Montag, 17. April 2017

Das geheime Leben des Monsieur Pick

"Das geheime Leben des Monsieur Pick"
 von 
David Foenkinos




ershienen am 13.03.2017
  DVA  Verlag
ISBN: 9783421047601
 336 Seiten 


Inhalt:
  

Über das Glück, vom Leben überrascht zu werden ... Im bretonischen Finistère, am wind- und wellenumtosten »Ende der Welt«, gibt es eine ganz besondere Bibliothek. Sie sammelt Bücher, die nie erscheinen durften. Eines Tages entdeckt dort eine junge Pariser Lektorin ein Meisterwerk, und der Roman wird zum Bestseller. Der Autor, Henri Pick, war der Pizzabäcker des Ortes. Seine Witwe beteuert, er habe zeit seines Lebens kein einziges Buch gelesen und nie etwas anderes zu Papier gebracht als die Einkaufslisten – ob er ein geheimes Zweitleben führte? Diese verrückte Geschichte spornt viele Menschen an, selbst Neues zu wagen: Paare trennen sich, Liebende finden unerwartet zueinander, und so manche Gewissheit wird auf den Kopf gestellt. Ein französisch-charmanter Roman über die Liebe, verlorene Träume und den Mut, sein Leben
in die Hand zu nehmen. Leicht, beschwingt und voller Witz. 


Meine Meinung:


 Den Autor kannte ich schon von "Charlotte" und fand ihn sehr gut. Dieses Buch hier ist jedoch anders, ganz anders. Man darf sie nicht miteinander vergleichen.  

Es ist eine schöne leichte französische Geschichte und sie könnte auch ein guter Film werden. Es sind recht viele Charaktere für das schmale Buch, aber irgendwie findet jeder seinen Platz und seinen kleinen Anteil an der Geschichte. Alle Figuren haben ihren ganz eigenen Charme und nehmen den Leser mit in ihr Leben, welches von diesem einem Buch beeinflusst wird. David Foenkinos hat einen leicht zulesenden Schreibstil, der mich gut durch die Geschichte getragen hat. Es ist eine warmherzige Geschichte, die ihre etwas schrulligen Charaktere liebt. Man kann sich gut amüsieren über die Eigenheiten und Ansichten der einzelnen Figuren, über das Verhalten der Bewohner des Dorfes und über die Suche nach des Rästels Lösung. 

Wer ein bißchen zwischen den Zeilen liest, kann auch die Kritik des Autors an dem Literaturbetrieb und den Verlagen herauslesen. Immer wieder werden kleine Seitenhiebe verteilt, der Druck auf die Schriftsteller und seine Umgebung, die Rastlosigkeit, die Eifersucht und die vielen Rückschläge beschreibt Foenkinos mit leisen Humor und doch bleiben sie im Kopf hängen und wirken nach. 

5 von 5 Sternen 


Donnerstag, 13. April 2017

Powertraining mit Tigerfeeling



"Powertraining mit Tigerfeeling" 
von 
Benita Cantieni





erschienen am 27.03.2017
  Südwest Verlag
ISBN 9783517094601 

160 Seiten inkl. CD


Inhalt:

Eine aufrechte Haltung, Kraft, Beweglichkeit und natürlich Schönheit – all das gibt's im neuen CANTIENICA®-Programm. Ein echtes Ganzkörpertraining, das durch Dehn- und Kräftigungsübungen sämtliche Muskelgruppen des Körpers anspricht. Aber Kraft ist nicht gleich Kraft, denn wahre Stärke kommt aus der Tiefe. Daher wird hier ganz gezielt die Tiefenmuskulatur trainiert. Extra: MP3-CD mit von der Autorin angeleiteten Übungsstunde.


Meine Meinung:


Was mich an diesem Buch interessiert hat, war das Training der Tiefenmuskulatur. Ich habe schon einiges ausprobiert, aber leider bin ich nie so richtig dabei geblieben. Also nutzte ich jetzt die Chance etwas Neues kennenzulernen. Schnell musste ich jedoch feststellen, dass es kaum etwas Neues zu entdecken gab. Die Beschreibungen und die Bilder fand ich zwar gut, aber trotzdem sind die Übungen ohne Trainer schwer nachzumachen, da man nie so richtig weiß, ob man richtig steht, sitzt usw. Die Körperhaltung kann man selber schwer kontrollieren. Es bleibt immer eine Unsicherheit, die mich etwas ausgebremst hat. Auch fehlte mir die direkte Korrektur und die Alternativen, die mir ein Trainer empfohlen würde.

