanghai und Deutschland

ISBN 9783805208871
464 Seiten
erschienen am 12.03.2010 bei Wunderlich






Inhalt:

Eine Liebe über Zeiten und Kontinente Mitte der zwanziger Jahre reist die junge Schweizerin Claire Hake allein nach Sumatra und begegnet auf einer abgeschiedenen Tabakplantage inmitten des Urwalds ihrer großen Liebe Gustav, einem deutschen Pflanzer. Claire und Gustav heiraten; ihr Leben auf der Plantage ist zwar entbehrungsreich, aber glücklich – bis im weit entfernten Europa der Krieg ausbricht. Als die Wehrmacht 1940 in Holland einfällt, kommt es zu unglaublichen Szenen in der holländischen Kolonie. Die Deutschen werden beschimpft, gedemütigt, und auch Claire ist betroffen. Sie wird von Gustav getrennt und interniert. Erst nach sieben Jahren in einem indonesischen Lager und in Shanghai gelingt es Claire, sich in die Schweiz durchzuschlagen. Als sie die Nachricht erhält, dass auch ihr Mann das Lager überlebt hat, gibt es für Claire kein Halten: Sie macht sich auf, um Gustav endlich wieder in die Arme zu schließen. Nach Gustavs Tod, mit 83 Jahren, beginnt Claire, ihr Leben und ihre Liebesgeschichte aufzuschreiben. Ihrer Enkelin Nicoline hinterlässt sie einen alten Koffer voller Manuskripte und Fotos.

Meine Rezension:

Claire Hake heiratet ihre große Liebe Gustav und setzt sich damit gegen ihren Vater durch. Dieser ist so gar nicht begeistert, dass seine Tochter einen Deutschen heiratet. Sie folgt ihrem Mann nach Sumatra, wo sie einige Jahre leben. Ihre zwei Söhne schicken sie nach Deutschland auf ein Internat, damit sie zu "richtigen Deutschen" erzogen werden. Die Trennung fällt ihnen schwer und wird von einigen der Freunde auch nicht verstanden, denn Deutschland rüstet sich für den Krieg auf. 1940 kippt die Stimmung in niederländischen Kolonie, denn Deutschland fällt in Holland ein. Claire und Gustav werden getrennt und Gustav interniert. Die Jahre werden für Claire immer härter und sie muss sich von einigen Menschen demütigen lassen, da sie mit einem Deutschen verheiratet ist. Sie flüchtet nach Shanghai zu ihrer Schwägerin. Dort trifft sie allerdings kaum auf Liebe und Verständnis. Nach gut sieben Jahren kann sie wieder zurück in die Schweiz reisen...ohne Mann, ohne Kinder, ohne Hab und Gut und immer auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. 1947 sieht sie ihren Mann wieder, der es bis nach Hamburg zu seiner kaltherzigen Mutter geschafft hat. Sie reist wieder nach Deutschland zurück (und verliert damit das dauerhafte Aufenthaltsrecht in der Schweiz) und kann nun endlich ihren Mann in die Arme schließen....den eigenen Sohn erkennt sie nicht und der zweite Sohn gilt als vermisst.

Eine bewegende Lebensgeschichte mit vielen interessanten geschichtlichen Einschüben. Die Geschichte wurde von der Enkelin von Claire Hake niedergeschrieben. Sie verwendete dazu die Aufzeichnungen der Großmutter und fügte die geschichtlichen Verzweigungen immer wieder mit ein, um die Lebensumstände von Claire Hake besser verstehen zu können.

Die Beschreibungen von Indien und China waren teilweise sehr gut und spannend zu lesen, allerdings bin ich mit der Hauptdarstellerin nicht so richtig "warm" geworden. Sie wirkte immer etwas kühl und distanziert und überkorrekt (was sicherlich auch an ihrer Erziehung und der damaligen Zeit liegen kann).

Insgesamt hat mir das Buch jedoch gut gefallen.

4 von 5 Sternen

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