Man muss sich zudem bewußt sein, dass dies Übungen sind, die keine schnellen Erfolge aufweisen. Hier muss man ruhig und stetig trainieren und am Ball bleiben. Gut fand ich, dass die Autorin stets von einem Kann-Training und nie von einem Muss-Training gesprochen hat. Die Übungsstunde war okay, aber (wie schon geschrieben) nur schwer allein nachmachbar, so dass hier die Gefahr besteht, dass man recht schnell aufgibt. 

Für Menschen, die schon einige Erfahrungen mit diesen Kraftübungen haben, kann dieses Buch hilfreich sein, aber für untrainierte und unsichere Menschen wird es schwieriger.  Ich habe vielleicht nicht den Tiger in mir und brauche dann doch wieder die Anleitung und die Kontrolle einers guten Trainers (Trainerin), die mit mir die Übungen durchgehen bis ich sie verinnerlicht habe. 

3 von 5 Sternen 

Sonntag, 9. April 2017

Die Analphabetin, die rechnen konnte

"Die Analphabetin, die rechnen konnte" 
von 
Jonas Jonasson




erschienen am 01.08.2016
  Der Hörverlag
ISBN 9783844523287
6 CD = 7 Stunden 56 Minuten
Gelesen von Katharina Thalbach

Inhalt:

Mit fünf fing sie an zu arbeiten, mit zehn wurde sie Waise, mit fünfzehn wäre sie fast gestorben. Im Grunde deutete alles darauf hin, dass sie ihr Dasein in ihrer Hütte im größten Slum Südafrikas fristen würde. Wenn sie nicht die gewesen wäre, die sie war, aber die war sie eben. Nombeko Mayeki war die Analphabetin, die rechnen konnte. Das Schicksal führt sie in die internationale Politik, auf die andere Seite des Erdballs. Auf ihrer Reise gelingt es ihr, dem meistgefürchteten Geheimdienst der Welt auf der Nase herumzutanzen, bis sie sich eines Tages eingesperrt im Laderaum eines Lieferwagens wiederfindet. Und in diesem Moment schwebt die ganze Welt, wie wir sie kennen, in höchster Gefahr. 


Meine Meinung:


 Bei diesem Hörbuch bin ich gescheitert. Ich habe das Handtuch geworfen und aufgehört Katharina Thalbach zu folgen. Ich höre Katharina Thalbach sehr gern zu und ich kann mich wunderbar von ihrer Stimme durch Geschichten tragen lassen. Doch diesmal hat selbst diese einzigartige Stimme nicht geholfen.  

Ich konnte mit dieser Geschichte nichts anfangen. Es ist alles zu abstrus und unrealistisch, so weit weg von mir, dass ich mich nicht in der Geschichte wohlfühlte. Ich quälte mich 3 von 6 CDs lang durch eine völlig überzogene und für mich sinnfreie Geschichte. Ich hatte das Gefühl, dass der Autor zu viel wollte und dabei über das Ziel hinausgeschossen ist. Ab und an blitzte die Satire durch, die mich anfangs noch am Zuhören gehalten hat, aber es reichte nicht, um bis zum Schluß dabei bleiben zu wollen. 

Meine Geschichte war es leider nicht.

1 von 5 Sternen 
 

Dienstag, 4. April 2017

Monsieur Thomas und das Geschenk der Liebe

"Monsieur Thomas und das Geschenk der Liebe" 
von 
Gilles Legardinier



erschienen am 20.03.2017
  Goldmann Verlag
ISBN 9783442485314
 450 Seiten 

Inhalt:

Als der Arzt Thomas Sellac erfährt, dass er eine inzwischen 20-jährige Tochter hat, fällt er aus allen Wolken. Wie soll er Emma nach so langer Zeit ein guter Vater sein? Hals über Kopf kehrt er in seine Pariser Heimat zurück und nimmt einen Posten an, den keiner haben will, um in Emmas Nähe zu leben: Er wird Direktor eines kleinen Altenheims mit nur fünf schrulligen Bewohnern und der wunderbaren Krankenschwester Pauline. Doch die älteren Herrschaften stellen sich als Glücksfall heraus – denn schnell kommen sie hinter das Geheimnis ihres liebenswürdigen Leiters und tun daraufhin ihr Möglichstes, um Vater und Tochter zu vereinen. 


Meine Meinung: 

Eine leichte Sommerlektüre mit einem Hauch Sozialkritik, die aber leider etwas untergeht, da der Hauptcharakter einfach zu glatt war und dadurch die Geschichte etwas zu oberflächlich wurde.

Für mich waren die älteren Herrschaften und Pauline die tragenden Charaktere. Sie hatten mich schnell eingefangen und gut unterhalten. Die vielen kleinen Spitzen, die sich die Bewohner immer wieder gegenseitig zuwarfen, haben zwar das Klischee der schrulligen Bewohner bedient, waren aber auch witzig und unterhaltsam. Wunderbar waren der Flohmarktbesuch und das gegenseitige Überbieten, um als Beste hervorzustechen und natürlich das begehrte Objekt zu erhalten. Dabei haben sie fast das eigentliche Ziel aus den Augen verloren, aber dafür an Vitalität und Spaß zugelegt. 

Die Tochter-Geschichte war okay, aber nicht überzeugend und auch etwas unglaubwürdig. Auch Thomas, die eigentliche Hauptfigur, war für mich zu glatt. Es fehlte ihn an Farbe und Esprit. Neben Pauline und den Bewohnern wirkte er blaß und wie eine Nebenfigur. Er hatte nicht den Charme und das Auftreten, dass ich erwartet hätte. 

Insgesamt eine Sommergeschichte mit etwas Romantik und Humor und französischen Flair.

3 von 5 Sternen

Sonntag, 2. April 2017

Im Augenblick des Todes

"Im Augenblick des Todes" 
von 
Vincent Kliesch





  erschienen am 17.08.2015
  Blanvalet Verlag
ISBN: 9783734100543
 400 Seiten




Inhalt:

Kommissar Severin Boesherz genießt gerade seinen Spaziergang am Schlachtensee, als ein mysteriöser Mann in einer Limousine vorfährt, sich als "Ismael" vorstellt und Boesherz zu einem Ausflug einlädt. Die Fahrt endet am Tatort eines bestialischen Mordes: Ein Arzt sitzt skalpiert und ausgeweidet in seiner eigenen Praxis. Bei dem Mord handelt es sich um die exakte Kopie des einzigen Verbrechens, das Boesherz nie aufklären konnte. Offenbar will der Täter dem Kommissar gezielt eine Botschaft übermitteln – und es soll nicht die einzige bleiben. Boesherz weiß: Er muss das Rätsel lösen, bevor seine eigene Vergangenheit ihn einholt.



Meine Meinung:

Ich war schon ein Fan von Julius Kern und nun kommt Severin Boesherz. Er ist der Nachfolger von Julius Kern und schafft damit die Verbindung zu den Figuren aus der ersten kleinen Serie von Vincent Kliesch. Man trifft auf alte Bekannte und entdeckt neue Figuren, die das Buch spannend und unterhaltsam machen.

Vincent Kliesch schreibt schon ganz gern blutige Krimis und auch seine Morde sind nichts für zarte Seelen. Severin Boesherz in seiner gewohnt eigenwilligen und nicht ganz teamfähigen Art muss in seinem zweiten Fall grausame Morde aufklären, die eine Verbindung zu seiner ganz persönlichen Vergangenheit herstellen. An der Offenlegung seiner Vergangenheit ist jedoch Boesherz überhaupt nicht interessiert, so dass er alles unternimmt, um diese außen vor zu lassen. 

Die Ermittlungen sind verworren und eigenwillig. Kliesch schafft es immer wieder kleine Überraschungsmomente einzubauen. Einzig das Geheimnis um den Handlungsstrang mit Ferdinand war für mich schnell gelöst. Trotzdem fand ich es spannend, wie es zu der offiziellen Auflösung kommen wird. 

Mir hat der "alte" Boesherz etwas gefehlt. Der erste Teil und in der ersten Hälfte der zweiten Geschichte war er noch da und präsent. Leider verlor er etwas von seiner Bissigkeit, seiner leichten Arroganz und Eigenwilligkeit. Aber vielleicht erholt er sich von diesem zweiten Teil und wird dann wieder der "Alte".

Unterhaltsam, sehr gut geschriebener und vorallem verworrener Krimi, der auch noch zu einer kleinen Tour durch Berlin und Dresden einlädt.

 4 von 5 Sternen

Donnerstag, 23. März 2017

Todesmärchen

"Todesmärchen" 
von 
Andreas Gruber



erschienen 15.08.2016
Der Hörverlag
ISBN 9783844521375 
1 mp3 CD  = 10 Stunden 42 Minuten



Inhalt:

In Bern wird die kunstvoll drapierte Leiche einer Frau gefunden, in deren Haut der Mörder ein geheimnisvolles Zeichen geritzt hat. Sie bleibt nicht sein einziges Opfer. Der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder und BKA-Kommissarin Sabine Nemez lassen sich auf eine blutige Schnitzeljagd ein – doch der Killer scheint ihnen immer einen Schritt voraus. Währenddessen trifft die junge Psychologin Hannah im norddeutschen Steinfels ein, einem Gefängnis für geistig abnorme Rechtsbrecher. Sie soll eine Therapiegruppe leiten, ist jedoch nur an einem einzelnen Häftling interessiert: Piet van Loon. Der wurde einst von Sneijder hinter Gitter gebracht. Und wird jetzt zur Schlüsselfigur in einem teuflischen Spiel.

Meine Meinung:
  
Andreas Gruber ist nichts für zarte Nerven. 
Nicht vor dem Schlafengehen hören.
Nein, wirklich nicht. 
Hier wird gemordet und zwar auf grausamste Art und Weise. Sehr detailliert werden die Leichen beschrieben und auch die Vorgehensweise des Täters. So manches Mal bin ich zusammengezuckt. Am liebsten hätte ich (wie beim Fernsehen) das Kissen vor die Augen gehalten, aber das nützt bei einem Hörbuch leider nichts.

Aber, wenn man Maarten S. Sneijder treffen möchte, muss man die Morde in Kauf nehmen. Denn ohne sie wäre Sneijder nicht in Aktion und wenn er arbeitet und nachdenkt, dann ist er wirklich gut. Zusammen mit Sabine Nemez rennt er diesmal dem Mörder lange hinterher. Man bleibt eine ganze Weile im Dunkeln und weiß nicht so recht, wie die Dinge zusammenhängen. Aber die Handlungsstränge werden immer enger miteinander verwoben und dann sieht man klar und staunt, denn damit hätte (zumindest) ich nicht gerechnet. 
Es gibt einige überraschende Wendungen, aber im Mittelpunkt stehen stets die Märchen von Hans Christian Andersen. Wer sie gelesen hat, ist im Vorteil. Wer sie nicht kennt, wird hier die grausame Interpretation kennenlernen.

Spannend, grausam, sehr gut und klug gestrickte Geschichte, wunderbare Ermittler und ein sehr guter Sprecher...mehr geht nicht. 

5 von 5 Sternen 

Montag, 20. März 2017

Das Labyrinth des Malers

"Das Labyrinth des Malers" 
von 
Carolin Römer



erschienen am 01.05.2015
  CONTE-VERLAG
ISBN: 9783956020568
 280 Seiten


 Inhalt:

Fin O Malley begibt sich unfreiwillig auf eine Art Pilgerreise. Der Croagh Patrick will bestiegen werden, doch die wilde irische Landschaft meint es nicht gut mit Fin. Er verläuft sich im Nebel des Septembertages und landet bei Séamus Le Brun, einem alten Maler, der allein in seinem Wohnwagen am Meer haust. Als dieser in die Luft fliegt, sieht die Polizei keinen Handlungsbedarf, doch Fins Spürsinn ist geweckt, besonders als im ausgebrannten Wrack zwei Goldmünzen gefunden werden. Der alte Sonderling hütet ein Geheimnis. Fin begibt sich auf Schatzsuche. Und er ist nicht der einzige. Je tiefer er gräbt, desto unübersichtlicher wird der Fall. Und Fin muss feststellen, dass Kobolde auch nicht mehr das sind, was sie einmal waren.




Meine Meinung:

Auch der dritte Fall für Fin O Malley ist alles andere als gewöhnlich. Erst bekommt er eine Pilgerreise vom Gericht aufgebrummt und dann muss er sich auch noch einem alten Kauz annehmen. Carolin Römer führt den Leser wieder in die raue Landschaft von Irland. Fin lebt immer noch mit den gleichen eigenwilligen Dorfbewohnern zusammen und auch diesmal werden wieder die Kobolde aktiviert. Die Dorfbewohner sind mittlerweile alte Bekannte und man hat sie irgendwie in das Herz geschlossen. Man freut sich wieder von ihnen zu lesen und dabei sein zu können.

Der Krimi hebt sich von den gängigen Krimis ab. Fin ist nicht so ganz korrekt mit seinen Worten und Taten, er drückt gern mal ein Auge zu und in "seinem" Dorf macht sowieso jeder, was er will. Seine Suche wird nicht so gern gesehen und so begibt er sich unfreiwillig wieder in brenzlige Situationen. Die Geschichte ist etwas verworren. Trotzdem macht sie Spaß und unterhält den Leser gut. Falls Fin noch einmal ermitteln darf, bin ich gern wieder mit dabei.




4 von 5 Sternen